Eingreifen oder übersehen, wenn ein Kind öffentlich misshandelt wird?

ZivilcourageGestern bin ich auf dem Weg zur Arbeit Zeugin eines öffentlichen Vergehens geworden. Zivilcourage war gefragt! Das Geschehene ging mir so unter die Haut, sodass ich es hinschreiben möchte. Ich sehe noch heute die Bilder vor meinem geistigem Auge!

 

 

 

Nichts ahnend beeilte ich mich um den Fußgängerweg zu Ende zu gehen. Einige Meter vor mir erkannte ich eine kleine Familie. Vater, Mutter, Kind und die Omi.

 

 

Der kleine Junge mag er wohl gerade zwei wenn nicht gerade eineinhalb Jahre alt gewesen sein, weigerte sich weiter zu gehen. Er blieb einfach stehen. Mutter und Omi waren im Gespräch vertieft, während der Vater Probleme hatte den kleinen vorwärtszutreiben. Irgendwann fing der Vater an zu schreien, nein brüllen ist wohl das passende Wort dafür! Der Kleine sollte sich bewegen, sonst würde er ihm eine Tracht prügel verpassen.

 

 

Ich dachte, ich hör nicht richtig. Das bei einem kleinem Kind, dass noch nicht mal den Wortschatz beherrscht und sich nicht richtig artikulieren kann. Der kleine reagierte nicht! Ehrlich, ich würde auch nicht reagieren wollen, wenn mich einer so anbrüllt. Nun drehten sich die beiden Frauen um. Der Vater ergriff die beiden Händchen des kleinen Kindes, dass mittlerweile schluchzte und riss es in die Höhe. Damit war nicht genug. Er schlug mit der anderen Hand dem kleinem Sprössling dermaßen auf den Hintern, dass mir schlecht geworden ist.

 

 

Wenn der Junge nicht gerade in der Luft gewesen wäre, so hätte er zusätzlich eine Platzwunde am Kopf!!! Er wäre nach vorne gegen den Asphalt geschlagen mit den Köpfchen.

Mir fehlen die Worte! Mein Atem stockt. Der Mann ist tätowiert und angetrunken. Kurz davor hat er seine Bierdose abgestellt. Der Hammer!!!

Meine Gedanken schlagen sich über. Soll ich was sagen? Soll ich stumm vorbeigehen?

Mutter courage!

Nein, das tust Du nicht als Mutter zweier Kinder! Ich schaue der Mutter des Kindes in die Augen und frage Sie: Schämst Du dich denn nicht? Warum lässt du es zu, dass dein Kind brutal geschlagen wird?

Die Omi steht daneben und gafft! Die Mutter läuft ROT im Gesicht an! Der Vater wusste nicht, was er tun sollte, er ließ den kleinen wieder runter! Der war wohl keine Wiederworte von Frauen gewohnt.

Mein Herz war erfüllt! Ich habe mich gefreut, den Mut gehabt zu haben einzugreifen! Wenn ich wüsste, dass mein Kind von seinem Vater geschlagen wird. Ehrlich, den hätte ich glaube ich dermaßen in der Luft zerrissen. Nein, das wäre wohl nicht der Richtige weg! Gewalt soll man nicht mit Gewalt bekämpfen, sondern mit Courage! Courage Kinder zu verteidigen, die sich wörtlich noch nicht zu Wehr setzen können. Einen Mann, der es nicht schafft auf einer normalen / humanen Ebene Probleme zu lösen, den möchte ich nicht in meinen vier Wänden haben. Nicht bei meinen Kindern und nicht bei mir!

Ich habe vor Jahren geschworen nicht zu den Frauen zu gehören, die unter der Gewalt von Männern steht. Die sich nicht vorschreiben lässt, wann Sie was zu sagen hat oder nicht. Zwar geschieht das nicht immer sofort, doch wenn das Faß zum Überlaufen beginnt, reißt die Mauer ein und ich wehre mich - verbal!

 

 

Wie würden Sie sich verhalten? Würden Sie eingreifen? Ja oder Nein?

Greifen Sie ein, wenn ein Kind Mißhandelt wird?
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Hanna, am 10.07.2011

