Die Fluggesellschaft kennen

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Fluggesellschaft mit der Sie fliegen. Buchen Sie Ihren Flug nur bei einer Gesellschaft der Sie auch vertrauen. Denn dieses Vertrauen ist wichtig, um erst einmal ein gutes Gefühl im Bauch zu haben. Zu wissen wie groß eine Airline ist, welche Flugzeugtypen sie in der Flotte hat und wie die generelle Statistik (auch die Absturzstatistik) aussieht, hilft in jedem Fall weiter, um dieses gute Gefühl zu erzeugen.

Haben Sie den Namen einer Fluggesellschaft vorher noch nie gehört, dann sagt das nicht zwangsweise viel über sie aus. Einige Gesellschaften verkehren hauptsächlich in bestimmten Gebieten (So ist die All Nippon Airways zum Beispiel die nationale Airline Japans und gleichzeitig die sicherste Airline der Welt (Stand Januar 2012)). Regelmäßig werden neue Statistiken aufgestellt, doch unter den ersten 10 befinden sich im Regelfall immer wieder folgende Airlines:

All Nippon Airways (Japan)
Finnair (Finnland)
Cathay Pacific (Hong Kong)
Etihad (Abu Dhabi)
Hainan (China)
JetBlue (USA)
Emirates (Vereinigte Arabische Emirate)
Virgin Australia (Australien)
Air Berlin (Deutschland)
Air New Zealand (Neuseeland)
Qantas (Australien)
Lufthansa (Deutschland)
British Airways (Großbritannien)
EVA (China)
Transaero (Russland)
TAP (Portugal)
Thomas Cook Airlines
Virgin Atlantic (Großbritannien)
EasyJet (Großbritannien)
Southwest Airlines (USA)

Den Flugzeugtyp kennen

Zu wissen mit welcher Maschine man fliegt gibt ebenfalls weiteres Vertrauen. Im Normalfall werden Sie sicherlich mit einer Boeing oder eine Airbus Maschine fliegen. Lediglich bei Kurzstreckenflügen kommen auch andere Maschinen zum Einsatz (Fokker, Bombardier,...). Der Flugzeugtyp selbst sagt nichts über die Sicherheit der Maschine aus, sondern lediglich etwas über die Größe. So ist der Airbus A380 in der Lage bis zu 960 Passagiere zu befördern, während eine Boeing 737 bis zu 215 Passagiere transportieren kann. Natürlich sind diese Werte auch immer abhängig von der Baureihe und der Rumpflänge (die im übrigen die Zahl hinter der 737 definiert. Eine 737-100 ist also kleiner als eine 737-400.)

Auch wenn Sie mit einer Maschine wie der Boeing 737-400 fliegen, die es bereits seit 1988 gibt, sagt das nichts aus über die Sicherheit des Flugzeugs. Heute hergestellte 737-400 entsprechen den aktuellen Sicherheitsstandards und ältere Maschine werden regelmäßig gewartet und an die neuen Sicherheitsstandards angepasst.

Das passiert am Flughafen

Jeder der schon einmal geflogen ist kennt die hohen Sicherheitsvorkehrungen, die getroffen werden. Ohne mehrfachen Sicherheitscheck kommt kein Fluggast in den Flieger. Rigoros werden selbst die unscheinbarsten Mitbringsel im Handgepäck aussortiert, um keinerlei Gefahr im Flieger zu verursachen. Auch aufgegebenes Gepäck wird separat noch einmal geprüft.

Doch auch die Flugzeuge an sich werden regelmäßig kontrolliert und gewartet. Vor jedem Flug werden sämtliche relevanten technischen Ausrüstungen geprüft. Kerosin und Fluggewicht werden geprüft und aufeinander abgestimmt. So bleiben Flieger trotz kleinster Mängel teilweise am Boden, bis der Mangel behoben ist. Sie können also sicher sein, dass Sie mit keiner Maschine starten, die nicht den Sicherheitsvorkehrungen entspricht.

Im übrigen gibt es hierzulande und in der industriellen Welt Vorschriften über die Sicherheit von Flugzeugen. So dürfen Fluggesellschaften, die diese hohen Vorschriften nicht erfüllen, gar nicht auf dem Großteil der Flughäfen landen. Diese gilt insbesondere für einige afrikanische Fluggesellschaften, die hierzulande Lande- und somit logischerweise auch Startverbot hätten.

