Sommermädchen 2011. Ende der Bikini-Show

von Efes

Mit Sommermädchen 2011 schickte ProSieben 11 Bikini-Girls in einen Wettstreit um „Kreativität, Kampfgeist, Mut“. Die Busenparade floppte erwartungsgemäß.

Wir, die Fernsehzuschauer oder besser Fernseh- und Werbekonsumenten, haben uns in den letzten Jahren an vieles gewöhnt und sicherlich durch diese Gewöhnung auch dazu beigetragen, dass die Schraube der Geschmacklosigkeit von den Fernsehmachern immer noch tiefer in das ohnehin schon morsche Holz des Unterhaltungsangebots gedreht wird. Was schauen wir uns inzwischen alles an?! Schwabbelige Menschen die in einem gemeinsamen „Containerhaus“ hochintellektuelle Gespräche führen, und sich zwischendurch vor der Kamera duschen. Spannend und lehrreich. Schmutzige aber dennoch geschminkte Damen und geschniegelte Herren, die mit Telefonnummern auf ihren T-Shirts Känguru-Hoden und Kakerlaken verspeisen und hochintellektuelle Gespräche führen. Lecker. Bohnenstangen und angehende Mager-Models die hochhackig in einer für normale Menschen völlig irrsinnigen Art und Weise über den Laufsteg staksen, mit dem Hintern wackeln – und natürlich hochintellektuelle Gespräche führen. Sehr schön. Als müsste das und vieles andere nicht reichen, kam ProSieben bereits 2009 auf die großartige Idee eine Sendung ins Leben zu rufen, bei der noch weniger Hirn, dafür aber noch mehr Oberweite, verpackt in knappen Bikinis, dem Zuschauer geboten wurden. Sommermädchen 2009 war geboren und schon bald auch wieder vergessen. Dann endlich die Neuauflage mit „Sommermädchen 2011“. Nun gut, die Bikinis waren knapp, die Spielchen so, dass das Männerauge genau das sehen durfte, was es angeblich sehen will – bisschen oben wackeln, bisschen unten wackeln, bisschen hüpfen. Dumm nur, dass offensichtlich selbst das Männerauge ganz offensichtlich nicht nur den allerniedersten Instinkten folgt, wie die Programmchefs glauben, sondern dass es evtl. doch ein Minimum an Niveau fordert und dass knappe Bikinis und weibliche Rundungen zwar durchaus Aufmerksamkeit erreichen können, doch das alleine nicht reicht.

Sommermädchen 2011. Endlich Ende

Keine Bikini-Girls und „Strandnixen“ mehr die Langeweile verbreiten

Nachdem schon die erste Staffel der Castingshow „Sommermädchen“ im Jahre 2009 ein absoluter Quotenkiller war, war es kaum verständlich, dass ProSieben 2011 erneut junge „Strandnixen“ (so die senderinterne Bezeichnung) über die Mattscheibe in die Wohnzimmer schickte. Offenbar erhoffte man sich beim Sender gemäß der alten Weisheit „Sex sells“, doch, dass mit der Neuauflage ein größeres, vorwiegend männliches, Publikum angelockt werden könnte. Doch schon die erste Folge lag deutlich unter 10 Prozent Marktanteil und die zweite schaffte es gerade einmal auf 7,7 Prozent. Würden sich manche Sender, die spät abends qualitativ hochwertige Dokumentationen oder Informationssendungen anbieten, damit begnügen, reicht das für ProSieben, der in erster Linie am Verkauf von Werbezeit interessiert ist, natürlich nicht aus. Und das ist in diesem Fall auch gut so, denn so zog der Sender die Handbremse und bereitete den Sommermädchen ein schnelles Ende und verbannte sie nach nur zwei Folgen aus dem Abendprogramm. Doch damit ist mit den Bikini-Mädchen noch nicht ganz Schluss. In den restlichen, deutlich gekürzten Folgen, wackeln die „Strandnixen“ nun freitags um 16.00 Uhr mit den teils „operativ optimierten“ Brüsten. Stellt sich nur die Frage weshalb schon zu dieser frühen Stunde. Rechnet man damit, dass die Jugend noch blöder ist und man hier vielleicht die entsprechende Zielgruppe findet? Möchte man denjenigen, die zwangsweise zuhause sind unterstellen, sie seien blöd genug für diesen Unfug? Oder versucht man ganz einfach möglichst frühzeitig das junge Publikum auf niedriges Fernsehniveau einzustellen, damit die Ansprüche später nicht zu hoch sind? Fragen, auf die man sich nicht wirklich traut eine Antworte zu geben.

