Was ist ADHS?

Sie kennen doch sicherlich den "Zappelphilipp" von Heinrich Hoffmann's weltbekanntem "Struwwelpeter." Hoffmann beschrieb bereits im 19. Jhd. den unruhigen Philipp, der auf seinem Stuhl hin und her zappelt und so gar nicht bei Tisch sitzen bleiben will.

 

ADHS bedeutet "Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung"

Folgende Symptome können bei ADHS auftreten:

  • Hyperaktivität (übersteigerter Bewegungsdrang)
  • Unaufmerksamkeit (gestörte Konzentrationsfähigkeit)
  • Impulsivität (unüberlegtes Handeln)

Diese 3 Symptome müssen bei Kindern nicht gleichzeitig auftreten: Ein Kind leidet unter Hyperaktivität, das andere hat Probleme sich zu konzentrieren und das Dritte ist sehr impulsiv in seinen Handlungen.

Wenn diese Charakteristika bei Kindern auftreten, sollte man Kinder über einen längeren Zeitraum beobachten. Diese Störungen können sich zeigen, wenn es familiäre Probleme gibt oder wenn das Kind in der Schule mal einen Durchhänger hat oder einfach, wenn es mal nicht gut drauf ist. Wenn sie aber anhalten, ist es ratsam einen guten Kinderarzt aufzusuchen oder einen erfahrenen Kinderpsychologen, der dann mit Ihnen berät, wie Sie ihrem Kind helfen.

Wie kann man ADHS behandeln?

 

 

 

 

 

ADHS sollte vor allem nicht gleich mit Medikamenten behandelt werden. Beobachten Sie ihr Kind über einen längeren Zeitraum, wann die ADHS-Phasen auftreten. Treten sie vermehrt auf vor Klassenarbeiten, vor Prüfungen oder treten sie über einen längeren Zeitraum auf. Kooperieren Sie sehr eng und vertrauensvoll mit den Lehrern, um deren Beobachtungen zu erfahren. Wird das Kind in der Klasse ausgegrenzt oder steht es unter Druck, weil es nicht Leistungsstark ist. Ein Kinderarzt ihres Vertrauens sollte über psychologische Erfahrungen verfügen, um zu erkennen, welche Therapie individuell auf das Kind abgestimmt werden soll. Schauen Sie sich zusammen mit ihrem Kind bei einer eventuellen Verhaltenstherapie den Psychologen genau an, um dann mit Ihrem Kind zu beratschlagen, ob die Wellenlänge für die zukünftige Arbeit stimmt. Wenn ein ADHS-Kind über einen längeren Zeitraum keinem Spezialisten vorgestellt wird, hat das Folgen für die seelische Entwicklung des Kindes. Die familiäre Belastung steigt, weil Eltern vor sehr große Herausforderungen gestellt werden. Schulische Probleme durch gestörte Konzentrationsfähigkeit wirken sich auf das soziale Verhalten wie auch die Schulnoten der Kinder aus. Sehr positiv haben sich Verhaltenstherapien bewährt. Eine medikamentöse Therapie sollte man als letzten Ausweg erwägen.

Sind genetische Ursachen und Umweltgifte für ADHS verantwortlich?

Neurobiologen haben herausgefunden, dass die Gehirne von ADHS-Betroffenen anders funktionieren. Sie sprechen von einer Störung des Dopamin- und Noradrenalin-Stoffwechsels. Dadurch würde es zu Störungen in den Hirnabschnitten kommen, die die Informationsverarbeitung steuern.

 

 

 

 

 


Umweltgifte
vermeiden
und ein richtiges Verhalten in der Schwangerschaft

Wenn eine werdende Mutter raucht, hat das schädigende Einflüsse auf das Kind und es kann einem erhöhten Risiko für ADHS ausgesetzt sein. Wir wissen, dass Rauchen und Alkohol in der Schwangerschaft unbedingt vermieden werden sollten. Rauchen ist eine Begleiterscheinung von Stress – man braucht den "Glimmstengel", wenn man nervös ist und diese Stressfaktoren der Mutter übertragen sich auf das Kind. Vermeiden Sie deshalb Umweltgifte währen der Schwangerschaft!

ADHS kann nicht durch Laborwerte im Urin oder im Blut nachgewiesen werden, auch eine genetische Ursache ist nicht erwiesen.

Vorsicht bei der Verordnung von Psychopharmaka bei ADHS-Kindern!

 

 

 

 

Werden Kinder nicht zu voreilig als krank abgestempelt, wenn sie mal diese oder jene kleine Störung aufweisen? Wenn ein Kind ständig "null Bock" auf Hausaufgaben hat, sich widersetzt, diese oder jene Aufgaben zu machen, muss es dann gleich als krank eingestuft werden? Vielmehr stellt sich für mich immer wieder die Frage bei Befindlichkeitsstörungen von Kindern intensiver das familiäre Umfeld zu beleuchten. Kinder sind keine Roboter und sie spüren sehr genau, wenn etwas in der Familie nicht stimmt. Greifen Sie nicht voreilig zu Psychopharmaka, sondern besprechen Sie mit ihrem Kinderarzt vorher andere Methoden!

Kontroverse Meinungen zu Psychopharmaka bei ADHS - ADHS stellt eine Familie vor sehr große Herausforderungen

Vermeiden Sie Reizüberflutung durch Medien bei ADHS!

