Milchbubi klingt zunächst einmal nach einer Beschimpfung und im weitesten Sinne ist es auch eine. Milchbubis sind unselbständige Muttersöhnen und werden landläufig auch Warmduscher oder - ganz fies - Weichei genannt. Wenn Sie nun so einen Milchbubi Ihr Eigen nennen und sich um ihn kümmern müssen, dann sollten Sie unbedingt diese Pflegeanleitung für Milchbubis lesen.
Milchbubi - Pflege- und Erziehungsanleitung in 7 Schritten
von AlphaBeta
Wenn Sie sich erst mal einen Milchbubi geangelt haben, dann stellen Sie sich sicherlich die Frage, wie diese seltsame Spezies gepflegt und erzogen wird.
1. Ein Milchbubi braucht eine resolute Frau
Damit Ihr geliebter Milchbubi nicht in Selbstmitleid und Depressionen versinkt, müssen Sie ihn regelrecht fordern. Deswegen braucht ein Milchbubi eine resolute, aktive Frau, welche mit beiden Beinen im Leben steht. Lassen Sie sich nicht von seiner Lethargie anstecken, sondern zwingen Sie ihn immer und immer wieder zu Aktivitäten. Dabei ist es völlig egal, welcher Art diese Aktivität ist - wichtig ist nur, dass Milchbubi gefordert wird. Dieser erste Schritt ist zwar nicht leicht, aber unbedingt erforderlich, um das Zusammenleben mit so einem Warmduscher zu ertragen. Gute Übungen dafür sind zum Beispiel, ihn zum einkaufen oder zu einer kleinen, unanstrengenden Aktivität zu motivieren (z.B. atmen, vielleicht sogar sprechen).
2. Die imaginäre Selbständigkeitsphase
Haben Sie Schritt 1 einige Zeit geübt und Ihr Milchbubi zeigt erste Erfolge, können Sie zu Schritt 2 übergehen, welcher auch "imaginäre Selbständigkeitsphase" genannt wird. Fordern Sie ihn immer wieder dazu auf, selbständig zu handeln. Gute Erfolge haben Sie erzielt, wenn Ihr Milchbubi alleine auf Toilette geht oder ab und an alleine seine geliebte Couch verlässt. Zugegeben, es dauert lange, bis Sie dahingehend Erfolge sehen werden, aber es lohnt sich, dran zu bleiben. Versprochen! Am leichtesten geht es, wenn Sie Ihren Milchbubi die gleichen Dinge immer wieder zur gleichen Zeit tun lassen. Nach einiger Zeit wird er die geübten Tätigkeit völlig selbständig zur gewohnten Zeit ausführen.
3. Milchbubi von seiner Mama abnabeln
Jetzt ist es soweit. An diesem Punkt angekommen können Sie beginnen, Ihr Muttersöhnchen von seiner Mama abzunabeln. Dies heißt nicht, dass Sie den Kontakt verbieten, sondern nur einschränken sollten. Um diese schwierige Phase zu überstehen, sollten Sie vorübergehend das Telefon entweder abmelden oder gut verstecken. Alternativ können Sie erwägen, weit weg zu ziehen. Eigentlich ist die Sache ganz einfach. Da Ihr Milchbubi jetzt ganz gut auf Sie hört, gewöhnen Sie ihm an, das Wort "Mama" mit dem Wort "ich" zu ersetzen. Lassen Sie Kontakte zu seiner Mutter nur noch unter Ihrer Aufsicht zu und instruieren Sie den Bubi, jegliche Befehle und Anweisungen seiner Mutter zu ignorieren - schließlich sind Sie jetzt der Boss! Schließen Sie diesen Punkt unbedingt ab, bevor Sie zum nächsten Schritt übergehen, ansonsten droht eine Katastrophe. Erst, wenn Bubi das Wort "Mama" (auch Mutti oder Mutter) vergessen hat, ist er für die nächste Phase bereit.
4. Die echte Selbständigkeitsphase - eine harte Herausforderung
Jetzt kommt es knüppeldicke. Dies Phase der echten Selbständigkeit ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Sammeln Sie im Vorfeld genügend Kraft und Energie, um diese schwierige Zeit zu überstehen. Nun ist nämlich die Zeit gekommen, Ihren Milchbubi herauszufordern und zum selbst denken zu animieren und zu erziehen. Sie stellen das am Besten so an, dass Sie ihn immer wieder nach seiner Meinung fragen. Am Anfang werden Sie nur stumme, verwunderte Blicke ernten. Doch geben Sie nicht auf, sondern stellen Sie zunächst Entscheidungsfragen, welche er nur mit ja oder nein beantworten muss. Sie werden sehen, nach kurzer Zeit wird Milchbubi diese Übung beherrschen. Nach und nach können Sie nun komplexere Fragen stellen, wie zum Beispiel, ob er lieber Würstchen oder Salat zum Abendessen möchte. Wiederholen Sie diese Übungen bitte täglich! Die echte Selbständigkeitsphase haben Sie erfolgreich abgeschlossen, wenn Ihr Milchbubi irgendwann die Worte: "Ich würde gerne..." herausbringt ohne, dass Sie ihn überhaupt gefragt haben. Ich möchte Sie nicht demotivieren, aber diese Phase kann sich über mehrere Jahre erstrecken, manche Milchbubis schließen sie niemals ab.
