Hilfe durch den Kältebus - Wenn Obdachlose zu erfrieren drohen

In den Wintermonaten, von November bis März, ist in vielen Regionen Deutschlands der Kältebus unterwegs. Ehrenamtliche Mietarbeiter der Obdachlosenhilfe versorgen die Obdachlosen mit Decken, warmer Kleidung, Schlafsäcken und auch heißen Getränken. Wer möchte, wird von den Helfern mit dem Kältebus in ein Übernachtungslager gebracht und kann dort ohne zu frieren und Angst um sein Leben haben zu müssen, die Nacht verbringen.

 

Oft ist es aber nicht nur eine fehlende Decke, sondern auch eine kleine Geste der Aufmerksamkeit, welche den Obdachlosen fehlt. Ein kurzes Gespräch oder ein kurzer Gruß reichen oft aus, um neuen Mut und neue Kraft zu schöpfen. Denn wer sich schon lange auf Platte befindet, hat außer zu Gleichgesinnten meist keinen Kontakt mehr zu anderen Menschen.

Obdachlos im Winter - Hinschauen und helfen

Während der Sommer noch ganz angenehm zum Platte machen sein kann, bricht spätestens mit dem Herbst die kritische Zeit für Obdachlose an. Die Temperaturen sinken, es regnet immer öfter und ist die Regenzeit dann vorbei dauert es nicht mehr lange, und Väterchen Frost macht den Wohnungslosen einen Strich durch die Rechnung.

 

Selbst wenn wir alle um die Gefahr wissen, welcher sich Obdachlose jede Nacht im Freien aussetzen, schauen wir doch immer wieder gerne auf Seite. Ganz nach dem Motto:

"Was wir nicht sehen ist auch nicht da", ignorieren wir frierende, kranke, hungernde, betrunkene und hilfesuchende Menschen die nicht mehr in der Lage sind, sich aus ihrer Situation selbst zu retten.

 

Sollten wir uns nicht alle schämen, wenn wir mit einen dicken Burger oder einer vollen Einkaufstasche in der Hand an diesen Menschen vorbei laufen? Wissend, dass dort jemand sitzt der vielleicht seit Tagen nichts mehr gegessen hat?

 

Können wir nicht einfach unseren Schal oder unsere Handschuhe ausziehen und an einen Obdachlosen reichen? Schließlich werden wir alle Zuhause einen zweiten Schal und auch ein anderes Paar Handschuhe haben. Und selbst wenn nicht, im Gegensatz zu einem Obdachlosen können wir leicht in das nächste Geschäft gehen und kaufen einfach neue Handschuhe.

Der Kältebus – so helfen Sie den frierenden Obdachlosen

Leider gibt es den Kältebus noch nicht in jeder Region Deutschlands. Sollte der Obdachlose jedoch ohne Schutz im Freien sitzen und zudem nicht mehr ansprechbar sein, dann sollten Sie Hilfe leisten, indem Sie den Notruf 112 oder die Polizei unter 110 wählen.

 

In den größeren Städten können Sie den Kältebus unter den folgenden Rufnummern erreichen. Notieren Sie sich schon vor Ihrem Anruf die Straße und die genaue Position, an der sich der hilfebedürftige Obdachlose befindet.

 

Berlin: 0178/5235838

Düsseldorf: 0157/83505152 (Nachtlinie)

Frankfurt a.M.: 069/431414

Hamburg: 040/401782-15 (Mitternachtsbus, täglich von 20-24 Uhr unterwegs)

Hannover: 0511/9904015

Krefeld: 0163/1452811

Köln: 0221/441026

Mainz: 0172/6128282

Rostock: 0381-697382

Stralsund: 03831/703690

 

Unter der Telefonnummer von Mainz erreichen Sie nicht nur den Kältebus, sondern sind auch gleichzeitig mit einem Info-Notruftelefon verbunden.

 

Der Hamburger Mitternachtsbus fährt täglich insgesamt 20 verschiedene Plätze an und schaut so regelmäßig nach den Obdachlosen.

 

So können Sie selber helfen

Bevor Sie sich über eine Stadt voller Penner aufregen, sollten Sie bedenken, dass Sie selbst vor solch einem Abstieg nicht sicher sind. Möchten Sie dann auch, dass sich die Menschen von Ihnen abwenden und Sie missachten?

 

Sortieren Sie alte aber warme Kleidung aus und geben Sie diese bei der nächsten Obdachlosenhilfe ab. Auch alte Decken, Schlafsäcke oder Schuhe werden dort immer dringend gebraucht.

 

Zudem suchen viele Städte während der Wintermonate leerstehende Häuser, in denen Obdachlose zum Schutz vor der Kälte untergebracht werden können. Haben Sie solch ein Objekt, dann melden Sie sich bei der Stadtverwaltung und helfen Sie, die Zahl der Kältetoten nicht weiter ansteigen zu lassen.

 

AlexandraMuders, am 07.02.2012
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Bildquelle:
Droemer-Verlag ("Wunder muss man selber machen" von Sina Trinkwalder - mehr als ein...)

Autor seit 3 Jahren
86 Seiten
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