Verkehrserziehung im Kindergarten rettet Leben
von Nicola_Duelk
Täglich verunglücken Kinder auf Deutschlands Straßen, manche davon sogar tödlich. Verkehrserziehung im Kindergarten kann das Leben Ihres Kindes retten!
Tödlicher Gehorsam - die Gefahr im Straßenverkehr
Warum Verkehrerziehung im Kindergarten so wichtig ist
Die Zahlen sind erschreckend: allein 2010 sind 28.624 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr verunglückt. Davon 109 tödlich. Im Klartext bedeutet das, pro Tag verunglücken 79 Kinder auf Deutschlands Straßen. Die Frage nach der Ursache hat mir Polizeihauptkommissar Ronald Krause, beantwortet. Im Rahmen der Verkehrserziehung im Kindergarten meiner Tochter erklärte er, dass die Hauptursache falsche oder keine Verkehrserziehung bei Kindern ist. Als Mutter fand ich das empörend, Tatsache aber: er hat Recht!
Nachdem die Stadt Krefeld verstärkt Straßenverkehrsunfälle mit Kindern analysiert hat, wurde klar: nicht alleine der „böse“ Autofahrer trägt immer die Schuld. Auch das falsche Verhalten der Kinder trägt oft die Hauptschuld an Verkehrsunfällen. Gerade zu den Stoßzeiten, morgens, mittags und nachmittags steigt die Unfallgefahr rasant an.
Verkehrserziehung im Kindergarten – mit den Eltern
Die Stadt Krefeld hat in Sachen Verkehrserziehung im Kindergarten viel getan. Bereits Vorschulkinder werden hier für den Straßenverkehr fit gemacht. Aber nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern werden in die Pflicht genommen und müssen an drei Nachmittagen, zusammen mit den Kindern die Verkehrserziehung im Kindergarten besuchen. Ein Nachmittag dient der Information ohne Kinder. Hier erfahren Sie auch was tödlicher Gehorsam ist. Die beiden anderen Nachmittage haben es in sich, denn hier wird praktische Verkehrserziehung in Begleitung eines Bezirksbeamten durchgeführt.
Vorübungen zur Verkehrserziehung im Kindergarten
Kinder werden oft überschätzt, denn sie besitzen weder die Logik, noch den Weitblick, Gefahrensituationen zu erkennen. Sie handeln spontan, wie beim tödlichen Gehorsam zu sehen ist. Was aber können Sie tun, um Ihr Kind zu schützen. Schon vor der Verkehrserziehung im Kindergarten „dressieren“ Sie ihr Kind im Straßenverkehr. Der Ausdruck mag etwas hart klingen, trifft aber dem Kern.
Schon mit drei Jahren können Sie Ihrem Kind wichtige Grundregeln beibringen. Wie zum Beispiel Bordstein = Stopstein. VOR dem Bordstein wird IMMER angehalten, liebe Eltern, auch wenn die Straße aus Ihrer Sicht frei und eine Ampel grün ist. Ab fünf Jahren etwa können Kinder schon mit Verstand an den Straßenverkehr herangeführt werden. Wie zum Beispiel durch die Verkehrserziehung im Kindergarten, zusammen mit den Eltern. Erst mit acht Jahren ist ein Kind soweit, dass es als Fußgänger die Gefahren erkennen kann.Was nicht bedeutet, dass tödlicher Gehorsam und spontane Reaktionen der Vergangenheit angehören.
Tödlicher Gehorsam ist wortwörtlich gemeint. Ein Kind, das von einem Autofahrer über die Straße gewunken, oder von anderen Kindern über die Straße gerufen wird, gehorcht prompt. Es läuft, ohne nach beiden Seiten zu schauen, plötzlich auf die Fahrbahn. Tödlich, wenn dann gerade ein Auto vorbeifährt.
Verkehrserziehung im Kindergarten
Spielerische Verkehrserziehung für die ganze Familie
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Warum Sie niemals ein Kind über die Straße winken sollten
Verkehrserziehung im Kindergarten – auch Erwachsene lernen
Bei der Verkehrserziehung im Kindergarten lernen Erwachsene, eine wichtige und auch logische Regel. Winken Sie als Autofahrer niemals ein Kind über die Straße, denn Sie wissen nicht ob der Motorradfahrer, oder Radfahrer hinter Ihnen auch stehen bleibt. Andere Verkehrsteilnehmer können das Kind, das Sie über die Straße winken übersehen haben. Schlimmstenfalls ist genug Platz für ein weiteres Auto, das durchfährt.
Bringen Sie dagegen Ihrem Kind bei, dass es Autofahrer immer durchwinkt, bis die Straße frei ist. Nicht jeder Autofahrer begreift das sofort, aber verlieren Sie nicht die Geduld.Es gibt viele Regeln im Straßenverkehr, eine frühe Verkehrserziehung im Kindergarten ist daher sinnvoll. Doch nicht nur der Kindergarten, auch Sie als Eltern, Großeltern oder Onkel, Tante und Freunde sind gefragt. Die Verkehrserziehung muss einheitlich sein. Nur so lernt das Kind, das richtige Verhalten.
