Die Symptome

Menschen mit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung sind erfüllt von Misstrauen. Dieses Misstrauen richtet sich grundsätzlich nicht nur an fremde Menschen, sondern an alle Mitmenschen. Dies können Freunde oder auch Familienangehörige sein. Es muss keinen hinreichenden Grund geben, um sich ausgenutzt oder geschädigt zu fühlen - anstelle dessen ist das Gefühl ein alltäglicher unerklärlicher Begleiter. Vertrauen gegenüber den Freunden, der Familie oder dem Partner ist nur in seltenen Fällen vorzufinden. Sollte Vertrauen vorhanden sein, beschränkt sich dieses oft nur auf einen einzelnen Menschen. Wobei Menschen, die an einer paranoiden Persönlichkeitsstörung in der Regel überhaupt kein (andauerndes) Vertrauen aufbringen können. 

Die paranoide Persönlichkeitsstörung treibt den Betroffenen oft in eine Enge, in welcher alle Handlungen und Äußerungen als Angriff angenommen werden. Diesbezüglich kommt es zu wütenden und teils aggressiven Verhaltensweisen, die für den Außenstehenden nicht nachvollziehbar sind. Des Weiteren führt die paranoide Persönlichkeitsstörung dazu, dass Betroffene sich keine eigenen Fehler eingestehen können und selbst begangene Fehler auf den Schultern anderer austragen. Wird die paranoide Persönlichkeit in irgendeiner Hinsicht gekränkt, führt dies in der Regel zu einer langen Zeit der Nachtragung bis hin zu einer nie stattfindenden Verzeihung.

Bildquellenangabe: Uta Herbert / pixelio.de

Paranoide Persönlichkeitsstörung und Eifersucht - Zwei Begriffe die enger nicht zusammenstehen könnten

Personen, die durch eine paranoide Persönlichkeitsstörung geprägt sind, leiden zusätzlich an einer zwanghaften Eifersucht. Aus diesem Grund wird der Partner ständig der Untreue bezichtigt - ohne dass es hierfür Anhaltspunkte gäbe. Demnach ist die paranoide Persönlichkeitsstörung stets bestrebt Beweise zu finden. Aus diesem Grund lehnen viele Betroffene von Grund auf eine engere Beziehung zu einem Menschen ab. Die Angst sich jemanden anzuvertrauen und im späteren Verlauf etwas zu finden ist oftmals zu groß um das Risiko einzugehen. 
 

Streitigkeiten zwischen Erkrankten und deren Mitmenschen sind beinah als Selbstverständlichkeit anzusehen. Denn aufgrund des grenzenlosen Misstrauens und der damit verbundenen Feindseligkeit lassen sich diese nicht oder nur sehr schwer umgehen. Werden Streitigkeiten von den Betroffenen umgangen, führt dies nicht selten zu einer kalten Distanz gegenüber Mitmenschen. 

Problematisch wird es spätestens dann, wenn das Umfeld einer paranoiden Persönlichkeit nicht mit dessen Charakter zurechtkommt, bzw. sich dessen Verhalten nicht erklären kann. Denn dies führt in den meisten Fällen zu einer feindseligen Reaktion des Umfeldes, wodurch sich die paranoide Persönlichkeit in ihrer Ansicht bestätigt fühlt.

Angehörige von Menschen mit paranoider Persönlichkeitsstörung

Grundsätzlich lässt sich an dieser Stelle keine Hilfe für Angehörige einer paranoiden Persönlichkeitsstörung geben. Meiner Meinung nach ist es jedoch wichtig:

1. sich mit dem Thema paranoide Persönlichkeitsstörung auseinanderzusetzen (bspw. bei Onlineberatung-Therapie finden Sie wertvolle Informationen zum Krankheitsbild)

2. bei erhärtetem Verdacht mit einem Arzt oder einem Therapeuten zu sprechen (der Betroffene selbst muss nicht unbedingt bei einem ersten Gespräch anwesend sein - als Angehöriger kann man sich hier auch erstmal nur informieren, Hilfestellungen erhalten und nützliche Tipps erfahren, die den Alltag erleichtern und besten Falls auch den Betroffenen dazu bewegen, einen Arzt aufzusuchen.)

