Kommentare


Jasmin am 20.08.2014
Ich erkenne in der Beschreibung meine Mutter wieder. Seit langem wundere ich mich über sie, über mich. Sie hat sich immer selber als "Einzelgänger" bezeichnet und ist nur ungerne und selten zu Feiern oder Zusammenkünften gegangen. Sie geniesst es einfach nicht und liest lieber ihr Buch. Schmerzhaft ist es, bei so jemandem aufzuwachsen. Wir waren immer anders: Ich habe oft geweint vor Einsamkeit und sie saß hilflos daneben, Während ich verzweifelt kommunizieren, austauschen, Gefühle austauschen wollte, wollte sie nur nebeneinander her leben: nicht allein und doch für sich. Ich habe in der Schule geweint weil ich nicht von den anderen Kindern weg wollte, nach Hause wo meine Mutter eh nur in ihren Büchern versunken war und ich komplett einsam daneben saß. Es war immer sehr still bei uns Zuhause... Jetzt bin ich erwachsen und lange ausgezogen und ich merke, wie anstrengend sie mein Wunsch nach Kontakt findet und wie erleichtert sie ist, wenn ich auflege. Das tut so weh, ich kann das gar nicht in Worte fassen kann. Und es hat keinen Sinn sie deswegen anzusprechen, denn so ist sie halt (ihre Worte) und sie kann nicht anders! Es ist zum verrückt werden. Jeder kann Einzelgänger sein wenn er möchte aber ein Kind ist auf emotionale Zuwendung und Bindung angewiesen ist wie eine Blume auf Wasser.
Pround am 08.06.2014
Ich bin 28Jahre alt und weiblich.Ja ich bin Einzelgänger privat im Job arbeite ich eng mit Kunden und Arbeitskollegen zusammen.Ich bin eine offene Person sehe Kontakte als gute Gesprächspartner.Tausche mich aus und verabschiede mich höflich wieder.Ich bin absolut glücklich damit und liebe es so.Ich werde von niemanden beeinflusst und alles was ich ti tu ich von mir aus.Bin sehr selbstsicher das ist für mich die Definition vom Einzelgänger.Der Artikel sollte den Titel der Einsame tragen!!
markus am 04.11.2013
mein leben hat kein sinn bin 17 jahre alt.habe keine freunde die zu mir stehen warum soll ich leben.
Martin am 02.06.2013
Ich bin und bleibe ein Einzelgänger da ich Angst vor der Gesellschaft und den Mitmenschen habe-bis auf wenige Ausnahmen und keinem lästig Anderen zur Last oder läsitg wreden will.
black-bird85 am 16.04.2013
Das Problem ist doch viel ehr , dass wir uns in bestimmte Aspekte eingliedern Müssen ohne darüber gefragt zu werden und ich glaube irgendwo das dieser Zwang ein Grund dafür ist. schließlich muss man ja für alles bezahlen Selbst wenn man ein eigenes Haus hat mann kann nie wirklich sagen, so jetzt reichts ich nehm mir jetz ne längere Auszeit. ständig wird einem Geld abgezogen und man realisiert, das man von Geburt an mehr oder weniger Gefühlt Versklavt wird das ist vielmehr der Grund warum man in die unsichere Einsamkeit abrutscht die Eltern, geprägt durch Erziehungsmuster, versuchen dich in eine Welt zu bringen die so eigentlich nicht existiert und man selbst spürt das. eben mehr da man von sich aus tendenziel mehr auf sich selbst bezogen ist. was mir einfacher fällt einfach nach den Maximem Leben die mir als wichtig vorschweben, egal ob man dabei reich wird oder nicht. wenn ich das nicht mache fühl ich mich unwohl bei. und manchmal muss man manche Maximen durch Umwege von einer anderen Seite aus kennenlernen um sie gut zu heißen
Denk-mal am 16.09.2012
Hallo Martin, es tut mir leid, dass du eine so schwierige Zeit durchleben musst. Ich hoffe, du findent einen akzeptablen Weg zum Leben. Gruß Denk-mal
Martin am 16.09.2012
Aber wenn diese Odysee meiner jetzigen "Lebenssituation" eines Tages ausgestanden bzw durchgestanden ist und ein Ende gefunden hat, werde ich wohl keine "Kraft mehr haben und dort hingehen wo ich nicht mehr mit Menschen etwas zu tuen haben muß und wirklich ganz für mich alleine sein kann und bleiben werde ................................. Das Ende dieser Odysee ist erreicht- meine Gattin ist nach 4,5 jähriger Krankheit( Alzheimer ) in einem Pflegeheim( geschlossen) heute vor 14 Tagen verstorben - ich habe mit Ihr zusamamen diese Krankheit vom ersten bis zum letzen Tag mit ihr zusammen durchgestanden-täglich- die Trauerfeierlichkeiten habe ich hinter mich gebracht und es bleibt mir nur noch der tägliche Gang zum Friehof bzw Grab. Ja ich bin eng mit einem Ehepaar befreundet und diese Freundschaft ist sehr tief- aber es liegen fast 500km zwischen uns - aber der Wunsch und das Verlangen nach Einsamkeit-Alleine sein wollen - und Einzelgänger-Eigenbrötler zu sein ist größer als nach Gemeinschaft mit Menschen,die ich nur eine gewisse Zeit um mich herum ertragen kann .
