Die Ursprünge des Emo

Mit der Modeerscheinung Emo hat der ursprüngliche Emo eigentlich gar nichts zu tun. Als Emo wurde in den 80er Jahren eine bestimmte Musikrichtung bezeichnet, das Wort selbst kommt von Emotional. Unter Emo-Hardcore verstand man ein Subgenre des Hardrock Punk. Das Bezeichnende dieser Musik war die starke Emotionalität. Thematisch ging es in der Emo-Musik um gesellschaftliche Missstände aber auch um Zwischenmenschliches. Die Bezeichnung "Emo" ist jedoch eher schwierig, die Grenzen zu anderen Musikrichtungen sind fließend und schließlich ist Punk-Rock selbst ebenfalls extrem emotional.

 

 

Bildquelle:Liel Bomberg/Wikimedia commons

Entstanden ist der Emo-Punk in den USA in den 80ern in Washington und New York, aber auch an der Westcoast. Typische Bands dieser Musikrichtung sind Minor Threat, Bad Brains oder Government Issue, aber auch Rites of Spring, Hüsker Dü und später Embrace, Fugazi, Nation of Ulysses, Shudder To Think und Fire Party.

Jugendliche 2012

Jugendliche 2012 (Bild: Dezidor/Wikimedia Commons)

Emo als Mode-Erscheinung und Jugendkultur

Die Musiker der Emotional-Hardcore Welle kleideten sich überwiegend wie Typische Punk- oder Rockmusiker. Statt schwarzer Kleidung trugen sie Arbeiterjacken, Lederschuhe, Westen, Lederhosen oder sogar Cordhose und Hornbrille. Erst später in den 90er Jahren setzten sich schwarz gefärbte, gerade geschnittene Haare mit Pony bei einigen Bands durch, mit dem heutigen Emo-Stil hatte ihr Auftreten allerdings sonst keine Gemeinsamkeiten. Die Modeerscheinung und Jugendkultur Emo wird daher völlig unabhängig von der Musik betrachtet, sie kam auch erst um das Jahr 2000 auf.

 

Wie kleidet sich ein heutiger Emo?

Die heutige Emo Mode erinnert eher an den Gothik Stil vermischt mit Elementen japanischer Mangakultur. Viele Emos tragen vorwiegend schwarze Kleidung, die bei Männern und Frauen möglichst androgyn ist. Zu einer schwarzen Röhrenjeans kommen dann Nietengürtel, viele Buttons und Aufnäher, eng sitzende T-Shirts und Sportschuhe. Typische Emo-Schuhe sind Converse Chucks und Slipper von Vans mit Karomuster.

Düstere Symbole wie Totenköpfe werden oft mit niedlichen, zarten Motiven z. B. Hello Kitty kombiniert.

Bildquelle:Marjorie K./Wikimedia Commons

 

Besonders auffällig sind die Emo-Frisuren. Die Haare werden meistens Schwarz oder auch Platinblond gefärbt und glatt getragen. Dabei reicht ein schräger Pony über die Augen, die durch die Frisur manchmal vollständig verdeckt werden. Manche Emos färben auch einzelne Haarsträhnen in Blau oder Pink.

Das Make-up der Emos dürfte dazu beitragen, dass sie von Passanten oft schräg angesehen werden. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen sind schwarz umrandete Augen (oft nur eines) und schwarze Fingernägel ein Kennzeichen der Emozugehörigkeit.

Was ist ein Emo?

Was ist ein Emo? (Bild: Visual kei/Wikimedia commons)

Was ist ein Emo? Emo ist das Gegenteil von Protest!

