Kunstausstellung in den Sandsteinmauern einer alten Mühle

von Krimifreundin

Eine Kunstausstellung in Sandsteinmauern hat besonderes Flair. Das zeigte sich in der Galerie der Obernburger Kochsmühle, als Bild auf Skulptur traf.

Farbintensive Gemälde wirken besonders gut auf Sandstein. Wenn sich dazu noch Skulpturen und Plastiken gesellen und einen Kontrast zu den Bildern bilden, dabei thematisch aber durchaus auf dieselben Inhalte zielen, dann hat das für den Betrachter einen besonderen Reiz. Das zeigte sich in der Ausstellung unter dem Titel "Bild trifft Skulptur", wo Joachim Weissenberger (Obernburg) seine Gemälde und Bernd Müller (Köln) seine Bildhauereien in der Galerie einer ehemaligen Mühle zeigten.

Die Vernissage zur Ausstellung "Bild trifft Skulptur"

Wie sich Kreativität auf verschiedenen Ebenen entwickelt

SkulpturWenn Gemälde in einen Kontext zu Skulpturen und Plastiken gestellt werden, dann ist es eine spannende Angelegenheit. Das zeigte sich in der Ausstellung „Bild trifft Skulptur“, die am 14. April 2012 in der Obernburger Kochsmühle eröffnet wurde. Dort präsentierten Joachim Weissenberger (Gemälde) aus Obernburg und Bernd Müller aus Köln (Plastiken und Skulpturen) ihre Werke, die bis einschließlich 5. Mai in der Kochsmühlen-Galerie in dem Römerstädtchen Obernburg am Main, ganz in der Nähe von Aschaffenburg und Frankfurt am Main, zu sehen waren.

Beide Künstler fanden ihren Zugang zur kreativen Gestaltung auf unterschiedlichen Ebenen. Anders als sonst üblich, wo Kunsthistoriker oder andere Fachkundige Laudationes halten, erfuhren die knapp 100 Gäste in einem Dreiergespräch mehr über die beiden Menschen und deren Profession. In einer Laudatio wäre dies wohl kaum so munter und persönlich abgelaufen. Moderiert von Anne Müller gaben Joachim Weissenberger und Bernd Müller preis, wie sie zu Kunstschaffenden wurden und was sie antreibt, ihre Gedanken und Gefühle künstlerisch umzusetzen:

bildWährend Joachim Weissenberger schon in jungen Jahren seine Neigung zur Kunst entdeckt hatte und immer wieder mal zu Zeichenstift und Pinsel griff, hat Bernd Müller seine künstlerische Ader erst durch Zufall und relativ spät entdeckt. Beide haben gemeinsam, dass sie durch die kreative Betätigung Entspannung von einem anstrengenden Berufsalltag fanden. Während Joachim Weissenberger dies weiterhin tut, nutzte Bernd Müller die Phase seines Ruhestands, um sich voll und ganz der Kunst zu widmen, absolvierte sogar ein Studium, das er mit einem Diplom an der freien Kunstschule in Köln abschloss.

Eine Ausstellung - zwei Künstler

Überbordende Lebendigkeit trifft auf klare Formen.
"Bild trifft Skulptur" - Obernburg trifft Köln. Links Bernd Müller, rechts Joachim Weissenberger.
"Bild trifft Skulptur" - Obernburg trifft Köln. Links Bernd Müller, rechts Joachim Weissenberger.
Ruth Weitz

Über Kunst und Künstler

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Die Kunst, die sich um Menschen dreht

Bisweilen aufrüttelnd, manchmal erheiternd

Obwohl Bildhauerei und Malerei zwei völlig unterschiedliche Kunstformen sind, drehen sich die Werke von Joachim Weissenberger und Bernd Müller um Menschen, um ihre Befindlichkeiten, Stärken und Schwächen. Sozialkritische Aspekte bilden den Schwerpunkt in den Arbeiten von Bernd Müller. Die Botschaft seiner Skulpturen und Plastiken ist auf den ersten Blick erkennbar, wobei er mit Symbolen spielt, sie manchmal aufrüttelnd, manchmal erheiternd in Szene setzt.

NachläuferSo zeigt die Bronzeskulptur „Nachläufer“ einen Mann, dem kopflose Gestalten – aber mit Hut – hinterher trotten und vermittelt dem Betrachter unweigerlich den Gedanken an hirnlose Menschen, die sich bedenkenlos einem populistischen Wortführer anschließen. Seine Skulpturen seien oft in Verbindung mit dem Stil von Käthe Kollwitz gebracht worden, sagte Bernd Müller. Doch sei sein „realistischer Expressionismus“ keine Nachahmung. „Ich möchte die reine Form rüberbringen“, unterstrich er.