Denk-mal am 22.08.2012
Hallo Omar, eine Zuschreibung mit Krankheitswert (sprich: Persönlichkeitsstörung) lässt sich ja nicht absolut prüfen, da es sich um eine menschliche Definition handelt, die in den Diagnose-Handbüchern (DSM/ ICD) festgelegt wird. Und in diesen Diagnose-Handbüchern gibt es eben auch die Diagnose "Schizoide Persönlichkeitsstörung". Wobei nicht jeder Mensch, der schizoide Züge hat, auch die Diagnose schizoide Persönlichkeitsstörung erfüllt. Gruß Denk-mal
Omar am 22.08.2012
Eine Persoenlichkeits"Stoerung" hat der Schizoide nicht !!! Wer ist denn schon gesund auf dieser unbalancierten Welt? Soetwas gibt es doch gar nicht. Dann muessten ja Kierkegaard, Chopin, Rilke, Tolstoi ja die kranksten unter uns sein. Man glaubt etwas sei nicht ganz richtig mit einem, wenn man auf Menschen trifft die sich mit sich selbst nicht beschaeftigen koennen und aeussere Anregungen brauchen. Adieu
Denk-mal am 30.06.2012
Hallo Guido, ich finde es interessant, dass du dich als Einzelgänger empfindest/ bezeichnest, obwohl das, was du über Freundschaften schreibst, in meinen Augen nicht wirklich danach klingt. Aber es gibt ja auch keine objektive, ab wann man Einzelgänger ist, dass empfindet jeder für sich selbst anders.
Guido am 30.06.2012
Ich bin auch Einzelgänger!Empfinde Freundschaften Teils als Streßig, aber auch nur bei Personen die nicht ganz meine Wellenlänge sind. Enge Freundschaftn habe ich immer wieder mal bis mal wieder was dazwischen gerät Heirat Umzug oder so und sich der Kontakt im Sande verläuft, Ich habe immer mal wieder Freunde über Jahre oder Monate aber jeden Tag treffe ich mich auch nicht mit denen da können schon mal zwei drei Wochen dazwischen liegen.Manchmal bin ich nen Jahr alleine,ob ich ein Problem damit habe.Ja und Nein.Ich komme mit jeden im Gespräch der mich Interessiert wo ich merke diese Freundschaft passt und wenn nicht kann ich nix dafür warum sollte man Freundschaften anfangen mit Leuten die man nicht respektieren kann obwohl nur mit Kontakten lernt man mehr passende Freunde kennen es ist halt alles so eine Sache
Denk-mal am 10.04.2012
Hallo Lisa, wenn du so mit dir im reinen bist, ist doch alles super. Und ich wünsche dir, dass dies auch so bleibt, wenn die Last des Studiums bzw. die berufliche Folgebelastungen dich irgendwann nicht mehr ganz so ausfüllen. Es gibt sicher viele Einzelgänger, die mit ihrer Veranlagung sehr gut leben. Aber es gibt eben auch andere, die darunter leiden, nach dem "Warum?" fragen und nach Veränderungsmöglichkeiten suchen. Von diesen haben längst nicht alle, aber doch viele eine schizoide Persönlichkeitsstörung. Und für diese Menschen kann dieser Artikel durchaus eine Initialzündung sein, die das Leben sehr verändert. Deshalb lautet der Titel auch nicht "Dieser Artikel WIRD dein Leben verändern", sondern "Dieser Artikel KANN dein Leben verändern".
