So schläft man in Japan! Bilder aus traditionellen Hotels (Ryokan)

Ryokan Room (Bild: Aleksander Dragnes / Flickr)

Der original japanische Bett: Futon und Tatami

Der japanische Futon ist kein Bett im westlichen Sinne, denn ein Bettgestell gehört nicht zu einer traditionellen, japanischen Schlafstätte. Futon ist übrigens einfach das japanische Wort für Schlafstätte. Der japanische Futon besteht aus einer Schlafunterlage (shiki-buton) und einer Bettdecke (kake-buton). Traditionell ist der Boden japanischer Wohnräume mit Tatami-Matten ausgelegt. Der Futon wird direkt auf die Tatami-Matten gelegt. Tagsüber wird der Futon in der Regel platzsparend zusammengeklappt oder in einem Schrank verstaut. Das japanische Bett ist mit Baumwolle gefüllt. Wer schon einmal in Japan in einem traditionellen Hotel, einem Ryokan, übernachtet hat, wird möglicherweise überrascht gewesen sein, wie gut es sich auf einem japanischem Bett schlafen lässt. Im Westen hat man die Vorstellung, dass ein solches japanisches Bett aus Futon und Tatami extrem hart und ungemütlich sei, was jedoch nicht der Fall ist.

 

 

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Westliche Futon Betten - eher eine Frage des Designs

Bett System Tojao - BucheMit dem japanischen Bett aus Futon und Tatami haben die westlichen Futon Betten nicht sehr viel gemeinsam. Allerdings wurden sie ursprünglich nach dem japanischen Vorbild entwickelt. So liegt man in einem Futon Bett wesentlich tiefer als in herkömmlichen Betten. Die Idee, möglichst nahe am Fußboden zu schlafen, ist aber auch das einzige, was Futon Betten mit japanischen Betten verbindet. Dennoch, Futon Betten sind nach wie vor sehr beliebt. Dies haben sie auch ihrem meist sehr ansprechend gestalteten Design zu verdanken.

 

Bild: Bett System von Tojo - Buche - moderne Interpretation des japanischen Bettes

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Während man in frühere Betten beinah hinauf klettern musste, weil sie so hoch waren, geht der Trend schon seit fast 20 Jahren zum niedrigen Bettgestell. Ob hoch oder niedrig ist jedoch in erster Linie eine Geschmacksfrage. Futon Betten gibt es in jeder Preisklasse und in unterschiedlichen Qualitäten. Hochwertige Futon Betten bestehen immer aus Bettgestell, Lattenrost und einer guten Matratze. Vorsichtig sollte man bei besonders billigen Futon Betten sein, bei diesen handelt es sich häufig um sogenannte Polsterbetten ohne separates Lattenrost, die zwar von weitem chic aussehen, mit einem gesunden Schlaf jedoch nichts zu tun haben.

 

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Ein japanisches Bett ist niemals hart, auch wenn sich dieses Vorurteil erfolgreich hält

Als die Futon Betten in den achtziger Jahren aufkamen, wurden sogar spezielle Futon Matratzen angeboten, die nicht wie die japanischen Vorbilder mit Baumwolle, sondern mit Naturfaser (Kokosfasern, Rosshaar oder Schurwolle) gefüllt waren. Solche Futon Matratzen sind heute immer noch erhältlich, konnten sich jedoch nicht wirklich durchsetzen. Sie sind zum einen sehr pflegeintensiv und zum anderen viel zu hart, so dass sie alles andere als rückenfreundlich sind. Das original japanische Bett ist nicht mit Kokosfasern gefüllt, es ist auch nicht wirklich hart, sondern elastisch! Die oben abgebildete Futon Matratze von Amazon ist wirklich original. Wer unter Nackenverspannungen leidet, sollte sich immer für eine elastische Matratze entscheiden, dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine hochwertige Taschenfederkernmatratze, eine Kaltschaummatratze,eine Latexmatratze oder eine Original japanische Futon Matratze handelt.

Angela Michel

 

 

 

ultimapalabra, am 05.06.2011

Kommentare


ultimapalabra am 24.07.2011
Ich habe selbst in Japan schon in echten japanischen Betten geschlafen, ich muss sagen, es war sehr bequem!
Efes am 06.06.2011
Ich hatte mal so etwas als Sofaauflage. Naja, bin eigentlich froh, dass die Zeiten vorbei sind. LG Efes
Kanadier am 05.06.2011
Interessant.
Autor seit 3 Jahren
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