Nach Hamburg, der schönen Hansestadt an Elbe und Alster, möchten viele gerne ziehen. Aber Hamburg hat ein Problem: Es gibt kaum preiswerte Wohnungen! Wer zentral wohnen möchte, gute öffentliche Verkehrsanbindungen benötigt und eventuell noch Ansprüche an den Komfort hat, der benötigt schon einiges Kleingeld. Die beliebtesten Hamburger Stadtteile wie Rotherbaum, Harvestehude, Winterhude oder Eppendorf liegen rund um die Alster, schön grün, ansprechende Architektur und mit hervorragenden Bus-und Bahnverbindungen.

Hier eine Wohnung zu ergattern, die größer als 20m²  und bezahlbar ist, das bedeutet richtig Glück zu haben. Dies ist allerdings nur wenigen beschieden. Die meisten jagen von einem Besichtigungstermin zum nächsten, immer in der Hoffnung jetzt das Passende zu finden. Auch in den angrenzenden Stadtteilen wie Barmbek, Dulsberg oder Ohlsdorf sind die Mieten angestiegen, aber zum Teil noch auf erträglichen Niveau.

Wohnungssuche in HamburgSogar Gegenden von Hamburg, die noch vor einigen Jahren total unbeliebt waren, wie Wilhelmsburg, Veddel, Steilshoop oder Mümmelmannsberg sind heutztage gefragt und Wohnungsvermieter nutzen auch hier die Wohnungsnot, um teils völlig unzureichende 4 Wände als Wohnung zu überzogenen Preisen anzubieten.Wobei nicht alle der hier als unbeliebt genannten Stadtteile wirklich schlecht sind. Zum Beispiel ist Wilhelmsburg eine wunderschöne

Elbinsel, die völlig zu unrecht ein so negatives Image hat. Dies entstand mit dem Bau der Großsiedlung "Kirchdorf Süd", in diesen Wohnungen wurden dann überwiegend Bürger mit Migrationshintergrund, wie es nun so schön heißt, einquartiert.

Das gleiche passierte auch mit Veddel, einem Arbeiterviertel an der Elbe, wo die Stadtteilpolitik völlig versagt hat. Mit günstigen Wohnungen für Studenten möchten die Politiker nun den Schaden eingrenzen und neue Bewohner für das Viertel ansiedeln.

In Wilhelmsburg wird momentan für die 2013 stattfindende internationale Gartenschau kräftig gebuddelt und gepflanzt. Damit soll auch dieser Stadtteil aufgewertet werden. Die Vermieter von Wohnungen schlagen schon jetzt ordentlich bei der Miete drauf. Wo früher Wohnungen monatelang leerstanden, liegen die Quadratmeterpreise nun auch schon bei mindstens 8 Euro.

Wo findet man nun noch eine günstige Bleibe? Sternschanze und St.Pauli, die Szenestadtteile sind momentan total angesagt, auch hier ist nur selten ein Schnäppchen zu machen.

Sollte ein Makler nicht helfen können? Für eine Courtage von 2,38% der Kaltmiete könnte der Makler doch wenigstens einige Angebote haben. Ja, das hat er auch! Aber einem Makler in Hamburg wird in diesen Zeiten die Tür eingerannt für eine günstige, oder sehr schöne Wohnung. Deshalb ruft er niemals zurück und beantwortet auch keine Mails! Man muss schon direkt ins Maklerbüro kommen und bestenfalls die letzten 3 Verdienstbescheinigungen, eine Vormieterbescheinigung und eine neue Schufa-Auskunft gleich mit dabei haben. Dann vielleicht könnte es klappen.

Bei der städtischen Wohnungsgesellschaft SAGA gibt es auch mitunter ganz gute Angebote, die auch im Internet ausgeschrieben werden. Allerdings stehen bis zu 100 Leute für eine dieser Wohnungen an die kaum Komfort bieten, wie eine Einbauküche oder Laminat!

Hamburger Genossenschaften sind eine weitere Möglichkeit, neben der Stadtteilzeitung und dem Hamburger Abendblatt. Die älteren Wohnungen sind noch einigermassen preiswert, allerdings sind die Genossenschaftsanteile höher als eine Kaution. Aber das Kapital wird ja verzinst bei Auszug wieder ausgezahlt und geht nicht verloren.

Wem das alles nicht hilft, dem bleibt nur die Suche am Stadtrand. Poppenbüttel, Volksdorf, Rahlstedt oder vielleicht sogar ganz vor die Tore der Hansestadt.

Gewarnt sei noch vor all denen, die Nachmieter suchen und sich das Entrümpeln sparen wollen und den Schrott gegen einen saftigen Abstand anpreisen. Es kam schon vor, dass solche Leute auch die Kaution für den Vermieter in Empfang nehmen wollten. Also, Augen auf bei der Wohnungssuche.

Wer sich nun denkt, ok, da kaufe ich mir doch eine kleine Eigentumswohnung, der Kredit ist auch nicht höher als die Miete, den muss ich auch hier leider enttäuschen. Der Immobilienmarkt in Hamburg ist im normalen Preissegment wie leergefegt.

Dieser Artikel betrifft natürlich nur die Wohnungsnot der Bürger mit einem kleinen oder mittleren Einkommen. Ab Mieten von 1500 Euro kalt und darüber hinaus sind wahrscheinlich nur freundliche Vermieter und dienstbeflissene Makler keine Seltenheit. Menschenschlangen von 100 und mehr Leuten wird man hier wohl auch nicht finden!

 

Japodska, am 05.02.2011

Kommentare


Leseratte am 01.10.2011
Meine Erfahrung: Am Besten die Prioritäten klären; was ist mir am wichtigsten, auf was kann ich am Besten verzichten? So bin ich damals zu einer immerhin 22 m² großen Wohnung in Eimsbüttel gekommen - kleine Wohnung, gute Gegend. War allerdings laut.
Japodska am 07.02.2011
Jep! Mein Sohn zahlt schon 250 im Studentenheim in Lokstedt. :(((( Schlange steht man wohl erst ab Bargteheide nicht mehr.
oziziz am 07.02.2011
Och, Rahlstedt ist auch nicht unbedingt eine Lösung. War da mal bei ner Besichtigung. Standen auch über 100 Leute in Schlange :D Dabei ist das wirklich am Arsch der Heide. Besonders schwer hat man es als männlicher Student, da viele WGs nur Frauen suchen. Da bleibt entweder nur viel soziales Geschick oder das Wohnheim, welches mittlerweile auch schon 222€ für 9qm effektive Wohnfläche kostet.



Bildquelle:
Kerstin Schuster (MIETER AUFGEPASST! Wohnen im Grünen, mitten in der Stadt, durchaus ...)

Autor seit 3 Jahren
10 Seiten
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