Danke, Jenny! Wenn wir uns in Konfliktsituationen häufiger mit Schlagfertigkeit als mit Verbalattacken oder gar mit Fäusten begegnen würden, würde es deutlich friedlicher zugehen. Aber viele Menschen haben gar nicht gelernt zu diskutieren.
Sehr schön. Bei den Vertretern an der Haustür fällt mir mein Onkel wieder ein. Dem hat so Einer einen Zettel hingehalten, wo draufstand: "Ich kann nicht sprechen". Mein Onkel sagte nur: "Ich kann nicht lesen." und die Verkaufsverhandlungen waren beendet.
Das folgende Zitat wird Konrad Adenauer zugeschrieben. Er antwortete einmal einem Journalisten auf die Frage: Darf ich rauchen?
Es hat noch keiner versucht.
Interessant, interessant! Doch manchmal bleibt einem bei gewissen unverschämten Zeitgenossen einfach die Spucke weg. Hinterher ärgert man sich, dass man nicht anders und "schlagfertiger" reagiert hat. Aber man kann ja an sich arbeiten. Einen LG
@Jessica: Wenn die rhetorischen Bällchen hin und her fliegen, dann wird auch viel gelacht, was das Betriebsklima erhöht. Ein gutes Beispiel für Schlagfertigkeit. Danke dafür!
Jessica F.
am 10.07.2012
Unser Chef meint, wir würden hier wohl nach dem Robinson Crusoe - Prinzip arbeiten.
"Montags kommen, und dann nur noch auf Freitag warten!" Darauf meinte ein Kollege:
"Solange wir nicht ihre Freitage (Ne..r) sind."
Ich habe eigentlich nie Probleme - mir fällt immer sofort eine Replik ein, bei der ich dann die Lacher auf meiner Seite habe. Ich versuche, meist alles ins Humorvolle oder Lächerliche zu ziehen. Aber eine der besten Antworten gab mein Mann auf die Frage meines Chefs an ihn: "Wie halten Sie es bloß mit dieser Frau aus?". Göttergatte daraufhin: "Aber die schicke ich doch 8 Stunden zu Ihnen zum Austoben!".
@Merlin: Wir könnten unsere Familien zusammenschmeißen und einen Blödel-Club eröffnen! Meine zuweilen bessere Hälfte drückte eben den Wunsch nach einer Abendmahlzeit folgendermaßen aus: "Was ist dir lieber: Ein Schneiderchen zwiebeln oder ein Zwiebelchen schneiden?" ;-)
Nicht nur mein Chef, meine Angetraute ist auch nicht ohne. Fiel mir gerade so ein, weil Scully einen Artikel über Puzzel eingestellt hat.
Hab mal so eine Woche lang jeden Abend gepuzzelt. Als ich dann fertig war, stolz wie Harry, meinte sie: "So schnell ist ja rekordverdächtig, wo doch draufsteht
für 5 - 7 Jahre geeignet." Was die wohl meinte?
@Merlin: Dein Chef scheint ja ein kleiner Humorquirl zu sein. Den würde ich gerne mal kennen lernen und ihm was über Mitarbeitmotivation erzählen. Bezüglich deiner Bewertung des F. A. - Kommentars: Preisverdächtig für den diesjährigen Miesepampel-Award. ;-)
LG v Ruth
@Krimifreundin, unser Chef hat die blöden Antworten erfunden.
Beispiel: "Chef, wie soll ich das schaffen?" Antwort: "Rechts unten draufdrücken!" (Da befindet sich normalerweise das Gaspedal).
Oder: "Ich hab heute länger gebraucht." / "Kenn ich, so einen Wagen hatte ich auch mal."
War schon recht locker. Bei hohem Stress kann man die Situation nicht auch noch verschärfen. Aber das verstehen leider nur wenige.
LG Merlin
@Lieselotte: Ich habe keine passendere Rubrik gefunden und Schlagfertigkeit in den Begriff Ethik eingeordnet, der sich unter Weltanschauung und Religion befindet. Rhetorische Gewandtheit in der zwischenmenschlichen Beziehung zählt für mich zur Ethik. Du hast noch eine treffendere Einordnung gefunden, nämlich Schlagfertigkeit als Gottesgabe, wobei wir jetzt bei der Religion gelandet sind.
Es freut mich, dass dir die Idee mit den vorgefertigten Antworten auf die Frage "Wie geht's?" gefällt. Damit konnte ich schon sehr oft punkten.
LG v Ruth
Schlagfertigkeit unter "Religion und Weltanschauung" hat mich etwas erstaunt, aber wer sie hat, kann sich über so eine von Gott gegebene Gabe und entsprechenden Einsatz in vielfältigen Situationen freuen. Bei mir ist es unterschiedlich. Oft genug fallen mir die tollsten Antworten erst hinterher ein, das Kontern hängt auch von meiner Tagesform ab. Gelegentlich musste ich auch feststellen, dass meine schlagfertig gemeinten Antworten nicht als solche verstanden wurden. Einmal war es sogar für mich insofern unangenehm, weil meine Antwort völlig falsch ausgelegt wurde und ich dann als dumm dastand. Es ist also nicht nur eine Kunst, schlagfertig zu sein, sondern außerdem so zu kontern, dass es eindeutig ist. Für mich in so kurzer Zeit leider nicht immer machbar, weshalb ich es aber nicht sein lasse, zugeflogene rasche Entgegnungen frei zu lassen.
