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Allergien durch Katzen

Auf der Spur von Fel-d1



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Haustiere sind beliebt. In Deutschland werden Millionen von Katzen, Hunden und anderen Tieren gehalten. Sie dienen als Spielkamerad und Begleiter, sind Freunde und oft auch Therapeuten.

Ein grosses Problem stellen jedoch für viele Tierfreunde Allergien dar. Etwa jeder 20. Deutsche ist gegen Katzenhaare allergisch. Genauer: Mensch reagiert allergisch auf die am Katzenhaar haftenden Rückstände von Speichel, Urin und Talg, die sich mit jeder sanften Luftbewegung in der Umgebung des pelzigen Freundes verteilen und schnell in der gesamten Wohnung sowie der sonstigen Umgebung des Tieres vorzufinden sind.

Soforttyp

Die Allergene der Katze gehören zur Kategorie I, dem sogenannten Soforttyp. Das bedeutet, dass die Symptome der Allergie sofort bzw. binnen der ersten 10 Minuten des Kontaktes auftreten.

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Die allergene Wirkung der Katze geht hauptsächlich von "Fel-d1" aus. So haben Wissenschaftler die Eiweißverbindung genannt, die bei zu Allergien neigenden Menschen zu geröteten Augen, Niesen, Schnupfen und Ausschlag führen kann.

Die Allergene sind leicht und klein (< 5 Mikrometer). Sie setzen sich in Teppichen und Möbeln ebenso fest wie an Wänden, Kleidung, Schuhen und auch im Haar von Katzenhaltern. Katzenbesitzer  verteilen sie somit unbewusst in ihrer gesamten Umgebung. Selbst lange nachdem eine Katze in einem Haushalt abgeschafft wurde, sind die Allergene in der Wohnung noch nachweisbar.

"Fel-d1" wird von jeder Katze in den Speichel- und Analdrüsen sowie den Talgdrüsen der Haut produziert. Weitestgehend unklar ist bisher die Funktion von Fel-d1 bei der Katze. Nach bisherigen
Erkenntnissen soll dieses Protein beispielsweise der Kommunikation von Katzen untereinander dienen, da es Pheromone/Duftstoffe trägt. Das bedeutet auch, dass potente Tiere mehr "Fel-d1" produzieren als kastrierte.

Übrigens: der hormonell gesteuerte Fel-d1-Gehalt ist von Tier zu Tier unterschiedlich hoch, was dazu führt, dass Mensch lange nicht auf jede Katze allergisch reagiert. Die Haarlänge der Katze
spielt bei der Produktion des Allergens keine Rolle.

In einer Abhandlung der US-amerikanischen Akademie für Allergien, Asthma und Immunologie aus dem Jahre 2001 wird darüber hinaus davon gesprochen, dass Allergiker häufiger auf schwarze Katzen reagieren sollen, als auf ihre weißen Artgenossen. Wissenschaftlich bewiesen ist dies indes bisher nicht.

Hoffnung für Allergiker?

Nacktkatzen (Spynx), Rexkatzen (lockiges Fell) und andere als allergenfrei (hypoallergen) oder allergenarm angepriesene Rassen;

Da die Allergene nicht - wie häufig angenommen - durch das Haar der Katze, sondern durch deren Speichel etc. an die Umwelt abgegeben werden ist die Aussage, die Tiere seien hypoallergen schlichweg falsch.

Auch der Speichel dieser Katzenrassen enthält Fel-d1 sowie weitere der bis zu 18 bekannten Nebenallergene der Katze. Die Allergene werden allenfalls - wegen des fehlenden Fells bzw. der Fellbeschaffenheit der Tiere etwas langsamer verteilt.

Wie bereits ausgeführt, ist der "Allergengehalt" einzelner Katzenidividuen allerdings durchaus unterschiedlich. So ist zu erklären, dass der allergiegeplagte Mensch auf die eine Katze allergisch,
auf eine andere jedoch kaum oder gar nicht reagiert.