Kommentare


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Donnaya am 12.08.2013
Ich glaube die Frage, ob man eingreift, wenn man eine solche Misshandlung zufällig miterlebt, kann man nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten. Außerhalb einer solchen Situation ist die Antwort ein klares Ja. Aber wenn man nichtsahnend eine solche Situation miterlebt, ist man dann in der Lage sofort und spontan einzugreifen? Drängt sich womöglich die Angst selbst auch verprügelt zu werden in den Vordergrund? Dass die meisten Leute nichts tun, liegt leider an diesem "Geht mich nichts an" Denken. Manchmal, in recht seltenen Fällen wissen die Leute nicht, wie sie reagieren sollen, weil sie sich einfach zu viele Gedanken machen. Hab mal miterlebt, wie ein ehm. Nachbar seine Frau verprügelt hat. Ich stand oben auf der Treppe und hab runter gerufen, dass er damit aufhören solle. Was besseres viel mir in dem Moment nicht ein und zum direkten, tatkräftigen Einschreiten fehlte mir dann doch der Mut. Immerhin hatte er dann tatsächlich von ihr abgelassen (und sie hat ihn ein paar Tage später auch noch in Schutz genommen). Wenn ich an diese Situation denke, bin ich mir dann doch wieder recht sicher, dass ich auch in irgendeiner Weise einschreiten würde, wenn ich eine Kindesmisshandlung live miterlebe.
Hanna am 28.10.2011
Hallo Weltenbummlerin... diese kleine Pankatakte die Du hier schilderst hatte ich auch. Musste daran wiede denken, als ich deinen Kommentar gelesen habe. Ein kleiner Tipp: Wenn du das nächste Mal in so einer Situation bist, lerne daraus. Du wirst dich an den Vorfall erinnern und dann greife einfach ein. Im Zweifelfall sich immer in die Opfer hineinversetzen und abwägen. Denn was ich nicht möchte, dass mir angetan ist, möchten auch nicht andere angetan bekommen. Und schon freut man sich über jede kleine Hife, oder zumindest für eine bestimmende Stimme, dass es so nicht geht. Egal ob Kind oder Erwachsener, alle haben das Recht verteidigt zu werden. Kleine Kinder noch mehr, denn sie können sich nicht wehren, schon gar nicht gegen ihre eigenen Eltern.
Weltenbummlerin am 27.10.2011
Ich hatte heute ähnlichen Vorfall...stand an der Haltestelle, Mutter mit Kind stand nicht weit weg. Kind (maximal 3) wollte aus dem Kinderwagen raus. Ist schon fast raus, hängt nur noch mit dem Kopf auf dem Sitz. In jenem Moment tickt die Mutter aus und zieht den Kind den Wagen weg! Kind schlägt mit Kopf auf. Jedenfalls schnappte sich die Mutter gleich das Kind, blubberte irgendwas auf russisch oder so rum, und pfefferte das Kind regelrecht in den Kinderwagen zurück. Dann kam auch schon die Straßenbahn...Keiner! ist eingeschritten, alle haben nur gegafft. Ich mache mir selbst Vorwürfe, auch nicht eingeschritten zu sein, ich war in dem Moment einfach ratlos, ob ich als kinderLOSE das "Recht" habe, eine Mutter zurecht zu weisen, wie sie sich ihrem Kind gefälligst benehmen sollte - (war mein Gedanke) und noch nicht genau weiß, wie ich reagieren würde, wenn Kind nicht hört, was man sagt. Doch auch wenn Kinder manchmal Quälgeister sein können (nicht böse gemeint, wie Kinder eben nun mal versuchen, ihre Grenzen auszuloten), wegen sowas würde ich sowas echt auf alle Fälle unterlassen! Ich war wütend, aufgeregt, ratlos - denke, dass das auch mein Grund war, warum ich nicht eingeschritten bin :( Ich hab mich gar in jenem Moment gefragt, warum nicht jemand von den älteren Herrschaften herum eingeschritten ist, weil sie weiß Gott mehr Erfahrung mit Kindern haben müssten als ich Jungspund. Dennoch ist letzteres keine Entschuldigung meinerseits...klar!
Hanna am 26.09.2011
Hallo Alexandra, das ist schon wirklich derb! Da blutet jedes Mutterherz, wenn sowas geschieht! Schön dass du den Mut hattest einzugreifen, ich verstehe die Gaffer nicht in diesen Situationen. Eigentlich müsste jeder eingreifen, schade dass das nicht der Fall ist! Hut ab vor deinem Verhalten :)
AlexandraMuders am 26.09.2011
Ich hatte einen ähnlichen Fall. Ein vater war mit dem Kind auf dem Weihnachtsmarkt. Er hatte es eilig, das kleine Mädel nicht. Er riss es am Arm hinter sich her, durch die Strumpfhose sah ich das Blut an den Knien der Kleinen. Ich habe ihm gesagt er soll sie sofort los lassen. Alle anderen guckten nur und gingen weiter. Von gut 40 Leuten war ich die Einzige, die etwas gesagt hat. Er ließ die Kleine nicht los, also rief ich die Polizei und hab das Mädel zwischenzeitlich irgendwie aus seiner Hand bekommen.
Hanna am 12.07.2011
@Susi: ich wünsche es der Frau so sehr! Vielleicht merkt Sie irgendwann und auch andere Frauen, dass so ein Verhalten seitens der Väter nicht normal, bzw. nicht duldbar ist!!! Gewalt in der Familie muss nicht sein, vor allem schadet sie in erster Linie den Kindern... VLG Hanna
susivital am 12.07.2011
Super Hanna!! Da kann man den Faden aber gleich weiterspinnen, und überlegen, wie es wohl zu Hause hinter verschlossenen Türen zugeht, wenn so was schon in aller Öffentlichkeit passiert. Hoffentlich hat die Mutter die Kraft, was zu verändern. LG Susi
stranden am 11.07.2011
Es ist, wie es ist, und es ist furchtbar. Thomas Bernhard



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