Blumenwiese

Vorgehensweise - Boden - Standort - Aussaat - Pflege

Die Anlage einer Wildblumenwiese ist von vielen Parametern abhängig und deshalb mit einem Experiment vergleichbar. Unter anderem spielen die Bodenbeschaffenheit, die Lichteinwirkung, das Saatgut und selbstverständlich die Pflege eine Rolle.

Der Boden sollte leicht sandig und einen neutralen pH-Wert aufweisen. Außerdem ist ein funktionierender Wasserabzug erforderlich. Staunässe schädigt viele Pflanzen, außer es handelt sich um Feuchtwiesenpflanzen. Schwerer Boden (Lehm und Ton) muß mit Sand gelockert werden. Ein saurer Untergrund läßt sich Kalk neutralisieren. Auf Dünger ist unbedingt zu verzichten. Viele Böden sind  überdüngt und enthalten zuviel Stickstoff und Phosphor. Auch hier muß über die Beigabe von Sand neutralisiert werden.

Die Wildblumenwiese sollte an einem sonnigen Standort angelegt werden. Viele Pflanzen benötigen das Sonnenlicht, um ihre volle Blütenpracht zu entwickeln. Nur auf diesem Weg lassen sich gern gesehende Zaungäste wie Schmetterlinge und Insekten ansiedeln.

Für die Aussaat eignet sich das Frühjahr (April und Mai) am besten. Reichlich Feuchtigkeit und milde Temperaturen schaffen optimale Wachstumsbedingungen.

Eine Wildblumenwiese verlangt direkt nach der Aussaat eine Schonfrist. Bei langer Trockenheit ist eine Bewässerung erforderlich. Das sofortige Betreten der Fläche sollte vermieden werden. Ein erster Schnitt ist in der Regel erst im Spätsommer oder Herbst nach der Blüte und Samenbildung erforderlich. Eine Vertikutierung im Winter ist nicht erforderlich, da ansonsten  Stauden und Zwiebeln geschädigt werden können.  

Kunterbunt

einige Pflanzen - Gänseblümchen - Gundelrebe - Johanniskraut - Mohn

Gänseblümchen Bellis perennis gehören zu den Dauerblühern - nicht nur auf einer Wildwiese. Sie gehören zu den ausdauernden Stauden. Bellis perennis bildet dichte Horste, ist robust gebaut - selbst starker Frost oder eine längere Trockenperiode macht den Pflanzen nichts aus. Eine spezielle Pflege ist nicht erforderlich, für die Vermehrung ist gesorgt. Beim Gänseblümchen handelt es sich um gesundes Wildgemüse. So können die Blätter als Beilage in einem Salat oder als Brotbelag verwendet werden.

Die Gundelrebe ist ebenfalls eine ausdauernde Staude und tritt oftmals in Kombination mit dem Scharbockskraut und dem Günsel auf. Es handelt sich in allen drei Fällen um typische Frühblüher. Die Blüten der Gundelrebe sind bläulich gefärbt und werden gerne von Hummeln und Wildbienen besucht. Sie stellen deshalb eine wichtige Nektarquelle dar. Die Blätter lassen sich frisch für Wildsalate verwerten. Das blühende Kraut kann bei Atemwegserkrankungen als Tee verwendet werden.

Das Johanniskraut Hypericum perforatum ist ebenfalls auf vielen Wildwiesen vertreten. Es liebt Wärme und Sonne. Die Blüten haben eine leuchtende gelbliche Farbe und werden deshalb von zahlreichen Insekten angeflogen. Die Inhaltsstoffe von Hypericum perforatum lassen sich gegen depressive Verstimmungen einsetzen. Johanniskrautöl kann bei Wundheilungsstörungen eingesetzt werden.

Der Mohn - siehe Foto oben - taucht eine Wildwiese im Frühsommer in ein schönes Rot. Man findet diese Pflanze ebenfalls wild an Wegrändern und Ackerrandstreifen, soweit diese nicht mit Pestiziden behandelt werden.

noch ein paar Pflanzen - Kamille - Klee - Taubnessel - Thymian - Kornblume

Die Echte Kamille Matricaria chamomilla ist ebenfalls ein Bewohner einer Wildwiese. Sie benötigt einen lockeren und sandigen Boden. Die Blüten kommen nur an einem sonnigen Platz voll zur Geltung. Matricaria chamomilla ist eine bekannte Heilpflanze. Ein Kamillentee wirkt entzündungshemmend und kann unter anderem bei Magenerkrankungen eingesetzt werden.

Der Klee ist eine ausdauernde Staude und breitet sich durch Wurzelausläufer aus. Typisch für diese Pflanze sind die dreilappigen Blätter und die weißen Blüten, die sich allerdings nur bei schönem Wetter öffnen. Die Blätter lassen sich zum Würzen von Salaten verwenden.

Bei der Taubnessel Lamium album handelt es sich um einen Lippenblütler mit überwiegend gelben oder weißen Blüten. Die Pflanze ist wenig anspruchslos und bildet mehrjährige Bestände. Die Taubnessel hat - wie der Name schon sagt - im Unterschied zur Brennnessel keine Gifthaare. Das Kraut kann für Wildgemüse und Kräutersuppen eingesetzt werden. Als Heilpflanze wirkt Lamium album entzündungshemmend.

Der Thymian Thymus serphyllum mag sandige und trockene Böden. Thymus serphyllum hat kleine holzige Triebe, im Hochsommer bildet die Pflanze die typisch rosaroten Blüten aus. Der Thymian eignet sich auf Grund seines würzigen Geschmacks hervorragend in der Küche.

Die Kornblume  - siehe Foto oben - färbt eine Wildwiese mit ihren Blüten dunkelblau. Sie ist eine Augenweide für zahlreiche Insekten und Schmetterlinge. Die Kornblume läßt sich auch wild an zahlreichen Wegrändern finden.   

Ashlie, am 20.04.2012
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Bildquelle:
Public Domain Pictures (Warum gibt es braune und weiße Eier?)

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180 Seiten
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