Designerkatzen

Allergenfreie Züchtungen in USA / Designerkatzen

Seit einigen Jahren werden in den USA von der Fa. Lifestyle Pets, Katzen unter den Bezeichnungen: Allerca GD und Ashera GD gezüchtet, bei denen das Hauptallergen Fel-d1 nicht vorhanden sein soll. Die Katzen sollen statt dessen eine "harmlose Variante" des Proteins besitzen.

Stolzer Preis: Die Designer-Katzen (gezüchtet wird u.a. mit Savannah-Katzen) haben einen stolzen Preis. Ein Tier der Marke Allerca GD kostet dezeit (April 2010) inkl. Versand nach Deutschland 5.950 Euro, eine Katze der Marke Ashera GD gar 22.000 Euro.

Allerdings:
neben Fel-d1 dem Hauptallergen, sind bei der Katze bis zu 18 weitere Nebenallergene bekannt. So wundert es auch nicht, dass die "Herstellerfirma" ihren Käufern eine 14-tägige Probezeit  mit ihren neuen Hausgenossen einräumt, wie man auf deren Internetseite nachlesen kann.

Weitere Infos zu Katzen


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Kommentare

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Marcus_Skupin sagte:
am 10.04.2010
@swaziland; die Frauen können ja schließlich nicht an allem Schuld sein ;)

@inforitter; das Thema Tierliebe in Amerika finde ich sowieso sehr zwiespältig. Wir vielleicht noch mal ein anderer Artikel...


Inforitter sagte:
am 09.04.2010
Erst reissen viele, ach so tierliebe, US-Amerikaner ihren Katzen die Krallen aus, damit die Möbel heil bleiben und jetzt sollen sie auch noch an den Allergien der Menschen schuld sein. Das ist an Absurdität ja nicht mehr zu überbieten, zumal es wohl auch nichts bringen wird. Kürzlich erwähnte in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" (07.04.2010) der Wissenschaftsjournalist Jörg Blech, dass einer Theorie zufolge wir Menschen selber die Ursache sind, weil wir zuwenig Keime (Bakterien, Viren usw) in unserem direkten Umfeld zulassen. Dadurch ist unser Immunsystem unterfordert und „sucht“ sich dann Ziele und wenn es der eigene Körper ist.


swaziland sagte:
am 07.04.2010
Danke für die Aufklärung,
dachte bisher auch immer, die Allergie kommt von den Haaren.
Jetzt weiss ich endlich, warum alles saugen und wienern nichts hilft und einem unserer Freunde immer die Tränen in die Augen schießen, wenn er zu uns kommt.
Liegt also ncht an meiner Frau, sondern an Fel-D1; zum Glück.
Gruß Heinz


Marcus_Skupin sagte:
am 03.04.2010
Hallo Ursula, stimmt das Thema Allergien allgemein nimmt wohl immer mehr zu. "Tierhaarallergien" lassen darüber hinaus dem Patienten keine jahreszeitliche "Ruhepause", wie es ja beispielsweise bei den Pollen der Fall ist. Auch ist ein wirklicher Schutz kaum möglich, da man ihnen niergendwo so richtig entgehen kann. Selbst in der Antarktis sind die Allergene nachweisbar.
Gruß
Marcus


UrsulaOrtmann sagte:
am 02.04.2010
Hallo Marcus, es ist wirklich ein großes Problem mit der Tierhaarallergie. Doch Allergien an sich sind zur heutigen Zeit sehr auf dem Vormarsch, weil das Abwehrsystem allgemein schwächelt. Es ist also ein wertvoller Beitrag, darauf aufmerksam zu machen, wie sich diese Allergien durch Katzen auf den Menschen übertragen, wodurch und wie man sich gegebenen Falls schützen kann.
Vier Sternchen von mir.
Viele Grüße
Ursula


Veröffentlicht: 02. April 2010
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