Die Idee, bei routiniertem Fragen nach dem Befinden einen vorbereiteten Zettel zu überreichen, gefällt mir richtig gut. Die meisten würde es doch gar nicht wirklich interessieren, wenn ich auf so eine Frage mit ausführlichen Unglücks- oder Krankheitsklagen antworten würde. Es wird doch immer ein "Danke, gut" vorausgesetzt. So ein Zettel ist ein schöner Fingerzeig.
Einen hab ich aber noch, ein ehemaliger Arbeitskollege hatte sich verspätet.
Seine Ausrede: "Chef, da war ein riesen Stau! Gottseidank hinter mir, sonst wär ich jetzt noch nicht da."
LG Merlin
@Krimifreundin, ich habe ja auch zwei didaktische Vorbilder. Der eine fängt mit Goe.... an, und der andere hatte den Spitznamem Schmidt-Schnauze. Der mit Goe..., wurde 1749 in Frankfurt am Main geboren. Ätsch, reingefallen! Der mit dem Spitznamen war mal Kanzler.
Aber im Ernst, auch die Schlagfertigen haben eine Kommode mit Schubladen, in denen fertige Antworten lagern. Die werden nur bedarfsgerecht abgerufen und notfalls umgemodelt.
LG Merlin
@Merlin: Dass du schlagfertig bist, hat sich mir bereits erschlossen. Ich denke nur an die Europa auf dem Stier als Kunstwerk und deine Ausführungen dazu ;-)
LG v Ruth
@Petra: Der Tipp mit dem abgefahrenen Zug ist klasse und passt prima zur Sammlung der schlagfertigen Antworten - auch in anderen Abwandlungen.
LG v Ruth
Eine tolle Sammlung, liebe Ruth.
Der Teil mit dem Krügerrand gefällt mir besonders gut :-)
Mir kommen die guten Antworten leider erst in den Sinn, wenn der Zug bereits abgefahren ist. "Das macht aber nix, der nächste ist dann vielleicht nicht so voll". So tröstete ich kürzlich eine Frau, der die S-Bahn vor der Nase weggefahren ist.
LG
Petra
Danke, Kerstin! Ein paar Pfunde zu viel zu haben und trotzdem attraktiv zu sein, das ist eher die Regel als die Ausnahme. "Dick" ist ein relativer Begriff. Es ist ein Unterschied, ob man leicht übergewichtig ist oder schon richtig adipös. Wenn man sich geschickt kleidet, kann man viel kaschieren. Wie du schon sagst, es gibt andere Dinge, die zählen, die man sich weder abhungern noch anfressen kann.
LG v Ruth
kreativeschreibfee
am 05.07.2012
Liebe Ruth, herzlichen Dank für die genialen Tipps. Ich bin zwar auch nicht auf den Mund gefallen, allerdings gibt es Situationen, da fehlen selbst mir dir Worte und schlagfertige Antworten. Im Nachhinein fallt mir immer ein, was ich hätte sagen können. Zu spät also, was mich sehr ärgert : (
Vor knapp zwei Jahren war ich noch rank und schlank, nunmehr bin ich dick und finde es nicht schick aber wenigstens besitze ich noch eine Menge Hirn. "Ich bin dick, das kann ich ändern. Dir fehlt Hirn, da ist nichts zu machen" ... muss ich mir unbedingt merken : )
LG Kerstin.
Danke fürs Lob. Das versüßt mir den Tag. Auf die Idee, einen solchen Artikel zu schreiben, bin ich über meine Sprüche des Monats in meiner E-Mail-Signatur gekommen. Im Monat Juli ist Albert Einstein dran: „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ Diese Sprüche erheitern meine E-Mail-Adressaten, oft bekomme ich ein Feedback mit einem thematisch verwandten Zitat. Da hat sich der Begriff Schlagfertigkeit als Eizelle bei mir eingenistet und nach der Befruchtung durch einen Gedankenblitz bin ich nun niedergekommen ;-)
Klasse Artikel. Was Schlagfertigkeit heiß, hat ja angeblich schon CHurchill bewießen: "Mr Churchill, sie sind betrunken." Churchill: "Ja, liebe Frau. Und sie sind hässlich. Aber Morgen bin ICH wieder nüchtern." «
In diesem Sinne Daumen hoch
Efes
Danke, Heike! Mir geht es ähnlich wie dir. Meistens fallen mir schlagfertige Antworten erst hinterher ein, gerade dann, wenn es um eine blöde Anmache geht. Das liegt aber daran, dass eine Blockade entsteht, wenn man Impertinenz begegnet. Die Zettelchen kann ich dir wärmstens empfehlen.
LG v Ruth
Auch mich hast du wunderbar erheitert. Bei mir ist es meistens so, dass mir immer erst zu spät eine schlagfertige Bemerkung einfällt, wenn das Gegenüber schon längst über alle Berge ist. Dann ärgere ich mich. Sollte mir vielleicht auch ein paar Zettel vorbereiten....Herrlich ist auch das Zitat von John Henry Newman. Solche Leute kenne ich...
LG Heike
Ja, liebe Jana, die Zettelwirtschaft ist praktisch, schlagfertig und zeigt dem Gegenüber auf humorige Art, wie platt seine Frage ist. Die Idee stammt allerdings nicht von mir, sondern von meiner zuweilen besseren Hälfte. Ich muss wieder neue Zettel ausdrucken, damit ich sie überreichen kann, wenn mich jemand fragt: "Na, wie geht's?" Ich freue mich, wenn ich dich erheitern konnte :-)
Die Sache mit den Zetteln finde ich witzig. Die Frage, wie es denn geht, ist schon in so fern nervig, weil es die fragenden Personen ja eigentlich gar nicht interessiert.