Loslassen für bessere Zeiten - Teil 1

von Supervisorin

Höhen und Tiefen durchziehen unser Leben. Um nach Rückschlägen, Veränderungen oder den Wendepunkten des Lebens wieder durchzustarten, braucht man viel Kraft und Energie.

Nach den Wendepunkten des Lebens wieder zu besseren Zeiten finden

Loslassen - Dörthe Huth

 

 

Die Wellenbewegungen des Lebens

Höhen und Tiefen durchziehen unser Leben. Wie in einer Wellenbewegung schwappt man auf einmal von oben nach unten und weiß so schnell gar nicht, wie einem geschieht. Wer schon einmal von einer Welle fortgespült wurde, kennt die Kraft, die das Wasser entwickeln kann. Unter Wasser verliert man die Orientierung und die Zeit scheint still zu stehen. Eine Zeit lang muss man die Luft anhalten und sich dem Rhythmus der Wellen hingeben, um den richtigen Moment abzupassen. Doch dann kann man den  Schwung der Wellen zu nutzen, um sich mit ihr an Land spülen zu lassen.
Ähnlich ergeht es uns in Krisenzeiten. Man fühlt sich der Naturgewalt des Lebens ausgeliefert, denn dieses Auf und Ab stellt immer neue Anforderungen an uns. Doch es lohnt sich Kraft und Energie aufbringen, um auch nach schweren Zeiten wieder die schönen Dinge des Lebens wahrnehmen zu können. 

Im seelischen Ausnahmezustand

Mit Lebenskrisen müssen wir uns zu unterschiedlichsten Zeiten und in den unterschiedlichsten Varianten auseinandersetzen. Eine schwere Krankheit, der Tod eines geliebten Menschen oder der Arbeitsplatzverlust sind nur einige Beispiele. Aber auch die Trennung vom Partner, ein Konkurs, ein unerfüllter Kinderwunsch oder eine Fehlgeburt können Menschen in eine tiefe Verzweiflung stürzen.
Eine Krise ist mehr als nur ein Hindernis, ein Problem oder eine Schwierigkeit. Den Ursprungszustand gibt es plötzlich nicht mehr und man kann ihn auch nicht wieder herstellen. Nichts scheint so, wie es einmal war. Das führt zu einer starken Verunsicherung, zu Angst, Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit. Manch einer sieht in der Krise für sich keine echte Zukunftsperspektive mehr. In der Krise befinden wir uns in einem seelischen Ausnahmezustand.
Ursprünglich stammt der Begriff „Krisis“ aus dem Griechischen. Abgeleitet von dem Verb  „krinein“, bedeutet Krise so viel wie entscheiden, eine  Entscheidung treffen. Bildlich gesprochen steht man in einer Krisensituation an einer Weggabelung, an der sich für eine neue Straße entscheiden muss, ohne zu wissen, wohin sie führt.

Die Orientierung wiederfinden

In der Krise sieht man in einer Art Tunnelblick auf das Leben. Man richtet sein Erleben nur noch auf den Schicksalsschlag aus, auf Belastendes und auf das, was man nicht will, was man als schlecht, ungerecht und bedrohlich erlebt. Man will das Unerreichbare erreichen oder wiederhaben, was schon längst fort ist. Körper und Seele stehen in Krisensituationen unter Daueranspannung und sind auf Angst und Bedrohung eingestellt.
Gleichzeitig schränkt man damit jedoch den eigenen Handlungsspielraum stark ein. Deshalb ist es auch so schwierig, wieder aufzustehen, wenn uns das Leben einmal niedergerungen hat. Doch langfristig bleibt nichts so, wie es einmal war. Die Veränderung geschieht einfach und unsere Anpassung ist eine Notwendigkeit.
Man muss sich wieder Orientierung verschaffen und das Steuer des Lebens wieder aktiv übernehmen, um den eigenen Lebensweg in eine bessere Bahn lenken zu können. Am besten geschieht dies durch die Aktivierung unserer Ressourcen. Der Halt, den wir durch andere  Menschen erfahren, der Glaube, die Liebe und die Hoffnung sind wichtige Pfeiler, auf die wir uns stützen können. Nehmen Sie doch einmal ganz bewusst wahr, was an Gutem in Ihrem Leben zu finden ist.

Supervisorin, am 05.08.2011
 
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Kommentare


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Stehlampen-Petra am 06.08.2011

Mir gefällt der Artikel auch sehr gut.
Loslassen ist immer schwierig, aber es stimmt, oft muß man etwas für bessere Zeiten loslassen können. Besser bedeutet für mich, dass ich mit mir selbst wieder in Stück mehr ins Reine gekommen bin.
Den "Tunnelblick" sehe ich als einen schweren Meilenstein an, der es nicht zuläßt sich besser zu fühlen.

LG und einen steilen Daumen, ich freue mich auch auf Teil 2
Petra

Krimifreundin am 06.08.2011

Toller Artikel, passt momentan gut zu meiner aktuellen Situation, wo ich mit mir selbst unzufrieden bin, weil ein paar unangenehme Dinge die positiven verdrängen. Das stimmt mit dem "Tunnelblick" überein, der in dem Beitrag erwähnt ist. Ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung und hebe begeistert den Daumen;-)
LG v Ruth

Supervisorin am 05.08.2011

Vielen Dank für die nette Begrüßung! Ich freue mich, dass der Text euch gefällt. ´Für die ersten Artikel hier auf pagewizz habe ich das Loslassen gewählt, weil ich mich damit ganz viel beschäftige und es tatsächlich nicht immer so einfach ist.
LG und bis bald!

KittyFox am 05.08.2011

Danke für den interessanten Artikel!

Immortelle am 05.08.2011

Toller Artikel, ich stell mir die Problematik besonders hart vor, wenn man zum Beispiel noch für andere Menschen Verantwortung trägt, wie im Beruf eines Supervisors beispielsweise. Auf den nächsten Teil bin ich auch gespannt.
Lg Immortelle

Simon am 05.08.2011

Super geschrieben - Da bin ich sehr gespannt auf den nächsten Teil!
LG und willkommen bei Pagewizz,
Simon

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