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Schreibfehler, die heiter stimmen

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Rechtschreibung überprüfen: Gleich geht's los

Etwas Grundsätzliches zu Beginn

Der Duden in seiner aktuellen Ausgabe umfasst 125.000 Stichwörter auf 1.152 Seiten. Davon nutzt der Durchschnittsmensch (also du. Okay – ich auch) etwa 4.000 jeden Tag. Das aber bedeutet: 120.000 Wörter feiern bei uns beiden jeden Tag Sonntag, ganz viele davon wirst du nicht einmal kennen. Oder weißt du, was eine "Inkrustation" ist? Eben. (Ich übrigens auch nicht, jedenfalls bis vorhin, als ich den Duden an dieser Stelle aufgeschlagen habe.) Was wollte ich eigentlich sagen? Ach so: Viele Wörter kennst du nicht – warum, um alles in der Welt, solltest du dann wissen, wie man sie schreibt? Ich möchte dir Mut machen, also etwas Grundsätzliches mitteilen:

Schreibe, wie du sprichst! Nimm keine Rücksicht auf das, was Duden vielleicht dazu meinen könnte. Wenn du durchliest, was du geschrieben hast, und du bist damit zufrieden, dann ist gut, was du geschrieben hast. Lass' dir da von keinem was sagen. Auch nicht von mir. Aber darauf komme ich am Ende des Artikels noch einmal zu sprechen.

Alles andere erkläre ich dir jetzt. Es folgen:

Drei Tipps, wie du deine Rechtschreibung überprüfen kannst, ohne gleich in den Duden schauen zu müssen.

Tipp 1: Doppelt da ist nicht doppelt gut!

Jede Textverarbeitung hat die Funktion "Suchen". Manchmal heißt sie auch "Finden". Daran merkt man dann, dass die Typen aus der Marketingabteilung gesagt haben, "finden" sei irgendwie optimistischer, innovativer als "suchen". Ist ja auch egal. 

Mein Tipp: Lass' deine Textverarbeitung sämtliche doppelten Leerstellen suchen und durch einfache Leerstellen ersetzen. Denn zwischen zwei Wörtern steht immer nur ein Leerzeichen!

Das ist ein so simpler Tipp, um deine Texte zu korrigieren, dass ich mich wundere, noch nirgendwo sonst über ihn gestolpert zu sein. (Sei so gut, und nimm' mir meine Worte nicht übel, wenn du weißt, wo er schon einmal genannt worden ist.)

Ganz wichtig (und deshalb schreibe ich es hier kleingedruckt, damit du es auch wirklich liest): Tipp 1 ist zugleich der Tipp, den du bei deinen Korrekturen als letzte Maßnahme umsetzen solltest. Warum? Weil jede Korrektur, die du durchführst, neue Fehler gebären kann – wie eben den der doppelten Leerstelle. Also noch einmal: Tipp 1 ist Tipp finito!

Tipp 2: Rechtschreibung überprüfen lassen auf Buchstabendreher

Du kennst "Mekrur" nicht? Kannst du auch nicht kennen, denn der kleine, superflinke Planet in unmittelbarer Nähe der Sonne heißt "Merkur"! Ich aber fabriziere diesen Buchstabendreher mit schöner Regelmäßigkeit in den Horoskopen, die ich erstelle. Und wo, fragst du mit Recht, bleibt da der Tipp? Geduld, ich bin gleich soweit.

Vielleicht passiert dir dasselbe: dass du die Buchstaben im Eifer des Gefechts vertauschst – nur eben bei einem anderen Wort. Ganz beliebt, so sagt mir meine Erfahrung, sind die Buchstaben "ng" wie in "Dung" oder in "langsam". Und rasch siehst du auf deinem Monitor "Dugn" oder die "unendliche Lagnsamkeit der Zeit." 

Mein Tipp: Lass' deine Textverarbeitung sämtliche "gn" suchen und durch die korrekte Abfolge der Buchstaben ersetzen. Ganz wichtig: Die Leerzeichen aus Tipp 1 tauscht deine Textverarbeitung ohne deine Kontrolle aus – beim Buchstabendreher musst du Schritt für Schritt vorgehen, sonst wird aus dem (korrekten) Landkreis "Prignitz" der (falsche) "Pringitz", oder "Agnes" heißt mit einem Mal "Anges".

Wie versprochen: Bis hierher hast du noch keinen Duden gebraucht, aber trotzdem schon etliche Fehlerquellen deines Textes gesäubert. Kommen wir zu Tipp Nummer 3 beim Überprüfen der Rechtschreibung …

Tipp 3: Vorsicht vor hypersensiblen Tasstaturen

Natürlich ist das mit der "Tasstatur" aus der Überschrift nur ein dämliches Wortspiel. Aber ist es dir nicht auch schon passiert – oder schlimmer noch: ärgerst du dich vielleicht auch darüber, dass es dir immer wieder beim raschen Tippen passiert? Dass du nämlich drei Buchtaben setzt, wo nur zwei hingehören? Zum Beispiel wenn du vollkommmen im Weihnachssstress bist?

Die Lösung ist simpel, und wieder brauchst du keine ausgefeilten Nachschlagekünste bei Duden an den Tag zu legen: Lass' einfach, und das ist mein Tipp Nummer 3, deine Textverarbeitung nach gebräuchlichen doppelten Konsonanten suchen: nach "ff", nach "ll", nach "mm", nach "nn", nach "ss". Ich glaube, das sind die, die am häufigsten benutzt werden. Vielleicht noch das doppelte "p".

