Achtung vor der Selbstbeteiligungsfalle – damit Ihr Wohnmobil-Urlaub nicht doppelt so teuer wird

von kjuhlmann

Der Urlaub mit dem gemieteten Wohnmobil war traumhaft, allerdings getrübt durch einen kleinen Unfall, der den Außenspiegel beschädigt und ein paar Kratzer zurück gelassen hatte.

Wohnmobil - Miete mit Vollkaskoversicherung

Was war geschehen? Der Mann am Schalter des Wohnmobilverleihs war sehr freundlich gewesen. Ein ideales Gefährt für die 4-köpfige Familie war schnell gefunden, Frau und Kinder waren begeistert. Nur noch schnell den Vertrag unterschreiben, und dann konnte es losgehen. Der Vermieter erklärte noch einige wesentliche Dinge zum Gebrauch des Mobils, erzählte auch etwas von Vollkaskoversicherung, wahrscheinlich sagte er auch etwas von 1.000 Euro Selbstbeteiligung, aber da war man mit den Gedanken vielleicht schon unterwegs. Und außerdem fuhr man schließlich seit 20 Jahren unfallfrei, was sollte schon passieren!

Das dicke Ende kam eine Woche später: eine Reparaturrechnung von 978,50 Euro.

Welche Bedeutung hat die Selbstbeteiligungsklausel in Mietverträgen für Kraftfahrzeuge?

So oder so ähnlich werden täglich Tausende von Mietverträgen für PKWs, Transporter und Wohnmobile abgeschlossen, ohne dass sich jemand großartig Gedanken über die Vollkaskoversicherung mit Selbstbeteiligung macht – es sei denn, es handelt sich um solche, die berufsmäßig und daher öfters einen PKW mieten müssen. Vielleicht ist das Wort Vollkasko schon so beruhigend, dass man gar nicht daran denkt, welche Bewandtnis es mit der Selbstbeteiligung hat.
Selbstbeteiligung bedeutet, dass Sie als Mieter/Fahrer bei jedem kleinen oder großen Unfall, den Sie verschulden oder mitverschulden, zur Kasse gebeten werden und zwar bis zur Höhe der vertraglich vereinbarten Selbstbeteiligung, die üblicherweise zwischen 500 und 2.000 Euro liegt. Wenn die Reparaturrechnung unter dieser Grenze liegt, bezahlen Sie alles, wenn sie höher liegt, bezahlen Sie den vereinbarten Selbstbeteiligungsbetrag.
Und bei der heutigen Verkehrsdichte ist ein kleiner Unfall schnell passiert, und es geht hier ja um die sogenannten Bagatellschäden. Oder wenn ein anderer Ihnen einen Schaden zufügt und sich dann aus dem Staub macht, hält sich der Vermieter zunächst an Sie. Oder wie schnell verschätzt man sich mit der ungewohnten Größe bei einem Wohnmobil und eckt irgendwo an. Oder, oder ...

Bildquelle:bluefeeling_pixelio.de

Wie kann man sich gegen die Selbstbeteiligungsfalle schützen?

Seit einiger Zeit, aber noch relativ unbekannt gibt es Versicherungen gegen die Selbstbeteiligung. Das heißt: Sie können eine Versicherung abschließen, die Sie vor den Folgen der Selbstbeteiligungsklausel in Kfz-Mietverträgen bewahrt, indem sie im Schadensfall die eigentlich von Ihnen zu zahlende Selbstbeteiligung übernimmt.

Die Frage ist:

Was kostet eine solche Versicherung und welche Leistungen werden dafür geboten?