Lisa am 10.04.2012
Unter diesem Titel hätte ich mir deutlich mehr erwartet. Ich bin am liebsten mit mir allein, und das genieße ich in vollen Zügen. Ich gehe einem sehr anspruchsvollen Studium nach und kein Mensch würde vermuten, dass ich in meiner Freizeit so wenig Kontakt zu anderen Menschen habe- vermutlich wäre eher das Gegenteil der Fall. Weder habe ich ein Problem mit der Interaktion mit anderen Menschen, noch macht mir meine Veranlagung zu schaffen. Der Text wirft lediglich wiederholt die Frage auf, ob ich damit klar komme. Ja, das tue ich. Und nun?
Denk-mal am 14.11.2011
Hallo Martin, ich denke es ist nicht gut, öffentlich über das Thema Suizid zu schreiben, deshalb möchte ich da hier nicht näher drauf eingehen. Es beruhigt mich ein wenig, dass du über eine "einige Jährchen" entfernte Zukunft schreibst. Ich wünsche dir, dass du einen Weg findest um Ruhe IM Leben zu finden...
Martin am 14.11.2011
Hallo Denk-mal ! Nein das mit der "letzten Ruhe" meinte ich wortwörtlich aber einige Jährchen muß ich noch durchhalten müssen bis alles "überstanden" ist. Ich will in diesen "Forum" nicht schreiben worum es genau geht-weil ich ALLEINE damit fertig werden will und muß bis zum Ende. Den Beitrag schizoide Persönlichkeitsstörung hbae ich mir als PDF-Datei bereitsruntergeladen.Ob ich eine schiziode Persönlichkeitsstörung habe oder nicht weiß ich nicht ist mir aber auch egal und aus der akutuellen SItuation wird es momentan kein Entrinnen sein- da ich tagtäglich damit konfrontiert bin -eben bis zum bitteren Ende. Eine Alternative habe ich nicht denn denn es ist die bittere Realität und es ist ein langsames Sterben und loslassen müssen auf Raten und ich habe mir geschworen diesen Weg bis zum Ende zu begleiten und es es is der Schwerste Weg den ich je gegangen bin und momentan gehe-eben bis zum Tot.
Denk-mal am 14.11.2011
Hallo Martin, ich hoffe, du meinst das mit der "letzten Ruhe" wirklich nur im übertragenen Sinne. Pass gut auf dich auf: Das "Weiterfunktionieren, weil man muss" funktioniert eine ganze Weile, aber nicht ewig. Irgendwann knallt es dann doch richtig. Aber ich finde es gut, dass du schreibst, dass du aus der aktuellen Situation raus willst und du hast wohl auch schon eine Alternative im Hinterkopf. Im Text oben ist eine Webseite zur schizoiden Persönlichkeitsstörung erwähnt. Schau doch dort mal im Bereich "Selbsthilfe" nach den "Interviews", ich glaube, die können für dich hilfreich sein. Ich will damit nicht sagen, dass du eine schizoide Persönlichkeitsstörung hast, aber den Leuten in den Interviews geht es ähnlich wie dir.
