Wissen Sie, was es mit der Schiffsbegrüßungsanlage auf sich hat?
Wedel und der "Willkomm Höft"
von Stehlampen-Petra
Die Stadt vor den Toren Hamburgs hat etwas ganz Besonderes zu bieten
Willkom Höft bedeutet ...
...dass hier Schiffe begrüßt werden
Das schleswigholsteinische Wedel gehört zum Landkreis Pinneberg und hat neben einer eleganten Shoppingmeile und dem Hamburger Yachthafen ein echtes Sahnestückchen zu bieten. Ein kleiner Abstecher zum "Willkomm Höft", einer einzigartigen Schiffsbegrüßungsanlage, lohnt sich allemal. Hier gibt es vieles zu bestaunen.
Was ist eine Bruttoregistertonne?
Das fragte ich mich auch
Ich konnte mir das nicht vorstellen und das ließ mir keine Ruhe. Also machte ich mich ein bißchen schlauer.Eine Bruttorgistertonne (1 Kubikfaß) ist ein seit 1969 veraltetes angloamerikanisches Schiffsmaß und sagt nichts über das Gewicht der Ladung aus. Da wäre ich doch glatt hereingefallen.
Die Maßeinheit BRT bezieht sich auf das Ladevolumen. Eine Bruttoregistertonne entspricht etwa 2,8 Kubikmeter. Ein Schiff von 500 BRT hat ein Laderaum von etwa 1400 Kubikmetern. Das entspricht dem Volumen von etwa 1400 Waschmaschinen. Eher ein paar mehr, denn eine Waschmaschine ist kleiner als ein Kubikmeter...
Das Herz der Schiffbegrüßungsanlage
Ein kleiner Raum mit vielerlei Technik
Die Schaltzentrale der Schiffsbegrüßungsanlage ist seit 1952 im Schulauer Fährhaus. Hier arbeiten gleich fünf Begrüßungskapitäne, die den Zuschauern vieles über das jeweilige Schiff am Willkom Höft berichten können. 1997 hielt die Moderne Einzug; die Begrüßungstexte, Lieder und Hymnen wurden digitalisiert und sind auf Festplatten gespeichert. Die große Mengen von Audiokassetten sind immer noch vorhanden. Das Regal mit den nach Ländern geordneten Kassetten hat beachtliche Ausmaße. Falls die Technik einmal streiken sollte, kann man getrost auf das Altbewährte zurück greifen.
Wer ein wenig von fernen Ländern träumen möchte, hat die Möglichkeit, auf den am Fährhaus beginnenden Weg an der Elbe ein Stück neben einem einlaufenden Schiff herzulaufen, oder den Anblick von einer der zahlreichen Bänke zu genießen.
Ist gerade einmal Schiffsflaute und es ist ruhig auf der Elbe, lädt das dem Fährhaus angegliederte Buddel-Schiff und Muschelmuseum zu einem Besuch ein.
Hoher Besuch am Willkom Höft
Die Queen Mary 2 läuft ein
Das "Alte Land" und die Fähre
Warum heißt es "Altes Land"?
Wer selbst Lust bekommt, ein Stück auf der Elbe zu schippern, hat die Möglichkeit, mit der Schulauer Fähre in das niedersächsische Lühe im „Alten Land“ zu fahren.
Der Begriff „Altes Land“ stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die Landstriche nahe der Elbe und der Weser waren fruchtbar, aber durch häufige Sturmfluten nur sehr dünn besiedelt. Um das Land dennoch urbar machen zu können, war man auf Hilfe angewiesen. So bot man den Niederländern an, in diesen Gebieten Kolonien zu errichten, weil sie über große Erfahrungen im Urbarmachen von sturmgepeitschten Landstrichen hatten. Der Erzbischof von Bremen unterzeichnete im Jahre 1133 den Vertrag der sogenannten Hollerkolonisiation. Der Begriff „Holler“ leitet sich aus dem Namen „Holland“ ab. In der palttdeutschen Sprache bedeutet das ähnliche klingende Wort „ole“ jedoch „alt“, und so kam es im L
aufe der Zeit zu dem Begriff „ Altes Land“. Heute hat es seine Bedeutung wegen der großen Obstplantangen, Ackerflächen und des Marschlandes auch der erfolgreichen Hollerkolonisiation zu verdanken.