DementiaJoachim Weissenberger präsentierte in dr Kochsmühle eine Art Retrospektive seiner künstlerischen Entwicklung, wobei auch filigrane Zeichnungen  und gegenständliche Malerei neben farbenprächtigen Bildern mit bizarren Formen im Sinne des Surrealismus zu sehen waren. Wie er sagte, schöpft er die Themen aus dem täglichen Leben. Die gegenständlichen Bilder hat er laut eigener Aussage im Urlaub gemalt, wo er Zeit und Muße dazu fand. Seine in pralle Farben mit kräftigem Pinselstrich geschaffenen surrealistischen Bilder drücken Erlebnisse und Erfahrungen aus, die sich in seinen Gedanken festgesetzt haben und die er als Ausgleich zu seinen beruflichen Strapazen mit Pinsel und Farbe abarbeitet. Daraus entstehen Bildkompositionen, die dem Betrachter eine intensive und individuelle Auseinandersetzung mit dem Dargestellten abverlangen.

Die rund 100  Arbeiten in der Kunstausstellung ergänzten und beflügelten sich in ihrer Themenstellung, obwohl die Kunstformen völlig unterschiedlich sind. Unterstützt wurde die Kunstschau von der Stadt Obernburg und dem Kulturreferat des Landratsamtes.

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Krimifreundin, am 16.04.2012
 
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Kommentare


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ultimapalabra am 21.04.2012

Wäre ich in der Nähe, würde ich gerne vorbei schauen. Die Bilder sehen interessant aus.

Merlin am 20.04.2012

@Krimifreundin, Ich kenn einen Typen (flüchtig), der richtet Gastronomie-Betriebe
ein. Der hat sich Kunst-Studenten für kleines Geld geholt. Die pinseln im Akkord
ein Bild nach dem andern. Und der vertickt die dann an seine Clientel als Deko.
Da hab ich mir auch eins abgestaubt. Eine wundervolle Öl-Spachtel-Arbeit.
Je nachdem, wie das Licht fällt, meint man am Meer zu sein, mittendrin.
Nur der Maler hatte nicht viel davon.
Viele wirklich gute Künstler haben einen Stundenlohn unter Hartz IV - Niveau.
Ich hab auch nicht wirklich viel bezahlt, aber ich kann es wenigstens schätzen.
LG Merlin

Krimifreundin am 20.04.2012

@Merlin: Deine Frau muss ja eine Wucht sein, wenn sie sich auf einen Stier hieven lässt - auch wenn er ein Ochse ist! Schade, dass das Ordnungsamt dein Vorhaben vereitelt hat! *laut lach*
Natürlich ist es sehr schwer, mit Kunst Geld zu verdienen. Da muss man(n)/frau schon super Kontakte zu Großkopferten haben, bei denen es auf ein paar tausend Euro nicht ankommt und die zusätzlich noch als Sponsoren agieren. Sandsteinklinker und Lava-Steine fürs Verklinkern sind genehmigt! :)
LG v Ruth

Merlin am 19.04.2012

@Krimifreundin, ich bin ja kein Neureicher / Möchtegern wie der W.! Als Altarmer mit Geschmack besorg ich mir roten Sandsteinklinker von der Mosel und Lavasteine aus der Eifel, ich hab da Bekannte.
Und Malen, es ist noch viel schwerer Bilder zu verkaufen als sonst irgendwas.
Wenn du keine Mäzene hast oder Verbindungen in die Oberwelt, dann bleibst du ein armer Schlucker. Irgendjemand muß dich in gewissen Kreisen, die zwar Geld aber kaum eigenen Geschmack haben, wichtig und kaufenswert machen.
Ich war mit meiner Frau sehr oft auf Kunst- und Kunsthandwerkermärkten.
Da gibt es unheimlich viele erstklassige Maler, die kaum etwas an den Kunstkenner(in) bringen.
LG Merlin

Merlin am 19.04.2012

Malen ist für mich zu stressig. Ich hab das mal probiert. Mein Lieblingsmotiv, die
EUROPA auf dem STIER. Als meine Frau endlich barfuss auf dem Ochsen saß,
kam das Ordnungsamt.
LG Merlin

Krimifreundin am 19.04.2012

Vielleicht solltest du zum Pinsel greifen und selbst Bilder malen, Merlin. Dann hättest du was Echtes und könntest außerdem noch einige Kunstwerke verkaufen, um die Kasse zu füllen. Klinker sind übrigens seit der Wulff-Affäre völlig out.

Merlin am 19.04.2012

Schöne Inspiration, ich wollte eine Wand neu verklinkern. Dann wirken meine
(leider nur Nach-Drucke, wegen kronischem Geldmangel) bestimmt auch besser.
LG Merlin

Krimifreundin am 18.04.2012

Wirken genauso gut, Merlin. Selbst Grafiken und Cartoons entwickeln vor dem Sandstein ein regelrechtes Innenleben...

Merlin am 17.04.2012

Weiße Wände hätten selber zuviel Leuchtkraft und würden irritieren.
Ich kann aber nicht sagen, ob Renaissance - oder Rokoko Bilder auch so gut
wirken würden.
LG Merlin

Krimifreundin am 17.04.2012

@Merlin: Du triffst den Nagel wieder mal direkt auf den Kopf. Durch den Naturstein als Kulisse gewinnen die Kunstwerke deutlich mehr Ausdruckskraft als vor einer weißen Wand.
LG v Ruth




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