Schwedischer Ministerpräsident fordert Rente mit 75

Wenn es nach Fredrik Reinfeldt, Schwedens Ministerpräsident, geht, sollte das Renteneintrittsalter auf 75 Jahre hochgeschraubt werden. Dass sein unsinniger Vorschlag bei der Bevölkerung Proteste hervorruft und keineswegs mit Kusshand angenommen wird, ist wohl verständlich.

 

Es mag durchaus sein, dass die Menschen älter werden. Statistiken beweisen dies.

 

Was wäre die Forschung an sich, wenn es keine Statistiken geben würde?


Wie viele der Menschen, die heute über 80 oder gar 90 Jahre alt sind, sind fit, sind gesund und waren gesund, bevor sie Rentner wurden?


Wie viele der heutigen Rentner, die ein stolzes Alter erreicht haben, können ihren Lebensabend tatsächlich in vollen Zügen genießen? 


Darüber geben die Statistiken sicherlich keinen Aufschluss.

 

Ist es möglich, bis zum 75 Lebensjahr zu arbeiten?

 

Die Rente mit 75 ist nicht nur eine unverschämte Forderung, sondern der größte Schwachsinn aller Zeiten. Es sollte doch einmal bedacht werden, dass nicht jeder Mensch Arbeit hat und dass all jene Menschen, die einer geregelten Beschäftigung nachgehen, mitunter für 3 schuften müssen.

Vor allem die Arbeitnehmer, die am Fließband stehen, jene Menschen, die im 3-Schicht-System arbeiten, die Kumpels unter Tage, die Krankenschwestern und Pfleger, die Bauarbeiter...

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Wie sollen Menschen, die täglich körperlich schwere Tätigkeiten verrichten, überhaupt fähig sein, bis zu ihrem 75 Lebensjahr zu arbeiten?

 

Es ist doch heute schon so, dass selbst junge Menschen, die gerade Anfang/Mitte 30 sind, unter Bluthochdruck leiden, dass junge Menschen, die noch nicht einmal 40 Jahre alt sind, einen Herzinfarkt erleiden.

Und warum?

Weil sie dem Stress auf Arbeit nicht gewachsen sind, weil sie arbeiten und schuften, bis zum Umfallen, während andere, die gerne arbeiten würden, es nicht können, da sie keine Arbeit bekommen.

Da kommt dann ein Herr Politiker aus Schweden mit dem unsinnigen Ansinnen, die Rente auf 75 anzuheben.

Ein Politiker, der seine Hände nicht schmutzig machen muss, der nicht im Dreck wühlt, um für einen Hungerlohn Spargel zu stechen, der nicht täglich schwere Lasten schleppen muss oder bereits um vier Uhr in der Frühe aufstehen muss, um zunächst einmal Zeitungen auszutragen, bevor er sich um 6.00 Uhr auf dem Weg zu seiner zweiten Arbeitsstelle macht. 

Ein Mensch, der nicht nach einem langen und schweren Arbeitstag nach Hause kommt, um sich dann noch um das Abendessen für die Familie zu kümmern und auch noch den Haushalt schmeißen muss.

 

Wie können Menschen - Politiker - die das Wort Arbeit zwar kennen, jedoch niemals im Leben die Anstrengungen einer solchen zu spüren bekommen haben, sich fette Diäten einstecken, mit Sonderzahlungen belohnt werden und jeden Monat genügend Geld einstecken, sich anmaßen, andere Menschen bis 75 Jahre arbeiten zu lassen?

Rentner wird es bald keine mehr geben

Wird das Renteneinstiegsalter weiter angehoben, gibt es in Zukunft wohl keine Rentner mehr. Vielleicht ist aber genau das so gewollt, denn schließlich heißt es auch, die Senioren belasten die Kassen. Sie benötigen Medikamente, benötigen Pflege und, und, und.

Ja, und wenn die braven Erdenbürger, die in Deutschland jetzt schon bis 67 arbeiten müssen, dann auch noch bis 75 arbeiten sollen, hat sich das mit dem Rentendasein doch von alleine gelöst. Schließlich hält kein Mensch, der tatsächlich ARBEITET, dies so lange durch.

Arbeit war sein Leben

Bevor über ein noch paradoxeres Renteneintrittsalter diskutiert wird, sollten sich die Politiker lieber einmal Gedanken darüber machen, wie sie jedem Menschen Arbeit beschaffen können und einen vernünftigen Verdienst obendrein.