Eine Reise in das "Alte Land" ist seit 1919 mit der Fähre möglich. Die Überfahrt dauert etwa 20 Minuten. Das Übersetzen für Fußgänger und Radfahrer ist stündlich möglich. So erschließt sich die Möglichkeit, durch die Apfelplantagen, Marschlandlandschaften und Weideflächen zu wandern oder zu radeln. Die Gegend ist sehr bäuerlich geprägt und in Dörfern gibt es sehr schöne alte Häuser zu bestaunen..Die Hin-und Rückfahrt kostet etwa 7€. Die Fähre legt direkt am Willkom Höft ab und mit etwas Glück kann man ein Hochseeschiff vom Wasser aus betrachten.
Wer Lust auf eine Hochseeschifffahrt hat und sich nicht scheut, um 9 Uhr morgens an der Willkom Höft zu sein, kann mit dem Katamaran „Halunder Jet“ nach Helgoland reisen. Diese Reise führt nach einem Stopp in Cuxhaven für mehre Stunden hinaus in das offene Meer. Der Passagier sollte seefest sein, denn die See ist oft rau. Das klassischen Ausbooten - das Umsteigen vor der Küste Helgolands in eine kleines Boot - entfällt, da der Katamaran auf Grund seines geringen Tiefganges in den Südhafen der Insel einlaufen kann.
Die Stadt Wedel feiert in diesem Jahr das 800. Jubiläum. Die Stadt wurde 1212 gegründet und der Name leitet sich auf dem altsächsischen Wort „Wadil“ ab, das Furt bedeutet.
Bilder: F. Horn


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Kommentare
Wusste gar nicht, dass es in Deutschland eine "Schiffsbegrüßungsstelle" gibt. Cooler Artikel, ich finde die großen Schiffe immer so interessant.
Liebe Grüße
Achatnia
Von Rhum-Touren, mit oder ohne See, werde ich auch immer seekrank.
@ Efes: Es kann ja noch werden. Es lohnt sich auf jeden Fall:-)
@ Merlin: Dieses " Weite Welt" Gefühl bekomme ich auch. allerdings befürchte ich gleichzeitig, seekrank zu werden:-(
Dann schrumpft das "Weite Welt" Gefühl im Null Komma Nix zusammen ...
War erst kürzlich in Hamburg und war begeistert. Leider war die Zeit zu knapp um alles zu zu sehen. Was ich unbedingt noch sehen wollte, war die Schiffsbegrüßungsanlage. Naja vielleicht ein anderes Mal!
Lg Efes
Toller Artikel, da kommt doch gleich wieder Fernweh auf.
Auslaufende Schiffe haben etwas von "Weiter Welt".
LG Merlin
Danke für die netten Kommentare.
@ Ruth, sei vorsichtig. Ich kann ab morgen zur Reha-Gymnastik, weil die Hex`mich dauernd jagt. Ein Knie hat sie schon auf dem Gewissen ...
@ Martin, genau das fühlte ich als ich vor 20 Jahren zum ersten Mal dort gewesen bin. Meine Schwester lebte dort und sie wusste dass mir dieser Platz gefallen würde. Seitdem zieht es mich immer an den Höft wenn ich in der Nähe bin und jeder der dabei ist muss mit :-) Oft bleibe ich dann mehrere Stunden dort.
@ Alice-Alphabet
Leider ist es oft so, dass man weit reist und trotzdem nicht viel zu sehen bekommt.
Sehr interessant! Ich kann Martin nur beipflichten. Dein Artikel macht richtig Appetit. Dafür einen besonders fetten Daumen - zwei Daumen geht nicht!. Ich habe heute schon einmal 10 Liegestütze absolvieren müssen. Da ich heute Mittag einen Reportage-Termin habe und die Hex' mit ihrem Schießeisen im Anschlag nicht reizen will, verkneif' ich mir weitere gymnastische Übungen.
Ich sags nur in einer Sprache: ich finde Deinen Artikel toll! Irgendwie romantisch und entspannend.
Zu Deiner Eingangsfrage: Nein, wusst ich nicht.
Der Artikel macht Lust, auch da wieder einmal hinzufahren. Ich war nur während meiner Interrail-Zeit einmal in Hamburg. (Wo war ich nicht?)
Aber da wir wenig Geld hatten, haben wir die Nacht meistens in Zügen verbracht. Das heißt, wir waren überall nur ganz kurz, da kriegt man viel zuwenig mit.