Die Fertigung der Mokassins war bei den Indianern Frauensache

Die Frauen der nordamerikanischen Ureinwohner fertigten damals ihre Schuhe von Hand aus einem einzigen Stück geräuchertem Wildleder an. Anschließend wurde ein zweites Stück Leder darüber genäht. Dieses zweite Stück nennt sich "Mokassinblatt". Das Räuchern des Leders hatte den Vorteil, dass die Schuhe später, wenn sie einmal nass wurden, nach dem Trocknen nicht steif und brüchig wurden.

Bei den Bergindianern wurde, um die Füße zu schützen, eine weitere Sohle aus Rohleder zugefügt, was auch die Haltbarkeit deutlich verlängerte. Bei den Waldindianern wurde darauf verzichtet, um bei der Jagd das Gefühl in den Füßen nicht zu verlieren.

Wenn die Mokassins, die meist auch auf Vorrat hergestellt wurden, fertig waren, wurden sie noch, meist sehr aufwendig, mit Perlen und Stickereien verfeinert. Hierbei hatte jeder Stamm sein eigenes Muster und auch je nach Anlass variierten die Verzierungen.

"Wer über einen anderen Menschen urteilen will, sollte mindestens vierzehn Tage in dessen Mokassins laufen." Indianisches Sprichwort

Die Mokassins von heute - oft nur noch eine Mokassin Machart

Anfang des 18. Jahrhunderts brachten britische Kolonialisten den Mokassin mit nach Europa. Hier diente er anfangs allerdings nur als Hausschuh.

Um ihn schließlich haltbarer und damit auch alltagstauglich zu machen, wurden nach und nach einige seiner Eigenschaften verändert.

Heutzutage wird der Mokassin beispielsweise oft mit einer zusätzlichen Innensohle, einer sogenannten Brandsohle ausgestattet. Mitunter werden ihm auch ein Schaftfutter und je nachdem sogar ein zusätzlicher Absatz angepasst.

In den meisten Fällen kann man heute gar nicht mehr von einem Mokassin sprechen, sondern vielmehr von einer Mokassin Machart. 

Aber nichtsdestotrotz ist dieser bequeme Schlupfschuh gerade im Sommer ein sehr beliebter Freizeitschuh.

Mokassins werden häufig mit dem "Loafer", auch "Slipper" genannt, verwechselt. Beim Loafer handelt es sich um einen bequemen Halbschuh, der im Gegensatz zum Mokassin tatsächlich einen Absatz hat.

Der Collegeschuh dürfte der bekannteste unter den Loafern sein. Der wird übrigens auch Pennyloafer genannt, weil damals die Collegestudenten angeblich einen Penny als Glücksbringer in den Schuh gesteckt haben.

Einer der ersten Schuhhersteller, der ein Pennyloafermodell auf den Markt brachte, war die amerikanische Firma Sebago.

monros, am 21.01.2012
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Bildquelle:
Amazon (Sebago Schuhe)
Wikimedia Commons, Gemeinfreies Bild (Kilt und Plaid - Geschichte und Tradition schottischer Kleidung)

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