Martin am 13.11.2011
Hallo Denk-mal ! Ausgebrannt bin ich schon lange-und ich funktuniere weil ich muß,in meiner jetzigen "Lebenssituation". Aber die Zeit wo ich für mich ganz alleine bin und auch sein will.kann ich Kraft für den nächsten Tag "tanken"und genieße die absulute Ruhe. Ja es kostest mich viel Kraft mit Menschen reden,verhandeln,sprechen zu müssen,Stellung beziehen zumüssen,sich rechtfertigen zu müßen,etc. Aber wenn diese Odysee meiner jetzigen "Lebenssituation" eines Tages ausgestanden bzw durchgestanden ist und ein Ende gefunden hat, werde ich wohl keine "Kraft mehr haben und dort hingehen wo ich nicht mehr mit Menschen etwas zu tuen haben muß und wirklich ganz für mich alleine sein kann und bleiben werde und endlich meine"letzte" Ruhe finde-
Denk-mal am 13.11.2011
Puh... das finde ich hart. Du wirst vermutlich tagsüber deine wahren Bedürfnisse hinter einer Fassade verbergen müssen, was viel Kraft kostet. Ich drücke dir die Daumen, dass du in den Momenten alleine stets genug Ruhe findest und Kraft tanken kannst, damit du nicht ausbrennst
Martin am 12.11.2011
Ja ich bin Einzelgänger,Eigenbrötler und in gewissen Maße Menschenscheu. Da ich aus persönlichen,privaten und Situallen Gründen leider tagsüber und in meiner jetzigen "Lebensituation" mit vielen Menschen reden bzw regeln muß ist es gegen meine Natur zu handeln - und ich bin froh Abends ,an den Wochenenden, momentanen Urlaub ALLEINE zu sein und nicht reden u müßen. Die 1-2 Kontakte die ich habe ,halte ich auf Sparflamme und auch wenn ich alleine in der Wohnung bin läuft bei weder Radio noch TV und genieße die absolute Ruhe und Abgeschiedenheit. Wenn ich könnte wie ich wollte würde icj mich hinter dicken Mauern verschanzen und leben wie ein Iremiet
Denk-mal am 09.03.2011
Hallo Peter, natürlich brauchen die meisten Einzelgänger KEINE Hilfe. Es ist sicher völlig ok ein einzelgängerisches Leben zu führen, wenn man sich dazu entscheidet und daraus kein Leidensdruck entsteht. Es gibt aber auch Menschen, bei denen ist das Einzelgängertum Ausdruck einer psychischen Störung, die anfangs ohne Leidensdruck bleibt, im Laufe der Jahre aber ganz erheblichen Leidensdruck und auch Folgeprobleme wie Depression, Angststörungen und Erwerbsunfähigkeit hervorruft. Und für diese Menschen ist es wichtig, möglichst frühzeitig zu erkennen, dass da etwas im Argen liegt. Etwas, das Veränderungen notwendig macht, die man oft nicht allein schafft, sondern zu denen man Unterstützung braucht. Das Tückische dabei ist: Auch diese Menschen sind mit Ihrem Einzelgängertum anfangs zufrieden, wollen nichts ändern.
Peter am 09.03.2011
Wozu sollten Einzelgänger Hilfe benötigen? Ist doch wieder nur so ein, Du mußt Dich an die Masse anpassen, Gewäsch. Muß ich nicht, will ich nicht. Es gibt auch jede Menge zufriedene und glückliche einzelgänger. Kann man z.B. im http://www.einzelgaengerforum.de finden. Die brauchen mehrheitlich auch keine Gesellschaft.
schmiddey am 10.01.2011
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Denk-mal am 28.12.2010
vielen Dank für deine guten Wünsche:-)
UrsulaOrtmann am 28.12.2010
Das ist Klasse, ich dachte mir schon, dass bei Dir irgendeine Art Kontakt-Therapie hilfreich ist. Wenn es denn körperliche Bewegung und Aktion und der unmittelbare Kontakt mit Erde (Garten) ist und es Dir gut tut, dann mach da weiter. Jeder braucht im Fall von schizoider Störung seine eigene individuelle Ausgleichs-Methodik- und Praxis. Auf jeden Fall ist Alles gut, was Erleichterung bringt. Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg dabei in Dein eigenes Gleichgewicht zu kommen. LG Ursula
Denk-mal am 27.12.2010
Instrumente und Tanzen hab ich in Therapien schon erfolglos probiert. auch andere kreative Techniken. Was bei mir gut funktioniert ist Sport und Gartenarbeit:-)
UrsulaOrtmann am 27.12.2010
Dann geht es bei Dir wohl darum, das Du genau für Dich herausfindest, was du fühlst, nicht was Du denkst, oder wie Du instinktiv reagierst. Es geht um Gefühle, nicht um Emotionen. Ein Gefühl für Etwas aufzubauen. Ein Instrument könnte dir dabei helfen oder Musik im Allgemeinen, da könntest Du eventuell selbst mal für Dich forschen, was Dich davon anspricht und was nicht. Ein Instrument wäre denke ich schon gut. Vielleicht eine Trommel, um Blockaden zu lösen ? Ich habe mit Trommelkursen schon wahre Wunder erlebt. Auch das Training des Tastsinns ist oft hilfreich, um die eigene Gefühlswelt wieder leben und unnötige Ängste verschwinden zu lassen. Überhaupt ist die Konzentration auf die eigenen Sinne hilfreich bei schizoiden Persönlichkeitsstörungen, weil man dann weniger neben sich steht. LG Ursula
Denk-mal am 27.12.2010
Danke für die Links:-) Es ist so, dass so ziemlich jeder soziale Kontakt für mich anstrengend ist und ich dann früher oder später erschöpft bin. Ich habe mir eine - wie man mir sagt - weit überdurchschnittliche Sozialkompetenz antrainiert, aber es ist anstrengend, diese einzusetzen, weil sie eben nicht authentisch ist.
