1) Fotos in der Dunkelheit:

Wer bei wenig Licht fotografieren möchte, muss eine Langzeitbelichtung durchführen. Das heißt die Kamera muss über einen recht langen Zeitraum von mehreren Sekunden bis Minuten Licht auf den Sensor lassen. Aus der Hand gehalten würden diese Fotos unweigerlich verwackeln, da die Kamera nicht lange genug ruhig gehalten werden kann. Daher ist die Stabilisierung durch ein Stativ unumgänglich, um dies zu vermeiden.

2) Fotos mit Selbstauslöser

Wer Fotos von der Familie oder anderen Motiven machen möchte und auch selbst auf dem Bild erscheinen will, kommt um eine Möglichkeit, die Kamera in Position zu bringen, ohne das sie festgehalten wird, nicht herum. Ein ausreichend hohes Stativ ermöglicht hier einen Blickwinkel, der nicht unnatürlich erscheint, wie es z.B. von einem Stein oder dem Boden aus der Fall wäre.

3) Fotos mit Teleobjektiven

Wer Objektive mit extremen Brennweiten benötigt, braucht möglichst kurze Verschlusszeiten, damit die Bilder nicht verwackeln. Es gilt: maximale Verschlusszeit = 1 / Effektive Brennweite.

Um z.B. mit einem 300mm-Objektiv ein verwacklungsfreies Foto zu schießen, sollte daher die Verschlusszeit 1/300 Sekunde oder schneller sein. Ist dies bei schlechtem Licht nicht zu erreichen (in Innenräumen, bei schlechtem Wetter), so ist ein Stativ zu ruhigeren Haltung der Kamera notwendig. Oft reicht hier auch ein Einbeinstativ.

4) Fotos im extremen Nahbereich / Makros

Wer Motive auf kurze Distanzen scharf abbilden möchte (wenige Zentimeter), zum Beispiel eine Blüte oder ein Insekt, der benötigt ebenfalls ein Stativ. Bereits kleinste Bewegungen führen zu starken Verschiebungen des Motivs im Bildausschnitt und führen zu Verwacklungen bei der Aufnahme. Dieser Effekt ist vergleichbar mit der Fotografie mit Teleobjektiven. Größtes Problem ist aber die kleine Schärfeebene, die bei leichter Vor- und Zurückbewegung der Kamera schnell dafür sorgt, dass das Ziel nicht mehr im Fokus liegt. Zwar gelingen Makros in größeren Abbildungsmaßstäben manchmal noch aus der Hand, aber spätestens eine 1:1 Aufnahme wird in den seltensten Fällen ohne ein Stativ gelingen.

5) Fotos aus ungewöhnlichen Perspektiven

Mit Stativen wie z.B. den Joby Gorillapods, lässt sich eine Kamera an Felsvorsprüngen, Schränken und anderen Orten montieren, die man mit der Hand nur schwer erreichen könnte. Dadurch sind tolle Fotos aus den ungewöhnlichsten Perspektiven möglich. Auch kann ein Einbeinstativ gut als Armverlängerung verwendet werden, um 1-2 Meter an Höhe dazuzugewinnen. Fotos aus der Vogelperspektive wirken z.B. bei Personengruppen besonders beeindruckend.

6) Fotos mit Effekten, Lichtmalerei

Egal ob nachts, bei wenig Licht oder Tags mit einem Graufilter: Wer über eine längere Zeit belichtet, kann mit Lichtquellen Streifen in ein Bild malen und so tolle, beeindruckende Effekte erzeugen. Jeder hat bestimmt schon mal ein Bild von Autobahnen bei Nacht gesehen, auf denen man die Lichter der vorbeifahrenden Autos als Streifen sehen. Hier wird dieser Effekt genutzt. Genau wie bei einer statischen Langzeitbelichtung wird hier ein Stativ benötigt, um die Kamera lange genug ruhig zu halten.

7) Indirekte Beleuchtung, das Stativ für den Blitz

Um einen Blitz neben der Kamera zu postieren, benötigt man ebenfalls ein Stativ. Dabei ist nicht unbedingt ein Lampenstativ nötig, ein normales Fotostativ funktioniert hier genauso gut. Der Vorteil ist, dass das Licht nicht frontal auf das Motiv fällt, sondern etwas seitlich und dadurch interessante Schatten im Bild erzeugt. Das fotografierte Objektiv wird plastisch und deutlich spannender. Außerdem erzeugt eine seitliche Beleuchtung eine deutlich realistischere Bildwirkung, als es ein frontaler Lichteinfall auf das Motiv könnte.

8) Filmen ohne zu stören

Wer etwas filmen möchte, ohne mit der Kamera herumstehen oder laufen zu müssen, benötigt ebenfalls ein Stativ. Denkbarer Anlass wäre hier z.B. eine Hochzeit oder andere kirchliche Feier, bei der das Laufen im Altarbereich nicht erwünscht ist.

9) Das Warten auf den richtigen Moment

Wer z.B. schon einmal versucht hat ein Tier zu fotografieren, das über längere Zeit scheu in seinem Bau versteckt bleibt, weiß ein gutes Stativ zu schätzen. Es ermöglicht das Ausrichten der Kamera, ohne sie dauerhaft halten zu müssen. Im richtigen Moment kann dann über einen Fernauslöser die Aufnahme für das entscheidende Foto oder Video aktiviert werden. Alternative Motive in dieser Kategorie sind z.B. Sonnenaufgänge zwischen Baumkronen oder ähnliches, die nur einen kurzen Zeitrahmen für das perfekte Bild bieten.

10) Mitziehaufnahmen

Wer ein bewegtes Objekt scharf vor verwischtem Hintergrund abbilden möchte, muss eine Mitziehaufnahme anfertigen. Die Kamera wird während des Aufnahmevorgangs mit dem Motiv bewegt, so dass es an der richtigen Stelle im Bild gehalten wird. Wer so ein Foto machen möchte braucht eine ruhige Hand oder… richtig… ein Stativ! Ein guter Stativkopf mit Actiongriff ist hier ebenfalls von Vorteil.

11) Zusätzliche Infos

Mehr über mich findet ihr auf meiner Homepage: http://Fotoartdh.de

Ruhr1900, am 31.08.2013
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Bildquelle:
Ruth Weitz (Wie macht man ein schönes Profilbild)

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