Schon meine Hebamme im Geburtsvorbereitungskurs hat uns vor Sonnencremen gewarnt, und vorgeschlagen, die Kleinen lieber langärmlich zu kleiden, bzw. im Schatten zu bleiben. Solange die Babys nicht mobil ist, ist das ja noch ziemlich einfach. Werden die Kinder aber größer, halten die sich halt doch nicht an schattige Plätzchen, und als verantwortungsvolle Mutter schmiert man seinen Nachwuchs natürlich dann doch irgendwann ein. Dann kam die nächste Warnung von unserem Heilpraktiker, der auch vor chemischen Sonnenschutzmitteln warnte. Man solle auf mechanische Filter zurückgreifen. Allerdings ist das schon eine Zumutung, da diese nicht nur das Kind weiß machen, sondern auch alles, was mit diesem in Berührung kommt. Also eben doch die Sonnencreme mit Faktor 50 gekauft, und fleißig draufgeschmiert. Jedoch erhalte ich in letzter Zeit immer mehr kritische Berichte von verschiedenen Blogs und Newslettern, die eben auf die Gefahren von Sonnenschutzmitteln vermehrt hinweisen. Jetzt möchte ich es genau wissen.
Verursachen Sonnenschutzmittel Krebs?
von susivital
Sollen Sonnenschutzmittel womöglich Krebs verursachen, statt uns davor zu schützen? Die Hinweise verdichten sich.
Wie funktionieren Sonnencremes?
Bei den Sonnencremes muss man zwei Funktionsweisen unterscheiden: die chemischen und die mineralischen Filter.
Bei den mechanischen Filtern wird ein Sonnenschutz dadurch erreicht, dass Inhaltsstoffe wie Titan-, Zink- oder Magnesiumoxid die Sonnenstrahlen reflektieren. Der Schutz besteht sofort nach dem Eincremen. Sonnencremen mit mineralischen Filtern sind besonders gut für empfindliche Haut und für Kinder geeignet. Jedoch werden diese wohl jetzt auch mit Nanopartikeln hergestellt, es jedoch keine Kennzeichnungspflicht besteht.
Die Sonnencreme mit chemischen Filtern dringen in die Haut ein, und wandeln die UV-Strahlen der Sonne in Wärme um. Die Creme braucht einige Zeit, um in die Haut einzudringen, so dass ein effektiver Sonnenschutz erst nach ca. 30 Minuten besteht. Treffen die UV-Strahlen nun auf die entsprechende Hautschicht, laufen chemische Reaktionen ab, bei denen Spaltprodukte entstehen. Spaltprodukte können zum Einen mit Hautzellen reagieren und so zu allergischen Reaktionen führen, zum Anderen sind einige Spaltprodukte auch gesundheitsschädigend, und stehen auch im Verdacht, krebserregend zu sein.
Bedenkliche Inhaltsstoffe in Sonnenschutzmitteln:
Chemische Filter:
Den Stoffen Octyl-Methoxycinnamate, 4-Methylbenzylidene Camphor, Benzophenon1-4, Homosalate, Octyl-Dimethylpaba und Ethylhexyl Methoxycinnamate wurde nachgewiesen, dass sie hormonaktiv wirken und zum Teil erbgutverändernd sind. Chemische UV-Filter können in der Muttermilch nachgewiesen werden. Offiziell sind die Mengen jedoch scheinbar zu gering, um gesundheitliche Schäden hervorzurufen.
Oxybenzon gilt als starker Allergieauslöser und in Kombination mit Mineralölen kann es zum Wärmestau kommen, was sich als sog. Mallorca Akne äußert.
Synthetische Konservierungsmittel und Duftstoffe, Emulgatoren wie Polyethylenglykole (PEG) sowie Mineralöle sind ebenfalls keine empfehlenswerte Inhaltsstoffe.
Allerdings macht es uns die Deklaration nicht gerade leicht. Die kaum verständlichen Inhaltsstoffe auf den Tuben bringen kaum Licht ins Dunkel. Wer sich viel Mühe machen will, kann jeden einzelnen Inhaltsstoff der Kosmetika in der INCI-Datenbank nachschlagen. Aber wer macht das schon.
Mein Vertrauen in die chemischen Filtern ist nun auf jeden Fall komplett dahin, und ich wende mich den empfohlenen mineralischen Filtern zu.
Mineralische Filter:
Mineralische Filter sind eigentlich eine gute Alternative zu den chemischen Filtern. Jedoch muss man hier auch schon wieder aufpassen. Da die Sonnencremes auf mineralischer Basis einen weißen Film hinterlassen, sind diese nicht sonderlich beliebt. Jetzt geht die Industrie her, und verwendet die sog. Nanopartikel, die mittlerweile sehr in der Kritik stehen. Statt Titandioxid wird also Nano-Titandioxid eingesetzt. Die Nanoteilchen haben andere chemische Eigenschaften, sind in diesem Fall z.B. transparent statt weiß. Doch diese veränderten chemischen Eigenschaften, und die geringe Größe, machen diese Substanzen unberechenbar. Vieles spricht dafür, dass Nanopartikel gewebegängig sind, und sich im Körper anreichern, mit unbekannten Folgen. Eine Zusammenfassung über Wirkungen im Tierversuch von Nano-Titandioxid finden Sie hier. Ich hoffe jetzt, dass meine vorrätige, rein mineralische Sonnencreme von DM, diese Partikel nicht enthält. Zumindest ist alles schön weiß, was mit dieser in Kontakt kommt.