UrsulaOrtmann am 27.12.2010
Danke für Deine Antwort. Aus Deinem Beitrag geht nicht eindeutig hervor, Wer oder Was jeweils der Auslöser für die Flucht in die Abgrenzung ist. Ist es nur Nähe oder sind es die Anforderungen, welche die Gesellschaft an Dich stellt ? Wichtig erscheint mir, dass du herausfindest, was Du jetzt im Einzelnen an Ausdrucksformen und Reaktionen nicht vertragen kannst und was davon bei Dir jeweils welchen Zustand hervorruft. Unter nachfolgenden Links kannst Du versuchen über Dein eigenes ganz spezielles Muster mehr Informationen zu erhalten, um zumindest im Umgang mit dir selbst ein wenig Erleichterung zu erfahren. * http://www.schizoide-persönlichkeitsstörung.de * http://www.psychoanalyse-laienforum.de/VortrNotiz_WS0809_SchizoideStruktur.htm * http://www.psychosoziale-gesundheit.net/seele/schizoid.html * http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/schizoid.html LG Ursula
Denk-mal am 27.12.2010
Hallo Ursula, ich finde dein Posting sehr hilfreich! Zum einen weil es die Besonderheiten bei Einzelgängern mit schizoider Persönlichkeitsstörung besser beschreibt, als mein Artikel. Zum anderen weil er deutlich macht, dass auch andere Varianten/ Motive des Einzelgängertums mittelfristig zu erheblichen Problemen führen können. Ich weiß ja aus eigener Erfahrung wie wichtig, aber auch wie schwierig es ist, da rechtzeitig gegenzusteuern und ein Maß an sozialen Kontakten aufrecht zu halten, das nicht überfordert, aber auch den tatsächlichen "individuellen Mindestbedarf" an Kontakt deckt. Vielleicht hilft ja dieser Artikel und die Kommentare dabei, den einen oder die andere zum Nachdenken zu bewegen:-)
UrsulaOrtmann am 26.12.2010
Ich bin zwar kein Einzelgänger, weil ich die Gesellschaft guter Gesprächspartner und auch Freundschaften sehr schätze, aber ich habe von Berufs wegen öfters mal mit Einzelgängern zu tun. Dabei habe ich festgestellt, dass es da mehrere Kategorien gibt. Der schizoide Typ ist, wie Du es schon erklärt hast durch Gesellschaft oder gesellschaftliche Kontakte meist sehr schnell überfordert. Dieses Defizit, wird in der Psychotherapie mit Mangel im eigenen Selbstbild und nicht erfolgter Einbindung der eigenen Gefühle und Reaktionen in das Selbe grob umrissen. Dieser innere Mangel führt zu Überforderung und früher oder später in die Isolation (Abgrenzung). Das freiwillig gewählte Einzelgängertum wiederum, welches Freiheit und Unabhängigkeit zum Ziel hat , gründet oft genau auf dem Gegenteil, nämlich etwas vom eigenen Selbst abgeben zu müssen, das führt oft zu Egoismus und übergroßer Selbstbezogenheit. Diese Menschen brauchen ständig sehr viel Akzeptanz und auch Bewunderung und überzogenen Erwartungen an Andere. Bleibt dieses aus, zieht man sich in eine Art Schneckenhaus zurück, um die eigene Individualität durch meist eingebildete Bedrohungen von außen zu schützen. Dabei gibt es Persönlichkeiten welche zunächst freundlich erscheinen, aber bei der geringsten Kritik schnell beleidigt reagieren. Andere wiederum leben ihre Individualität dahingehend aus, dass sie von ihren Eigenheiten, Gewohnheiten, Ticks und Ähnlichem nicht zu Gunsten von Freundschaften oder gesellschaftlichen Kontakten lassen wollen und hierfür ständig Toleranz einfordern und Kontakte oder Empathie nur dort zu geben vermögen, wo diese Toleranz vorhanden ist oder wo man ihnen wegen ihres Lebensstils Bewunderung und Akzeptanz entgegen bringt. Es gibt bei allen Typisierungen noch einige sehr vielschichtige Variationen im