Vielleicht sollte der schwedische Ministerpräsident - und nicht nur dieser, auch die deutschen Politiker -  selbst einmal einen Monat hart schuften, für einen Hungerlohn natürlich, damit er zunächst einmal eine gesunde Sicht auf die Dinge bekommt und selbst am eigenen Leibe spürt, wie absurd sein Vorschlag ist, das Renteneinstiegsalter auf 75 anzuheben.

Wie Politiker Politik betreiben
Die Bundespräsidenten-Nominierung zeigt die Polarisierung in der Politik. Wulff - der Versuch eines edlen Lebens und Gauck - gelebte Ethik, ein Mann mit Rückrat. (von Globalissima)
Brisant, brisant - Hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg für seine Doktorarbeit abgeschrieben? Auch im Internet läuft nun die Suche nach "geklauten" ...
Zu Guttenberg wurde als Fälscher entlarvt. Im Verteidigungsministerium hinterließ er ein Chaos. Er ging nach Connecticut und veröffentlichte "Vorerst gescheitert" ...
Rente mit 75 - was halten Sie davon?
KreativeSchreibfee, am 11.02.2012

Kommentare


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rainerinnreiter am 01.04.2012

Die ganze Diskussion rund um die Rente ist meiner Ansicht nach ohnehin grundverkehrt. Derzeit funktioniert die Rente so: Der Staat bestimmt, ab wann man in Rente gehen darf, und dann wird dem Pensionisten "seine" Rente durch Zwangsabgaben finanziert. Weil: Was er in die Pensionsvorsorge einbezahlen musste (natürlich zwangsweise), haben eben jene weisen Politiker bereits längst verschleudert.
Tatsächlich müsste es doch so sein, dass jeder in Rente gehen sollte, wann er es sich leisten kann. Aber in unserer Rundumversorgungsanstalt ist eine solche Vorstellung natürlich ganz furchtbar menschenverachtend - schließlich haben wir ja Anrecht auf das Vermögen anderer Menschen ...

KreativeSchreibfee am 21.02.2012

Danke für eure Kommentare und Meinungen. Wie Androz schon bemerkt hat, lässt sich über dieses Thema viel schreiben aber am Ende bringt es leider nicht viel. Fakt ist, dass zunächst die Bedingungen geschaffen werden müssten, bevor darüber spekuliert wird, wie lange die Menschen arbeiten gehen sollen. Es mangelt doch schon daran, genügend Arbeitsplätze zu schaffen. Ältere Menschen haben es zudem ohnehin schwerer, wieder im Berufsleben Fuß zu fassen.
@Efes, leider werden wir "Normalsterblichen" nicht mit so großzügigen Summen bedacht. Weder für 2 Jahre Arbeit, noch für 50 und daran wird sich auch so schnell nichts ändern, weil die Damen und Herren Politiker niemals freiwillig auf ihre hohen Gehälter und Sonderprämien, Zuschüsse und finanziellen Vergünstigungen verzichten müssen. Dafür gehen sie aber auch gerne noch mit 80 "wackeln", Reisen inklusive und Urlaub auf Kosten der Steuerzahler oder was auch immer hier und da, dann und wann mal wieder ans Licht kommen wird, wenn die Zeit reif dafür ist .
@Hanna, kein Grund sich zu entschuldigen, immer heraus mit der Sprache und Luft ablassen : ) Recht hast du doch mit deiner Meinung.
LG Kerstin

Efes am 21.02.2012

Natürlich auf Deutschland übertragen, wo die Diskussion um ein immer höher werdendee Renteneintrittsalter ja auch ständig geführt wird.

Efes am 21.02.2012

Naja, wenn man einem gewissen Herrn Wulff für knapp zwei Jahre Arbeit, mit 52 eine lebenslange Rente (pardon, "Ehrensold") von 200.000 Euro (!!) gewährt, kann man schon mal darüber nachdenken den einfachen Pöbel bis 75 arbeiten zu lassen …

LG Efes

Hanna am 14.02.2012

Ich möchte doch mal wirklich einen 75 Jahre alten Polizisten oder gar Feuerwehrmann, oder was auch immer sehen! Das geht einfach nicht. Nicht alle Berufe lassen sich bis zu diesem Alter ausführen. Die hälfte der älteren Menschen ist schon mit 50 körperlich nicht mehr belastbar. Ganz zu schweigen von dem Vorsatz überhaupt mal 75 Jahre alt zu werden, das schafft kaum einer bei den Volkskrankheiten!
Verzeiht mir bitte diese Worte.
Ganz liebe Grüße an dich :)

Stehlampen-Petra am 12.02.2012

Ich denke, wer arbeiten möchte sollte nicht in Rente geschickt wenn er noch fit ist .
Ich fürchte, dass es genug Leute gibt, die arbeiten müssen bis sie umfallen, weil sie nur wenig verdient haben. Auffallend ist es, dass oft Berufsgruppen betroffen sind, in denen viel Arbeit für wenig Geld erbracht werden muss. Wer in jungen Jahren nix zurücklegen kann hat die A-Karte wenn er nicht viel verdient. Es ist auch keine Lösung, dass alle nur noch die "sauberen" Jobs machen möchten. Leute in sozialen Bereichen und der Deinsleistung werden auch gebraucht und arbeiten oft zu fast sklavenhaften Bedingungen.

