Radtour nach Frankfurt am Main/Praunheim
von Stehlampen-Petra
Mein Weg führt an der Nidda entlang und ich mache eine tolle Entdeckung ...
Ein fast regenfreier Tag in diesem Sommer
Zeit ein wenig zu radeln

Vor einiger Zeit bin ich auf das Fahrrad gekommen ...
Grund genug, mir den GrünGürtel-Radrundweg in und um Frankfurt herum etwas genauer anzusehen. Dieser Rad- und Wanderweg ist etwa 62 km lang und sehr abwechslungsreich. Er führt an Main und Nidda entlang und wer möchte, kann auch durch die Wälder und Felder um Frankfurt herum radeln. Zum Anfang habe ich mir einen leichten Weg ausgesucht, ziemlich eben und an der Nidda entlang. Meine Ausflug soll in Frankfurt-Nied beginnen. Nied liegt an der Nidda, und ich war im Frühjahr schon einmal da, um Bärlauch zu ernten. Von da aus sind es etwa 15 km nach Praunheim, und dort ist ein Kiosk mit Eisstand ...
Die Tour startet mit der Fahrt zu meiner S-Bahn-Station. Ich muss gleich ein wenig meckern. Hier wird ein neuer Tunnel gebaut, der alte aus der Kaiserzeit hat ausgedient und gilt als nicht mehr sicher. Diese Baumaßnahme ist sehr löblich, aber der Bahnsteig in Richtung Frankfurt ist, aufgrund des zwischengelagerten Aushubs, der den alten Tunnel ausfüllen soll, schwer zu erreichen. Der Bauzaun steht so dicht am Bahnsteig, dass man keine Chance mehr hat, ohne Nutzung der Treppe oder eine Überquerung der Gleise dorthin zu gelangen. Nicht nur ein Übel für Fahrradfahrer, sondern auch für Reisende mit Kinderwagen. Für Rollstuhlfahrer ist eine Fahrt unmöglich. Ich trage mein Fahrrad über die Treppen. Dabei geht mir der Slogan des Rhein-Main-Verkehrsverbundes durch den Kopf. Er lautet: Sicher ans Ziel mit dem RMV. Mir stellt sich die Frage: welches Ziel? Ein Knochenbruch, Gratiskrafttraining oder das Schonen meiner Reifen. Genug geschimpft, der Zug ist pünktlich und die Vorrichtung zum Befestigen meines Drahtesels ist sehr komfortabel.
In Nied angekommen rolle ich die Rampe am Bahnhof hinunter, hier ist es sehr radfreundlich. Der Schwung trägt mich fast bis an die Nidda heran. Der Weg ist sehr schön und es sind viele gut gelaunte Menschen unterwegs. Das Wetter ist auch ganz prima, es hat mal ein paar Stunden nicht geregnet. Der Strecke führt an Altarmen der begradigten Nidda vorbei. Dort gibt es Anglervereine, ein Nudistenareal und Sportplätze, die unter Wasser stehen. Auf einem tummeln sich die Nil-Gans-Enten im sumpfigen Gras, es fehlt eigentlich nur noch ein Krokodil. Dann sähe es ein bisschen aus wie am Nil, jedenfalls stelle ich es mir so vor ...
Dann geht es unter der Autobahn durch. Ich sehe kurz das Schild in Richtung Basel. Dieses sehe ich sehr oft und bin erstaunt über die völlig neue Perspektive. Die Brücke ist nur 1,50 m hoch, es heißt den Kopf einziehen. Ich mache mich noch ein wenig kleiner, denn über mir sausen die Autos hinweg und das Surren an den Nahtstellen der Asphaltdecke ist etwas skurril für meine Ohren.

Die Landschaft ändert sich und ich fahre durch einige Parks in der Stadt und sehe die Stempelkästen vom Grünstreifenweg. Wer möchte, kann sich eine Karte beim Verkehrsamt holen, und wenn die ganzen 63 km abgefahren sind, gibt es eine Belohnung. Eine nette Idee, find ich.
Bilder Frank Horn
In Praunheim ...
... treffe ich auf südamerikanische Einwanderer
Ich bin ganz fassungslos, denn Nutria sind in Südamerika beheimatet. Hier bekommt man sie gewöhnlich nur im Zoo oder als Mäntel reicher Frauen zu sehen. Ein alter Mann erzählt mir, dass sie schon einige Zeit dort leben und sehr zutraulich sind. Sie sind hauptsächlich Vegetarier und ganz versessen auf Möhren. Gelegentlich fressen sie einmal einen Regenwurm oder eine Süßwassermuschel.

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Kommentare
Nutria findet man auch in der Nidda.
Möglicherweise sind sie ausbebüxt. Vielleicht von einer Pelztierfarm ...
Ich denke als Haustiere würden sie leiden.
Als Haustier sind sie auch nicht geeignet, dass geht dann doch etwas zu weit. Ob die vielleicht aus einem Tierpark ausgebüxt sind?
LG Kerstin
Ja, süß sind sie wirklich. Ich habe auch nicht schlecht gestaunt.
Ich hoffe sehr, dass sie nicht gefangen werden.
Die süßen kleinen Nutria kenne ich auch aus Südamerika. Da sieht man sie in den Gebüschen. Da würde ich auch ganz schön stauenen, wenn die mir hier über den Weg liefen. Mal wieder ein schöner Artikel!
@ Ruth Ja leider, ich denke das kommt aus dem Mittelalter. Da haben Flöhe die Pest übertragen, nachdem sie auf den Ratten gelebt hatten. Zuerst hat man die Ratten für die Erkrankung verantwortlich gemacht. Später srellt sich heraus, dass der Floh der Überträger der Krankheit gewesen ist.
@ Kerstin
Das Gesicht sieht wirklich aus wie das eines Bibers. Die Nutria sind sehr zutraulich und einfach knuddelig. Als Haustier würde ich sie allerdings nicht halten. Sie brauchen eine Gewässer, ansonsten leiden sie.
Mein Däumchen für den schönen Artikel hast du dir verdient, liebe Petra. Also für mich sind Biberratten eher Biber und weniger Ratten : ) Aber Ratten, nicht die ekligen dicken Biester aus der Kanalisation, können auch sehr possierlich sein - http://pagewizz.com/ratten-als-hausti...
LG Kerstin
Der Begriff "Ratte" ist allerdings negativ besetzt.
Nutria sind sehr schöne Tiere :-)
Ja, so ist es. Ich bin selbst erstaunt, dass es so viele schöne Ecken gibt.
Entscheidend ist es, dass man sich nicht von der Hektik in der Stadt anstecken lässt. Dann findet man auch die ruhigen Orte. Ich finde es total entspannend nach der Arbeit mal in den Wald oder an einen der Flüsse zu gehen.
Packe mir sogar manchmal meine Laufklamotten ein und jogge noch ein Stündchen :-)