Foto: ProSieben

Mit der Bikinishow „Sommermädchen 2011“ begibt sich ProSieben erneut in die tiefsten Abgründe der Fernsehunterhaltung.
Striptease, Tabledance, Gogos und das laszive Turnen an der Stange (Pole Dance) kennt heute jeder, ob es ihm gefällt oder ob er es eher abstoßend findet. Doch was ist Burlesque?

Endlich weg mit den Bikinis

Nach dem Ende von Sommermädchen wird’s bedingt niveauvoller

Auf das Ende der Sommermädchen 2011, bzw. deren Verbannung auf Freitag nachmittags folgen am Donnerstag Abend unterschiedliche Angebote, die das Niveau aber nur bedingt heben. Zunächst folgen Spielfilme, die allesamt dem romantischen Genre angehören und Titel wie "27 Dresses", "Mitten ins Herz – Ein Song für dich" und "Lovewrecked – Liebe über Bord“ haben. Mitte August folgt "Galileo Big Pictures" mit den "extremsten Bilder der Welt", wieder einmal ein Superlativ, der Schlimmstes erahnen lässt und wohl, wie so oft, eine reine Effekthascherei sein dürfte, doch wir wollen ja nicht vorurteilen.

Ab 25. August soll dann die neue Comedysendung mit Sonya Kraus und Simon Gosejohann laufen, die der Sender schon länger angekündigt hat. Titel der Sendung: "Die große Comedy Party“. Bleibt zu hoffen, dass die unterhaltsamer wird als dümmliche Spielchen mit dümmlichen Damen, in einer dümmlichen Show, die mit dümmlichen Kommentaren moderiert wird.

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Sommermädchen 2001 abgesetzt

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Reality Shows im TV

Was soll man davon halten?
Nach sieben Jahren ist es nun vorbei mit der idyllischen Bergesruhe. So genannte Promis suchen den Weg durch den Mist ins Rampenlicht.
Ich bin ein Star doch keiner weiß es! Verzweifelte Nonames versuchen wieder einmal über das Dschungelcamp von RTL schnelles Geld zu verdienen.
Weniger Fett, ein straffer Po, größere Brüste und neue Frisur. Die Reality-Doku „Extrem schön“ auf RTL2 macht’s möglich. Lebenshilfe oder Seelen-Prostitution für die Quote?
Efes, am 04.08.2011
 
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Kommentare


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Efes am 27.10.2011

Klares Satement.

Bibi am 27.10.2011

Gott sei Dank!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Efes am 10.10.2011

Keine Sorge, du versäumst nichts, auch wenn es neben solchen Schauerlichkeiten wie Sommermädchen, Die Alm. u.ä. durchaus auch einige gute Formate im Fernsehen gibt.

Federspiel am 09.10.2011

Seit vielen Jahren schon habe ich keinen Fernseher mehr, und manchmal überfällt mich eine akute Angstattacke, ich könnte dadurch doch etwas versäumen. Aber wenn ich dann so etwas lese, bin ich wieder ganz beruhigt! ;-)

Efes am 17.08.2011

Oder noch besser Pagewizz-Autor werden, das ist sinnvoller!

BigM. am 17.08.2011

Puh, endlich vorbei! UNd wer Freitag nachmittags nichts besseres zu tun hat, soll's hat gucken......

Efes am 05.08.2011

Harte Worte, die aber genau in Schwarze treffen. Vielen Dank für deinen Kommentar.

Lena am 05.08.2011

Solche Sendungen werden immer angeführt wenn's darum geht den Männern zu unterstellen sie wollten immer nur "das Eine". Genauso gut könnte man aber auch den Frauen Blödheit unterstellen, dass sie sich für solch einen Müll hergeben! Aber beides stimmt nicht: Offensichtlich gibt es nur wenige Männer die sich solch einen Schwachsinn anschauen, und zum Glück auch nur wenige Frauen die nicht nur zeigen was sie haben, sondern vor allem zeigen was sie nicht haben: HIRN!!

Gruß
Lena

Efes am 05.08.2011

Vielen Dank! Oh ja, Fremdschämen können wir uns über manches im Fernsehen. Aber noch viel entspannender ist es, anstatt sich für andere zu schämen einfach abschalten :-)

saarpfalz24 am 05.08.2011

Na bei solchen Sendungen kann man das fremd schämen perfektionieren. Man kann doch immer wieder über die Menschheit staunen. Schöner Bericht, klasse geschrieben, Daumen hoch.




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