Indianer im Westerwald - Native American - Powwow
von Merlin
Asbach im Westerwald war Treffpunkt von Hobbyisten, Musikfreunden, Indianerfreunden und Native American. Ureinwohner Amerikas zeigten ihre Kultur.
Tradition und Kultur der Indianer Nordamerikas spiegeln sich in ihren Tänzen wieder.
In einer Turnhalle im Westerwald erwacht der Wilde Westen, Native American mit ihren deutschen Freunden, Liebhabern indianischer Musik, Hobbyisten, Trommelgruppen und Neugierigen führen ein Pow Wow durch.
Powwow bedeutet in Narraganset Schamane. Ein Schamane ist ein geistiger Führer. Um ihre Identität zu wahren, die Gemeinschaft zu stärken und Tradition zu vermitteln begannen die Ponca Indianer in Nordamerika um 1850 öffentliche Tanzveranstaltungen abzuhalten. Diese waren streng reglementiert. Wurden von Häuptlingen und Priestern überwacht. Es gibt verschiedene Disziplinen. Grundsätzlich wird die Tanzfläche erst gesegnet. Und ein Betreten ohne Aufforderung ist Frevel. Alle Handlungen sind heilig. Das sollte man respektieren, wenn man ein Powwow oder Pow Wow in Deutschland besucht.
Liebhaber und Freunde indianischer Lebensart treffen sich in Asbach / Westerwald
Die nördlichen Prärie-Indianer wurden gezwungen in Reservaten zu leben. Die vormaligen Kriegergesellschaften lösten sich auf. Volksfeste wie Pow Wow sollen die Tradition wahren.
Der Beginn ist immer gleich. Grand Entry oder der große Einzug ist allen Indianern heilig. In ihren prächtigen mit Perlen und Federn geschmückten Feiertagsgewandungen, und unter Trommelklängen, versammeln sich alle Tänzer. Ein Gebet wird gesprochen. Die Tanzarena wird gesegnet. Verdiente Veteranen tragen die Flaggen. Und da sind außer der Indianischen auch die Deutsche, Kanadische, Französische, Niederländische, Norwegische und viele mehr vertreten. Das ist eine religiöse Veranstaltung und kein Karneval. Filmen ist dabei verboten. Es gibt einen Zeremonienmeister (Master of Ceremonies) und einen Arena Direktor. Die übernehmen dann die Verantwortung.
Es gibt verschiedene Kathegorien von Tänzen. Der Master of Ceremonies ruft die ersten Tänzer in die Arena.
Die Musik wird von Deutschen Hobby-Gruppen getrommelt. Jeder Tanz hat eigene Tempi, Schrittfolgen und Takte.
Der erste Tanz ist meist ein Grass-Dance. Sehr rhythmisch, bei dem viel mit den Füßen aufgestampft wird. Vermutlich sollte das Gras in der Prärie platt getreten oder die Klapperschlangen verscheucht werden.
Traditionelle Tänze der Männer sowie der Frauen folgen.
Es gibt den Jingel Dress Dance – Glöckchentanz. Die Mädels in ihren selbst gefertigten kunstvoll bestickten und mit Glöckchen verzierten Trachten sehen einfach toll aus.
Der Fancy Feather Dance der Männer ist ein Augenschmaus an Farbe und Fröhlichkeit. Riesige Federringe schmücken aufwendig in Handarbeit hergestellte Gewandungen.
Ob Schaltanz der Frauen oder Hope-Dance (Reifentanz) der Männer, einmal im Leben sollte man das gesehen haben.
Natürlich wird die Arena auch für tanzbegeisterte Zuschauer geöffnet. Da drehen auch Leute in normaler Kleidung zwischen Black Feet, Lakota oder Cheyenne ihre Runden.
Fällt eine Feder zu Boden, bitte nicht aufheben. Einer der Tänzer wird dazu bestimmt, diese wird dann spirituell gereinigt und dem Besitzer zurückgegeben.
Die Ansagen des Arena Direktors sind auf Englisch. Leisten Sie dem bitte unbedingt Folge.
Die Höflichkeit gebietet es, vor Aufnahmen den Betreffenden um Erlaubnis zu bitten.
Indianische Musik hören, hilft den Ureinwohner der größten Industrie-Nation der Erde.
Menschenrechte gelten auch für Rothäute!
Die Trommel ist meist einer geehrten Person geweiht. Während einer Zeremonie dürfen die 4 -10 Trommler ihre Plätze nicht verlassen.
Der "Keeper of the Drumm" oder "Lead Singer" gibt die Geschwindigkeit vor.
Das Ganze ist natürlich auch ein Wettbewerb. Die schönsten Trachten, besten Tänzer in jeder Kategorie und besten Trommelgruppen werden ausgezeichnet. Es gibt sogar einen „Native American Music Grammy“.