5. Die Streitphase - für fortgeschrittene Milchbubis
Diese neue Phase wird Ihnen vielleicht nicht so besonders gefallen, aber für das gesunde Leben eines Milchbubis ist sie unerlässlich. Sie wollen ja schließlich auch, dass Ihr Milchbubi glücklich und zufrieden ist, oder?
Die Streitphase klingt schlimmer, als sie ist. Prinzipiell geht es nur darum, Ihren Milchbubi zu Diskussionen zu ermuntern. Spielen Sie die Streitlustige! Geben Sie ihm Widerworte, bis ihm der Kragen platzt und er seine eigene Meinung kundtut. Danach belohnen Sie ihn mit einem Leckerli.
Damit Ihr Milchbubi auch von anderen als solcher erkannt wird, sollten Sie ihn richtig einkleiden!
6. Die Erkennungsphase - Sie sind fast am Ziel
Nach erfolgreichem Abschluss der Streitphase haben Sie die Erziehung Ihres Lieblings fast abgeschlossen. Nur eine Kleinigkeit fehlt noch - Milchbubi muss sich selbst erkennen, finden und wahrnehmen. Befragen Sie ihn nach seinen Träumen und motivieren Sie ihn, diese umzusetzen. Vergessen Sie nicht - Ihr Milchbubi ist zwar gut erzogen, aber eben immer noch ein kleines Weichei, welches bei der geringsten Schwierigkeit aufgeben wird. Sie werden ihn immer und immer wieder zum nächsten Schritt antreiben müssen.
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7. Die Lebensphase
Wenn Sie nun noch keine 100 Jahre alt sind, können Sie nun endlich das Leben mit Ihrem Milchbubi genießen. Zeigen Sie ihm die große, weite Welt und leben Sie einfach. Mit Sicherheit werden immer wieder depressive und apathische Phasen auftreten, welche Sie aber bei einem so gut erzogenem Milchbubi leicht im Keim ersticken können, indem Sie ihn immer wieder liebevoll fordern und fördern.






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Kommentare
Tja, liebe Frauen. Märchenprinzen sind halt rar geworden in der heutigen Zeit.
Aber Frösche küssen soll ab und zu helfen........
Zu spät!! Meinen Milchbubi habe ich zu einem Mann umgezüchtet - und zwar vor mehr als 30 Jahren.
Dennoch zücke ich meinen Daumen. Allein dafür, dass die Nachfolgegenration eine Chance hat durch den Artikel die Umerziehungszeit zu verkürzen. :-D
Tja...was soll ich dazu sagen...was habt ihr aus euch machen lassen?
Was haben die Frauen nur aus uns gemacht:
http://science.orf.at/stories/1699288/
:-D
Ein desorientiertes Weichei hinterließ im web folgende Message:
Meine Mutter sagt, ich darf kein Aggro hören wegen der Lyrics, kein Metal weils zu hart ist und kein Techno, weil man davon dumm wird.
Jetzt höre ich Avril Lavigne und auf einmal kommt meine Schwester in mein Zimmer und fragt "schwul oder was ?"
Ich habe meine Grundausbildung im Dezember/Januar gemacht. Morgens im Gelände aufwachen, mit 10 cm Neuschnee auf dem besch....nen Armee-Schlafsack ist nicht lustig. Seit dem bin ich WARMDUSCHER aus ÜBERZEUGUNG. Und Mutti kocht am besten.
Außerdem ist es gar nicht verkehrt, die mütterlichen Instinkte einer Frau anzusprechen. Geh ich recht in der Annahme, dass es sein könnte, dass ich damit gar nicht so falsch liege? Manchmal stell ich mich extra doof und werd dann ganz lieb umtüttelt. Außerdem ist die Küchentür bei uns immer geschlossen. Ich kann gar nicht hinsehen, wenn meine Frau so hart arbeitet.
LG Merlin
@Martin
wer ist Jana …?
;-)
ich glaub, ich sollte untertauchen...
Jana, ich denke, ich werde Efes und Merlin zusammenrufen, um über die weitere Vorgehensweise zu beraten und eine geeignete Reaktion zu besprechen. Obwohl wir uns wahrscheinlich alle gar nicht angesprochen fühlen (werden).