Kinder sind die besten Kaskadenfrager - von Natur aus!

Haben Sie kleine Kinder? Wenn ja, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass Sie Kaskadenfragen bereits kennen und von diesen oftmals schon in den Wahnsinn getrieben worden sind. Lesen Sie folgendes Beispiel einer typisch kindlichen Kaskadenfrage:

Kindliche Kaskadenfrage

Mutter: "Kind, fass nicht auf die Herdplatte!"

Kind: "Warum nicht?"

Mutter: "Weil sie heiß ist!"

Kind: "Warum ist die Herdplatte heiß?"

Mutter: "Weil Strom dafür sorgt, dass sie heiß wird und ich darauf kochen kann!"

Kind: "Wie sorgt der Strom dafür, dass die Herdplatte heiß wird?"

To be continued...

Kinder lieben Kaskadenfragen

Eine Kaskadenfrage besteht also aus mehreren Fragen, welche aufeinander aufbauen und eine vorhergehende Antwort benötigen. Durch Kaskadenfragen ist es möglich, bis zum absoluten Kern eines Problems oder einer Fragestellung durchzudringen und somit komplett zu erfassen.

Fragen Sie, bis es kein "warum", "wie", "wann" oder "wer" mehr zu fragen gibt.

Kaskadenfragen beim Schreiben von Artikeln anwenden

Wenn Sie schon eine Idee für ein Thema haben, dann können Sie mit Kaskadenfragen lernen, das Thema geschickt zu vertiefen. Diese kindliche Art der Kaskadenfragen ist allerdings nur die ganz einfache Form. Die Frage auf obige Aussage, dass das Kind nicht auf die Herdplatte langen soll, hätte nämlich auch anders lauten können. So hätte das Kind fragen können, wer denn sagt, dass es nicht auf die Herdplatte fassen darf oder wo genau es nicht auf die Platte fassen darf.

Verzweigungen

So ist also zu bemerken, dass es auf jede Aussage immer mehrere Antworten geben kann, welche wiederum verschiedene neue Fragestellungen aufwerfen - es entstehen verzweigte Kaskadenfragen. Machen Sie sich diesen Punkt zunutze!

Das folgende Diagramm zeigt auf, wie vielfältig die Möglichkeiten sein können.

Aufbau verzweigter Kaskadenfragen
Diagramm Kaskadenfragen

Diagramm Kaskadenfragen

Das Beste aus Banalitäten heraus holen - ein Beispiel

Nun zeige ich Ihnen einmal ein Beispiel, wie Sie auf eine völlig neue Idee für einen Artikel kommen. Auf meinem Tisch liegt eine Haselnuss. Dies ist die Aussage. Diese Aussage wird nun hinterfragt, also zum Beispiel, warum die Haselnuss dort liegt. Die Antwort ist simpel - ich habe sie dort hingelegt. Aber warum habe ich das getan? Auch darauf gibt es eine einfache Antwort, nämlich dass die Nuss in meiner Hosentasche war und ich die Hose waschen wollte. Es wirft sich wieder eine neue Frage auf, in diesem Fall lege ich den Fokus auf die Nuss und nicht auf die Hose, nämlich warum die Nuss in der Hosentasche war. Die Antwort darauf ist, ich wollte die Eichhörnchen füttern, aber sie waren nicht da. Ja warum um Himmels Willen waren die Viecher nicht da? Die Eichhörnchen waren nicht da, weil es zu heiß war und sie sich deshalb in ihren Kobeln verstecken. So langsam kommen wir der Sache näher! Warum ist es so heiß gewesen? Ich nehme an, weil Sommer ist. Nun bin ich am Ende angekommen, denn zu hinterfragen, warum Sommer ist, macht keinen Sinn. Die Aussage, die sich nun ergeben hat ist: Die Haselnuss liegt auf meinem Tisch, weil Sommer ist!

Fragen macht schlau!

Nun brauchen Sie um diese Aussage herum nur noch Ihren Artikel aufbauen, was Ihnen sicherlich leicht fallen wird, da Sie durch Ihre Fragerei bereits enorm viele Informationen zur Verfügung haben. Zugegeben, das Beispiel mit der Haselnuss ist wirklich sehr einfach gestrickt und manche Fragestellungen erfordern natürlich viel Recherchearbeit, aber Kaskadenfragen sind eine tolle Kreativitätstechnik, um auf neue Ideen zu kommen und bestehende auszubauen.

AlphaBeta, am 20.06.2012

Kommentare


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Graufell am 22.11.2012

Der ist gut.

Joleen am 03.07.2012

Das gefällt mir, vor allem kann man das ja dann auch für eine vertiefte Abschlussarbeit benutzen!
Gut gemacht!!!

die_Optimistin am 25.06.2012

Der Tipp ist wirklich super! :)
LG Irina

Die_Utopische am 24.06.2012

Ein toller Tipp! Aus vielem "Einfachen" lässt sich durchaus einiges an Ideen herausholen. Oftmals macht man ja den Fehler, DAS ultimative Thema zu suchen, was möglicherweise auch noch entsprechend aufwändig aufzubereiten ist. Dabei liegen viele Ideen so nah... Man muss sie nur aktiv finden, wozu diese Kreativitätstechnik sicher eine gute Methode ist.

Natürlich hat man je nach Aussage dann mal mehr, mal weniger Rechercheaufwand. Bei dem ersten Beispiel wäre das bei der Frage "Wie sorgt der Strom dafür, dass die Herdplatte heiß wird?" eindeutig erreicht. Zugleich lernt man bei neuen oder gar außergewöhnlichen Themen auch selbst etwas dazu. Das macht sie für mich oft auch spannender.

LG Karin

Textdompteuse am 20.06.2012

Momentan ist meine Themenliste noch voll und wächst weiter. Aber es ist ein beruhigendes Gefühl zu wissen, notfalls auf diese Technik zurückgreifen zu können.

LG

Efes am 20.06.2012

Dann gebe ich dir einen Daumen, weil ich einen deinen Artikel gelesen habe, weil ich ihn unter neue Seiten gefunden habe, weil ich dort geschaut haben, weil ich mehrere Artikel von dir kenne und gut finde, weil ich selbst Autor bin, weil ich mich bei Pagewizz angemeldet habe, weil ich zufällig auf Pagewizz gestoßen bin, weil ich mit Google uterwegs ware, weil ich im Internet war, weil ich den Computer anhatte, weil Strom vorhanden war, weil ihn der Energieversorger geliefert hat. Jetzt habe ich es: Der Energieversorger ist Schuld an diesem Daumen ;-)

Merlin am 20.06.2012

Komplexe Probleme simplifizieren durch einfache Fragen, führt sehr oft zur Lösung und Erklärung. Bei meiner alten Firma waren die Kernfragen:
Was mach ich eigentlich hier?
Warum ausgerechnet gerade ich?
Wieso kann das nicht ein anderer machen?
Wann ist endlich Feierabend?
Wo ist die Kantine?
Wer kocht Kaffee?
Man muss im Berufsleben halt Prioritäten setzen!
LG Merlin

AlphaBeta am 20.06.2012

Das denke ich doch. Ich finde es äußerst spannend, auf diese Weise herauszufinden, wo eigentlich der Kern der Sache ist. Selbst wenn am Ende vielleicht kein Artikel draus wird, gibt's meistens einen Aha-Effekt.




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179 Seiten
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