Die Jugendbewegungen der 60er – 90er Jahre waren ebenfalls auffällig, anders und ihr Kleidungsstil für die damalige Elterngeneration anstößig. Doch die Emos sind weder mit den Hippies oder den Punks noch mit Anhängern von Hip-Hop und Reggea vergleichbar, sie sind eher das Gegenteil. Frühere Jugendbewegungen waren immer auch ein Protest gegen herrschende Gesellschaftsformen, gegen die Elterngeneration und gegen das politische System. Damit haben Emos weniger zu tun, sie geben sich überwiegend unpolitisch. Frustration über gesellschaftliche Missstände und über die Ereignisse in der Welt, zunehmender Druck und Perspektivlosigkeit werden bei ihnen nicht zu Wut und Aggression, sondern führen zur inneren Immigration, zur Flucht in Cyber-Welten, Rollenspiele, und letztlich manchmal sogar zur Gewalt gegen sich selbst.

Selbstzerstörerisches Verhalten bei Emos

Tatsächlich wird die Selbstzerstörung von einigen Emos sogar zelebriert. Das sogenannte "Ritzen" oder "Schnibbeln" kommt in der Szene vor, es gibt aber natürlich auch viele, die damit überhaupt nichts zu tun haben und sich von der zur Schau gestellten Selbstzerstörung distanzieren. 

Das Bedenkliche an dieser Jugendkultur ist nicht ihr schräges Aussehen, sondern die mangelnde Aggressivität, die frühere Jugendbewegungen ausmachte. Die heutige Jugend, so scheint es, fühlt sich eher ohnmächtig angesichts der Ungerechtigkeiten und Missstände in unserer Welt. Statt gegen die Gesellschaft zu rebellieren, zieht sie sich in eine virtuelle Cyber-Welt zurück.

Angela Michel

ultimapalabra, am 18.05.2012

Kommentare


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ultimapalabra am 03.03.2013

Hallo Cream und Michelle,
vielen lieben dank für Eure Kommentare! Ihr habt mich dazu gebracht, über das Thema noch einmal nachzudenken und den letzten Abschnitt zu überarbeiten. Ich hoffe, so habe ich es besser dargestellt.
Wenn man allgemeine Aussagen über eine Jugendkultur machen möchte, wird man natürlich nie allen gerecht. Es gab früher in meiner Jugend auch ganz schön unpolitische Punks ;-) Und so wird es heute auch politisch interessierte Emos geben.
LG,
Angela

MichelleNatrophiuorna am 03.03.2013

Ich glaube ich sollte hier einige Misstände aufklären bezüglich EMO's. Eines meine Lieben leser dort draußen kann ich euch erzählen: Glaubt nicht alles was ihr hört oder lest! Dieser ganze Mist der überall erzählt wird - wieso glaubt ihr den? Ich meine es gibt genug andere Menschen die sich ritzen sind die dann gleich alle Emos? So weit ich weiß kommt der Style aus Japan. Er hat sicherlich vieles mit Mangas und Animes zu tun - und auch mit dem Punker. Aber Emos sind nicht immer Depressiv, oder ritzen sich, wirklich! Ich meine Klar gibt es ausnahmen aber die gibt es immer. Ich meine ich will nichts behaupten wo andere sich gekränkt fühlen - aber wir ich zähle mich mal dazu sind eben sehr nachdenklich und ich meine wie könnt ihr behaupten das uns Politik oder was in unserer Gesellschaft passiert egal wäre? Kennt ihr unsere Gedanken? Wisst ihr was wir fühlen? Wieso hegen die Men- schen gegenüber allem Hass was nicht so ist wie es für sie richtig ist? Haben wir nicht das Recht zu leben wie WIR es wollen und wie WIR es für richtig halten. ich dachte unsere Gesellschaft ist an dem Punkt angekommen wo Toleranz anderen gegenüber wichtig ist - wir Akzeptieren euch und verdammt noch mal wir verlangen nicht mehr als das ihr das gleiche uns gegenüber tut - das hat was mit Respekt zu tun. Wie könnt ihr erwarten das man euch Respektiert wenn ihr uns nicht respektiert. Fühlt ihr euch cool wenn irh auf leute los geht die anders oder schwächer sind? Ist das Cool? Willst du auch mal gedemütigt werden? Wünscht du dir das? Ich meine es ist nicht nur der style der einen emo ausmacht sondern auch die art wie du lebst und die Musik - wir wollen nicht auffallen oder auf- merksamkeit das ist unser leben und dir svchreibt auch niemand vor wie du zu sein hast. Ja - wir sind emotional und ja wir kleiden uns anders - aber lieber bin ich einzigartig als auszusehen wie jeder andere. das hat nichts mit protest oder aufmerksamkeit zu tun, kapiert es doch endlich! Außerdem wenn ihr richtige Emocore musik hören wollt empfehle ich: Fall out Boys, My Chemical Romance, , Escape the Fate, Falling in Reverse, Hawthoren heights, Bring me the Horizon, Paramore, Funeral for a Friend, Asking Alexandria, Silverstein, Bullt for my Valentine, Alesana, Blacklisted me, Mayday Parade, Dear Whoever, Green Day, Billy Talent, Black veil Brides, From First to last, The Re Jumpsuit Apparatus, Brokencyde, - das sind ein Paar meiner Favos -hört sie euch an und glaubt nicht was hollywood euch erzählt!

