Zeitloser Klassiker: Die Zeitschrift Micky Maus - Wie aus "Mickey Mouse" unsere "Micky Maus" wurde

Geburtsstunde der Zeitschrift Micky Maus

Am Anfang war … die Maus! Dabei wurde sie nur aus der Not heraus von Walt Disney in die Welt gezeichnet. Denn seine erste Cartoon-Figur war eigentlich der Hase "Oswald, the lucky Rabbit". Doch nachdem er die Rechte an Oswald verloren hatte, musste eine neue Cartoon-Figur her. Und siehe da: Die langen Ohren des Hasen ein wenig tiefer gelegt, et voilà: Mickey Mouse war geboren!

Bis die Abenteuer von Micky, Donald & Co auch in Comicform zu bewundern waren, strichen noch einige Jahrzehnte ins Land. Einen ersten Versuch zur Etablierung einer solchen Comicreihe startete der Schweizer Verlag Bollmann von 1936 bis 1937 mit der "Micky Maus Zeitung". Doch erst der dänische Verlag Egmont legte mit der Zeitschrift Micky Maus den Grundstein zu einer im deutschsprachigen Raum einzigartigen Erfolgsgeschichte. Egmont hatte sich unter anderem für Deutschland die Rechte an den Disney-Comics gesichert und veröffentlichte am 29. August 1951 die erste Ausgabe der Reihe, die damals noch mit dem Zusatz "Das bunte Monatsheft" beworben wurde.

Carl Barks zeichnete, Erika Fuchs übersetzte

Bis 1955 erschien die Zeitschrift Micky Maus monatlich, 1956 14-tägig und ab der zweiten Jahreshälfte 1957 schließlich wöchentlich. Von Beginn weg erfreute sich die Zeitschrift enormer Popularität. Ein Verdienst der außergewöhnlich lustigen, wie auch spannenden Geschichten, die oft aus der Feder von Carl Barks stammten. Wiewohl er – was oft fälschlicherweise angenommen wird – viele berühmte Duck-Figuren wie Tick, Trick und Track, Gustav Gans oder Daisy Duck nicht erfunden hatte, war er es, der ihnen ihren jeweils unverwechselbaren Charakter auf den Schnabel schrieb. Selbst Jahrzehnte später noch erfreuen sich seine originellen Geschichten höchster Beliebtheit. Kein Wunder also, dass Carl Barks immer wieder zum weltbesten Comiczeichner gekürt wurde.

Freilich: Die in der fiktiven US-Metropole Duckburgh hausenden Enten mussten erst noch die deutsche Sprache erlernen. Dank eines glücklichen Zufalls avancierte Dr. Erika Fuchs, die Kunstgeschichte studiert hatte, zur ersten Chefredakteurin der Zeitschrift Micky Maus und deutschte nicht nur die Texte, sondern auch viele Figurennamen ein. So kam es, dass der geizige Zylinder-Träger Scrooge McDuck den Namen eines Merowinger-Königs erhielt und seither als Dagobert Duck bekannt ist. Dagobert der Erste, immerhin König der Franken, hätte es sich wohl nie träumen lassen, eines Tages weniger bekannt als eine Zeichentrickfigur zu sein.

Baselbogen und Gimmicks

Zum festen Bestandteil der Zeitschrift Micky Maus gehören Beilagen. Diese stellten in den 1960er- und 1970er-Jahren noch die Ausnahmen dar. 1976 wurde der vor allem bei Nostalgikern beliebte Bastelbogen eingeführt und blieb fast ein Jahrzehnt lang wöchentlicher Fixpunkt. Seit Mitte der 1980er-Jahre erscheinen allerlei Beilagen, die von Fun-Stickern über Minicomics bis hin zu aufwändigeren Extras wie Detektivsets reichten und reichen.

Nachdem Ehapa, das deutsche Tochterunternehmen von Egmont, 1999 die Comicreihe "Yps" aufgekauft hatte, wurden zunehmend auch Gimmicks wie Urzeitkrebse beigelegt. Den hauptsächlichen Anreiz für den Kauf bieten aber natürlich nach wie vor die Geschichten.

Unverwüstlicher Klassiker für Jung und Alt

Internet, Playstation und iPod zum Trotz erfreut sich die Zeitschrift Micky Maus großer Beliebtheit und kann zu den unverwüstlichen Klassikern der Comickultur gezählt werden.

Kuriosum am Rande: Im Heimatland USA haben die Disney-Comics einen weitaus geringeren Stellenwert. Im Jahr 2009 wurde (wieder einmal) die US-Ausgabe der Comicreihe eingestellt.

Link-Tipps:

Website der Zeitschrift Micky Maus

Seite 42: Website mit vielen Bastelbögen der Vergangenheit

Website der Vereinigung D.O.N.A.L.D.

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rainerinnreiter, am 02.11.2010
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Bildquelle:
Karin Scherbart (Asterix bei den Pikten – Rezension)

Autor seit 4 Jahren
746 Seiten
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