Schneekugel, Traumkugel: beliebte Geschenke und Souvenirs
Die Schneekugel wurde vor über 50 Jahren erfunden und gehört seitdem zu den beliebtesten Geschenken für Kinder und auch Erwachsene
Die Schneekugel, Traumkugel oder Schüttelkugel wie sie auch bezeichnet wird, findet sich seit inzwischen über 50 Jahren in unzähligen Regalen und auf Fensterbänken wieder. Als Souvenir und Mitbringsel aus dem Urlaub wurde die Schneekugel nicht nur eines der beliebtesten Geschenke nahezu weltweit, es hat auch in der Werbung einen Siegeszug angetreten und Anbieter von Fotogeschenken geben teilweise die Möglichkeit, sich seine eigene Schneekugel zu entwerfen. Selbst Sammler die Tausende Exemplare archivieren gibt es zahlreiche. Erfunden hat die Traumkugel einst Bernhard Koziol oder Erwin Perzy, je nach Sichtweise.
Die Schneekugel – wie alles begann
Winterliche Käferfahrt als Inspiration
Bevor die halbe Welt die kleine, mit Wasser gefüllte Kugel schütteln konnte um darin einen heftigen Schneesturm auszulösen, musste erst einmal erfunden werden – logisch! Wie bei den meisten genialen Einfällen, ist es der Zufall, der hierbei die Hauptrolle spielt und so war es denn auch bei der Erfindung der Schneekugel.
Bernhard Koziol, Firmengründer des gleichnamigen Unternehmens begab sich im Winter 1950 auf eine Autotour durch den Odenwald mit seinem VW-Käfer. Wie es der Winter so an sich hat, ist er nicht unbedingt des Autofahrers bester Freund und das sollte auch für Koziol seine Folgen haben, er blieb in einer Schneewehe stecken. Alleine weit und breit blickte er durch das damals noch kleine ovale Heckfenster seines Käfers, vor dem die Schneeflocken fielen. Dies war offenbar ein Anblick, der Koziol faszinierte und nicht mehr aus dem Sinn ging, zumal dann auch noch Rehe aus dem verschneiten Wald auftauchten. Dieses Bild war, zumindest der Legende nach, Ausgangspunkt für die Erfindung der Schneekugel. Und in der Tat, beinhaltete die erste Schneekugel die hergestellt wurde, eine kleine Winterlandschaft mit Rehen.
Dass die Schneekugel weltweit eine derartige Begeisterung hervorrufen würde und in die Top-Listen der Geschenkartikel ihren Platz finden würde, hätte Koziol seinerzeit vermutlich nicht gedacht und irgendwie ist es ja auch ein unerklärliches Phänomen. Bis heute fertigt und vertreibt die Firma Koziol neben ihren Design-Artikel auch verschiedene Schneekugeln bzw. Traumkugeln. Der Unterschied zu den vom Firmengründer entworfenen Exemplaren ist heute der, dass verschiedene namhafte Designer für die Motive verantwortlich sind und die beschauliche Winterszene mit Rehen, nicht mehr das Hauptmotiv darstellt.
Die Wiener Schneekugel
Hase oder Igel. Wer war wirklich der Erfinder
Bei großen Erfindungen, die entweder Ruhm oder Geld bringen, streiten sich die Nachfahren stets darum, wer nun tatsächlich das Original erfunden hat. Nun lässt sich dies bei der Schneekugel leider nicht so einfach sagen und ist vielleicht auch eine Frage der Definition. So schön die Legende von Koziol ist, es gibt natürlich auch andere die ihren Anspruch anmelden könnten. Streng genommen, lässt sich einige Jahrhunderte zurückgehen.
Bereits Leonhard Thurneysser ein Alchimist des 16. Jahrhunderts, lies eine Glaskugel herstellen, die mit Wasser befüllt wurde und in der kleine Vogelfigürchen schwammen. Gut, eine Schneekugel war das natürlich nicht, doch das Prinzip war das gleiche. Auf der Weltausstellung von Paris 1878 war hingegen eine Kugel ausgestellt, die der heutigen Schneekugel schon deutlich näher kam. In der mit Wasser gefüllten Kugel stand ein Man mit Regenschirm. Ende des 19. Jahrhunderts kam dann der österreichische Werkzeugmacher Erwin Perzy auf die Idee, die Schneekugel nochmals zu erfinden und zwar richtig mit Schneeeffekt. Diese leiß er dann auch gleich patentieren. Auch bei ihm sollte der Zufall eine Rolle gespielt haben, schließlich wollte er für Chirurgen eigentlich eine besonders helle Lampe entwickeln. Dabei nutzte er eine „Schusterlampe“. Sie war dadurch gekennzeichnet, dass sie aus eine mit Wasser gefüllten Glaskolben bestand, durch den der Kerzenschein einer dahinter stehenden Kerze vergrößert wird. Perzy kam auf die Idee, Metallspäne dem Wasser beizumengen, wodurch die Reflexionen verstärkt werden sollten. Beim Anblick der herumwirbelnden Glitzerspäne soll er auf die Idee mit der Schneekugel gekommen sein. Kurzerhand baute er ein kleines Modell der Basilika von Mariazell und setzte sie in eine Kugel mit Wasser, gab etwas Grieß hinzu und Perzys erste Schneekugel war geboren. 1900 gründete er gemeinsam mit seinem Bruder eine Firma, die sich ganz der Produktion von Schneekugeln widmete.
Fazit
Egal ob Koziol oder Perzy die Erfindung der Schneekugel für sich in Anspruch nehmen darf: Als beliebtes Geschenk zu Weihnachten, Ostern oder Geburtstagsgeschenk, als Mitbringsel aus dem Urlaub oder einfach als originelles Geschenk mit lustigen Motiven: Die Schneekugel wird wohl weiterhin ihre Erfolgsgeschichte fortsetzen.











Kommentare
LG
Efes
LG Scully
In der Tat scheint der Kreis derer, die Schneekugeln zu Sammelobjekten machen immer größer zu werden. Die Faszination wie eine relativ einfache Idee einen durchaus auch beruhigenden Effekt erzeugt scheint über Generationen hinweg weiter zu bestehen.
LG
Efes
Vielen Dank für das Lob aus Fachkreisen! Vor allem aber auch Danke für die Zusatzinformationen, die diesen Artikel toll ergänzen!
Liebe Grüße
E.K.
Daumen hoch,
herzliche Grüße,
Immortelle
O.Ton:" Ich vermute, dass der Vorläufer der Schneekugel der bayerische Suppenbrunzer ist.“
Darunter versteht man in der niederbayerischen Region ein religiöses Kunstobjekt, das eine Heiliggeisttaube in einer Glaskugel darstellt. Der offizielle Name diess Objekts heißt denn auch Heiliggeistkugel. Diese hingen im 19. Jahrhundert als Symbole tiefer Volksfrömmigkeit in jedem Haus. Häufig über dem Esstisch, was ihnen in der Region dann den deftigen Namen „Suppenbrunzer“ einbrachte. Denn der heiße Suppendampf setzte sich an der kalten Kugel nieder und das Wasser tropfte in die Suppenschüssel zurück. Das bedeutete dann „ein gesegnetes Mahl“.
LG
Efes
In meinem Besitz befindet sich leider keine Schneekugel.
Sie sind sind zwar ausgesprochen kitschig, aber auch genau so schön.
Mein Daumen reckt sich durch das Schneegestöber
LG
Petra
Viele Grüße
Monika
LG
Efes