Lady Gaga ist ein Kunstprodukt - sagen viele Menschen. Andere wiederum meinen, dass Lady Gaga eine Künstlerin ersten Grades ist. Nimmt man die verkauften Tonträger von Lady Gaga als Maßstab für eine Bewertung, muss man zumindest feststellen, dass Gaga den Geschmack vieler Menschen trifft. Ob nun Lady Gaga ein Kunstprodukt ist oder nicht, kann hier gar nicht beantwortet werden, vielmehr stellt sich die Frage, was Marketing zum Erfolg eines Kümstlers beitragen kann. Gerade das Beispiel Lady Gaga ist besonders dazu geeignet, zumal ihr Auftritt und ihr Verhalten immer wieder für Diskussionen sorgt. Aber im Grunde treffen die folgenden Aussagen auch für andere (weitaus seriösere) Künstler genauso zu. Kaum einer ist heute in der Lage, ohne entsprechendes Marketing im Musikmarkt erfolgreich zu sein.
Marketing am Beispiel Lady Gaga
von renzmarketing
Wie kann ich als UnternehmerIn von Lady Gaga lernen? Welche Marketingstrategien und -maßnahmen sind notwendig um erfolgreich zu sein?
Die Basis
Wenn wir Lady Gaga sehen oder hören, dann ist das das Ergebnis vieler einzelner Maßnahmen, die zu einem gewissen Teil auch aus dem Bereich des Marketings kommen. Bevor ein Künstler, zB hier Lady Gaga, überhaupt erfolgreich werden kann, sollten ein paar grundlegende Voraussetzungen erfüllt werden.
Gut singen wäre zum Beispiel schon ein guter Start, nettes Aussehen erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit. Doch beide Eigenschaften alleine machen – wie uns schon Dieter Bohlen mehrmals mitteilte noch keinen Star. Und ganz Unrecht hat er nicht, wenn man bedenkt, wie viele der Castingshow - Teilnehmer tatsächlich gut singen können und nett aussehen – und es trotzdem nicht schaffen, länger als 5 Minuten erinnert zu werden.
Scheinbar fehlen hier doch noch entscheidende Voraussetzungen. Welche könnten das sein?
Markenaufbau
Kennt jemand Stefani Joanne Angelina Germanotta? Dies hier zu fragen ist angesichts des Titels eher überflüssig, gemeint ist natürlich Lady Gaga. Mittlerweile ist es bekannt, dass die Verwendung eines „Künstlernamens“ eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg ist. Die Bezeichnung „Künstlername“ steht hier eigentlich für „Markenname“. Ähnlich wie bei zB. Nivea, Coca Cola, Mercedes, usw. muss sich jemand darüber Gedanken gemacht haben, wie die Newcomerin Mrs. Germanotta eigentlich besser verkaufbar wird. Die Markenbezeichnung „Lady Gaga“ scheint eine gute Entscheidung gewesen zu sein.
Mehr über das Zustandekommen des Namens (bzw. die offizielle Story) finden Interessierte u.a. bei Wikipedia.
Zur Marke gehört natürlich neben dem Namen noch die Verpackung. Werden üblicherweise Verpackungstechnologen und Designer beauftragt eine schöne Verpackung zu entwickeln, sind es im Showbusiness andere Fachleute, die ein Produkt erst so richtig „hot“ machen.
Es entspricht nicht meiner Mentalität, andere Menschen, auch wenn sie Stars sind, unfair darzustellen, aber ich denke, uns ist allen klar, dass die Hochglanzbilder unserer Stars und VIPs nicht immer der Realität entsprechen. Aber ganz ehrlich, wenn wir ausgehen, versuchen wir ja auch mehr aus uns zu machen. Verpackung und Design sind wesentliche Voraussetzungen für den Erfolg eines Produktes. Denken Sie auch daran, wenn Sie Ihr Produkt verpacken.
Wie führt man eine Marke?
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Positionierung, die Unverwechselbarkeit, Einzigartigkeit
Oder wie es die Fachleute nennen: der USP (ich erspare dem Leser die genauere Definition – Lektüre anbei).
Es ist eine wesentliche Voraussetzung für den Künstler = das Produkt unverwechselbar zu sein, aus der Masse der Anbieter (das sind die anderen Künstler, Produkte) möglichst schnell hervorzustechen, sich abzugrenzen, anders zu sein und sofort wieder erkennbar (wieder erinnert) zu werden.
Bei Lady Gaga wird uns allen sehr schnell einfallen, welch extravagante Kleidungsstücke sie zu tragen pflegt. Unvergesslich das Fleischkostüm bei einer Preisverleihung.
Selbst Menschen wie ich, die nicht unmittelbar zur Zielgruppe von Lady Gaga gehören, haben diese Bilder gesehen und die Diskussion darüber mitverfolgt, ob das Fleisch nun echt war oder nicht. Und bevor man noch die einzelnen Hits kannte, war schon klar: „das ist doch die, mit der komischen Kleidung“.
Die Künstlerin steht also für verschiedene Themenbereiche; ist extravagant, modisch, setzt Trends, fällt auf, ist mutig, ungezähmt, wild – einfach gaga. Wenn es nicht schon geschehen ist, wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis das Wort „gaga“ die Beschreibung für außergewöhnliche Merkmale sein wird, generisch wird, ähnlich tesafilm für Klebebänder.
