"Verzeih mir, dass ich so kindisch gewesen bin!"

Entschuldigung sagen - was man beachten sollte:

  • Eine Entschuldigung sollte freiwillig geschehen, nicht deshalb, weil man sich dazu gezwungen oder verpflichtet fühlt. Sie sollte immer ernst gemeint, niemals nur oberflächlich sein.

  • Ein bisschen Fähigkeit zur Selbstkritik ist nötig: Wer sich entschuldigt, sollte ehrlich sein (mit dem anderen und mit sich selbst), keine Ausreden und Ausflüchte benutzen.

  • Wer sich entschuldigt, sollte die Worte auch tatsächlich aussprechen: "Entschuldigung!", "Verzeih' mir bitte!", "Es tut mir leid!"

  • Wenn es möglich ist, sollte man die Chance nutzen, um einen Fehler oder eine Unterlassung wieder gut zu machen: Die Situation bereinigen, Versäumtes nachholen, Schulden begleichen, sein Verhalten ändern, es in Zukunft besser machen. 

  • Wird die Entschuldigung vom anderen akzeptiert, sollte man auch selbst mit der Angelegenheit abschließen können und die Vergebung akzeptieren. 

  • Schuldgefühle und Selbstverurteilung helfen niemandem: Im Gegenteil, die übertriebene Demonstration von Schulgefühlen kann den anderen sogar noch zusätzlich unter Druck setzen. Die Psychologen Doris Wolf und Rolf Merkle schreiben auf ihrer Website: "Sie haben getan, was Sie für richtig hielten und wozu Sie zu dem Zeitpunkt körperlich und psychisch fähig waren. Wenn Sie es heute anders sehen, dann können Sie sich heute anders verhalten. Damals waren Sie noch nicht so weit." (Quelle: "Schuldgefühle loslassen - sich vergeben")

"Es tut mir leid!" - 5 Wege, um Entschuldigung zu sagen

  1. Das persönliche Gespräch mit dem Menschen suchen, den man verletzt oder geschädigt hat: Ehrlich sein, den eigenen Fehler eingestehen, das Fehlverhalten erklären. Die Anwendung der Giraffensprache kann dabei eine wertvolle Hilfe sein. Ebenso wichtig wie die eigenen Worte: Auch dem anderen zuhören

  2. Eine schriftliche Entschuldigung formulieren, eine Karte oder einen Brief schreiben. Papier ist geduldig und in schwierigen Situationen fällt es oft leichter, die eigenen problematischen Gefühle schriftlich auszudrücken. Gerade dann, wenn man jemanden verletzt oder gekränkt hat und der Geschädigte abweisend reagiert, kann eine schriftliche Entschuldigung angebracht sein. Wir vergrößern damit unsere Chancen, vom Empfänger überhaupt "gehört" zu werden.

  3. Gerade in formellen und eher unpersönlichen Situationen, in denen es lediglich um kleinere Fehler geht, kann das Verschenken eines Blumenstraußes eine nette Entschuldigungsgeste sein. Wichtig dabei: Die Blumensprache beachten. 

  4. Bei kleinen Fehlern, Patzern und Schusseligkeiten im persönlichen Umfeld reicht oft schon die Botschaft: "Sorry!" Man kann sie z.B. durch eine nette Grußkarte übermitteln, mit einer Tafel Schokolade, einem selbstgebackenen Muffin, ...

  5. Eine Entschuldigung durch eigenes Engagement begleiten: Etwas Nettes für den Geschädigten tun, Zeit aufwenden - zum Beispiel einen Kuchen backen, der anderen Person eine Arbeit abnehmen, ein Geschenk basteln ... Damit signalisiert man: "Ich habe mir für dich Mühe gegeben." "Du liegst mir am Herzen." "Die Beziehung zu dir ist mir wichtig." "Ich möchte dir eine Freude machen." Wichtig: Dem anderen bewusst etwas Gutes zu tun, bedeutet nicht, dass man sich durch Geschenke von seiner Schuld "freikaufen" kann. 

Wie man eine Entschuldigung nett und herzlich überbringen kann

(Vorsicht: Humor sollte man nur in persönlichen Situationen einsetzen und auch nur dann, wenn es um kleinere Fehler geht und man den Geschädigten gut kennt. Eine ernst gemeinte Entschuldigung kann dadurch nicht ersetzt werden.)

  • Einen tierischen Boten vorschicken: Dem eigenen Haustier ein selbstgemaltes "Sorry!"-Schild um den Hals hängen und es damit fotografieren

  • Ob E-Card oder "echte Post": Eine Karte mit einem niedlichen Tierbild als Motiv wählen und den Empfänger so ein wenig milder stimmen - es ist nachgewiesen, dass Bilder von Tierbabies auf die meisten Menschen eine besondere Wirkung haben

  • Keine gekaufte Grußkarte im Postkartenformat verwenden, sondern selbst eine extragroße Entschuldigungskarte gestalten - das übermittelt die Botschaft: "Eine normale Entschuldigung ist mir für dich nicht gut genug!"

  • Eine hochwertige Tafel Schokolade oder Pralinen verschenken und so eine bittere Situation etwas "versüßen": "Wegen mir bist du sauer - das will ich wieder gutmachen!" "Sei nicht bitter - es tut mir von Herzen leid!"

  • Eine Grußkarte wählen, die das Foto eines trotzigen Kindes zeigt - oder noch besser, wenn vorhanden: Ein eigenes entsprechendes Kinderfoto beilegen. "Tut mir leid, dass ich so kindisch gewesen bin - soll nicht wieder vorkommen!"

  • Wiedergutmachung anbieten: "Du hast etwas gut bei mir - wie kann ich meinen Fehler wieder ausbügeln?" Dem Empfänger entsprechende Auswahlmöglichkeiten zum Ankreuzen bieten. Beispiele: Helfe dir beim Aufräumen - Repariere den Schaden - Lade dich zum Mittagessen ein - Ersetze dir den Schaden, ...

  • 10 (oder mehr) Dinge auflisten, die man am anderen besonders mag - und die Nr. 10 lautet: "Dass du mir immer wieder verzeihst, wenn ich mich daneben benommen habe."

Michaela, am 10.06.2014
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