Die Doktorarbeit des Freiherrn zu Guttenberg sorgt für großes Aufsehen - Vorwurf: Plagiatsbetrug

Die Doktorarbeit des Freiherrn zu Guttenberg sorgt für großes Aufsehen

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wird vorgeworfen, in seiner Doktorarbeit mehrere Textstellen "abgeschrieben" zu haben. Mehr noch, als bisher bekannt wurde.

So - laut "Spiegel Online" - soll zu Guttenberg u.a. einen Absatz verwendet haben, der auf der Webseite der US-Botschaft zu lesen war.

 

Doch auch Satzpassagen aus einer Rede von Gerhard Casper - Jura-Professor - soll der Verteidigungsminister in seiner Niederschrift mit einfließen haben. Stimmt es tatsächlich?

Theaterkritikerin Klara Obermüller - lt. Welt Online - soll ebenfalls ein "Plagiat-Opfer" sein. Immerhin hat zu Guttenberg 86 Zeilen aus ihren "geistigen Gedankengut" gestohlen, um es deutlich auszudrücken.   

Wessen niedergeschriebene Gedanken hat sich der Herr Verteidigungsminister noch "unter den Nagel" gerissen? 

Fakt ist: Der Plagiatsvorwurf gegen den Verteidigungsminister könnte durchaus ernst zu nehmende Folgen haben. Immerhin genießt zu Gutenberg als Politiker und Aristokrat ein hohes Ansehen, welches gleichermaßen ebenso mit Vertrauen verbunden ist. Letzeres könnte zu Guttenberg durch diese schweren Vorwürfe sehr schnell verspielen. Ist das Vertrauen erst einmal dahin, wird es für ihn schwer werden, seine Reputation wiederherzustellen.

Es wurde sogar auf einer Plattform dazu aufgerufen, an der "Dokumentation der Plagiate" mitzuarbeiten. Jene Seite wurde scheinbar so sehr beansprucht, dass sie plötzlich nur noch im schreibgeschützten Modus aufgerufen werden konnte. So wurde zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere Internetseite ins Leben gerufen, in der die "Plagiat-Recherche" fortgesetzt werden kann.

Suchen auch Sie mit nach Plagiaten im Internet?

"Jeder ist eingeladen, an der Dokumentation der Plagiate mitzuarbeiten" heißt es auf dieser Seite offiziell. Ebenso kann in der Diskussionsrunde kräftig mitdiskutiert werden.

Im Übrigen wird auf der neuen Internetseite ausdrücklich darauf hingewiesen, dass jene Aktion "absolut nichts mit einer politischen Ausrichtung" zu tun hat, auch handelt es sich weder um eine persönliche "Schmutzkampagne", noch um ähnliches. Lesen Sie hier weiter: DISCLAIMER

Politiker, Verteidigungsminister, Freiherr zu Guttenberg - Fußnoten - zu Guttenberg
Fußnoten
Karl-Theodor zu Guttenberg - Aristokrat, Polits...
Verfassung und Verfassungsvertrag: Konstitution...
Was sagen Sie zum Plagiatsvorwurf des Verteidigungsministers?
KreativeSchreibfee, am 17.02.2011

