Lesen und Schulerfolg

Nun hat sich aber gezeigt, dass Kinder, die in ihrer Freizeit viel lesen, gute bis sehr gute Noten in Deutsch haben. Und darin liegt eine wesentliche Voraussetzung für guten Erfolg in der Schule, denn: Kann das Kind sich gut ausdrücken und hat es Verständnis für Sprache, ist ein wichtiger Grundstein gelegt. Verständnis für Grammatik und Rechtschreibung, Erweiterung des Wortschatzes, Kreativität und Fantasie - all dies wird durch Lesen gefördert. Natürlich wird kein Kind durch das Verschlingen von Büchern zum Mathe-Genie, aber Lesen, also das Sich-Befassen mit Texten erleichtert den Zugang zu allen Unterrichtsfächern, in denen Sprache, Kommunikation und Texterfassung im Vordergrund stehen. Dies gilt immer noch, auch in Zeiten von Multimedia.

Wie mache ich mein Kind zum Bücherwurm?

Der schöne Satz "Alles geht - nichts muss" passt auch hier. Der beste Einstieg ist sicherlich das abendliche Vorlesen, das die meisten Kinder lieben und oftmals auch nachdrücklich einfordern. Bücher mit kleinen oder größeren spannenden und kindgerechten Geschichten gibt es in riesiger Auswahl. Schön wäre es, wenn man auch tagsüber etwas Zeit zum Vorlesen finden könnte. Das Vorlesen sollte nicht unterschätzt werden und es sollte auch nicht durch CDs ersetzt werden. Warum? Kommt der Text nämlich als Konserve aus dem CD-Player, gibt man dem Kind ein Signal zum Konsumieren. Liest man jedoch vor, erkennt das Kind den Bezug zum Buch und wird dem Erwachsenen, der (vor)liest, nacheifern wollen. Sobald das Kind selber lesen kann, wird es die abendliche Lektüre nicht mehr missen wollen.

Ideal wäre es natürlich, wenn die Grundschule im Klassenzimmer eine "Mini-Bibliothek" bereitstellt, aus der die Kinder nach eigenem Geschmack Bücher auswählen können. Unter tatkräftiger Mithilfe einiger Eltern und mit gespendeten Büchern müsste sich das doch ganz einfach einrichten lassen. 

Ganz bestimmt sinnvoll und sehr empfehlenswert ist auch der Besuch in der örtlichen Bücherei. Die meisten bieten preisgünstige Familien- oder Jahreskarten an. Einige Büchereien veranstalten inzwischen sogar spezielle Einführungen nur für Kinder. Das Kind sollte die Entscheidung über die Buchauswahl auf jeden Fall selbst treffen dürfen. Niemals Zwang ausüben, damit würde das Gegenteil erreicht.

Bücher oder Multimedia?

Warum das Selber-Lesen so wichtig ist, wurde weiter oben erwähnt. Aber was ist mit eBooks und Co? Schließlich befinden wir uns im Multimedia-Zeitalter, und die meisten Kinder wachsen mit den neuen Medien auf. Ist da das Bücherlesen nicht ein Rückschritt?

Wer Bücher liebt, kann sich die Frage schnell beantworten. Es ist beinahe ein sinnliches Vergnügen, ein Buch in der Hand zu halten, eine Buchauswahl im Regal vor sich zu haben und durch die Seiten zu blättern. 

Aber Kinder sind den neuen Techniken gegenüber sehr aufgeschlossen, und für manche dürfte es ein ganz besonderer Anreiz sein, die Möglichkeiten von eBooks auszuloten. Wenn damit das Ziel, Kinder zum Lesen zu motivieren, erreicht wird, gerät die Frage nach dem Medium in den Hintergrund.

Tatsächlich bedeutet die Freude am Lesen weitaus mehr mehr als gute Noten und Schulerfolg zu erreichen. Sie erschließt neue Welten und öffnet Horizonte, ermöglicht Toleranz und Verständnis. Bücher sind Freunde, sie trösten und helfen, erheitern und stimmen nachdenklich. Und oft sind sie auch ganz einfach Fluchthelfer aus dem Alltag.

Erinnern Sie sich noch? Kinderbuchklassiker!
Die Kinder aus Bullerbü

Fünf Freunde - Wie alles begann: Sammelband 1

Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel; Fünf Freunde auf neuen Abenteuern; Fünf Freunde auf geheimnisvollen Spuren. Drei Bände in einem BandErscheinungsjahr: 2009m. zahlr. Illu...

Die schönsten Abenteuerklassiker für Erstleser: Sonderband

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KittyFox, am 11.04.2012

Kommentare


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ingrid am 03.12.2012

Auch beim Lesen gilt das Vorbild der Erwachsenen.
Wenn Kinder ihre Eltern nie mit einem Buch in der Hand erleben.......
werden sie selber kaum Interesse am Lesen bekommen.
Die Liebe zum Buch wächst mit dem Kind wenn es von klein auf damit umgeben ist....
zuerst das Vorlesen von geliebten Bilderbüchern .....
dann die Freude, selber die Buchstaben entziffern zu können .......
und so kann langsam eine kleine Leseratte heranwachsen....
Kinder lieben es, ihre Eltern nachzuahmen!
Deshalb ihr lieben Eltern ...... schaltet öfter mal die Glotze aus und veranstaltet einen
gemeinsamen Leseabend in der Familie!
Das kann sogar ganz unvermutet Spass machen!!! ;-)

ingrid

KittyFox am 15.08.2012

Hallo cuchulainn,
danke für den Daumen und für deine sehr interessanten Kommentare. Bin ganz deiner Meinung.
LG

cuchulainn am 11.08.2012

Ich bin mir jedenfalls sicher, dass viel mehr Kinder gerne lesen würden, wenn Schule, Eltern usw. ihnen nur ihre Interessen lassen und ihnen nicht die eigenen Maßstäbe aufzwängen wollen würden.

