Scharf reagieren auf Geräusche

Misophonie ist nicht gleich an Phonophobie. Bei Phonophobie handelt es sich um die Furcht vor Geräuschen und bei Misophonie um eine Abneigung gegen manche Geräusche. Misophonie-Kranken können neben Essgeräusche und Atemgeräusche auch sehr scharf reagieren auf Geräusche wie Fingertrommeln, Strömungsgeräusche einer Heizung, Kaugummi kauende Menschen, laufender Wäschetrockner in der Nachbarwohnung oder andere Geräusche von elektrischen Geräten und lispelnden oder pfeifenden Menschen.

Panik

Schwer vorzustellen

Wen man selbst nicht getroffen ist kann man sich schwer vorstellen wenn jemand aggressiv reagiert auf alltägliche und natürliche Geräusche. Aber es ist tatsächlich die gleiche Wut, die auftritt, wenn die Nachbarn bis tief in die Nacht Musik spielen. Es gibt für alle Menschen Geräusche, die sie einfach weniger ertragen können. Wie zum Beispiel das typische Kreidegeräusch auf der Tafel. Aber diese unangenehmen Geräusche schädigen nicht wirklich und sind meistens auch vermeidbar. Doch für einen Gesunden kaum hörbar, kann für einen Misophonie-Kranken schon Qualen auslösen.

Trennung und Scheidung

Die Reaktionen der Betroffenen reichen von heftigem Ärger und Wut bis zu dem überwältigenden Drang zu fliehen. Manche Kranken vermeiden Orte wie Kino, Theater, Zug, oder die Straße. Oft ziehen sie sich zurück und grenzen sich von nahestehenden Personen ab. Menschen mit Misophonie kapseln sich oft von vertrauten Personen ab, was letztlich zu Trennung und Scheidung führen kann. Eine Misophonie-Kranke sagte: "Diese Geräusche machen mich so wahnsinnig. Ich werde immer so aggressiv bei diesen blöden Geräuschen. Das schlimmste Geräusch das es gibt ist, wenn man ein Blatt Papier umdreht. Was muss ich machen?"

Wut

Keine Behandlungsmethode

Für Misophonie gibt es keine, universell anwendbare, und Erfolg versprechende, Behandlungsmethode. Am besten kann ein Misophonie Betroffener bestimmte Orte oder Menschen vermeiden, oder die entsprechenden Geräusche mit Hilfe von Musik nicht mehr hören. Zum Beispiel ein Kopfhörer verwenden. In den USA bekommen Patienten mit dieser Krankheit den Rat, keine Ohrstöpsel zu tragen, sondern Kopfhörer mit Musik.

Rat USA

Grund in jugendlichen Jahren

Die Krankheit Misophonie ist noch wenig bekannt, aber die Erscheinung nicht. Leider werden nicht alle Beschwerden von Ärzten auch erkannt. Oft geht der Grund für die Misophonie zurück, zu den jugendlichen Jahren, meist in der Mitte der Kindheit, und ist ausgelöst durch ein einziges Geräusch.  Zum Beispiel hat ein Vater beim Essen geschlürft.  

 

