Wolfsmilchgewächse - Botanik - Euphorbia und Euphorbiaceae

Wolfsmilch (Euphorbia) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). In Mitteleuropa sind nur knapp 25 Arten vertreten, aber weltweit gibt es an die  8.000 Arten. Besonders in den Tropen und Subtropen gibt es eine große Artenvielfalt. Darunter wahre Bäume und Sträucher, manche sind Kakteen sehr ähnlich. Die Familie Wolfsmilchgewächse gehört zu den Dilleniidae, ist also verwandt mit Veilchengewächsen, Heidekraut, Primelgewächsen oder Seidelbast.

Typisch ist die Scheinblüte, Cyathium genannt. Charakteristisch für die Wolfsmilch ist die Blütenanordnung, 5 zu einem Becher verwachsene Hochblätter, an deren Rand Nektardrüsen sitzen, beherbergen eine langgestielte weibliche Blüte umgeben von 5 Gruppen männlicher Blüten (aus Staubblättern gebildet).

Die männlichen und weiblichen Blüten werden durch zwei Brakteen geschützt, die dabei einen Becher formen. (Brakteen=Hochblätter; Brakteen sitzen höher als die eigentlichen Laubblätter und haben die Aufgabe, die Blüten zu schützen und Insekten anzulocken.) Manche Hochblätter sind prachtvoll gefärbt und ersetzen die Blütenblätter, wie zum Beispiel beim Weihnachtsstern.

Wolfsmilcharten spektakulär - Euphorbia at its Best

Dornbusch-Wolfsmilch / Samos (Bild: adele sansone)

Woher stammt der Name Wolfsmilch? Woher Euphorbia?

 

Der deutsche Name "Wolfsmilch" wurde der Pflanze wegen seines giftigen Milchsaftes "gefährlich, wie ein Wolf" im Volksmund verliehen. Der weiße Milchsaft, der in den verzweigten ungegliederten Milchröhren gebildet wird, enthält Giftstoffe (Diterpenen), aber auch Harze, Kautschuk, Fett und Eiweiß. Allerdings sind diese nur für Wirbeltiere gefährlich, der Wolfsmilchschwärmer (Raupe) ernährt sich bestens davon.

 

Sein botanischer Name "Euphorbia" allerdings geht auf das Altertum zurück. König Juba II von Mauretanien widmete dem "herba euphorbia" und dessen gummiartigen Milchsaft, der als Arzneimittel diente, aber auch dem Harz selbst, eine Schrift. Die Pflanze benannte er nach seinem Leibarzt Euphorbos.

Einige bekannte Arten der Wolfsmilch

Heimische Arten der Wolfsmilch sind:

  • Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)
  • Sonnenwolfsmilch (Euphorbia helioscopia)
  • Eselswolfsmilch (Euphorbia esula)Euphorbia
  • Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris)
  • Vielfarbige Wolfsmilch (Euphorbia epithymoides)
  • Kleine Wolfsmilch (Euphorbia exigua)
  • Garten-Wolfsmilch (Euphorbia peplus)

Die heimischen Wolfsmilcharten sind weit verbreitet: von Wäldern, Äckern, Gärten, Ödland, Magerrasen bis Felsen, aber auch Sümpfen, bis in die Höhe von etwa 1.000 m.

 

Im europäischen Raum findet man prachtvolle Wolfsmilcharten speziell im Mittelmeerraum, etwa in Griechenland/auf den griechischen Inseln:

  • Baumartige Wolfsmilch (Euphorbia dendroides) mit rötlichem Stamm, grünen Blättern und leuchtend gelben Scheinblüten. Oft hängen diese bis zu zwei Meter hohen Wolfsmilchbäume äußerst beeindruckend an den Küstenfelsen.
  • Dornbusch-Wolfsmilch (Euphorbia acanthothamnos), dornenbewehrt, kugelig in der Form, nicht sehr einladend auf ihr zu landen.
  • Dornige Wolfsmilch (Euphorbia spinosa)
  • Strandwolfsmilch (Euphorbia paralias)
  • Palisaden-Wolfsmilch (Euphorbia characias)

 

Interessante Pflanzen
Wer Bienen im Garten möchte, pflanzt Mohn. Von Zartgelb über Korallenrot bis Blau geht die Farbpalette; von klein und zart bis mächtig die Größe. (von Adele_Sansone)

Die Rekordhalter bei den Euphorbien

Die kleinste Wolfsmilch ist das Zwerggewächs Euphorbia rechingeri (Griechenland), ein Endemit der alpinen Stufe der Weißen Berge.

Die größte Wolfsmilch ist die Mittelmeer-Wolfsmilch (Euphorbia characias ssp. wulfenii), diese imposante Großstaude streckt ihre immergrünen, dicken Walzen bis zu 150 cm in den Himmel.

Weihnachtsstern/Hans/Pixabay

Die bekanntesten Wolfsmilch-Arten sind Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) und Christusdorn (Euphorbia milii, Syn.: Euphorbia bojeri Hook).