Scream am 07.02.2013

Alles falsch. Alles eine Lüge. Wenn man sich ritzt ist man kein Emo. Man ist ein Emo wenn man zu seiner Musikrichtung steht. Und der Kleidungsstil nennt sich eher Scene genau wie die Frisuren. Redet nicht über was von dem ihr keine Ahnung habt. Und glaubt auch nicht immer alles was im Internet steht.

Gast am 03.10.2012

Keine Ursache :-)
achso, dieses Festival:
http://www.heartcoretage.de/
Gibt es schon etliche Jahre. Eine Abspaltung von dem früheren Emo und der damit noch am ehesten Ähnlichkeit hat ist übrigens Screamo. Eine von vielen beispielhaften Bands sind andorra~atkins (früher kill.kim.novak; wurden aber wegen des Namens von der gleichnamigen Schauspielerin verklagt.. Website mit kostenlosem Download und weiteren Infos: http://www.andorra-atkins.de)
Entsprechende Labels: Per Koro (als Label glaube ich nicht mehr verfügbar) und React With Protest. Um weitere Beispiele zu nennen. In den USA ist es einer der unübersichtlichsten Dinge (Labels im Allgemeinen).

ultimapalabra am 03.10.2012

Danke für die Anmerkungen!
Und vor allem Danke, dass Du mich auf den Schreibfehler hingewiesen hast! Mann, da hatte ich aber Tomaten auf den Augen!

Gast am 03.10.2012

Also Husker Dü, Minor Threat und Bad Brains sind sicherlich alles andere als Emo. Mino Threat sind Old School-Hardcore mit Punk-Elementen. Bad Brains vermisch Punk und Hardcore und Husker Dü sind eher die punkigen Fugazi.
In Deutschland sind übrigens u.a. Aclys Wegbereiter des Emo-HC. Besonders die Texte stechen hervor, die von Sänger Dirk kreiert wurden und alleinstehend schon wahre Kunstwerke sind.
Ansonsten ein guter Artikel. In Wermelskirchen gibt es (ich glaube sogar immer noch) ein mindestens eintägiges Festival, dass ich vor allem früher mit derartigen Bands beschäftigt hat.
Heutzutage sind wohl Jimm Eat World (besonders frühere Alben) Emo oder auch Hawthorne Heights und noch Tausende mehr.
Und ich sehe gerade: Christian wollte sicherlich darauf hinweisen, dass es "LiFestyle" heißen müsste und nicht "livestyle".

Grace am 08.09.2012

Die Outfits find ich ganz gut, so schön bunt. Nur das mit der Flucht aus der Realität und das Selbstzerstörerische find ich etwas schade. Ich bin wohl doch eher eine Hippie-Anhängerin. ;-)

Christian am 27.07.2012

Was ist denn ein LIVEstyle? ;)


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