Ausdruck. Doch bei allen ist gleich, dass man sich von Anderen um jeden Preis unterscheiden und auch abheben will, was bei der schizoiden Persönlichkeitsstörung fehlt, dieser Typ braucht einfach seine Abgeschiedenheit, weil er sonst schnell unter Stress bedingten Belastungsstörungen leidet. Ich habe aber bei Typen aus dem einzelgängerischen Bereich schon einige erlebt, die irgendwann begannen unter ihrer Selbstbezogenheit und ihrem so vehement verteidigtem Individualismus zu leiden. Von Natur aus ist der Mensch ein Herdentier und Individualismus dient dabei eigentlich nur der Unterscheidung vom jeweils Anderem, aber nicht der Unabhängigkeit davon, da wir nun mal auf irgendeine Weise immer von etwas oder irgend einem Anderen abhängig sind, auch wenn wir uns das nicht gerne eingestehen wollen. LG Ursula
Denk-mal am 26.12.2010
Ja, es fällt mir manchmal schwer, mich kurz zu fassen, vor allem, wenn mir ein Thema am Herzen liegt: Ich bin selbst "Einzelgänger" bzw. habe eine schizoide Persönlichkeitsstörung. Und ich finde eine ausführliche und auch kontroverse Diskussion hier im Thread durchaus hilfreich, weil sie die verschiedenen Sichtweisen auf das gleiche Phänomen deutlich macht:-) Bei mir ist es - wie bei den meisten schizoiden Menschen - nicht so, dass ich unter Vereinsamung leide bzw. mich einsam fühle. Und - wie bei den meisten schizoiden Menschen - sind es nicht Depressionen, die mich in die Isolation führen. Ich habe nur ein geringes Bedürfnis nach sozialen Kontakten, pflege deshalb auch nur wenige Bekanntschaften und leide darunter nicht unmittelbar. Aber im Laufe der Jahre - ich bin jetzt Mitte 40 - sind eben doch Folgeprobleme entstanden. Soziale Kontakte strengen mich immer mehr an und weil ich überwiegend sehr zurückgezogen leben, bin ich auch nicht wirklich geschickt im zwischenmenschlichen Umgang. Und dies führte bei mir zu BurnOut-Problemen, längerer Arbeitsunfähigkeit und Depression. Ich habe mit Anfang 30 begonnen, in Krisenzeiten psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies war früh genug um zu lernen, mich einigermaßen mit meinen Besonderheiten einzurichten. Aber es war auch so spät, dass viele Teilprobleme bereits chronifiziert und somit kaum noch zu ändern sind. Es ist wichtig, früh mit der Psychotherapie zu beginnen, doch die meisten Betroffenen verspüren - wie ich - lange keinen Leidensdruck und nehmen deshalb keine professionelle Hilfe in Anspruch. Sie sehen sich als Einzelgänger, die zwar nicht der Norm entsprechen, aber damit insgesamt gut zurecht kommen. Der Leidensdruck und somit der Therapiewunsch kommt oft erst sehr spät. Ich hoffe, mit meinen Artikeln den ein oder anderen dazu bewegen zu können, vielleicht doch frühzeitig Hilfe zu suchen. Dazu schreibe ich auch Artikel zur schizoiden Persönlichkeitsstörung, aber die werden fast nur von Menschen gelesen, die diese Diagnose und auch Therapieerfahrung bereits haben. So stellte ich mir die Frage, wie ich die anderen Betroffenen erreichen und auf das Thema aufmerksam machen kann. Da die meisten Betroffenen, die keine entsprechende Diagnose haben, sich selbst als Einzelgänger sehen, habe ich diesen Begriff als Aufhänger für diesen Artikel genutzt:-) Ach ja: Um noch mal deutlich zu machen, dass ich nicht jeden Einzelgänger für psychisch gestört halte, hier mal meine Sicht auf den Punkt gebracht: Nicht jeder Einzelgänger hat eine schizoide Persönlichkeitsstörung! Aber (fast) jeder Mensch mit schizoider Persönlichkeitsstörung lebt als Einzelgänger!
