Symptome für Eisenmangel, die man allzu gerne ignoriert

  • Blasse, kränkliche Hautfarbe
  • dunkle Schatten unter den Augen
  • eingerissene Mundwinkel
  • schlecht heilende Haut
  • blasse Schleimhäute (Augen)
  • bläuliche Lippen (wenn keine Herzschwäche vorliegt)
  • kalte Hände und Füße
  • Haarausfall
  • häufiges und schnelles Frieren
  • brüchige Fingernägel
  • Längsrillen in den Fingernägeln
  • Konzentrationsstörungen
  • Schwindel
  • müde Augen
  • verspannte Augen
  • Lichtempfindlichkeit
  • chronische Müdigkeit und Schlappheit
  • allgemein verminderte Leistungsfähigkeit

Ursachen und wer ist betroffen

Allgemein wird angenommen, dass eher Frauen einen höheren Eisenbedarf durch die Menstruation haben. Tatsächlich sind aber Kinder und Männer ebenso von Mangelsymptomen betroffen wie Frauen. Viele Menschen glauben, ihre dunklen Augenringe wären ein persönliches Markenzeichen, in Wirklichkeit ließe sich etwas dagegen tun. Blasse, schlecht bräunende Haut kann von Eisen/Kupfermangel kommen. Ständiges Frieren müsste nicht sein.

Dass unser Körper für das tägliche Funktionieren Eisen braucht, ist unbestritten: Eisen regelt die Sauerstoff-Versorgung im Blut und ist ein Grundstoff zur Neubildung von roten Blutkörperchen.

Die Frage, die man sich natürlich als erstes stellt ist: Wieso sollen auf einmal so viele Menschen an Eisenmangel leiden, wir essen eher zu viel als zu wenig Fleisch? Unser Problem: Das in der Nahrung angebotene Eisen kann nicht immer optimal aufgenommen und verwertet werden. In Nahrungsmitteln und Getränken finden sich einige Stoffe, die als Eisenhemmer wirken. Das heißt, sie hindern den Körper daran, das Eisen aufzunehmen und zu verarbeiten. Einige dieser Stoffe binden das Eisen einfach an sich.

Eisenhemmer:

  • Kaffee
  • Schwarzer Tee
  • Grüner Tee
  • Rotwein
  • Traubensaft
  • Milch
  • Calcium
  • Magnesium
  • Phosphate (Cola)
  • Polyphenole, Oxalsäure (Kakao, Schokolade, Zwiebeln, Knoblauch, Spinat)

Eisenförderer (helfen bei der Eisenaufnahme):

  • Vitamin C
  • Kupfer (nur bei Mangelerscheinungen)

 

Der viel geliebte und mittlerweile auch gelobte Kaffee gilt als Eisenräuber Nr. 1. Wer schon Probleme mit seinem Eisenhaushalt hat oder mehrere der obigen Symptome aufweist, sollte aufpassen. Am besten trennt man die Nahrungsaufnahme vom Kaffee und zwar für mindestens zwei Stunden. Den Espresso nach dem Mittagessen sollte man sich lieber abgewöhnen. Wer also den ganzen Tag dem Genuss des braunen Wachmachers frönt, sollte auch sein Wohlgefühl und seine Fitness genauer im Auge behalten. 

Milch und Milchprodukte sowie die Einnahme von Calcium- und Magnesiumtabletten wirken ähnlich.

Vitamin C ist ein wichtiger Helfer im Körper für die Aufnahme und Resorption des Eisens, deswegen werden die freiverkäuflichen Eisenpräparate immer mit hochdosiertem Vitamin C kombiniert. Es ist auch durchaus möglich, dass man Eisenmangel erst durch einen chronischen Vitamin C-Mangel bekommt.

Eine weitere Ursache für einen unerklärlichen Eisenmangel oder für gleichbleibende Symptome trotz Einnahme von Eisenpräparaten kann ein Kupfermangel sein. Dieses 'Metall' ist unerlässlich für die Bildung roter Blutkörperchen und neuer Zellen. Kupfer färbt unsere Haare, Augen und die Haut. Wer schnell und früh ergraut oder wer auf einmal schlecht bräunt, sollte sich mal auf Kupfermangel hin untersuchen lassen. Eisen und Kupfer brauchen sich gegenseitig. Bei beiden Stoffen ist aber Vorsicht angeraten, Überdosierungen bzw. Überschüsse sind ebenfalls gefährlich. Am besten man prüft die Symptome dafür und lässt vorsichtshalber sein Blut untersuchen.

Zum Spinat:

Nach neuesten Erkenntnissen enthält Spinat zwar viel Eisen, hemmt aber durch die Oxalsäure gleichzeitig die Aufnahme davon. Spinat ist trotzdem gesund, gilt aber nicht mehr als Eisenlieferant.

 

 

Eisenmangel-einfachste Diagnose

Die einfachste Methode herauszufinden, ob man schon einen chronischen Eisenmangel hat ist folgende, die Ärzte gerne anwenden:

Unteres Augenlid herunterziehen und Farbe überprüfen - wenn die Schleimhaut des Lides erschreckend rot ist, herrscht zumindest kein drastischer Eisenmangel vor. Wenn sie blass ist, herrscht so gut wie immer Eisenmangel vor. Wie man sich denken kann, sind die Augen nicht so gut durchblutet, wenn die Schleimhäute bereits blass sind. So weit muss man es also nicht kommen lassen.