Sonne und Vitamin D
Nun wird es aber richtig lustig: Aus Angst vor der gefährlichen Sonnenstrahlung und dem größer werdenden Ozonloch gehen heute viele überhaupt nicht mehr ohne Sonnencreme aus dem Haus. Sonnenlicht ist jedoch für die Vitamin D3 Synthese absolut notwendig. Vitamin D wird vom Körper, und zwar scheinbar auf der Haut, und nicht in der Haut, mit Hilfe von UV-B Strahlung gebildet. Wird aber durch ständiges Cremen die Strahlung immer geblockt, kommt es tatsächlich auch im Sommer zu einem massiven Vitamin D Mangel. Das hat fatale Folgen auch für den Winter. Denn im Winter fehlt bei uns die notwendige UV-B Strahlung, so dass der Körper aus den Vitamin D Reserven, die im Sommer angelegt wurden, bedienen muss. Das Risiko für Winterdepressionen, Autoimmunkrankheiten, Atemwegsinfekte, Bluthochdruck und diversen Krebsarten steigt bei Vitamin D Mangel. (siehe u.a. Wikipedia). 60 - 70 % der Bevölkerung in Deutschland leiden an einem Vitamin D Mangel, so dass die deutsche Gesellschaft für Ernährung eine Zufuhr von 600 - 800 IE/ Tag als Nahrungsergänzung empfiehlt.
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Begünstigt wird der Vitamin D Mangel noch zusätzlich dadurch, dass es nicht im Körper gebildet wird, sondern auf der Haut, und dann bis 48 Stunden braucht, um von dieser aufgenommen zu werden. Kaum einer verzichtet heutzutage auf seine tägliche Dusche, so dass im Prinzip das wenige Vitamin D, das unser Körper in der Lage ist zu produzieren, dann gleich wieder weggewaschen wird. Im Artikel von Rene Gräber sind die Zusammenhänge zwischen Sonnencreme, Sonne und Vitamin schön erklärt. Auch der Artikel "Die (überraschende) Ursache von Hautkrebs" ist unbedingt lesenswert.
Was nun tun?
Ich für meinen Teil vertrage die Sonne eh nicht mehr so gut, und bevorzuge schon seit längerem ein schattiges Plätzchen. Sonnencreme trage ich so gut wie nicht auf. Die Kinder wurden jedoch von mir fleißig eingecremt, so dass diese im Prinzip mitten im Sommer noch recht weiß strahlen. Eigentlich ist das aber falsch, wie ich bei meinen Recherchen gelernt habe. Neben einem vernünftigen, vorsichtigen Umgang und einer sanften Gewöhnung an die Sonne, sollte nur Anfangs ein hoher Lichtschutzfaktor gewählt werden. Dieser soll mit der Zeit verringert werden, so dass die Haut die Möglichkeit hat, durch Bräunung sich selbst zu schützen. Auch ist ein ungeschütztes Sonnenbad, zeitlich abhängig von Hauttyp und Bräunungsgrad, für die Vitamin D Synthese unbedingt erforderlich. Natürlich sollte es nicht zum Sonnenbrand kommen, aber die Haut kann durchaus auch etwas Sonne vertragen, und gewöhnt sich eben auch daran. Dazu gibt es noch einige natürliche Sonnenschutzmittel wie Olivenöl, Sesamöl, Kokosöl, Hanföl und rotes Palmöl. Antioxidantien von innen, wie z.B. das in gekochten Tomaten enthaltene Lycopin, bestimmte Carotinoide, OPC, Vitamin C und E schützen ebenfalls vor negativen Folgen der Sonne, in dem sie freie Radikale abfangen. Bei längerem Aufenthalt in der Sonne sollte man sich am besten durch Kleidung schützen. Für Kinder gibt es mittlerweile auch spezielle UV-Schutz-Kleidung.
Vitamin D Aktivierung im Winter
Um auch im Winter von einer Vitamin D Produktion zu profitieren, gibt es die Möglichkeit, sich z.B. ein Lichttherapiegerät anzuschaffen, oder auf Vollspektrum Tageslichtlampen als Alternative zur Energiesparlampe auszuweichen. Meinen Erfahrungsbericht finden Sie hier:







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Kommentare
Vielen Dank für eure Erfahrungen.