3. mit anderen Angehörigen Kontakt aufzunehmen (etwa über spezielle Hilfeforen in denen auch die Anonymität gewahrt ist - Forum Seelenwelten)

4. Kontakt mit einer Selbsthilfegruppe aufzunehmen (Sucht und Selbsthilfe e.V. und Hilfe und Informationen bei psychosomatischen Erkrankungen)

Nicht entmutigen lassen - Sie sind nicht alleine!!!

Lassen Sie sich niemals entmutigen, für alles gibt es eine Lösung und kompetente Hilfe. Denken Sie immer daran - Sie sind nicht alleine, weder als Betroffener, noch als Angehöriger. Laut Wikipedia kann davon ausgegangen werden, dass ca. 0,5 bis 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung an einer paranoiden Persönlichkeitsstörung leiden. 

schreibmaus, am 03.03.2011

Kommentare


   Einloggen
stranden am 24.03.2011
@Simon Tatsächlich? Also ich sehe die Innenseite. Muss ich mir Sorgen machen? Probier mal, ob du die Tänzerin zum stehen bringst: http://www.dieter-welzel.de/29/die-taenzerin-links-oder-rechts/
Simon am 09.03.2011
Nico, der Maskentest ist ja beeindruckend!! Wow! Ich kann es kaum glauben, dass man sich den Film immer wieder ansehen kann und es nicht schafft die korrekte Innenseite zu sehen! GLG Simon
janee am 04.03.2011
32 Kommentare, puuh. Also meine Meinung: da die Artikel hier ja alle relativ kurz sind, kann man ein Thema eh nur anschneiden und die pagewizz-Leser wissen hoffentlich, dass dies hier kein Fachartikel-Forum ist. Ich verstehe die Pagewizz-Artikel als Appetit-Häppchen, der Leser kann sich bei Interesse überall im Internet noch fundiertere Infos holen, es sind ja auch lauter Links eingebaut. Schreibmaus hat doch ne super Zusammenfassung von solch einem komplexen Thema abgeliefert. Zum Thema selber: Krankhaftes Misstrauen Anderen gegenüber wurzelt meist im Misstrauen sich selber gegenüber. Man traut den Anderen das zu, wozu man eigentlich selber fähig wäre, ohne dass es einem bewusst ist. ("Von sich auf andere schließen..") Die gegenteilige Form ist natürlich, dass einem schon zuviel angetan wurde, als dass man noch vertrauen könnte.
schreibmaus am 04.03.2011
Hallo Denk-mal ich danke dir für deinen netten Kommentar und für die wichtige Ergänzung :) Zu deiner Aussage: "Wenn Laien unangemessenerweise auf Basis von Kurzinfos Selbst- oder Fremddiagnosen treffen, so ist das ein Problem dieser Menschen und kein Problem solcher Texte! Meiner Meinung nach ist dies definitiv kein Grund, solche Texte nicht mehr zu veröffentlichen, denn ihr Nutzen ist groß!" Kann ich dir nur Recht geben! Auch deinen Punkt, "Schaden und Nutzen" solcher Artikel finde ich sehr wichtig. LG Moni
Denk-mal am 04.03.2011
Da ist selbst zum Thema psychische Störungen schreibe, kommentiere ich auch mal: Zum Artikel selbst: Ich finde den Artikel gut recherchiert und geschrieben, Daumen hoch:-) Wichtig finde ich anzumerken, dass die auch im Artikel zusammengefassten Symptombeschreibungen aus ICD und DSM (= Diagnosehandbüchern) jeweils KANN-Symptome sind. Ein Mensch mit der Persönlichkeitsstörung X zeigt viele dieser Symptome, aber er wird sie nicht alle haben: Z. B. neigen VIELE Menschen mit paranoider Persönlichkeitsstörung zu Eifersucht, aber nicht alle. Dies erfordert beim Schreiben große Sorgfalt, damit man Symptome immer als Möglichkeit formuliert, nie als Tatsache, zum anderen erfordert dies auch Sorgfalt