Die 3er Faustregel des Überlebens

Es gibt eine grobe Faustregel die besagt, dass der sogenannte medizinische Standardmensch in der Regel rund 3 Wochen ohne Nahrung, 3 Tage ohne Wasser und 3 Minuten ohne Sauerstoff überlebt.

Ohne Nahrung kann man natürlich bei entsprechender Körpermasse und/oder hohem Fettanteil im  Körper länger überleben sofern man genügend Zugang zu Flüssigkeit und Sauerstoff hat. Allerdings beginnt der Körper nach dem Aufbrauch der Fettreserven sich selbst zu verdauen.

Die Aussage stützt sich auf den Energiegehalt von einem Kilogramm Körperfett welches rund 7.000 Kalorien entspricht und das Körperfett dem menschlichen Organismus als Energiespeicher gilt.

Ein normalgewichtiger Mann besitzt in etwa 10 Kilogramm Körperfett und da Frauen einen höheren Körperfettanteil als Männer besitzen, überleben sie dementsprechend länger ohne Nahrung. Wobei der durchschnittliche Grundbedarf eines Mannes um die 1.700 Kalorien, und der einer Frau ungefähr 1.300 Kalorien beträgt. Für Männer wird eine tägliche Energiezufuhr von 2.900 Kalorien empfohlen und Frauen eine Zufuhr von 2.300 Kalorien bei einer leichten beruflichen Tätigkeit.

Die verschieden Phasen des Verhungerns

Die Evolution hat den menschlichen Organismus ebenso mit einigen Schutzmechanismen in Form von Ressourcensparplänen ausgestattet um das Überleben ohne Rücksicht auf die Kosten zu verlängern. Das Verhungern lässt sich in drei Phasen unterteilen:

  1. In der ersten Phase passt sich der Körper an die fehlende Energiezufuhr an und stellt den Körper auf ein Sparprogramm um. Das Hungergefühl sowie der Appetit werden stark gesteigert und der Magen macht sich durch Magenknurren und leichten Krämpfen bemerkbar. Der Stoffwechsel verlangsamt sich und der Organismus beginnt auf seine Zucker- und Fettdepots zurückzugreifen, was sich in den ersten Tagen des Verhungerns in einem Gewichtsverlust von bis zu einem Kilo pro Tag niederschlägt wobei sich dieser Gewichtsverlust mit dem zunehmenden Verlust an Energiereserven reduziert. Der Mensch durchläuft während des Verhungerns neben den genannten Symptomen eine Zeit der Schwächeanfälle, des Schwindelgefühls und ambivalenten Gefühlszuständen.
  2. In der zweiten Phase stellt sich der Organismus darauf ein sich selbst zu verdauen. Das Hungergefühl und der Appetit lassen nach bzw. verschwinden, die Zunge wird pelzig belegt, die Haut und Mundhöhle beginnt einen Acetongeruch abzusondern. Der Blutdruck und die motorischen Verdauungsfunktionen werden herabgesetzt um Energie zu sparen. Kurzum die Vitalfunktionen reduzieren sich mit der Dauer des Hungerns obwohl die geistige Leistungsfähigkeit noch erhalten bleibt. Nachdem der Körper seine Fettreserven verbraucht hat, beginnt der schrittweise Abbau der Muskelmasse und Organe zur Energiegewinnung, beginnend bei den für das Überleben unwichtigen Muskeln und Organen bis zu den lebensnotwendigen hin. Durch den Abbau sowohl der Muskelmasse als auch der Organe und der Herabsetzung der Vitalfunktionen sowie der Körpertemperatur wird wiederum Energie eingespart, was die Qualen verlängert und das Verhungern verlangsamt.
  3. Die  letzte finale Phase endet in der Zerstörung des Herzkreislaufsystems und des Zentralnervensystems, welche in einem komatösen Zustand mit einer Körpertemperatur kurz vor dem Tod von nur noch 28 Grad Celsius endet. 

Hungerhaken vs. Pummelchen vs. Armut

Die Welt wird immer verrückter wenn man die Welt aus kritischer Sicht betrachtet. Beim Schreiben dieses Artikels stellte sich in mir ein mulmiges Gefühl ein und Gedanken schossen mir durch den Kopf.

Eine Milliarde hungert und täglich wird Nahrung weggeworfen aufgrund von Überproduktion und fehlenden Absatzmärkten.

Die Menschen werden immer dicker heißt es in den Schlagzeilen und auf der anderen Seite jammert man über die Hungerhakenmodels.

Einfach eine Perversion. Besonders die Filme "Unser Täglich Brot", "Darwin‘s Nightmare" und "We Feed the World" sind erschütternd und Augen öffnend. Allein in Wien wird täglich genug Brot weggeworfen um Graz versorgen zu können. Eine Schweinerei aber Realität.

CADoerr, am 13.06.2012
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Bildquelle:
Kerstin Schuster (Gesund werden, gesund bleiben - Krankheiten frühzeitig erkennen und...)

Autor seit 3 Jahren
84 Seiten
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