Die Positionierung des eigenen Produktes, Unternehmens ist eine wesentliche Voraussetzung, um beim Kunden/Konsumenten leicht „kategorisiert“ und damit schnell gefunden zu werden.
Lady Gaga
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Qualität
Marketing ist nicht alles, aber gute Qualität alleine ohne Vermarktungsstrategien hilft sehr oft auch nicht, wie bereits mit Hilfe von Dieter Bohlen oben beschrieben. Sieht man sich den Lady Gaga Lebenslauf an (soweit dieser der Realität entspricht) stellt man fest, dass die Künstlerin schon relativ früh mit Musik begonnen hat, quasi ihre Lehrjahre absolviert hat und zumindest dem Verdacht enthoben ist, ein reines Retorten – Produkt zu sein. Diese Fälle gibt es ja auch und haben zu Zeiten von „Milli Vanilli“ ihren Höhepunkt erreicht. Ausdauer, Einsatz, Verzicht und Professionalität gehören dazu. Übrigens ist das bei klassischen Markenprodukten genau so. Viele der bekannten Produkte gibt es in ihrem Kern bereits viele Jahre, einfach deswegen, weil sie „gut“ sind.
Um also dauerhaft erfolgreich zu sein, kein One Hit Wonder zu werden, bedarf es einer konsequenten Markenpflege. Dazu gehört neben den erwähnten fachlichen Voraussetzungen auch Businesspläne, Finanzierung, Werbung, Promotion, Kundenkontakt, laufende Investitionen in Innovationen, uvm. Verlassen Sie sich nicht auf die gute Qualität Ihres Produktes, denken Sie darüber nach, wie Sie diese Qualität „rüber“ bringen, welche Investitionen und Maßnahmen notwendig sind, um das tolle Produkt an die Frau, an den Mann zu bringen.
Die hier nur ansatzweise besprochenen Marketingaktivitäten am Beispiel Lady Gaga sind im Kern 1:1 auf Ihr eigenes Produkt/Dienstleistung anzuwenden, dann steht Ihrem nächsten Hit nichts mehr im Wege.










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Kommentare
Danke Leseratte, geht mir genauso (bin froh nicht alleine zu sein).
Kann kein "Wizz" vergeben, nur "Like" (vielleicht wird das ja bald umgewandelt, oder ich muss mal Zeit investieren, um mich da sicher auf den aktuellen Stand zu bringen.)
Liebe Grace, sei doch nicht so streng mit der Gaga. Das habe ich doch damit gemeint: was immer Du über die Dame liest oder hörst, kommt eher vom Mangement als von ihr selbst. Und wenn sie angeblich in Blut badet ist das so wie Michael jacksons Sauerstoffzelt und seine Beziehung zu dem klenen Affen. Hauptsache im Gespräch bleiben! :-)
So langsam gehen der Dame anscheinend die guten Ideen aus:
http://de.omg.yahoo.com/blogs/star-ne...
es wird immer blöder. Das glaubt doch kein Mensch mehr.
Hallo Wildcat, danke für den Kommentar; wenn das Produkt nicht passt, hats auch das Marketing schwer.
Lady Gaga ist wirklich ein gutes Beispiel für ein tolles Marketing. So wird ein Star aufgebaut, das läuft! Aber singen kann sie trotzdem gut, jedenfalls was die Elektronik daraus macht. Und tänzerisches Talent hat sie. Sie kann sich auch gut darstellen. Hier passen Marketing und die eigenen Fähigkeiten. Das ist nicht immer so.
Denk mal an Justin Biber und die vermeintliche Vaterschaftsklage.
Ich bin davon überzeugt, dass da das Management "etwas konstruiert" hat, zumindest aber nicht unglücklich über die PR war.
Man muss nicht mal singen können, um ein Star zu werden. ;-) Wer hat Avril Lavine schon mal live gehört? (Die Musik ist gar nicht mal so schlecht, nur trifft sie keinen Ton)
Lady Gaga hat es richtig gemacht: Sie sorgt dafür, immer mit irgendwelchen peinlichen Auftritten in den Schlagzeilen zu landen, läuft nackt rum und so weiter. (ich find das sehr primitiv, echt ist in ihrem Verhalten vermutlich gar nichts mehr)
Ein sehr, sehr gutes Marketinginstrument ist die schlechte Publicity. Das haben schon viele Berühmtheiten genutzt. Es ist ein ganz einfacher aber wirkungsvoller Trick. Eine gute Publicity ist schnell wieder vergessen, aber Skandale und Verrisse ziehen die Leute magisch an. :-)
Danke Peter F. für Deinen Kommentar.
In einem gesättigten Markt benötigt man aber auch "Biss" (Kampfgeist) .
Jedes Prozent Marktanteil muß ich meinem Mitbewerber abjagen. Go West, die große freie Prärie lockt, ist leider nicht mehr.
Ein guter Geschäftsmann ist auch ein guter Beobachter. Und ständige Anpassung ist Pflicht.
"Nichts ist so sicher im Handel, wie der ständige Wandel!"
Es macht immer Freude, Fachartikel zu lesen.
Peter F.