Entschuldigung: Du sollst natürlich nach dreifachem Auftreten suchen, also nach "sss", wie es mir beim "Weihnachtssstress" unterlaufen ist. Es gibt, und das ist so fantastisch an diesem Tipp, keine Wörter im Deutschen, die dreimal denselben Konsonaten aufweisen. Außer Schifffahrt. Aber das ist ein zusammengesetztes Wort, genauso wie "Flanellläppchen". Und zusammengesetzte Wörter, die so genannten Komposita, erkennst du doch auch ohne Dudens Hilfe, nicht wahr?

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Zusammenfassung und Auflösung - Bonus-Tipp zur Überprüfung der Rechtschreibung

Drei Tipps habe ich versprochen, hier mein Bonus-Tipp.

"Nimm' keine Rücksicht auf die Rechtschreibung" habe ich eingangs geschrieben. Das ist natürlich Schwachsinn, wie alles, was sich ins Gegenteil verkehrt, wenn man's wörtlich nimmt. Es gibt Situationen, es gibt Anlässe, es gibt Gelegenheiten, in denen du dir schadest, wenn du einen fehlerhaften Text ablieferst: deine Bewerbung, deine Dissertation, deinen Beitrag für den Literaturwettbewerb. Wenn du vor solch einer Situation stehst und unsicher bist, ob richtig geschrieben ist, was fremde Menschen lesen sollen – wenn es also um die Wurst geht, dann würde ich mich freuen, wenn du dir doch was von mir sagen ließest. Ich betreibe einen Korrekturdienst. 

Und ein letztes: "Inkrustation" ist die farbige Verzierung von Flächen durch Einlagen, meist Stein in Stein, hat aber auch noch andere Bedeutugnen Bedeutungen. Siehst du: So schnell kann's passeiren passieren. Ach, verflixt, ich mach' jetzt besser Schluss!

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

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Rechtschreibung prüfen: wie geht so etwas?

Wie ich korrigiere
Hier habe ich skizziert, was du davon hast, wenn du deine Texte von mir korrigieren lässt.

Was du selbst tun kannst, wenn du die Rechtschreibung prüfen möchtest
Es ist eine Frage der Höflichkeit, dass jedes für einen Empfänger bestimmte Schreiben mindestens zwei Bedingungen erfüllt: Erstens muss es so formuliert sein, dass ich verstanden werde, zweitens darf die Rechtschreibung keine Zweifel aufkommen lassen. Vier Tipps, wie du diese Klippen umschiffst …

jofl, am 12.07.2012

Kommentare


jofl am 25.08.2014
Renate, natürlich hast du da vollkommen recht: „Nimm“ und „Mach“ kommen ohne Apostroph aus. Erklären kann ich das nur mit einer Schussligkeit im Moment des Schreibens. Bei „mach“ könnte man ja noch diskutieren, immerhin fällt hier tatsächlich ein „e“ weg. Bei „nimm“ allerdings habe ich Mist gebaut, denn „nimme“ als Imperativ Singular zu „nehmen“ existiert nicht. Shit aber happens 😎 Ich lass’ meine Fehler stehen, damit dieser Kommentar nachvollzogen werden kann. Vielen Dank für den Hinweis! PS: Was den Duden Korrektor betrifft, so bin ich da mehr als skeptisch. Ich habe da ein paar Beispiele auf Lager, die wirklich haarsträubend sind. Demnächst mehr darüber.
Renate Blaes am 25.08.2014
"Nimm ... mach" bei derartigen Auslassungen setzt man keinen Apostroph! Ansonsten kann ich den Duden-Korrektor empfehlen. Ist auch nicht perfekt, aber tausend Mal besser als das sogenannte Rechtschreibprogramm von WORD. Beste Grüße Renate Blaes
Grace am 11.10.2013
Na ja, ich musste gleichzeitig die Manuskripte für Kindle und Createspace (unterschiedliche Formatierung, deswegen zwei Dokumente) korrigieren und immer hin- und herspringen. Diesmal wollte ich eben besonders gründlich durchlesen und nicht schnell mit den Augen drüberfliegen. Die meisten Fehler sind auch tatsächlich beim vielen Überarbeiten zustande gekommen. Hier und da noch schnell ein Satz geändert (weil man ja nie aufhören kann mit Überarbeiten) und zack - Wörter übersehen, Buchstaben gelöscht usw. Ja, ich hoffe auch, dass ich ganz schnell reich werde und dann meine Manuskripte vom Profi korrigieren lassen kann. (Spart Zeit und Nerven) Lg
jofl am 11.10.2013
Da liegt der Hase im Pfeffer: sieben Stunden Korrektur. Das muss schief gehen, so leid es mir tut, liebe Grace. Ansonsten: Lieber Gott, bitte hilf Grace, dass sie ganz furchtbar reich wird! Danke für deinen Kommentar, liebe Sonja!
Grace am 10.10.2013
Falls ich jemals reich werde, wirst du für die nächsten Jahre mit genügend Korrekturaufträgen eingedeckt. ;-) Neulich hab ich ungelogen 7 Stunden lang (!!) zum x-ten Mal ein Manuskript durchgelesen, um die letzten Fehler auszubügeln und zack - wieder drei übersehen. Waren BUchstabendreher, fehlende Buchstaben oder - ganz peinlich, passiert beim vielen Überarbeiten - fehlende Wörter.
jofl am 10.10.2013
Liebe Miri Hansen, es gibt wohl kein Kraut, das gegen die Verbechslung der Wuchstaben hilft ;-) Danke für deinen Kommentar!
Miri Hansen am 10.10.2013
Als ich das mit den Buchstabendrehern gelesen habe musste ich herzhaft Lachen.....das passiert mir regelmässig :)
jofl am 12.07.2012
Dankeschön, Efes! was Facebook betrifft, so denke ich, muss man da einfach Milde walten lassen. Oder anders: Wer will, kann ja korrekt schreiben – ist ja bisher noch nicht verboten worden.



Autor seit 3 Jahren
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