Da es sich aber auch um ein Volksfest handelt, wird nach den Veranstaltungen noch ein bisschen gefeiert. Manchmal auch ein bisschen viel. Wenn am nächsten Morgen der traditionelle Weckruf erschallt, braucht die ein oder andere echte oder nachgemachte Rothaut schon mal eine Aspirin.
Zwischendurch treten andere Künstler auf. Dudelsäcke oder Flöten erklingen in den Pausen.
Man sollte die Traditionen der Native Americans aber kennen. Bei der letzten Veranstaltung sollte ein Falkner seinen Adler (Symbol für Freiheit, Mut und Souveränität) frei fliegen lassen. Der war aber zickig. Deshalb brachte der seinen zahmen Uhu mit. Den Todesvogel der Nacht. Alle Indianer waren plötzlich verschwunden. Hätte das mal General Custer gewusst! Der soll gesagt haben: "Wenn der letzte Indianer tot ist, herrscht endlich Frieden." Seit dem frag ich immer nach, was die Leute so unter Frieden verstehen, besonders bei gewissen "Linken".
Da die Ureinwohner aber in der Regel arm sind, wird um Spenden gebeten.
Die verkaufen auch vor Ort eigene Kunst, Bilder, CD, s, Schmuck und Handarbeiten.
In USA steht das Wort Red Skin häufig gleichbedeutend für Alkoholiker, Harz IV-Empfänger. Aber eingesperrt in Reservate, ihrer Identität beraubt und ohne wirkliche Perspektive stehen die ehemals stolzen, freien Krieger der Plains vor dem Nichts. Ihre Rechte werden mit Füßen getreten. Anwälte können sich die wenigsten leisten. Arbeit bekommen sie kaum. So tanzen sie für stupide Touristen für eine „Handvoll Dollar“.
Die Jungs und Mädel waren echt angenehm überrascht, dass sie in Deutschland Wertschätzung und Beachtung fanden. Und eine „Handvoll Euro“!
Vielleicht sollte Angela M. das nächste mal in Washington die Menschenrechte ansprechen. Vorführungen dieser Tradition gibt es zum Beispiel im Naturkundemuseum in Münster.


Hier im Bild
der Kriegshäuptling
Manuelito
Für alle, die gerne mal so ein Spektakel sehen würden füge ich einen Link ein. Dieser führt zum Veranstaltungskalender. Sehenswert ist das auf jeden Fall.

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Kommentare
Danke dir. Leider hat diese Veranstaltung nicht genug eingebracht, jedenfalls im Westerwald. Und wurde nach 5 jahren eingestellt. Aber sie finden statt, und es ist absolut sehenswert.
LG Merlin
Whoa - ich bin ein riesiger Fan von diesem Artikel!!!!!!!! Vor einer guten Stunde war ich noch mitten im Wilden Westen und hab' was von Manuelito gelesen - wie schön, danach dann diesen Artikel zu finden! Das muss ich mir unbedingt merken, dass es da Veranstaltungen in Münster gibt! Wie schon in meinem Artikel geschrieben: Die Indianer wissen zum Beispiel durch ihren Büffeltanz einfach auf wunderschöne Art und Weise zu danken! Und ich dank dir auch und werde definitiv öfter bei dir vorbeischauen!
@Alexandra, da sind wir ja fast Nachbarn. Windeck ist nicht weit.
LG Merlin
Toller Artikel. ich habe selbst nur ein paar Kilometer von asbach entfernt gewohnt :)
Ich mag diese Zeit, die Musik und ich mag die Geschichten.
LG Sandra
Ja, auch im Westerwald ist es vorbei. Der Organisator ist zurück nach Berlin
gezogen. Ist auch viel Aufwand und ohne Sponsoren nur mit Eintritt und Spenden
zu finanzieren ist sehr schwer.
LG Merlin
Schade, bei uns in der Nähe findet kein Treffen statt. So eine Veranstaltung ist bestimmt interessant und mal was ganz anderes.
Daumen und lG
Conny
@Textdompteuse, danke für den Hinweis, ich habe noch einen Link eingefügt.
Der führt zum Veranstaltungskalender. Es gibt doch einige dieser
Veranstaltungen. Organisiert werden die wohl von Deutsch / Indianischen-
Freundschafts-Vereinen. Allein mal ein bischen von Hollywood-Klischees weg
zu kommen, ist doch schon lobenswert. Und es hilft den Leuten. Je mehr die
Probleme in die Öffentlichkeit rücken, desto eher tut sich was.
Manche Stämme lassen ihre Gebiete als Atomendmülllager mißbrauchen,
nur um Geld zum Überleben zu haben. Krebs-Risiko inklusive.
LG Merlin
Da wäre ich auch gern dabeigewesen.
Und wie, manchmal denken die Nachbarn, wir fällen Bäume.
LG Merlin
Mit Nancy? Schnarcht Nancy auch?