Selbstauskunft für Vermieter - Dokumente mit und ohne Sinn

Viele Vermieter verlangen vor der Vermietung eine sogenannte Selbstauskunft von seinem zukünftigen Mieter. Diese Selbstauskunft kann ganz unterschiedlich sein und diverse Fragen enthalten, die Sie als Mieter beantworten sollen.

 

Richtig – sollen, nicht müssen!

 

Es gibt keine rechtlichen Vorschriften, wie so eine Selbstauskunft auszusehen hat. Das bedeutet nichts anderes, als dass jeder Vermieter einen eigenen Fragebogen entwerfen und Ihnen vorlegen kann. Viele Fragen stehen in keinem Zusammenhang mit dem zukünftigen Mietverhältnis und werden trotzdem von vielen Wohnungssuchenden beantwortet.

 

Anhand der Selbstauskunft erstellt der Viermieter ein Profil von Ihnen und kann sich so den für ihn angenehmsten Mieter aussuchen. Der Vermieter sammelt nämlich nicht nur personenbezogene Daten von Ihnen, sondern erkundigt sich auch nach Ihrer finanziellen und nach der wirtschaftlichen Lage.

 

Leider möchten einige Vermieter aber auch noch viel mehr wissen, und überreichen Ihnen eine Selbstauskunft, die Sie wahrscheinlich an Ihre Grenzen bringen wird. Machen Sie sich keine Sorgen, denn Sie müssen nicht alle Fragen beantworten und dürfen sogar falsche Antworten geben, solange die Fragen nicht zulässig sind.

 

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Zulässige Fragen in der Selbstauskunft - Die Rechte des Vermieters

Kein Vermieter hat ein Recht auf eine Selbstauskunft. Sie sind als Mieter also nicht verpflichtet, die Selbstauskunft auszufüllen. Jedoch werden dann die Chancen bei der Wohnungssuche sinken, wenn Sie die Abgabe der Selbstauskunft verweigern.

 

Grundsätzlich gilt jedoch, dass der Vermieter Ihnen nur Fragen stellen darf, die auch mit dem Mietverhältnis in Zusammenhang stehen. Sollen Sie auch andere Fragen in der Selbstauskunft beantworten die nicht mit dem Mietverhältnis zu tun haben, dann dürfen Sie hier sogar ganz offiziell falsche Angaben machen.

 

Zulässige Fragen sind unter anderem:

 

  • Persönliche Daten wie Name, Anschrift, Geburtsdatum usw.
  • Fragen zum Familienstand, Anzahl der Familienmitglieder und der zum Haushalt gehörenden Haustiere
  • Die Frage nach Ihrem Nettoeinkommen und dem Arbeitgeber und ob Sie evtl. ein Insolvenzverfahren eröffnet haben
  • Auch die Frage nach Sozialleistungen ist berechtigt.

Unzulässige Fragen durch den Vermieter - Fakten die den Vermieter nichts angehen

Wundern Sie sich nicht, sondern lächeln Sie lieber, wenn der Vermieter Sie nach folgenden Punkten fragt:

 

  • Sind noch weitere Kinder geplant oder sind Sie gerade Schwanger?
  • Welcher Partei gehören Sie eigentlich an?
  • Welche Nationalität haben Sie und welchem Glauben gehören Sie an?
  • Sind Sie Mitglied im Mieterschutzverein?
  • Welche Hobbys haben Sie und welche Musik hören Sie?
  • Wie oft bekommen Sie Besuch?
  • Welche Krankheiten haben Sie?
  • Sind Sie vorbestraft?
  • Wie hoch sind Ihre Einnahmen insgesamt und wie hoch sind die Ausgaben?

 

Der Vermieter versucht anhand der Daten, die auf der Selbstauskunft eingetragen werden, den für sich am bequemsten Mieter zu finden. In erster Linie soll der neue Mieter Geld haben und zahlungsfähig sein, aber möglichst wenig vom Vermieter fordern und eher pflegeleicht sein.

 

Entscheiden Sie aber immer für sich, was Sie Ihrem Vermieter von sich erzählen möchten, und was er besser nicht wissen sollte.

 

Zusätzliche Forderungen - Ja was denn noch?

Leider kann es auch passieren, dass Sie nicht nur eine mehrseitige Selbstauskunft beantworten sollen, sondern zusätzlich auch noch diverse andere Unterlagen von Ihnen verlangt werden. Manche Vermieter sind hier wirklich sehr einfallsreich und geben sich alle Mühe, möglichst viele Informationen von Ihnen zu bekommen.

 

Lohn- und Verdienstbescheinigung

 

Zusätzlich verlangen viele Vermieter auch noch Ihre Verdienstbescheinigung. Hier ist das Ausmaß oft wie eine kleine Wundertüte. Möchte Vermieter A noch relativ zurückhaltend nur Ihre letzten drei Abrechnungen, so fordert Vermieter B doch schon Einkommensnachweise der letzten 12 Monate.

 

Schufa-Auskunft

 

Auch eine Selbstauskunft der Schufa wird von vielen Vermietern zusätzlich verlangt. Für den Fall, dass Sie diese nicht selbst beschaffen sollen, fordern viele Vermieter von Ihnen eine Einwilligung darüber, dass sie sich eine Auskunft über Sie holen dürfen.

 

Bescheinigung des vorherigen Vermieters

 

Und damit auch wirklich gar nichts mehr fehlt, kommt ganz zum Schluss noch eine Bescheinigung von Ihrem jetzigen Vermieter. Dieser soll Ihnen im besten Fall bescheinigen, dass Sie Ihre Miete immer pünktlich und in vollem Umfang beglichen haben. Dass im Moment keine Mietrückstände bestehen und dass auch nie Mietrückstände bestanden haben.

 

AlexandraMuders, am 27.01.2012
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Bildquelle:
flown / pixelio.de (Organisation beim Umzug – stressfrei in die neue Wohnung)
Kerstin Schuster (MIETER AUFGEPASST! Wohnen im Grünen, mitten in der Stadt, durchaus ...)

Autor seit 3 Jahren
86 Seiten
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