Probleme an der Grenze

Grenzueberquerungen sind fuer mich immer mit einem Nervenkitzel verbunden. Man weiss nie was einem erwartet. Einreise und Ausreisestempel koennen zu einer Qual werden. Da lobe man sich das System in Europa.

In Afrika gab es Grenzen, auf denen man viele Kilometer dazwischen durchqueeren muss. Land das niemandem gehoert oder sich drueber gestritten wird. In Suedamerika generell ist die Grenzueberquerung einfacher, wenn da nicht die Grenzbeamten waeren. Ein paar Beispiele aus eigener Erfahrung:

Bei meinen vier Einreisen in Chile in meinem Leben durfte ich zwei mal ca. 6 Stunden warten, weil gestreikt wurde. Da sich der Grenzuebergang in den Anden, auf ueber 4000m befand, war es ein sehr kaltes warten.

Ein anderes Mal in Chile gab es einen riesen Aufstand und Diskussionen, weil ich eine Mandarine im Rucksack hatte. Ich wusste von der Mandarine nichts, da ich sie bereits einige Tage als "gegessen" in Erinnerung hatte. Die Beamten aber fanden sie. Der 100 USD Strafe konnte ich gerade noch entgehen, mit der Begruendung ich habe die Einreisebedingungen (auf Spanisch) nicht verstanden. Einfach aufessen durfte ich die Mandarine aber nicht.

Zwischen Paraguay und Brasilien wurde ich von allen Einwohnern der Stadt Vallemi informiert, dass es einen Grenzuebergang gibt und das stempeln des Reisepasses dort erledigt wird. Den Grenzuebergang gab es wirklich, die Grenzbeamten auch, nur fehlte es ihnen an Stempeln. Also befand ich mich in Brasilien illegal. Macht ja nichts, denn man kann ja einfach illegal weiter nach Bolivien einreisen, denn die Grenze ist ueberfuellt von Menschen die Kisten und Huehner hin und her schleppen. Da faellt ein Auslaender nicht auf.
Warum nicht einfach den Grenzbeamten in Brasilien erklaeren, warum man keinen Stempel hat? -Wegen der (Geruechten zufolge) sehr hohen Geldstrafe fuer illegales Einreisen). In Bolivien ist alles verhandelbar und die Grenze zwischen Paraguay und Bolivien ein Abenteuer und anderen Reisenden sprachen ebenfalls von "kein Stempel". Also wollte ich lieber dort mein Glueck versuchen.
Mit etwas Gedult konnte ich den Beamten der Bolivischen Einwanderungsbehoerde erklaeren, ich seie aus Paraguay direkt nach Bolivien gekommen, ohne Stempel. Mein letzter Stempel im Pass war ja tatsaechlich der Paraguayische Einreisestempel und somit wurde mir geglaubt und ich war wieder ein "legaler" Tourist.

Um der "haesslichsten" Grenze Sudamerikas zwischen Peru und Ecuador (Tumbes) zu entgehen, entschloss ich mich eine kleine Grenze in den Bergen als Einreisepunkt in Ecuador aufzusuchen (La Balsa).
Jedoch erstes Problem: Am Neujahr (01.01.2011) gibt es keinen Transport dorthin (kann ja mal vorkommen).
Zweites problem: Am 02.01.2011 dort angekommen gab es keine Grenzbeamten vor Ort (sollte nich vorkommen). An diesen Grenzpunkt "im Nichts" wird jeden Monat vom 01. des Monats bis 31. ein Polizeibeamter geschickt um dort den ganzen Monat zu arbeiten. Als am Morgen des 01.01. der neue Grenzbeamte nicht eintraf, machte der alte Grenzbeamte sich trotzdem aus dem Staub.
Das Ergebnis: ca. 50 Leute sassen an der Grenze fest. Darunter ich und 10 weitere auslaendische Touristen. Das Einzige Hotel an der Grenze freute sich und nach langweiligen 1 1/2 Tagen traf dann auch der neue Grenzbeamte, samt seiner Familie, ein. Juhu. 

Guter Dinge kam ich an der Grenze von Ecuador nach Kolumbien (Tulcan) an und traute meinen Augen nicht. Eine RIESEN Schlange!!!

Ganze 5 Stunden Anstehen fuer einen Stempel. 5 Stunden! Die Menschen erzaehlten sich, es habe schon Tage gegeben da standen sie ueber 7 Stunden. Die taegliche Schlange scheint die Grenzbeamten nicht zu kuemmern und als ich endlich an der Reihe war wurde mir gemuetlich gesagt, das mein (per Hand gemachter) Einreisestempel der kleinen Grenze La Balsa nicht mit dem, an dieser Grenze vorhandenen, digitalen, Stempeln kompatibel ist. Der Grenzbeamte brauechte bitte Kopien vom ganzen Pass.Mit den Kopien drengelte ich mich diesmal in der Schlange vor und erhielt meinen Ausreisestempel um in Kolumbien erneut eine Stunde fuer den Einreisestempel zu warten. Halleluja!!

abiyay, am 10.06.2011

Kommentare


stranden am 10.06.2011
Immerhin darf ein chilenischer Fischer und ein brasilianischer Bergbauer ohne Geld und VISUM nach Europa einreisen, während ein "negativer Drittstaatsangehöriger" 13,- Euro zahlen muss, um überhaupt einen Termin bei der Botschaft zu bekommen. Ein Halleluja auf diese Story!

Autor seit 3 Jahren
11 Seiten
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