beim Lesen. Zum Schaden und Nutzen solcher Artikel: Jede zutreffende Info zu einem Krankheitsbild klärt auf, kann dazu führen, dass ein Betroffener sich in dem Text erkennt und deshalb professionelle Hilfe aufsucht. Ein weiterer Nutzen: Oft tabuisierte und schambesetzte Krankheitsbilder geraten in den Blick der Öffentlichkeit, es findet also Aufklärung statt: So wurde z. B. das früher sehr gängige Vorurteil "psychisch krank = gefährlich" zurückgedrängt. Die Kehrseite: Wie in anderen Kommentaren bereits beschrieben, findet jeder Mensch sich in vielen solcher Symptombeschreibungen wieder, ohne nun all diese Krankheitsbilder auch zu haben. Der Leser muss also auch mit Sorgfalt lesen, muss z. B. erkennen, dass es auf die Intensität des Symptoms ankommt und auf die Kombination von Symptomen ankommt (z. B. mind. 5 von 9 Symptomen müssen zutreffen, damit die Störung z diagnostiziert werden kann). Und selbst dann kann kein Laie auf Basis eines solchen Textes eine Diagnose treffen, für sich selbst nicht und erst recht nicht für andere. Wenn Laien unangemessenerweise auf Basis von Kurzinfos Selbst- oder Fremddiagnosen treffen, so ist das ein Problem dieser Menschen und kein Problem solcher Texte! Meiner Meinung nach ist dies definitiv kein Grund, solche Texte nicht mehr zu veröffentlichen, denn ihr Nutzen ist groß! Zur notwendigen Qualifikation: Diagnose und Heilbehandlung im Einzelfall erfordern eine fachliche Qualifikation und Erfahrung! Um einen Text zum Thema zu veröffentlichen braucht man diese Qualifikationen nicht: Mir ist ein gut recherchierter und gut geschriebener Text von einem Betroffenen, einem Journalisten oder einem "Laien" lieber als ein unverständlicher Text eines Arztes/ Psychologen. Sorry für die Kommentarlänge, mir liegt das Thema eben am Herzen:-)
stranden am 04.03.2011
Ein Problem von Schizophrenen ist auch, dass sie oft Recht haben. Beispielsweise sehen sie Dinge oft so, wie sie sind, und nicht, wie sie laut Erfahrung (der anderen) sein müssten. Siehe konkave Masken: http://www.michaelbach.de/ot/fcs_hollow-face/index.html Mit diesen konkaven Masken können sie (plakativ gesagt) testen, ob sie schizophren sind. Laut einer wissenschaftlichen (und auch anerkannten) Untersuchung, sehen Schizophrene die Innenseite der Masken. "Gesunde" lassen sich täuschen. Grund: Der Schizophrene ist stärker losgelöst von Erfahrungen (Konditionierungen), sieht die Welt also weniger voreingenommen. Der Gesunde biegt sich die Realität zurecht, damit sie zu seinen Erfahrungen passt. @UrsulaOrtmann "Nur weil ich paranoid bin, heisst das nicht, das ich nicht verfolgt werde." Henry Kissinger
UrsulaOrtmann am 04.03.2011
@alle zusammen, ich habe jetzt mit dem Beispiel von Frau xxx denke ich genau definiert worauf meine Kritik zielt und sehe, dass es von Moni verstanden wurde und darauf kommt es mir an. Vielen Dank an Alle, welche zur Klärung mit beigetragen haben. VlG Ursula
UrsulaOrtmann am 04.03.2011
Danke schreibmaus, dass finde ich super von Dir und ist sicher auch hilfreich. Ansonsten sind Deine Seiten immer das Lesen wert, weil informativ und sehr gut aufgebaut. VG Ursula



Bildquelle:
Kerstin Schuster (Gesund werden, gesund bleiben - Krankheiten frühzeitig erkennen und...)

Autor seit 3 Jahren
134 Seiten
Pagewizz auf Facebook
Laden ...
Fehler!