Das Internet empfinde ich auch als wichtiges Medium zum Lesen: Alleine hier auf PageWizz kann man unendlich viel lesen. Ich bin Programmierer - du ahnst gar nicht, wie viel man in diesem Beruf lesen muss, obwohl es ein höchst technischer Beruf ist, bei dem man im ersten Moment glauben mag, dass man nie ein Buch anfasst. Unsere Büros sind voll mit Büchern, die auch viel benutzt werden. Und dann sammeln wir natürlich auch Unmengen INformationen aus dem Internet.

Ich finde es toll, Bücher zu lesen. E-Books werden wohl niemals die "Hardware"-Bücher ersetzen. Aber ich finde, Lesen ist Lesen, egal mit welchem Medium. Hauptsache man lernt es und kann es und tut es.

So, jetzt habe ich viel gelabert und beenden meinen Kommentar an der Stelle ;) Übrigens ein Daumen für dich.

cuchulainn am 11.08.2012

Ganz schlimm sind meine Erfahrungen aus dem Kinergarten: Da gab es eine Leseecke mit Büchern. Aber denkst du, da durfte man als Kind rein? Nein. Nur mit Betreuerin, die das Buch aus dem Schrank nimmt und genau aufpasst, was das Kind da tut. Unter den strengen Augen einer unsympathischen Kindergarten-Betreuerin (die waren in diesem Kindergarten damals alle unsympathisch) hat das Lesen keine Freude gemacht. Und wenn das die ersten Erfahrungen sind, ist es kein Wunder, dass man später keine Freude daran findet. Ich hatte das Glück, dass meine Mutter mir die Liebe zum geschriebenen Wort mitgegeben hat, aber der Kindergarten hat nur abgeschreckt.

Ich finde es auch wichtig, dass die Kinder mehr lesen dürfen, was sie interessiert. Warum soll in der Schule nicht mal ein Text über Fußball gelesen werden, wenn die Schüler sich dafür interessieren? Meine Mutter hat einen Nachhilfeschüler, der ungerne liest. Aber er kann Stunden über Stunden im Internet hängen und alles mögliche über Fußball lesen. Und das merkt er sich auch. Damit kennt er sich aus. Das Kind ist also weder dumm noch uninteressiert am Lesen. In der Schule wird nur nicht gelesen, was ihn interessiert.

Und das ist in meinen Augen einer der Fehler: Wir möchten die Kinder dazu bringen, das gut zu finden, was wir gut finden. Aber in erster Linie ist es wichtig, dass überhaupt gelesen wird. Das "was" ist meiner Meinung nach gar nicht so bedeutend. Auch der berühmte Satz "Lies das nicht. Dafür bist du zu klein!" ist in meinen Augen eine Katastrophe. Wie kann man zu klein sein? Wenn das Kind es nicht versteht, wird es das schon merken. Und vielleicht wird das Interesse ja auch geweckt.

Und was gute Bücher bewirken können, hat man ja bei "Harry Potter" erlebt: Wie viele Kinder, die sonst nie ein Buch angefasst haben, haben alle sieben Bände verschlungen? Und das sind ja nicht gerade kleine Bücher. Natürlich gab es auch Erwachsene, die sich niemals damit beschäftigt haben, die aber dennoch wissen, dass die Bücher nicht anspruchsvoll sind. Es kommt ja Fantasie vor. Mir ist nicht klar, wann Fantasie anspruchslso geworden ist, aber das ist ein anderes Thema.

KittyFox am 12.04.2012

Ich denke, wennn das erste Heft oder Buch, das man in die Finger bekommt, so richtig spannend ist und zum Weiterlesen animiert, sind die Weichen fast schon gestellt. Ist das hingegen langweilig oder anstrengend oder schlimmstenfalls beides, dann kann kaum jemand Freude am Lesen entwickeln.

Efes am 12.04.2012

Im Laufe der Zeit entwickeln sich Gewohnheiten und Vorlieben. Daher ist es zunächst egal, was man liest, warum also nicht auch einen Comic? Ich kann mich erinnern, dass ich selbst als Kind nicht gerne gelesen habe außer ein paar Mickey Maus Hefte undplötzlich verschlang ich Bücher.

LG Efes

KittyFox am 11.04.2012

Danke, Alpha!
Ja genau, Comics sind auch völlig in Ordnung. Hauptsache, die Kids machen die Erfahrung, dass Lesen cool ist und Spaß macht.

AlphaBeta am 11.04.2012

Sehr schöner Artikel. Selbst wenn ein Kind Comics lesen mag, dann soll es die lesen. Wichtig ist der Spaß an der Sache. Ich habe Deinen Artikel verlinkt: http://pagewizz.com/die-olchis/


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