Grace am 26.12.2010
Hallo Denk-mal, der Kommentar ist ja fast länger als der Artikel - da könntest Du gleich einen 2. Artikel daraus machen. :) Ich finde den Begriff "Einzelgänger" in dem Zusammenhang mit deinen Ausführungen nicht ganz treffend. Du meinst vermutlich eher "Vereinsamung" oder eine ernste Depression, die zu "Isolation" führt. Viele Einzelgänger sind doch eher freiheitsliebende, unabhängige Menschen die ihre Individualität leben und genießen wollen. Für deinen Artikel fände ich den Begriff "Isolation" treffender. Natürlich bin ich kein Dr. Freud - ( schmunzel) - das sind lediglich meine Eindrücke. LG
Denk-mal am 26.12.2010
Hallo Zusammen, ich habe schon geahnt, dass dieser Artikel Protest erzeugen wird. Im Artikel steht zwar, dass nicht jede Variante des Einzelgängertums problematisch ist, aber vielleicht hätte ich diese Unterscheidung noch mehr hervorheben sollen. Ich werde den Text bei Gelegenheit sicher noch mal überarbeiten. Ich versuche, meine Sicht hier noch einmal etwas deutlicher darzustellen: Ich finde weder schlimm noch problematisch, wenn man tendenziell als Einzelgänger unterwegs ist. Entscheidend ist, ob aus dem Einzelgängertum Leidensdruck entsteht. Es gibt Einzelgänger, die nur ein geringes Bedürfnis an sozialen Kontakten haben, aber durchaus in der Lage sind, alltägliche Kontakte (z. B. Einkaufen, Berufsleben) zu pflegen. Diese Einzelgänger haben auch noch ein gewisses Maß an freundschaftlichen und verwandtschaftlichen Kontakten. Und ich denke, diese Art des Einzelgängertums ist unproblematisch, führt nicht zu einem besonderen Leidensdruck. Andere Einzelgänger hatten in jungen Jahren durchaus ein Bedürfnis als sozialen Kontakten und haben diese auch gelebt. In der Folge haben diese Einzelgänger - wie jeder andere Mensch auch - erlebt, dass zwischenmenschliche Kontakte oft auch mit Enttäuschungen, Betrug, Lügen und anderen Schattenseiten verbunden sind. Doch während die meisten Menschen diese Schattenseite des menschlichen Miteinanders als Lebensrisiko akzeptieren und sich weiter auch soziale Kontakte einlassen, schützen sich manche Menschen vor erneuten Enttäuschungen, in dem sie soziale Kontakte vermeiden. Dies ist ein so genanntes Vermeidungsverhalten, dass sich selbst zu bestätigen scheint: Den wer allein bleibt, wird tatsächlich von erneuten Enttäuschungen verschont - dies kann im Laufe der Zeit bis hin zu einer weitgehenden sozialen Isolation führen. Obwohl diese Art Einzelgänger über Jahre ohne Leidensdruck lebt, stellt sich dieser früher oder später ein: Schließlich bleibt hier das eigentliche Bedürfnis nach zwischenmenschlichen Kontakten unbefriedigt, woraus langfristig Folgesymptome entstehen, typisch sind z. B. Depression, Angststörungen und Suchtverhalten. Eine dritte Variante von Einzelgängern - die ich im oben genannten Text skizziert habe, neigt von klein auf zum Einzelgängertum und zeigt die im Text genannten "Symptome". Oft liegt dann eine schizoide Persönlichkeitsstörung vor und auch hier entstehen erst nach vielen Jahren Folgeprobleme, wie z. B. Depression, Angststörung. Viele dieser Menschen sind anfangs beruflich erfolgreich, schaffen