Worum geht es

Dieser Bericht soll nicht die Technik des Opel Ampera unter die Lupe nehmen. Es gibt auch andere gute Gründe, einmal über die Zukunft der Mobilität nachzudenken. 

Welche Konzepte gibt es?
Sind diese zukunftstauglich?
Sind Konzepte wie Hybridtechnik oder reiner elektrischer Antrieb überhaupt alltagstauglich?
Was brauche ich überhaupt?

 

Doch etwas Technik - Was teibt ihn an, den Opel Ampera?

Ganz ohne einen kleinen Exkurs in die Technik des Opel Ampera geht es jedoch nicht. Würden wir hier über ein normales Auto reden, könnten wir uns das vielleicht sparen.

Zum Modell
Der Ampera wird eingeordnet die die Kompaktklasse und hat kein Vorgängermodell, ist also eine Neuentwicklung. Auslieferungsbeginn dieses generell mit 5 Türen ausgestattete Fahrzeug wird Ende November 2011 sein.

Die Technik
Ausgestattet ist der Ampera sowohl mit einem Elektromotor, mit einem benzinbetriebenen Verbrennungsmotor und einem Stromgenerator.
Für die Energieversorgung sind zuständig eine 16 kW fassende Lithium-Ionen-Batterie sowie ein 35 Liter fassender Benzintank. Alles Andere ist gleich, wie bei jedem anderen Pkw auch.

Der Antrieb
Der Vortrieb des Opel Ampera geschieht grundsätzlich immer über den Elektromotor. Bei voll aufgeladenen Batterien ist so eine Reichweite von bis zu 80 Kilometern möglich, wobei 40 Kilometer auf jeden Fall erreicht werden. Diese Reichweite hängt natürlich im Wesentlichen vom Fahrstil und von anderen Randbedingungen, wie z.B. fahren mit Licht, ab. Aus Sicherheits- und Haltbarkeitsgründen wird die Batterie jedoch maximal zu 70 Prozent entleert. Eine Haltbarkeitsdauer von 8 Jahren wird garantiert.
Ist die Batterie erschöpft, wird automatisch der Verbrennungsmotor gestartet. Dieser versorgt dann über den Stromgenerator den Elektromotor weiterhin mit Strom. Dabei läuft der Verbrennungsmotor immer in einer konstanten Drehzahl und damit im optimalen Wirkungsbereich.
Das Fahrzeug wird also immer mit dem Elektromotor angetrieben, wobei die Energiequelle zwischen Batterie (elektrisch) und Verbrennungsmotor (Benzin) variieren kann.

Der Verbrauch
Das, was uns natürlich alle am meisten beschäftigt, ist der Energieverbrauch und damit die Kosten für die Fortbewegung.
Opel geht davon aus, dass etwa 70 Kilometer rein elektrisch gefahren werden können. Dabei wird die Batterie etwa zu 70 Prozent entleert. Das sind von den maximalen 16 kW Batterieladung also etwa 11 kW. Der Preis je kW Strom kostet incl. Mehrwertsteuer ca. 0,22 Euro.
Wenn der Verbrennungsmotor läuft, fließen ca. 4,8 Liter Benzin auf 100 Kilometer durch die Leitungen. Den Preis für einen Liter Benzin kennen wir ja alle zur Genüge.

 

An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass hier nicht die komplette Technik bis ins Detail erläutert und erklärt werden soll.

Das Prinzip

Nach dieser kurzen technischen Einführung werden nun viele sagen: "Doch wieder nur ein Hybrid, mit dem man nicht ohne Benzin fahren kann".

Auf den ersten Blick ist diese Aussage vielleicht sogar richtig - wie gesagt, nur auf den ersten Blick.

Stellen wir uns doch einmal die Frage, wann und wie oft brauche ich mein Fahrzeug und welche Strecken lege ich zurück?

Viele Mitbürger fahren mit dem Auto morgens zur Arbeit und abends wieder zurück nach Hause. Für diese Strecke (hin und zurück) werden durchschnittlich 50 Kilometer benötigt. Das würde bedeuten, dass die Batterien jeden Abend wieder aufgeladen werden können und somit ganz auf den Einsatz von Benzin verzichtet werden kann. Auf diese Weise würden 100 Kilometer ca. 16 kW zu einem Preis von insgesamt 3,52 Euro benötigt. Man kann also völlig ohne Benzin auskommen.

Sollte dennoch eine weitere Reise anstehen, hätte man mit einem rein von Batteriebetrieb abhängigen Fahrzeug schnell schlechte Karten. Nicht beim Opel Ampera. Die 35 Liter Benzin können das Fahrzeug für weitere 500 - 700 Kilometer mit dem notwendigen Strom zur Weiterfahrt versorgen. Dann natürlich nicht mehr zu sagenhaft günstigen 3,52 Euro auf 100 Kilometer, sondern zu etwa 7 - 8 Euro.

Opel hat, wie ich finde, hier ein wirklich gutes Konzept umgesetzt, dass einerseits den 100 %-tigen Antrieb mit Strom ermöglicht, andererseits aber die Reichweite nicht einschränkt für z.B. eine Urlaubsfahrt.

 Natürlich darf man auch nicht verschweigen, dass der Opel Ampera stolze 43.000 Euro in der Basisversion kosten soll. Auch bleibt abzuwarten, wie sich die Batterien bewähren und ob im Falle eines Defekts nicht eine böse Überraschung auf den Fahrzeugbesitzer wartet. Ein weiterer Aspekt wird sein, wie die Strompreise sich entwickeln. Der Gesetzgeber hat zurzeit ja nichts dagegen, dass die Energie nicht mit der sogenannten Mineralölsteuer belegt ist. Gäbe es diese nicht, wäre ein Liter Dieselkraftstoff ebenso teuer, wie ein Liter Heizöl. Wie lange diese Art der "Förderung" Bestand hat, steht noch in den Sternen.

Übrigens. Elektrisch muss man nicht nur 4-rädrig unterwegs sein. Eine Alternative bilden auch Pedelecs. Zugegeben, etwas langsamer, dafür aber besser für die körperliche Fitness.

 

 

Fazit

Ein, wie ich finde, sehr gut gelungenes Konzept, das durchaus die Chance hat, den einen oder anderen Bedenkenträger zu überzeugen. Wir alle müssen über Alternativen nachdenken. Es ist natürlich auch klar, dass Stromerzeugung auch eine Umweltbelastung nach sich zieht. Viel wichtiger ist es jedoch, in den Köpfen ein Umdenken zu bewirken. Wir können es uns nicht länger leisten, mit spritfressenden und lauten Vehikeln durch die Gegend zu fahren, nur den Sounds und des sportlichen Gedankens wegen.

Ich selbst fahre seit 9 Jahren ein erdgasbetriebenes Auto und habe mich oft spöttischen Bemerkungen aussetzen müssen. Runde 12.000 Euro Ersparnis in diesen 9 Jahren machen mich da allerdings sehr gelassen. Und gäbe es keine Zeitgenossen, die Neuem gegenüber aufgeschlossen sind und etwas wagten, säßen wir heute vielleicht immer noch in ein Bärenfell gehüllt vor einem Lagerfeuer, obwohl - auch kein schlechter Gedanke.

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Autor seit 3 Jahren
22 Seiten
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