Rechtschreibung leicht erklärt
von sariana
ck oder k, tz oder z, s, ss oder ß, doppelter Konsonant, groß oder klein - hier sind Tipps, um die Rechtschreibung leichter zu verstehen.
Leichte Verwirrungen im Rechtschreibdschungel
Immer wieder taucht die Frage auf, warum unsere Kinder nicht mehr fehlerfrei schreiben können. Früher hatte es doch so gut funktioniert. Es liegt an den Änderungen der zahlreichen Reformen und deren Akzeptanz. Die Kinder müssen damit leben. Sie müssen damit leben, dass sie täglich Schilder sehen, wie "zu Verkaufen" oder "Fussball". Dann kommt der Lehrer und erzählt, dass man nach der Präposition "zu" klein schreibt, aber nach "zum, zur" groß. Die Erklärung ist ganz simpel: "zu" leitet den Infinitiv im Satz ein, zum Beispiel:
Ich habe vor, meinen Rucksack zu verkaufen. = "verkaufen" ist das Verb im Infinitiv (Grundform).
Das Wörtchen "zu" wird in der Fachsprache als Infinitivpartikel bezeichnet. Danach steht ein Verb immer in der Grundform und niemals in der gebeugten.
Auch der "Fußball" hat seine Regel: Der Vokal "u" im Wortteil "Fuß" ist lang und der s-Laut wird zischend ausgesprochen.
Kinder prägen sich wie im englischen Wortschatz immer Wortbilder ein. Wenn sie ständig mit unterschiedlich geschriebenen Worten konfrontiert werden, können sie auch nicht fehlerfrei schreiben. Dazu hilft nur eins. Eltern und Lehrer müssen an einem Strang ziehen. Die Rechtschreibregeln sollten jede Woche mindestens einmal im Unterricht thematisiert werden. Für Kinder, die große Probleme aufweisen, ist eine tägliche Rechtschreibübung im häuslichen Bereich Pflichtprogramm.
Wörter mit ck, z, tz, k und doppeltem Konsonant (Mitlaut)
Am leichtesten kommen die Wörter mit den Schwerpunkten tz, z, ck, k sowie den doppelten Konsonanten (Mitlaute) herüber. Die Regeln richten sich immer nach der Aussprache. Langsames Sprechen bei Unsicherheiten könnte auf Dauer hilfreich sein.
Die Regeln hierzu lauten:
Nach kurzem Vokal (a, e, i, o, u) sowie Umlaut (ä, ö, ü) folgt doppelter Mitlaut. (Beispiele: Kamm - kam, Lupe - Puppe)
- Wird das "a" kurz ausgesprochen, schreibe ich also zwei Konsonanten (z.B. mm bei Kamm)
- Wird das "a" lang ausgesprochen, schreibe ich nur einen Konsonanten. (z.B. m bei kam)
- Wird das "a" kurz gesprochen, schreibe ich also ck oder tz. (z.B. ck bei hacken oder tz bei Dutzend)
- Spreche ich den Vokal lang aus, schreibe ich also nur ein k. (z.B. k bei pieksen)
- Spreche ich den Umlaut lang aus, schreibe ich also nur ein k. (z.B. z bei pökeln)
- Nach den Doppellauten au, äu, eu, ai, ei schreibe ich ein z oder ein k. (z.B. Heizung, pauken)
- Nach einem Konsonanten - dazu zählen: b, c, d, f, g, h, j, k, l, m, n, p, q, r, s, t, v, w, x, y, z, ß - schreibe ich immer z oder k. (z.B. Arzt, krank)
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s, ss oder ß - an der Aussprache liegt es
Die s-Laute gestalten sich schon ein wenig schwieriger. Auch hier gilt die Hauptregel, dass man auf die Aussprache genau achten muss:
Nach langem Vokal oder Umlaut sowie nach Doppellauten folgt s oder ß. "s" wird summend ausgesprochen. (Beispiele: Riese, lösen, reisen)
"ß" wird dagegen zischend ausgesprochen. (Beispiele: Fußball, Klöße, reißen)
- Spreche ich also einen langen Vokal aus und summe dabei den s-Laut, schreibe ich "s", zum Beispiel reisen.
- Spreche ich einen langen Vokal aus und zische den s-Laut, schreibe ich "ß", zum Beispiel reißen.