Rickandie, am 12.01.2013

Kommentare


Marcel am 25.12.2013
So, der Monat ist vorbei und ein richtiges Ergebnis haben wir noch nicht :/ Ich habe in diesem Monat jeden Tag Fluvoxamin eingenommen und habe natürlich auch gemerkt, dass sich meine Stimmung für 5-7 Std. deutlich verbessert hat. Dies war jedoch nur das sekundäre Ziel, welches damit erreicht wurde. Das primäre Ziel war, dass ich es schaffe mit meinen Eltern am Tisch zu sitzen und mit ihnen zu essen. Allgemein kann ich sagen, dass es nicht funktioniert hat. Bis auf ein einziges Mal!!! Ich hab ca. 10 Tage nach der ersten Einnahme tatsächlich ohne Probleme mit meinen Eltern speisen können. Ich habe gemerkt, dass ich einen sehr guten Tag hatte, positiv gestimmt und zudem neugierig darauf war, ob ich es schaffe. Wie gesagt, es gab keine Probleme, jedoch glaube ich, dass es in dieser Situation nicht am Medikament lag, sondern an meinem Willen. Nun hatte ich einen weiteren Termin bei meinem Psychiater und habe ihm genau das erzählt. Er ist der Meinung, dass wir es mit einer etwas höheren Dosis versuchen sollen. Mein nächster Termin ist im Februar. Bis dahin versuche ich es weiter und bin auf das Ergebnis gespannt. LG Marcel
Rosis am 25.12.2013
Wäre auch sehr gespannt, ich möchte Hypnose ausprobieren..
Horchnase am 21.11.2013
@Marcel: Ich bin sehr gespannt auf deinen Bericht. Die Maßnahme klingt jedoch auf den ersten Blick recht heftig... :-(
Marcel am 21.11.2013
Ich bin 19 Jahre alt und lebe nun schon seit ca. 5 Jahren mit der Misophonie. Die ersten Jahre habe ich es einfach über mich ergehen lassen, da mir das Thema schon irgendwie peinlich war. Vor 2 Jahren sprach ich erstmal mit meinen Eltern über das Problem. Natürlich wussten sie auch nicht, was sie damit anfangen sollten und haben es auch verständlicherweise verharmlost. Durch einen Zufall sah meine Mutter eine Doku über die Misophonie im TV und seitdem suchten wir gemeinsam mit meinem Arzt nach einer Lösung - ohne Erfolg. Während meiner Ausbildung besuchte ich ein Internat, wo ich erstmal mit verschieden Drogen experementiert habe. Unter anderem nahm ich sogenannte Magic Mushrooms, deren Wirkstoff Psilocybin heißt. Wie der Name schon verrät, wirkt sich die Substanz auf die Psyche aus. Im August diesen Jahres nahm ich die Mushrooms dann erstmals mit einem Freund in meinem Wohnort und dann passierte etwas sehr merkwürdiges. Als ich Abends nach Hause kam, wirkten die Pilze noch ein wenig und ich konnte zum ersten Mal seit Jahren mit meinen Eltern zusammen in einem Raum sitzen, während sie aßen. Nachdem ich diese außergewöhnliche Situation meinem Hausarzt schilderde, schickte er mich zu einem Psychiater. Nach einigen Gesprächen bin ich nun dabei ein Medikament auszuprobieren (Fluvoxamin). Das ist ein Antidepressivum, welches auch bei Zwangsstörungen eingesetzt wird. Dadurch erhofft sich mein Psychiater, dass eine ähnliche Wirkung wie bei den Mushrooms erzielt wird. Ab Morgen fange ich an das Medikament einzunehmen und werde meine Erfahrungen in ca. einem Monat hier schildern. Ich hoffe, dass ich einigen mit meinem Kommentar weiterhelfen kann. Mir ist bewusst, wie nervig diese Krankheit im Alltag ist und ich hoffe, dass das Medikament nun für positive Ergebnisse sorgt. LG Marcel
Martin am 20.11.2013
Eine psychoanalytische Langzeittherapie war bei mir leider erfolglos. Kopfhörer mit Musik helfen sehr gut, nur kann man die auch nicht bei jeder Gelegenheit tragen. Und es hilft nicht, wenn die Musik zu leise ist, so dass das Geräusch immer noch durchdringt.
Alex am 29.10.2013
Neurologe und Psychater behandeln das.
Nicole am 27.05.2013
Leider helfen oft nur Ohrenstopsel. Auch Musik ist meist Lärm für mich. Schrecklich. Bisher hielt ich mich für hochsensibel... Jetzt ist es eine Krankheit. Egal, wenn es sowieso keine Hilfe gibt.
Paul am 17.05.2013
Bei welchem Arzt kann ich sowas den untersuchen lassen? lg Paul



Bildquelle:
Kerstin Schuster (Gesund werden, gesund bleiben - Krankheiten frühzeitig erkennen und...)

Autor seit 2 Jahren
25 Seiten
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