Wie immer, wenn eine neue Versicherungsart auf den Markt kommt, dauert es nicht lange, bis die Konkurrenten wach werden. Das führt dazu, dass der Markt recht unübersichtlich ist. Es scheint auch noch keines der üblichen Vergleichsportale zu geben, die Versicherungen gegen Selbstbeteiligung objektiv vergleichen. Daher hier ein paar Ratschläge:

  • Bei PKV-Mietverträgen wird oft die Möglichkeiten angeboten, zu einem höheren Mietpreis die Selbstbeteiligung auszuschließen oder zu verringern. Wenn der Mietpreis sich dadurch (beim Ausschluss) nicht um mehr als 3,5 – 4 % erhöht, ist das in Ordnung. Wenn die Preiserhöhung höher ist, sollten Sie sich um eine separate Versicherung gegen Selbstbeteiligung kümmern.
  • Beim Anmieten von Transportern und Wohnmobilen, gibt es diese Möglichkeit meistens nicht (da der niedrige Mietpreis wesentliches Mittel im Konkurrenzkampf ist). Vereinzelt findet man aber schon Angebote, in denen eine solche Versicherung automatisch mit angeboten wird. Allerdings erschienen diese Angebote dem Autor sehr überteuert und teilweise in ihren Staffelkonditionen recht unübersichtlich und dadurch schwer verständlich.
  • Am besten machen Sie sich im Internet auf die Suche nach günstigen Angeboten. Günstig sind Angebote ab 5,60 - 5,70 Euro pro Tag. Einige Versicherer bieten auch schon Jahrestarife für Viel-Mieter oder Langzeiturlauber ab ca. 60 Euro an.

Informieren Sie sich bei Ihrer Suche auch detailiert über das gesamte Leistungspaket und achten Sie besonders darauf, ob auch solche Schäden, die die normale Versicherung beim Auto- oder Wohnmobil-Vermieter nicht bezahlt (zum Beispiel Reifen, Scheiben u.a.), mit versichert sind.

Wichtig:

Eine solche Versicherung gegen Selbstbeteiligung muss immer vor Auslieferung des Fahrzeugs, besser noch vor Mietvertragsabschluss abgeschlossen werden!

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kjuhlmann, am 23.01.2012
 
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Kommentare


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kjuhlmann am 28.01.2012

Wir haben die Versicherung zum erstenmal auf Empfehlung von Nachbarn bei "Leihwagenversicherung.de" abgeschlossen, die mit der Abwicklung in einem Schadensfall sehr zufrieden waren. Wir selbst hatten gottseidank noch keinen Schadensfall.
LG Klaus

MinaLosa am 28.01.2012

Kannst du da eine Versicherung besonders empfehlen, habt ihr die Versicherung gegen Selbstbeteiligung bei leihwagenversicherung.de abgeschlossen? Auch noch interessant zu wissen: gab es bei euch schon einen Schadensfall, wo diese Versicherung dann gezahlt hat? LG ML

kjuhlmann am 24.01.2012

Hallo MinaLosa! Nicht VIELLEICHT, es gibt sie tatsächlich. Wir haben sie selber schon ausprobiert, problemlos.
LG Klaus

MinaLosa am 24.01.2012

Die Sache mit der Selbstbeteiligung ist so ziemlich das einzige, das mich derzeit noch zurückhält von einem Urlaub mit Wohnmobil. Gut zu wissen, dass es da vielleicht eine Versicherung gibt, nach der man sich erkundigen könnte.

TanjaKant am 23.01.2012

Ja, vielen Dank. Wir werden dieses Jahr wieder mit dem Wohnmobil unterwegs sein.

kjuhlmann am 23.01.2012

Da habt Ihr aber Glück gehabt. Aber auch 300,00 EUR trüben die Urlaubsfreude. In Zukunft wisst Ihr's ja besser. Weiterhin viel Freude!

TanjaKant am 23.01.2012

Oh super, wir sind seit 2 Jahren begeisterte Wohnmobil-Urlauber. Es ist einfach schön, dieses Gefühl von Freiheit....Wir hatten dieses Jahr solch einen Fall, konnten und konnten uns Gott sei Dank so einigen, dass wir 300,00 € zahlen mussten und nicht knapp 1.000,00



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