Nach kurzem Vokal oder Umlauten folgt "ss". Dieser wird auch zischend ausgesprochen. (Beispiele: quasseln, Schüssel)
- Spreche ich den Vokal kurz aus, schreibe ich "ss", zum Beispiel gerissen.
Es gibt auch feste Auslaute: -as, -is, -os, -us, -nis, aber -ness. Hier ist zu beachten, dass man nicht nach dem Gesprochenen geht, sondern diese Auslaute im Schriftbild auswendig lernt. Wenn -as, -is, -os, -us und -nis verlängert werden, wie im Genitiv und im Plural, schreiben wir "ss".
- Beispiele zu dieser Regel: Albatros - Albatrosse / Bus - Busse / Zeugnis - Zeugnisse
- Beispiele für den festen Auslaut -ness: Fairness, Fitness
Die Vorsilbe "miss-" wurde vor der Reform immer mit "ß" geschrieben, jetzt immer mit "ss".
- Beispiele zu "miss": missverstehen, Misserfolg, missglücken
Tipps zur Festigung der s-Laute
Auch hier bieten sich abwechslungsreiche Aufgaben an, jedoch ist hier intensiveres Training wichtig, zum Beispiel mit der Wortfamilie und dem Wortstamm. Hier passieren innerhalb der Wortfamilien gewisse Änderungen, zum Beispiel:
- Wortfamilie "gieß" hat mehrere Wortstämme: guss, goss. Aus dem lang gesprochenen Vokal wurden kurze. Demzufolge wird aus ß - ss.
Mit diesen Übungen begreifen die Kinder schneller und langfristig.
Nominalisierung der Verben, Adjektive und Numeralien (Zahlwörtern)
Dass nur die Nomen groß geschrieben werden, weiß jeder. Besonderheiten wie -ung, -heit, -keit, -nis sind sicherlich ebenfalls jedem klar. Komplizierter wird es, wenn die Verben, Adjektive und Numeralien groß geschrieben werden sollen. Hier muss man die Wortarten kennen, dann klappt auch der Rest. Hier lauten die Regeln folgendermaßen:
Wörter werden groß geschrieben, wenn davor ein Artikel, eine Präposition, ein Pronomen oder ein Zahlwort steht, zum Beispiel:
- das Warten = Artikel + Verb = nominalisiertes (oder: substantiviertes) Verb
- viel Schönes = Zahlwort + Adjektiv = nominalisiertes Adjektiv
- zum Verschenken = Präposition + Verb =nominalisiertes Verb
- sein Fiedeln = Pronomen + Verb = nominalisiertes Verb
- mein Ein und Alles = Pronomen + Zahlwort in Paarform = nominalisiertes Zahlwort
Nominalisierte Adjektive schreibt man groß, z.B. das Schnellste, im Hellen. Achtung: Wenn sich das Adjektiv auf ein vorhergehendes oder nachfolgendes Substantiv bezieht, schreibt man klein, zum Beispiel:
- Welchen Rucksack nimmst du? Den blauen oder den schwarzen? = Hier beziehen sich die Farben auf den vorher genannten Rucksack.
Farben und Sprachbezeichnungen nach Präpositionen schreibt man groß. Beispiele: dasselbe in Grün; auf Griechisch. Fehlt die Präposition und kann man eher mit „wie“ fragen, schreibt man klein. Beispiele:
- Er sprach spanisch mit ihr, deshalb konnte ich nichts verstehen. = Wie sprach er? = wie = Wiewort (Adjektiv) = klein
- Sie färbte sich ihr Haar blond. = Wie färbte sie ihr Haar?
Bei Superlativen mit „aufs“ wird großgeschrieben, wenn man nur mit „was“ fragen kann. Beispiele:
- Er war nur aufs Teuerste scharf. = Auf was war er scharf? = Teuerste = groß
- Kann man auch mit „wie“ fragen, ist beides möglich. Beispiel: Sie gratulierten mir aufs Herzlichste/herzlichste.
Superlative mit „am“ werden klein geschrieben, wenn sie nicht mit „an dem“ auflösbar sind.
Beispiele:
- Warme Kleidung brauchen die Flüchtlinge am nötigsten.
- ABER: Es fehlte ihnen am (= an dem) Nötigsten.
Tageszeiten nach „gestern“, „heute“, „morgen“ werden groß geschrieben.