Quelle Unfallzahlen: Statistisches Bundesamt
http://www.destatis.de/
Verkehrsunfälle - Fachserie 8 Reihe 7 - Dezember 2010 (PDF / 494 kB)
Lesen Sie hier weiter....
Ein besonderes Feedback der Polizei aus Krefeld zum Thema Verkehrserziehung im Kindergarten
Veröffentlicht mit Genemigung des Verfassers
E-Mail vom: 14.06.2011
Hallo Frau Dülk,
mit Freude habe ich den Artikel von Ihnen gelesen und finde, sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Sie sprechen mir aus dem Herzen und ich bin der Meinung Sie haben genau das erkannt, was wir Bezirksbeamte in Krefeld erreichen wollen.
Wir werden auf jeden Fall weiter dafür kämpfen, die Verkehrsunfälle mit den kleinen Kindern in unserer Stadt zu reduzieren. Wir brauchen aber dafür die Unterstützung der Erwachsenen bzw. der erwachsenen Bezugspersonen.
Mir hat das Training auch mit Ihrer Tochter sehr viel Spaß bereitet. Wobei man sagen muss, dass die Gruppe an sich recht gut war.
Falls Sie noch etwas zur Verbesserung innerhalb der 3 Phasen (Elternrunde, 1. Begehung, 2. Begehung) vorschlagen können, wäre es mir sehr wichtig, wenn Sie mir das melden würden.
Ich bin für jede Anregung dankbar, weil ich selber weiß, dass man auch mit der Zeit etwas betriebsblind werden kann.
alles Gute auch weiterhin für Sie und Ihre Lieben,
Ihr
Polizeihauptkommissar Krause, Ronald
Polizeipräsidium Krefeld
Tel.: 02151xxxxxx
Bezirksdienst
zuständig für den Bezirk 16
Mail: xxxxxxxxxxxxx




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Haben Sie Fragen oder Anregungen zum Thema, oder möchten Sie Ihre Erfahrungen gerne anderen mitteilen, dann finden Sie hier ausreichend Platz.
Danke Monika Hermeling für Deinen Kommentar.
Ich kann dir da nur beipflichten. Meine Kinder haben Gott sei Dank (noch) soviel Selbstbewusstsein, dass sie auch mit anderen Erwachsenen schimpfen, wenn diese Fehler machen. Und das ziemlich laut :D
Ich habe oft beobachtet, das Eltern eine Verkehrserziehung bedurften. Kinder sind verunsichert, wenn sie die Regeln kennen und von Erwachsenen überredet werden, jetzt mal schnell mit über die Straße zu kommen.
Vielen Dank für das Feedback.
Es freut mich immer wieder zu lesen, dass das Thema doch sehr ernst genommen wird.
Aus meiner Zeit in der ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit sowie aus der Zeit es Zivildienstes weiß ich, wie wichtig dieses Thema ist. Leider verlassen sich viele Eltern sogar ganz explizit darauf, dass der Kindergarten das schon richtet, mit dem Verkehrsverhalten. Aussagen wie "Mama macht das auch so", nachdem ich Kinder davon abhalten musste, einfach über die Hauptstraße zu rennen, waren keine Seltenheit... Erschrenkend. Aber wahr.
Ein guter, leider allzu wichtiger Beitrag.
Danke Dir Marcus,
freut mich das der Artikel Dir gefällt. :-)
Hallo Nicola! Da hast du ein super wichtiges Thema aufgegriffen und schön geschrieben! :-)
Danke Euch für Eure positive Kritik.
@Mauserl, deshalb finde ich die Idee, Eltern direkt mit einzubeziehen echt klasse. Das tolle daran ist, wenn die Eltern nicht teilnehmen, dürfen die Kinder nicht mit auf die Trainingsnachmittage. Der Infonachmittag ist Pflicht und Voraussetzung, dass die Kinder teilnehmen dürfen.
Und welche Eltern wollen sich schon den Unmut der Kinder zuziehen, weil sie nicht da waren.
Es gibt nach dem Abschluss übrigens eine Urkunde für die Teilnahme.
Erwachsene sind das größte Vorbild! Aber wenn man den Straßenverkehr beobachtet, gibt es gerade hier ein großes Defizit!
Super Artikel! Meine Kinder haben auch schon im Kindergarten eine gute Verkehrserziehung erhalten. Aber auch so mancher Erwachsener sollte in dieser Hinsicht richtig erzogen werden, denn Kinder ahmen viel zu schnell nach und rennen eben auch bei rot über die Ampel oder rasen mit dem Fahrrad quer über den Zebrastreifen.
Sehr guter Artikel,
meine Kinder sind schon älter, aber auch zu ihrer Kindergartenzeit war Verkehrserziehung schon ein wichtiges Thema.
Schön, dass auch inzwischen die Eltern mit einbezogen werden. Das gab es vor etwa 15 Jahren noch nicht.
VG
Petra