Piraten unter Beschuss

von Evaristus

Piraten voraus! So lautet der ängstliche Ruf im politischen Deutschland. Anfänglich noch milde belächelt, hat die Piratenpartei nun begonnen, die Parlamente zu entern.

Die Nervosität bei den anderen Parteien steigt und steigt. Dabei sind es nicht Inhalte oder Programmatik, die Angst machen. Im Gegenteil: Bisher haben die orangen Parlamentsstürmer noch nicht eindeutig sagen können, in welche Gewässer man mit ihnen segeln würde. Aber gerade diese Unverbindlichkeit, scheint die Attraktivität der Piraten auszumachen. Dort wo die Piraten politisches Profil zeigen, kam das ausgelutschte sozialistische Zeug heraus, was andere Parteien schon vor ihnen gefordert haben.

Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass die schreibende Zunft in den letzten Monaten, die Piraten kontinuierlich hochgeschrieben hat. Die Newcomer würden heute die drittstärkste Kraft werden, wenn die Bundestagswahl anstehen würde. Offenbar schlottern nun den anderen Parteien vollends die Knie und man sinnt auf eine geeignete Gegenstrategie. Man glaubt fündig geworden zu sein, indem man nun auf dem Piratenschiff die braune Sau über die Planken jagt.

Sex, Crime und "Kampf gegen Rechts" zieht immer

Da Sex, Crime und natürlich auch „Kampf gegen Rechts“, immer für eine Medienstory gut sind, graben die Journalisten seit Wochen bei den Piraten. Jedes Steinchen wurde umgedreht und nun konnte das eine oder andere braune Gespenst ausgegraben werden. So geraten Mitglieder in den Fokus des Interesses, die mit kruden Ansichten über den Massenmord an den Juden, Verschwörungstheorien und dem 2. Weltkrieg hervorgetreten sind. Die an die Öffentlichkeit geratenen Äußerungen, sind – das steht außer Frage - keine unterstützenswürdigen Ansichten. Manches ist grenzwertig – bei anderen Äußerungen ist die Toleranzgrenze überschritten. Das sehen aber auch die Piraten so. Zu keinem Zeitpunkt konnte man den Eindruck gewinnen, dass rechtsextremistisches Gedankengut bei der Piratenpartei auf Zustimmung stoßen würde. Die Wahrheit ist eher, dass die Partei nicht aus Berufspolitikern besteht. So war das Krisenmanagement nicht immer glücklich und in Teilen auch zweideutig. Es war aber nie darauf angelegt, rechtsextremistisches Gedankengut hoffähig zu machen. Das wissen auch jene, die jetzt gegen die Piraten einen braunen Propanz aufbauen möchten.

Vierte sozialistische Partei ebenso überflüssig wie eine hochgekochte Debatte

Die Zahl derjenigen, die in der Vergangenheit die Öffentlichkeit mit krudem Zeug beglückten, ist bei den Piraten an einer Hand abzuzählen. Mag der eine oder andere bei der Führung der Piraten nicht immer glücklich im Umgang mit diesem Phänomen reagiert haben – eine rechtsradikale Partei sind die Piraten nicht. Nach meiner Meinung, ist eher das Gegenteil der Fall. Im Moment scheint sich die Mehrheit der Mannschaft auf dem Piratenkahn, Backbord gesammelt zu haben. Dass die anderen Parteien trotzdem heftig das Piratenschiff unter Beschuss nehmen, scheint weniger aus Sorge um die Koordinaten in unserer Republik zu geschehen. Vielmehr, so sieht es aus,  scheint der eigene Machterhalt Auslöser dieser Angriffe zu sein. Dass die anderen Parteien dabei unter falscher Flagge segeln,  ist ein fragwürdiges Manöver. Ansonsten gilt: Eine vierte sozialistische Partei in unserem Parteienspektrum  ist ebenso überflüssig wie eine hochgekochte Debatte.

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Evaristus, am 21.04.2012
 
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Kommentare


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Merlin am 22.04.2012

Ich halte diese Partei auch für überflüssig, aber es macht Spaß zu sehen, wie
die Etablierten Panik bekommen. Es geht nur um Machterhalt und Fründe sichern.
Wär doch mal eine schöne Sache, wenn der hoch verschuldete Staat bei sich selber zu sparen anfinge. Einen Soli für Politiker einführen oder so. Aber die können nur ihre Bezüge erhöhen und Pöstchen an Vertraute vergeben.
LG Merlin

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