- Beispiel: gestern Abend, morgen Vormittag
Substantivierungen von Tageszeiten und Wochentagen erscheinen groß. Haben die Tageszeiten und Wochentage allerdings ein „s“ am Ende, schreiben wir klein.
- Beispiele: das Gestern, am Morgen, abends, mittags
Die Pronomen du, dir, dein, euch usw. können bei der Anrede in Briefen groß oder klein geschrieben werden. Allerdings sollte es insgesamt ein einheitliches Bild ergeben! Die Höflichkeitsformen Sie, Ihnen und so weiter werden weiterhin groß geschrieben.
Weitere Einzelfälle:
- Mein und Dein unterscheiden können,
- jemandem das Du anbieten
- mit jemandem auf Du und Du stehen,
- per du/Du/Sie sein,
- jemanden mit du/Du/Sie anreden,
- das Deinige/deinige tun,
- jedem das Seine/seine
Tipp allgemein:
Im Zweifelsfall bietet der Duden eine gute Alternative.












Ein psychologisches Sachbuch: Lass los und werde glücklicham 17.02.2013
Aufsatz üben mit Grundschülernam 21.02.2013
Fremdsprachentraining mit deutsch-englischem Jugendromanam 26.04.2012
Übungs- und Kontrollmöglichkeiten für die Rechtschreibungam 13.04.2012





Kommentare
sehr guter Artikel.
Daumen.
L.G. Alma
Vielen Dank für die liebenswerten Worte, parcuslegatus! Das Komma ist gedanklich in Arbeit und kommt sicherlich nächste Woche.
@ achatnia: Man könnte meine Gesichtsfarbe mittlerweise auch rot-weiß bezeichnen, es kommt aus dem bescheidenen Rotwerden gar nicht heraus *lach*
Danke, euch allen!
Besten Dank für den Artikel.
Das Problem ist, daß man nach der xten Rechtschreibreform und ohne seine Kenntnisse aufzufrischen, fast automatisch falsch schreibt. Damit fällt man dann bei Anderen unangenehm auf obwohl man meinte alles richtig gemacht zu haben.
Über einen Artikel zum Thema "Komma setzen" von Dir wären sicher auch andere dankbar.
Ich kenne die Sache mit dem blauen Elefanten und natürlich auch mit dem tu dies nicht, tu das nicht. Mir haben Eselsbrücken immer sehr geholfen.
Aber Du hast schließlich die Erfahrung. Auf jeden Fall sind Deine Erklärungen auch ohne Eselsbrücken gut. Hauptsache es wird verstanden - alles andere ist ja nicht so wichtig. So, jetzt kannste wieder weiß werden. *lach*
Liebe Grüße
Lieben Dank für dein Lob!!!! :-) leicht rot werd` :-)
Also, diese Regel gilt auf jeden Fall noch, denn es heißt ja: Nach einem Mitlaut (Konsonant) folgt z oder k. Die Eselsbrücke nutze ich eher weniger, da ich für mich festgestellt habe, dass alle NICHT-Sätze, sich bei mir falsch verankern.
Denn: Stelle dir nicht einen roten Elefanten vor. Was siehst du?
Der Satz klingt zwar doof, aber er haut wirklich im Leben allgemein hin. Sagt man Kindern, was sie nicht tun sollen, tun sie es. Empfiehlt man hingegen, reagieren sie anders.
Verstehst du jetzt, warum ich diese Eselsbrücke meide?
Wie es weitergeht, das weiß ich jetzt leider nicht.
Sonnige Grüße
Sandra
Endlich mal jemand, der die neue Rechtschreibung so erklären kann, dass man es auch versteht.
Früher gab es mal solche Hefte mit 'nem Fuchs. Da waren viele Regeln als Reime eingebaut. Das konnte man sich gut merken.
Gilt eigentlich die Regel noch: nach l,n,r das merke ja steht nie tz und nie ck?
Irgendwie ging das auch noch weiter, aber ich weiß es nicht mehr.
Liebe Grüße
Achatnia
Danke, liebe Ruth! Von dir ein Lob zu bekommen, ist immer eine Auszeichnung für mich. Danke!!! :-)
Das sollte sich jeder Autor, der Probleme mit der Rechtschreibung hat, ausdrucken und unters Kopfkissen legen (nachdem er es intensiv gelesen hat, natürlich)!
DH und LG v Ruth
Vielen lieben Dank, Jeffrey!
Kompakt und einfach erklärt. Super!