KreativeSchreibfee am 12.02.2012

Teil 2
Wir sprechen heute schon von Altersarmut. Nun sollen die Menschen auch noch bis weit über 60 oder gar 70 arbeiten, wohl wissend, dass sie später, sofern sie das Rentenalter überhaupt erreichen, mit einer mickrigen Rente abgespeist werden. Viele Menschen, die heute arbeiten, können nicht einmal ihren wohlverdienten Jahresurlaub in Anspruch nehmen, weil sie keine kleinen Kinder mehr haben oder überhaupt keine Kinder und somit das Nachsehen haben und den Arbeitnehmern den Vortritt geben müssen, die mit Kindern gesegnet sind. Eine doppelte Bestrafung für all jene, die einen Kinderwunsch hegen, der sich niemals erfüllen wird. Wer arbeitet, sollte auch Urlaub beanspruchen können, wenn ihm danach ist.
Es sind so viele Aspekte, die bei den Überlegungen, ab wann die Menschen in Rente gehen sollen, gar nicht bedacht werden. Wie heißt es doch so schön, nur wer Pausen hat, sich vom Arbeitsstress erholen kann, wird auch kraftvoll und mit Freude seine Arbeit erledigen und der schafft dann auch gern bis weit über 70. Wer will und kann, der sollte arbeiten dürfen, bis er alt und grau ist. Wer nicht kann und früher in Rente gehen möchte, der sollte dies ebenfalls tun dürfen können, ohne dafür mit einer geringeren Rente „bestraft“ zu werden. So jedenfalls sehe ich es.
LG Kerstin

KreativeSchreibfee am 12.02.2012

Ich freue mich über die große Diskussionsfreude zu diesem Thema und muss meine Antwort zunächst einmal teilen, da sie das Zeichen-Limit übersteigt : )
Teil 1.
@Textdompteuse, du sprichst hier genau den Punkt an, der bei all diesen Überlegungen, ob Rente mit 67, 72 oder Rente mit 75, oft nicht mit bedacht wird. Es ist wohl nicht zu bestreiten, dass es Menschen gibt, die in ihrer Arbeit aufgehen, diese mit Freuden machen, die nicht gewillt sind, in den Ruhestand zu treten, weil es für sie an der Zeit dafür ist. Wenn diese Menschen körperlich und geistig - gesundheitlich - in der Lage sind, ihren Beruf weit aus länger auszuüben, dann sollten sie natürlich die Möglichkeit bekommen, dies zu tun. Ebenso sollten jedoch all jene Menschen, die sich nicht mehr fit fühlen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und die einfach ausgelaugt und kaputt sind, die Chance haben früher in Rente zu gehen, um ihren Lebensabend genießen zu können, anstatt den Zwang zu unterliegen, ackern zu müssen, bis sie tot umfallen.
@Alice_Alphabet, deine Argumentation gefällt mir ebenso. Es sind tatsächlich auch die unterschiedlichsten Berufsgruppen ins Auge zu fassen, wenn über das Renteneintrittsalter diskutiert wird. Denn der ausgeübte Beruf ist wohl entscheidend, ob ein Mensch in der Lage ist, in diesem bis zum 67. oder 75. Lebensalter zu arbeiten. Der gesundheitliche Aspekt spielt gleichwohl eine bedeutsame Rolle. Ebenso bin ich der Meinung, dass die Leute, die gearbeitet haben und dies nicht zu wenig, den Anspruch haben, ihre volle Rente zu erhalten, auch wenn sie früher als gesetzlich vorgeschrieben, in den Ruhestand gehen wollen. Es sollte niemals vergessen werden, dass jeder Mensch, der arbeitet genug in die Kassen einzahlt und ebenso später daraus schöpfen dürfen sollte.
@Androz, danke fürs Foto und deinen ebenfalls interessanten Beitrag zum Thema.
@Angela, danke fürs Verlinken :)




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