Wichtig: Auch wenn man dieses Symptom noch nicht hat, kann der Eisenmangel bereits fortgeschritten sein. Der Körper hat ein sogenanntes Eisen-Reservoir, das sich immer mehr abbaut, wenn nicht genügend Eisen zugeführt wird. Deswegen merkt man längere Zeit nichts vom Eisenmangel und deswegen muss man nach der Diagnose mehrere Monate lang Eisenpräparate zu sich nehmen.

Ein weiteres Indiz für chronischen Eisenmangel sind Längsrillen in den Fingernägeln. Obwohl man im Web immer wieder lesen kann, es sei ein harmloses Zeichen fürs Älterwerden und durch Flüssigkeitsmangel begründet, kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass auffällige Längsrillen ein Zeichen von Eisenmangel sind. Dieses Symptom kann man auch in der Packungsbeilage des ersten Arzneimittels gegen Eisenmangel, dem Floradix Kräuterblut, nachlesen. Vor hundert Jahren wusste man dieses scheinbar nur kosmetische Problem besser einzuschätzen. Auch viele junge Leute bekommen plötzlich Längsrillen in den Fingernägeln.

Mineralwasser schlecht bei Eisenmangel?

P.S.: Ein sehr interessanter Aspekt wird in diesem Artikel / dieser Infoseite über Heilwässer beleuchtet. Wer Eisenmangel hat, unbedingt lesen! Es geht darum, dass unseren handelsüblichen Mineralwässern das Eisen entzogen wird. Warum? Weil es dann nicht flockt und schön klar bleibt und leider auch besser schmeckt. Wer schon einmal richtiges Heilwasser getrunken hat weiß, dass dieses grün, gelb, rötlich sein kann und teilweise scheußlich schmeckt.

Der Nachteil daran ist gar nicht so sehr, dass wir über die Mineralwässer kein Eisen bekommen, sondern, dass das Wasser im Körper wieder frei verfügbare Eisen-Ionen aufnimmt und ihm somit vorhandenes Eisen entzieht. Völliger Blödsinn ist dieser Ansatz übrigens nicht. Es gibt auch verschiedene Therapien, bei denen man Schadstoffe aus dem Körper ausleiten möchte und dies nur funktioniert, wenn der Patient viel gering mineralisiertes Wasser trinkt. Die Mineralstoffe binden nämlich andere Stoffe an sich und es entstehen unerwünschte Prozesse. Das ist übrigens ein Grund, warum das Wasser der Marke Volvic so einen guten Ruf hat, es ist besonders rein und nur leicht mineralisiert. Viele Ärzte und Heilpraktiker schwören auf dieses Wasser. Das soll übrigens keine Werbung sein, wer mehr darüber weiß und andere Mineral- oder Tafelwasser empfehlen möchte, kann dies gerne unten tun.

Schüssler Salze: Eine Alternative zur herkömmlichen Medikation bei Eisenmangel

Eine verträgliche, schonende und erfolgsversprechende Therapie bei Eisenmangel können die Schüssler Salze darstellen. Diese 'stressen' den Darm weniger, der bei der Einnahme der  herkömmliche Eisenpräparate gerne mal mit Verstopfung, Magenschmerzen und ähnlichem reagiert. Leider kenne ich mich in diesem Bereich viel zu wenig aus. Wenn jemand also hierzu etwas ergänzen möchte oder vielleicht einen eigenen Artikel dazu schreiben möchte, kann unten gerne verlinken.

Behandlung mit Schüssler Salzen

Was kann ich selber bei Eisenmangel tun?

Natürlich sollte man über eine Blutabnahme den Grad des Eisenmangels beim Arzt abklären lassen. Nimmt man dann eine Zeit lang Eisenpräparate ein, kann es zu Unverträglichkeiten besonders im Magen-Darm-Trakt kommen, da Eisen meist schwer bekömmlich ist. Dies muss aber nicht sein. Man kann verschiedene Präparate ausprobieren, es gibt pflanzliche, wie die von Floradix oder synthetisch hergestellte Präparate oder Misch-Produkte. Taxofit bietet seit einiger Zeit eine Art Brausepulver an, dieses Eisen-Präparat muss dann nicht im Darm verdaut werden, sondern geht direkt in die Blutbahn. Über die Wirksamkeit dieser Präparate muss man sich mit seinem Arzt unterhalten.

Zusätzlich Calcium?

Wer sich schon mal mit Schüssler Salzen beschäftigt hat weiß, dass hier in erster Linie Calcium statt Ferrum verabreicht wird. Um neue Blutzellen zu bilden, braucht der Körper nämlich den Grundbaustein für Zellen, Calcium. Die Symptome des Eisenmangels bedeuten in den meisten Fällen eine leichte Blutarmut, besonders bei menstruierenden Frauen. Der Körper kommt oft nicht nach mit der Bildung neuen Blutes. Dafür braucht er verschiedene Mineralstoffe. Eine Kombinations-Therapie mit mehreren Mineralstoffen und Vitaminen ist bei Eisenmangel oft wirksamer als die Mono-Therapie. Denken Sie hierbei besonders an Calcium und Vitamin B. Calcium sollte man aber mit 2-4 h Abstand zum  Eisen einnehmen, da sich beide gegenseitig behindern. Im Handel finden Sie Multivitamin- und Mineralstoffpräparate, in denen alle wichtigen Stoffe enthalten sind. Um eine Überdosierung zu vermeiden - auch im Hinblick auf all die künstlich vitaminisierten Tees und Lebensmittel - nehmen Sie solche Präparate einfach nicht täglich.

janee, am 07.02.2012
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