 

 

Euphorbia characias ssp. wulfenii - die Mittelmeer-Wolfsmilch - der Riese

Mittelmeer Wolfsmilch (Bild: adele sansone)

Wolfsmilch (Euphorbia) eine tolle Staude für den Garten - Welche Arten/Sorten bieten sich an?

Euphorbien eignen sich im Garten sowohl als gestaltendes Element, durch ihren besonderen Wuchs, aber auch als Lückenfüller und Unterbewuchs, um andere Solitär-Pflanzen, wie etwa Lilien, in den Vordergrund zu rücken. Sukkulente Euphorbien sind nicht frosthart, können also nur in Töpfen gehalten werden.

Blütezeit: Das variiert bei den verschiedenen Arten, aber ab April bis Juli blühen die meisten. Einige Arten sind besonders im Herbst eine Augenweide.

Nur einige besonders spektakuläre Euphorbia-Arten für den Anbau im Garten seien hier aufgeführt.

Besonderer Wuchs:

  • Euphorbia characias als gestaltendes Element durch die bürstenförmigen hohen Blütensäulen.
  • Euphorbia cypress ist ein hervorragender Lückenfüller.

Besondere Farbigkeit:

  • Euphorbia griffithii sticht durch die leuchtend orange Farbe hervor.
  • Euphorbia milii (Christusdorn)
  • Euphorbia marginata weißberandet, auch amerikanisches Edelweiß genannt.
  • Euphorbia marginata-Samen
  • Euphorbia dulcis "Chameleon" wechselt von Burgunderrot bis Violett die Farbe.

Hier gibt es noch Tipps für den Staudengärtner

Ein ganzes Beet Euphorbia - etwas für Liebhaber

Dunkelblättrig und nieder, rot blühend und mittelhoch und strauchartig zwischen Bodendeckern - und das alles nur mit Wolfsmilchgewächsen? Probieren Sie es aus, es hat seinen Reiz.

Dieser Pflanztipp erschien in "mein schöner Garten" Januar 2013.

Dunkelbelaubt ist die mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides "Black Bird"). Von März bis Mai bringt sie leuchtend gelbgrüne Blüten hervor.

Von Mai bis Juni blüht dann die Goldwolfsmilch (Euphorbia polychroma).

Die Himalaya-Wolfsmilch (Euphorbia griffithii "Fireglow") ist rötlich angehaucht.

Als Polsterstauden zu empfehlen sind Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) und die allseits bekannte Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias).

Alles überragend die Mittelmeer-Wolfsmilch (Euphorbia characias ssp. wulfenii), auch wenn sie bei uns nicht die baumartigen Ausmaße annimmt, wie in den angestammten Mittelmeergebieten. 

Wildapfel, Holzapfel, Zankapfel - Baum des Jahres 2013

Holzapfel, Wildapfel (Malus sylvestris) Baum des Jahres 2013

Wolfsmilch in der Heilkunde und in der Hexenküche - Von Kautschuk, Warzenkraut, Abführmittel bis zum letalen Genuss

Gemeinsam ist allen Euphorbia-Arten der ätzend wirkende Milchsaft. Manche können bei Kontakt mit den Augen sogar zu vorübergehender Erblindung führen. Schon im 1. Jhdt. nach Christus verwendete der griechische Arzt und Namensgeber Euphorbos den Milchsaft zur Heilung diverser Krankheiten.

  • Die Warzen-Wolfsmilch (Euphorbia verrucosa) diente noch in meinen Kindertagen als Allheilmittel gegen die für Kinder typischen Warzen. Ein wenig frischer Milchsaft aufgeträufelt und die Warzen sagten "Ade".
  • Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima Willd.) auch Poinsettie genannt ist als Gesamtes hochgiftig. Vor allem Haustiere, Katzen oder Hunde, fallen jedes Weihnachtsfest diesem vermeintlichen leckeren Katzengras zum Opfer.
  • Kautschukbaum (Hevea brasiliensis) ist der Spender für die Gewinnung von Latex oder Naturkautschuk. Sein indianische Name "caá buchu", weinender Baum, weist auf die Art der Kautschukgewinnung, das Rinde-Anzapfen, hin.
  • Rizinus (Ricinus communis) ist wohl der giftigste Vertreter aus dieser Familie. Der Rizinusbaum ist in den tropischen Gebieten Afrikas und in Indien heimisch. Er wird auch Wunderbaum oder Palma Christ genannt. Aus seinen Samen gewinnt man das Rizinusöl, mit dem Bestandteil Rizin, das im Öl selbst nicht löslich ist. Irrtümlich gegessene Rizinussamen allerdings sind tödlich. Rizinusöl wird auch heute noch als leichtes Abführmittel verwendet, aber auch als Haarwuchsmittel findet es Gebrauch.
Adele_Sansone, am 10.05.2013

Kommentare


   Einloggen



Autor seit 2 Jahren
94 Seiten
Pagewizz auf Facebook
Laden ...
Fehler!