Kommentare


TextTakte am 03.03.2011
Mal ganz abgesehen davon, dass ich keinesfalls finde, dass es sich bei Diebstahl geistigen Gutes um "Kleinkram" handelt, stelle ich schon seit Tagen eine andere Frage, die mir auch die Guttenberg-Befürworter bisher nicht beantworten können: Wo genau liegen eigentlich die politischen Verdienste des Herrn zu Guttenberg, von denen immer wieder gesprochen wird? Ich konnte noch keine finden ...
Christine am 03.03.2011
Ich weiß nicht, mir kommt das alles sehr sehr aufgeblasen und ein wenig seltsam vor. Ich kenne Herrn Guttenberg nicht, aber soweit ich informiert bin, hat er seinen Job als Verteidigungsminister gut gemacht und war recht beliebt bei seinen Leuten. Was hat das denn damit zu tun, dass er bei seiner Doktorarbeit geschummelt hat? Jeder macht Fehler, und jeder sollte die Chance erhalten, sich zu rehabillitieren. Ich sage nur "Keiner werfe den ersten Stein". Was die letzen Wochen abging, war doch eher eine Schlammschlacht zwischen "Bild" und "Spiegel", bei der Guttenberg als Spielball gerade recht kam. Ich denke, man unterschätzt den Stress, dem Guttenberg ausgesetzt ist. Für weniger könnten Menschen sich etwas antun. Auch wenn das eine recht unpopuläre Meinung ist: ich gehe mit Simon konform und finde, man macht hier aus einer Mücke einen Elefanten.
Visitor1001 am 23.02.2011
Unser Land lebt von den geistigen Leistungen seiner Bewohner, Bodenschätze haben wir kaum. Dieses wertvolle Gut gilt es daher zu schützen, man muß sich an Regeln halten, die man spätestens in der Oberstufe lernt. Ansonsten wäre unser ganzes Bildungssystem eine Groteske. Wer diese nicht einhalten kann, gehört nicht in den Bundestag. Schon gar nicht darf diese Person Entscheidungsträger der Bundeswehr sein. Seine Fans sollten mal darüber nachdenken, was sie sagen würden, wenn Ihnen aus dem Garten die Äpfel vom Baron gestohlen würden.
TextTakte am 22.02.2011
Wahre Worte, die Ihr schreibt! Und die Tatsache, dass er seinen Fehler "einräumt" und das von seinen "Fans" als sympathisch ausgelegt wird, schlägt dem Fass den Boden aus. Der Mann ist ein Dieb, auch wenn er nett gucken kann. Er ist in die Tresore geistigen Eigentums eingestiegen, um sich deren wertvollstes Gut zu nehmen. Darauf muss Bestrafung folgen! Ein Bankräuber, der den Tresor ausräumt, kann schließlich auch nicht sagen:"Ich geb meine(n) (Doktor) Beute zurück. Das ist doch nett, also habt mich wieder lieb, ja?" Eine Groteske, diese Geschichte!
KreativeSchreibfee am 22.02.2011
So wie es scheint, wird der Herr Baron wohl kaum an eine politische Auszeit denken. Er hat zu viele Sympathisanten hinter sich, die ihn ermutigen und bestärken, ihn den Rücken freihalten und ihn in den Himmel loben. Der "noble" Verzicht auf den Doktortitel kommt in meinen Augen schon einem "Schuldeingeständnis" gleich. Wenngleich er auch immer noch den Unschuldigen mimt, so denke ich, sprechen doch die zahlreichen Plagiate, welche unterdessen gefunden wurden, eine ganz andere Sprache. Er gibt zu, Fehler gemacht zu haben, bittet sogar noch um Entschuldigung. Ein Arzt, der einen Kunstfehler begeht, kann doch auch nicht sagen: Tut mir leid Leute, ich bin jung und überarbeitet, meine Familie stresst mich und nebenher bin ich der Einzige der hier operieren darf... oder so ähnlich.
KreativeSchreibfee am 20.02.2011
Sicherlich stimmt es, wie Simon meint, dass andere Politiker durchaus auch Dreck am Stecken haben, der weit aus „heftiger“ ist. Dennoch - und da stimme ich TextTakte und Moni zu - kann es nicht sein, dass die Plagiats-Affäre des Verteidigungsministers heruntergespielt werden sollte. Ganz gleich, ob er seine Doktorarbeit selbst verfasst hat oder hat schreiben lassen. Fakt ist doch, dass er als Politiker doch ebenso eine Vorbildfunktion hat. Würde die ganze Geschichte einfach „unter den Tisch gekehrt“ und er nicht zur Rechenschaft gezogen werden, würde doch in diesem Staat etwas vollkommen verkehrt laufen. Jeder kleine Autor, der in irgendeiner Form des Plagiatsraubs bezichtigt wird, wird für dieses „Vergehen“ in der Luft zerrissen. Weswegen sollte dann ein Herr mit Rang und Namen ungestraft davon kommen?
schreibmaus am 20.02.2011
@Simon - ich denke auch, dass es ein "schlimmes Vergehen" ist, wie TextTakte bereits schreibt, natürlich sage ich nicht, dass er deswegen gleich auf die Straße gesetzt werden sollte, aber Strafe muss einfach sein - es reicht meines Erachtens nach nicht aus, den Titel für die "Diskussionszeit" niederzulegen - stellen wir uns doch nur einmal vor, dass ein Arzt seine Doktorarbeit "kopieren" würde, der würde sofort seine Lizenz verlieren.... LG Moni
TextTakte am 20.02.2011
@ Simon: Sorry! Aber ich finde durchaus, dass geistiger Diebstahl ein schlimmes Vergehen ist. Und wenn Herr zu Guttenberg jetzt macht, was er macht, dann tut er das auf der Grundlage eines Diebstahls. Würde jetzt herauskommen, dass er früher Banken überfallen hat, wäre er weg vom Fenster. Ein Plagiat aber soll "kein wirklich schlimmes Vergehen" sein.



Bildquelle:
Fotografie Kerstin Schuster (Jahresrückblick 2012 - was im Jahr des angeblichen Weltuntergangs a...)
La-Liana / pixelio.de (Warnungen vor Reisen ins konfliktreiche Ausland)

Autor seit 3 Jahren
275 Seiten
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