aber irgendwann die im Berufsleben kaum zu vermeidenden zwischenmenschlichen Kontakte icht mehr. Bleibt die Grundproblematik unerkannt, werden Depression und Angststörung erfolglos behandelt, aber es stellt sich eben keine Arbeitsfähigkeit mehr ein. Viele der Betroffenen werden so zu Langzeitarbeitslosen und rutschen ab in den Bezug von Arbeitslosengeld 2 oder in eine Erwerbsunfähigkeitsrente. Dabei ist dies durchaus vermeidbar: Es geht nicht darum, aus einem Einzelgänger einen Partylöwen zu machen. Aber wer früh genug erkennt, dass die eigene Art des Einzelgängertums eben nicht unproblematisch ist, irgendwann zu Problemen führt, der kann gegensteuern. Kann z. B. seine Arbeitsfähigkeit durch einen Wechsel in einen passenderen Beruf schützen, kann sich aktiv um ein gewisses Maß an Sozialkontakten bemühen, um eine weitgehende soziale Isolation zu vermeiden. Dazu ist ggf. eine längere Psychotherapie erforderlich. Viele der Menschen mit schizoider Persönlichkeitsstörung pflegen jahrelang das Selbstbild des Einzelgängers ohne auch nur zu ahnen, was da mittelfristig auf sie zu kommt. Es gibt im Internet diverse Communities, in denen sich Einzelgänger gegenseitig darin bestärken, dass mit ihnen eigentlich alles ok ist. Und bei manchen ist auch wirklich alles ok! Aber längst nicht bei allen... Und diese Menschen hoffe ich mit meinem Artikel zu erreichen
Grace am 26.12.2010
Da muss ich write-x zustimmen, es ist keinesfalls schlimm, ein Einzelgänger zu sein. Ich bin größtenteils freiwillig eine Einzelgängerin, was nicht bedeuten soll, dass ich keinen Kontakt zu anderen ( sympatischen) Menschen pflege. Ich glaube, dieser Text spricht eher Menschen an, die sich sehr einsam fühlen. Vielleicht ist der Begriff "Einzelgänger" etwas irritierend.
write-x am 26.12.2010
Dein Artikel klingt so, als sei es schlimm, ein Einzelgänger zu sein - zumindest in dem Sinne, dass du mit diesem Text versuchst, Personen zum Umdenken zu bewegen. Ich muss sagen, dass ich zu 90% ein (gezwungenermaßen) Einzelgänger bin - das hat unterschiedliche Gründe. Wenn man im Leben mehrfach feststellt, dass man keinem Menschen mehr trauen kann, weil sie einen stetig ausnutzen wollen, ist es viel besser, ein Einzelgänger zu sein. Zumal ich mich in meinem Falle nicht verbiegen lasse. Ich finds gut, ein Original zu sein. Und ganz sicher leide ich auch nicht an einer schizoiden Persönlichkeitsstörung oder sonst irgendetwas - schließlich kann ich mich ja auch entsprechend den Situationen anpassen. Doch viel wichtiger ist, dass man immer man selbst dabei bleibt. Einzelgänger waren, sind und werden immer die treibende Kraft sein - nur wer gegen den Strom schwimmt, wird für Veränderungen sorgen. Gruppenbildung kommt immer nur zustande, wenn man sich gegenseitig in die Tasche lügt und sich bei anderen einschleimt. Soetwas nennt man auch blindes Vertrauen. Und zum Einzelgänger wird man gemacht, wenn andere neidisch auf ein Original sind. Auch darüber sollte man mal nachdenken. Aber ich persönlich bin froh ein Einzelgänger zu sein, denn es bestätigt meine Erkenntnisse über die Psyche des Menschen, das Leben, das Sein. Gruß write-x