Freiwillige vor! Wer will es machen?

Der Blick ins Grundgesetz zeigt uns, jeder kann es werden!

Gesucht werden Personen, männlich oder weiblich ab 18 Jahren, die mit Worten (vorrangig hochtrabende Fremdwörter) jonglieren können und dabei so wenig wie möglich ausdrücken, ohne, dass es auffällt. Es hilft ungemein, wenn sich die entsprechenden Personen in verschiedenen Themengebieten auskennen. Themen wie Wirtschaft, Umwelt, Ökonomie, Finanzen und Gesundheitsrecht sind für den Einsteiger ein unbedingtes Muss (am Besten, er hat von allem Ahnung in Theorie und Praxis)! Des Weiteren muss die entsprechende Person den moralischen Vorstellungen des Volkes entsprechen (Also, wer in der Schule geschummelt hat, ist schon mal raus!!!) und sollte ein stabiles Nervenkostüm vorweisen können. Für alle Anschuldigungen und Vorbehalte der Bürger braucht er/sie breite Schultern und kräftige Wadenmuskeln. Natürlich muss gewährleistet sein, dass er oder sie arbeitswütig ist (60 bis 80 Stunden in der Woche werden mindestens erwartet!) und dabei keinen allzu hohen Stundenlohn erhofft.

Belohnt wird der Einsatz in regelmäßigen Abständen mit durch die Luft fliegenden Hilfspaketen (etwa Tomaten und Eier... wenn mal wieder keine Zeit zum Einkaufen ist). Freiwillige können sich gern im Rathaus melden.

Politiker sind Selbstdarsteller, die viel reden und nichts ausrichten.

In die Politik gehen, aber wie?

Nun sollte der geneigte Leser das obrige Beispiel nicht zu ernst nehmen, obwohl vieles aus Gesprächen und Eindrücken heraus entstanden ist. Wer ernsthaft erwägt in die Politik zu gehen, dem sei Glück gewünscht für seinen Entschluss.

Politiker ist kein Ausbildungsberuf im klassischem Sinne, eher eine Berufung. Meist beginnen sich politisch Interessierte bereits in der Jugend in eine Jugendorganisation (Jusos, Junge Union, Junge Liberale, Jung-Gemüse oder Jung-Piraten...) zu etablieren. Es gibt eine Karriereleiter zu erklimmen, dessen Sprossen weit unten im Rat der Stadt beginnen. Jeder, der volljährig ist, kann sich systematisch in der Hierachie einer Partei hocharbeiten. Wichtig ist natürlich eine Partei zu finden, mit der man sich identifizieren kann und welche die eigenen Interessen und Vorstellungen berücksichtigt. Deshalb sollten vor einem Eintritt in die Partei die jeweiligen Programme gut durchgeschaut werden. Hat man die falsche Wahl getroffen, kann man natürlich jederzeit wieder austreten.

Als Mitglied einer Jugendorganisation kann man dann ein Mandat im lokalen Bereich antreten, etwa im Rat der Stadt, als Bürgermeister oder als Lokalpolitiker. Hierbei hat man den meisten Kontakt zu den Wählern, kann sich einen Namen machen und aktiv in der Lokalpolitik mitmischen.

Für die Arbeit als Politiker ist ein Studium nicht unbedingt notwendig, aber von Vorteil. Viele Minister haben rechtswissenschaftliche Vorbildung, sind Betriebswirte oder waren vorher als Journalisten aktiv. Ein Rhetorikseminar hilft dem aufstrebenden Abgeordneten, mit der Presse und den Vertretern der verschieden Gruppen und Verbände (Arbeitgeber, Arbeitnehmerverbände, Gewerkschaften ect.) zu kommunizieren. Bei all dem sollte aber der Bezug zum Volk nicht vergessen werden.

Wer diese berufliche Laufbahn anstrebt, sollte sich aber im Klaren sein, dass Politiker ihr Geld (auch wenn es gern so gesehen wird) nicht umsonst bekommen. Die Arbeitszeiten überschreiten die der freien Wirtschaft um Längen. Die dafür ausgezahlten Diäten sind zwar höher als der HartzIV-Satz eines Arbeitslosen, dennoch liegen die Wochenarbeitszeiten bei bis zu achtzig Stunden. Öffentliche Veranstaltungen, Sitzungen, rege Disskussionen und die hagelnde Kritik sollte das Nervenkostüm eines Abgeordneten aushalten.

Weiterführende Informationen zum Thema Politiker werden

Politiker werden
Tipps und Informationen, wie es klappen könnte mit dem politischen Amt

Bei den Jusos einsteigen

Die Junge Union

Grüne Jugend

Junge Liberale - Julis

Junge Priaten

SandraMariaErdmann, am 04.05.2012

Kommentare


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Leseratte am 20.03.2013

Spannendes Thema!

SandraMariaErdmann am 20.02.2013

Super - ich verlink dich auch mal

Semmelweiss am 19.02.2013

**lol**

KreativeSchreibfee am 19.02.2013

@Semmelweiss, ich möchte nicht wissen, wie viele Strohsäcke unter unseren Politikern sind : )
Liebe Sandra, ich war so frei, deinen Artikel hier zu verlinken - http://pagewizz.com/sind-politiker-wirklich-so-dumm-aufklaerung-der-anderen-art/
LG Kerstin

Semmelweiss am 19.02.2013

Hi Samaria! Um bei uns in Niederösterreich Politiker zu werden, braucht man eigentlich nur Geld, sonst gar nix. Beweist uns gerade der Herr Frank Stronach. (bzw. Franz Strohsack, wie der Mann mit bürgerlichem Namen eigentlich heißt.) Ohne bisherige Wahl hat er das Kunststück bereits vollbracht, Mandate zu erwerben, und mitzubestimmen.

Michael am 07.05.2012

Politik ist die Kunst, den Wähler so schnell über den Tisch zu ziehen, dass er die Reibungsenergie für Nestwärme hält!
Gruß Michael

SandraMariaErdmann am 06.05.2012

Ich bin dir nicht böse, im Gegenteil. Ich werd mal ganz schön die Finger von der Politik lassen (meine Nerven sind nicht die Besten)... allerdings fehlen mir ein paar Politiker mit Format, deshalb hab ich mal versucht für diesen Job zu werben. Mal sehen, ob sich mal einer in die richtige Richtung verirrt :-)))))))

Merlin am 05.05.2012

Sei mir nicht böse, aber wenn für 5,00 € Hartz IV mehr jahrelang gefeilscht wird und für 500,00 € Diätenerhöhung 10 Minuten, dann kann ich meine Meinung zur Politik nicht ändern. Statt den Staat zu verschlanken, Kosten zu sparen und zu sanieren haben wir in NRW mehr Schulden, mehr Politiker und kaputte Strassen.
Dein Artikel ist schön, hab ich gern gelesen. Wärts Du in der Politik, würde sich womöglich was ändern.
LG Merlin




Bildquelle:
Kerstin Schuster (Sind Politiker wirklich so dumm? Aufklärung der anderen Art)

Autor seit 3 Jahren
14 Seiten
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