Wir gehen leider insgesamt viel zu unbedarft mit allen möglichen Mitteln um, und uns wird ja auch ständig Angst und ein schlechtes Gewissen gemacht, dass wir das selber Denken fast schon verlernen. Wenn man es nicht übertreibt, passiert auch nichts, und wenn es unvermeidbar ist, kann man sich mit Sonnencreme (es gibt ja auch die ohne Chemie) schützen. Simon soll ja schließlich wohlbehalten zu uns zurück kommen!
Meine Kinder creme ich jetzt mittlerweile anfangs nicht ein, erst wenn wir tatsächlich im Freibad keine Möglichkeiten haben, sich vor der Sonne zu schützen, bekommen sie einen mineralischen Filter drauf. Langsam bräunt sich die Haut auch etwas. Früher war das Arbeitende Volk auch braun, die sind auch nicht massenweise an Hautkrebs gestorben, weil die Haut schon weiß, wie sie sich schützen muss. Man muss sie nur lassen.
Bei Extremsituationen würde ich natürlich auch vorbeugen, sonst kann es den Spaß ganz schön verderben.
Kerstins Link (http://www.wahrheitssuche.org/hautkre...) ist wirklich beeindruckend - vor allem beeindruckend gut durch Quellen untermauert! Und von Chemie verstehe ich shcon ein bisschen ... nach ca. 10 Jahren im Labor ;-)
Ich halte es so, dass ich Sonnencreme immer dann anwende, wenn sich ein Sonnenbrand - durch die Situation bedingt - schwer vermeiden lässt. Vor einigen Tagen waren wir mit dem Mountainbike bei wolkenlosem Himmel und bei über 35 °C in den Dolomiten schattenlos der Sonne ausgesetzt. Das ist etwa so eine Situation.
Ich kann dazu nur ergänzen das ich seit dem ich keine Sonnencremes benutze und dafür wenn ich mich lange sonne keinen schmerzhaften Sonnenbrand mehr hatte. Lediglich mal eine leichte Rötung die am nächsten Tag wieder verschwunden war.
Ich hatte auch mal eine Sonnenallergie während unseres Mallorca-Urlaubs. Ich habe die Haut dann mit Naturjoghurt behandelt und habe es dann gut in den Griff bekommen. Ich lege mich nicht in die pralle Sonne und benutze Nivea-Präparate. Schön geschrieben, deshalb ein "Belohnungsbonbon."
Beim normalen Bergwandern oder -steigen - also nicht extrem oder über 2.500 Metern - habe ich nie Sonnenschutz als Creme verwendet. Sonnenschutz mit der Kleidung war stets ausreichend: langärmeliges Hemd und Berghose mindestens bis übers Knie und vor Allem eine Schirmkappe oder besser einen Tirolerhut (Filz).
Diesen Hut hat auch mein Sohn gerne getragen - siehe Foto im Artikel
http://pagewizz.com/ehrwald-seebensee....
Unterwegs im Freien - nicht nur in den Bergen - suche ich bei jeder Rast ein schattiges Plätzchen auf. Damit kann sich die ungeschützte Haut wieder erholen. Was ich empfehle ist, nach dem Aufenthalt in der Sonne sich einzukremen.
Ich habe im Sommerurlaub 2005 auf Kreta eine allergische Reaktion nach dem Eincremen gezeigt. Mehrere Hautpartien waren gerötet mit anschließender Blasenbildung verbunden mit vegetativen Symptomen wie Übelkeit und Schwindel - schlimmer als ein echter Sonnenbrand. Das ganze hat sich anschließend fast zum medizinischen Notfall entwickelt. Seit dem benutze ich diese Mittel nicht mehr! LG Wolfgang
Na sag ich doch, wir mischen uns einfach viel zu viel ein, und machen es schlimmer statt besser!
Danke Simon, für die Auszeichnung :-)
Ich habe was gefunden, dass müsst ihr mal lesen
http://www.wahrheitssuche.org/hautkre...
LG Kerstin
Sehr gut recherchierter und informativer Artikel Susi! Klasse!
Ich denke auch: aufpassen, dass man sich nicht zu viel in der Sonne aufhält, ist das gesündeste - ohne Sunblocker. Manchmal macht aber auch Sonnecreme viel Sinn, etwa bei längeren Radtouren oder Bergtouren, wobei man zwangsläufig vielen Stunden der harten Gebirgssonne ausgesetzt ist. Da denke ich schon, dass man mit Sonnencreme gesünder lebt - auch wenn so manche Substanzen nicht unbedingt an sich gesund für den Körper sind.
Scheinbar hat die Hautkrebsrate zugenommen, und witzigerweise findet man z.B. Melanome oft an Stellen, die gar nie der Sonne ausgesetzt werden, z.B. die Fußsohlen. Ich gehe auch davon aus, dass wir uns total vergiften, und nebenzu zu wenig Vitalstoffe, die ja auch zur Entgiftung und zur Elimination von freien Radikalen benötigt werden, zu uns nehmen. Dazu noch der Vitamin D Mangel, und schwups, ist der Krebs nicht mehr aufzuhalten.