Kinder sind heute vielen Reizen und Geräuschquellen ausgesetzt. Die Reizüberflutung durch Computer, Computerspiele und "Leistungsorientierte Freizeitangebote" überfordern die kleinen Menschen in einem hohen Maße.

Hier appelliere ich an vernünftige Eltern, die nicht gleich überhastig zum Telefonhörer greifen und sich einen Termin beim Kinderpsychiater holen. Beobachten Sie vielmehr das weitere Verhalten ihrer Kinder und versuchen Sie mit Ruhe die momentan existenten Störungen zu betrachten. Vielleicht hilft es schon, wenn Sie einige Aktivitäten aus dem Terminkalender der Kinder streichen und dafür mit ihrem Nachwuchs selbst etwas planen. Spaziergänge im Wald, die Wahrnehmung der Natur und die Bewegung an der frischen Luft haben so manche Störung dann wieder verschwinden lassen. Reduzieren Sie den Fernsehkonsum, bieten Sie ihrem Kind festgelegte Zeiten an, wann es an den Computer darf und schauen Sie genau hin, mit welchen Programmen sich das Kind am Computer beschäftigt.

Macht TV dumm, dick und gewalttätig?

Fernseher haben in Kinderzimmern nichts zu suchen!

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kulturinterview/35...

Was tun gegen Konzentrationsstörungen und Lernblockaden?

Die vielen Medienangebote können dazu führen, dass es einem Kind schwer fällt dem Unterricht zu folgen. Es fehlen Eintragungen im Hausaufgabenheft oder die Kinder müssen den Schulstoff mit ihren Müttern an den Nachmittagen einpauken. Das Kind wird mit der Zeit lustlos und der Hausfrieden hängt schief, weil der ganze Nachmittag mit den Hausaufgaben verbracht werden muss. Die Folge sind schlechte Noten, in letzter Konsequenz Nachhilfeunterricht, um das fehlende Wissen aufzuarbeiten.

Konzentrationsübungen machen Spaß
mit oder ohne Freunde!

Es gibt Konzentrationsübungen, die die Merkfähigkeit von Kindern steigern. Sie haben Vorteile: Der Fernseher und der Computer sind im "offline-Modus" und die Eltern beschäftigen sich mit ihren Kindern.

Ich stelle Ihnen einige vor, die ich gerne sowohl bei meiner Tochter als auch bei meinen Schülern angewendet habe.

Auch Erwachsene leiden an ADHS und wissen es nicht!

http://www.focus.de/wissen/diverses/hyperaktivitaetsstoer...

Wie Sie ihre Kinder bei Konzentrationsübungen anleiten können!

Neue Wörter bilden

Beispiel: Die Mama beginnt mit dem Wort Eislöffel, das Kind bildet ein neues Wort Löffelbisquit, die Mama wieder mit Bisquitrolle usw. Das fördert NICHT nur die Konzentration, sondern das Kind lernt auch viele neue Wörter.

Eine kleine Geschichte vorlesen

Danach stellen Sie dem Kind Fragen zu der Geschichte. Sie können überprüfen, ob es sich an detaillierte Einzelheiten im Text erinnert.

Alphabet-Zettel

Nehmen Sie ein DIN-A4-Blatt und lassen Sie ihr Kind die einzelnen Buchstaben des Alphabets aufschreiben. Das Kind soll nun Wörter mit den einzelnen Buchstaben bilden.

Still sitzen und still sein

Sie bitten das Kind eine Zeitlang still dazu sitzen und nicht zu reden! Diese Übung sollten Sie am Anfang nicht zu lange machen, in kleinen Schritten anfangen und dann die Zeit erhöhen.

 

Yoga und Entspannungstraining

Es ist erwiesen, dass Entspannung die Kinderseele auftanken lässt. Machen Sie gemeinsame Yoga-Übungen mit ihrem Kind.

Pantomime

Eltern und Kind spielen Pantomime. Dann wird erraten, was dargestellt wurde.

Spiele wie "Ich packe meinen Koffer" oder "Stadt, Land, Fluss" gibt es schon lange und können immer wieder gespielt werden. Ein größerer Spaß ist angesagt, wenn noch Freunde mitmachen.

Zusammenfassung - Schenken Sie Ihren Kindern "Zeit"

Unser materieller Überfluss macht es unseren Kindern heute wirklich nicht leicht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Nehmen Sie die Sorgen ihrer Kinder ernst und planen Sie einmal wöchentlich einen "Wochenplausch" ein, um zu erfahren, was es Neues in der Schule gibt oder ob Probleme mit Lehrern oder Klassenkameraden ihr Kind bedrücken. Schenken Sie Ihrem Kind einmal im Monat einen ganzen "Zeittag", an dem Ihr Kind auswählen kann, was es mit Ihnen unternehmen möchte. Probieren Sie einfach aus, wie Sie durch "einfache" Strategien ihren Kindern helfen wieder mit Freude und Ausdauer bei einer Sache zu sein. Machen Sie sich Gedanken, welche Geschenke Sie an Weihnachten oder an den Geburtstagen aussuchen: Es gibt so tolle Spiele, die der ganzen Familie einen heiteren Abend bereiten.
Ich wünsche Ihnen viel Kraft und vor allem viel Freude bei ihrer wertvollen Erziehungsarbeit!

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sissilu, am 20.07.2012
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