Die Stadt der Fugger

Archäologische Funde belegen, dass bereits die Alemannen, die Römer und auch Menschen aus der Steinzeit die Gegend um Weißenhorn besiedelten.

Die neuere Geschichte von Weißenhorn beginnt dagegen im Jahre 1160 mit der ersten urkundlichen Erwähnung einer Burgsiedlung namens Villa Wizzenhorn vom Stamm der Herren von Neuffen. Als dieses Adelsgeschlecht im Jahre 1342 erlosch, kam Weißenhorn in den Besitz der Herzöge von Bayern, die die Stadt fast ständig beliehen und an andere verpfändet hatten.

FuggerschloßIm Landshuter Erbfolgekrieg kam Weißenhorn dann in den Besitz von Kaiser Maximilian I und wurde 1504 vorderösterreichische Provinzialstadt im Bezirksamt Burgau. Doch schon 1507 übertrug Maximilian den Besitz an Jakob Fugger. Die Fugger, die die lokale Barchentweberei unterstützten, machten Weißenhorn zu einer blühenden Handelsstadt und lieferten weberische Qualitätsprodukte in alle Welt. Neben Augsburg ist Weißenhorn die einzige Stadt überhaupt, der es heute noch erlaubt ist, die Bezeichnung Fuggerstadt zu führen. Erst mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation fiel die Stadt im Jahre 1806 wieder an Bayern zurück.

Durch die zentrale Lage in einem landwirtschaftlich geprägten Umland, den Handwerksbetrieben undHandwerksbetrieb durch die bis zum Jahre 1848 bestehende Herrschaft der Fugger war die Stadt bis ins 19. Jahrhundert von Reichtum und Wohlstand geprägt. Erst durch den Bau der Bahnlinie von Ulm nach Kempten, die an Weißenhorn vorbei führte, hat die Stadt den Anschluss an die industrielle Entwicklung verloren. Erhalten aber blieb der mittelalterliche Charakter und der liebenswürdige Charme einer schwäbischen Kleinstadt.

Weitere bekannte Fuggerstädte neben Weißenhorn sind zum Beispiel Augsburg, Günzburg, Leipheim, Burgau, Memmingen oder Kempten.

Sehenswürdigkeiten - Das Obere Tor, das Rathaus und das Heimatmuseum

Das obere Tor wurde 1470 im Zuge der Stadtbefestigung unter Herzog Georg dem Reichen erbaut und besitzt zwei - für die damalige Zeit charakteristische - Vortürme. Auf der Frontseite ist ein Fresko des Weißenhorners Malers Anton Bischof angebracht. Das 1923 erstellte Kunstwerk zeigt eine Szene aus dem Jahre 1525: "Der Bürgermeister Diepold Schwarz verhandelt mit dem Bauernführer Jörg Ebner aus Ingstetten, 1. April 1525".

Durch das Tor gelangt man in den mittelalterlichen Teil von Weißenhorn. Das Rathaus, das 1761 erbaut wurde, grenzt direkt an das Obere Tor und besitzt mit seinen zum Kirchplatz hin offenen Arkaden eine weitere Sehenswürdigkeit.

Im rechten Teil des oberen Tores ist das Heimatmuseum von Weißenhorn untergebracht. Im Jahre 1908 gegründet, beherbergt es eine der reichsten volkskundlichen Sammlungen aus der Region Schwabens. Dem Betrachter offenbart sich dabei eine Vielzahl an künstlerischen und kunsthandwerklichen Gegenständen, die den Besucher in die Geschichte und die kulturelle Entwicklung der Fugger einweisen. Geöffnet hat das Museum Donnerstags bis Sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 2.50 Euro.

Das Obere Tor ...

Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt und die Fuggerschlösser

Durch das Obere Tor gelangt man direkt auf den Kirchplatz, der von der Stadtpfarrkirche und dem Fuggerschloss beherrscht wird. Davor befand sich an der Stelle der Stadtpfarrkirche eine gotische Kirche, die am 22. Februar 1859 durch ein zu schweres Weihwasserbecken einstürzte.

Der Neubau der Kirche begann im Jahre 1872 nach Plänen des damals in Deutschland führenden Architekten August Ritter von Voith. Der Bau zählt zu den bedeutendsten Leistungen der Sakralbaukunst im 19. Jahrhundert und wurde im Stil der Neoromantik errichtet. Im Inneren der Kirche befinden sich schöne Deckenmalereien und ein sehenswerter Altar.

Das alte Schloss - fälschlicherweise auch Neuffen-Schloss genannt - wurde um 1460/70 von Jörg von Rechberg erbaut. Gleich daneben befindet sich das Neue Schloss, das im Jahre 1513 von Jakob Fugger für Maximilian den I. errichtet wurde und durch seine reichhaltig verzierten Fenster auffällt. Seit einigen Jahren nisten auf dessen Dach wieder Störche.

Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmerlfahrt

In der Haupstraße

In der Hauptstraße spiegelt sich der mittelalterliche Charakter durch hohe Giebel, enge Gassen, altes Fachwerk und winkelige Sträßchen wieder, wobei sich repräsentative Häuser aus dem 19. Jahrhundert und mittelalterliche Bauten gegenseitig abewechseln. 

Der Blick entlang der Hauptstraße auf das Untere Tor, ...

Abseits der Hauptstraße

Auch etwas abseits der Hauptstraße gibt es für den aufmerksamen Betrachter in den netten Gäßchen viele interessante Dinge zu entdecken. So befindet sich zum Beispiel das historische Stadttheater hinter den unscheinbaren Mauern des ehemaligen Zehntstadels. In diesem Schmuckkästlein der besonderen Art finden Theater- und Opernaufführungen statt. Es ist das kleinste Theater von Bayern und hat durch seine unübertreffliche Atmosphäre auch weit über die Stadtgrenzen von Weißenhorn hinaus Bekanntheit erlangt. 

Nebem dem Weinhaus und ...

Kulinarische Genüsse

In Weißenhorn gibt es eine Vielzahl von Gaststätten. Egal ob Traube, Löwen, Hasen oder Bären - alle laden den hungrigen und durstigen Besucher ein und verwöhnen ihn nach herzenszlust. Und wer Lust auf was Süßes hat, schaut einfach in der Chocolaterie vorbei.

Die Chocolaterie

Infos zur Barchentweberei

Barchent ist ein Mischgewebe aus Baumwolle auf Leinenkette, das glatt, auf einer oder auf beiden Seiten aufgeraut ist. Der glatte Barchent hat entweder einen vierschäftigen Köper wie der ''Croisé'', und daher zwei rechte Seiten, ist aber...
Hans, am 29.04.2010
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