Geräusche und Verhalten von Flugzeugen erkennen

Während Start, Flug und Landung macht ein Flugzeug unterschiedliche Geräusche. Das ist zum Teil technisch bedingt und zum Teil liegt es am Luftwiderstand und an Winden. Ein grundsätzliches Gefühl zu haben welche Geräusche was bedeuten können hilft Ihnen Unsicherheit zu überwinden. Hören Sie plötzlich einen lauten Knall oder wird auf einmal eine Turbine deutlich leiser, dann ist das zu 99% ein völlig normales Verhalten des Flugzeugs. Gerade während des Starts und vor der Landung hören Sie die meisten "seltsamen" Geräusche. 

Typische Geräusche während des Starts:

Die Beschleunigung beim Starten verursacht ein lautes Turbinengeräusch einhergehend mit einem durchaus sehr starken Ruckeln. Dieses Ruckeln kann noch verstärkt werden, wenn die Startbahn uneben ist. Ist der Flieger in der Luft so hören Sie unterschiedlich laute Geräusche. Diese stammen im Normalfall von Klappen, die sich öffnen, um anschließend das Fahrwerk einzufahren. All das verursacht laute Geräusche und ist teilweise sogar im Flieger spürbar. Doch das ist alles kein Grund zur Sorge.

Typische Geräusche während des Flugs:

Wir beim Autofahren beschleunigen Flugzeuge oder werden auch langsamer. Dadurch ändern sich Luftgeräusche und das stetige Turbinengeräusch kann mal leiser und mal lauter werden. Warum machen Flugzeuge das? Zum Beispiel, um etwas an Höhe zu gewinnen oder zu verlieren, auf Grund einer Schlechtwetterzone, die umflogen werden muss. Oder weil der Pilot beim Landeanflug gesagt bekommen hat, dass er erst 10 Minuten später landen kann. Es gibt viele Gründe, wieso ein Flugzeug während des Flugs hin und wieder langsamer oder gar schneller wird. Weitere Geräusche werden innerhalb der Kabine erzeugt. Irgendein Passagier drückt einen Knopf und ruft die Stewardess, der Kapitän schaltet die Anschnallzeichen an oder aus, in der Küche klappert eine Tür,...

Typische Geräusche während der Landung:

Auch hier spielt wieder das Fahrwerk eine entscheidende Rolle. Zur Landung wird es ausgefahren und verursacht dementsprechend viel Krach. Da das Flugzeug beim Landeanflug in der Regel schneller ist als nach dem Starten ist eine deutliches Abbremsen spürbar, was mit dem gesteigerten Luftwiederstand durch das Fahrwerk zu tun hat. Ein Blick auf die Flügel (Tragfläche) hilft Ihnen auch zu verstehen, wieso das Fluggeräusch plötzlich lauter wird. Innerhalb der Tragfläche gibt es eine Vielzahl an Klappen, die sich öffnen und schließen, um den Luftstrom zu beeinflussen. Dadurch kann ein Flugzeug abgebremst werden. Schauen Sie einmal direkt nach der Landung auf die Tragflächen. Alle Klappen sind voll aufgestellt, um das Flugzeug möglichst schnell abzubremsen. 

NLP Training

Unter NLP versteht man Neurolinguistisches Programmieren. Das klingt kompliziert und beim ersten Mal auch etwas abwägig, hilft aber in der Tat. NLP ist eine vielfältige Methode, um sich selbst zu "programmieren". Die Anwendung für die Flugangstbehandlung ist nur eine von unzähligen Möglichkeiten. NLP beinhaltet nichts anderes, als dass Sie sich Ihrer Atmung bewusst werden, Ihre Angst als Teil von Ihnen akzeptieren und sich positiv auf den Flug und das was danach kommt, einzustellen. Sie können sich eine NLP Behandlung so vorstellen, dass Sie erst einmal lernen richtig zu atmen. Anschließend definieren Sie, wovor Sie Angst haben. Sie lernen diese Angst zu akzeptieren (nicht zu verdrängen oder als Schwäche abzustempeln) und lernen sich selbst mit der richtigen Wortwahl zu beruhigen. So kann Ihnen zum Beispiel ein positiver Satz wie "Ich freue mich auf den Flug, weil ich dann endlich entspannen kann" in Verbindung mit der richtigen Atmung ab sofort immer helfen in angespannten Situationen völlig automatisch ruhig und gelassen zu werden.

NLP ist kein Hexenwerk und ein wirkungsvolles Mittel. Jedoch bedarf es viel Selbstdisziplin. Am besten lassen Sie sich von einem NLP Coach helfen. Den finden Sie einfach durch eine Suche im Internet. Oft genügt eine Stunde pro Woche und schon nach wenigen Wochen haben Sie erste Erfolge. Die Kosten müssen Sie jedoch selbst tragen, da NLP Training bei Flugangst nicht von Krankenkassen übernommen wird.

Im übrigen basieren viele der Bücher gegen Flugangst auf NLP Techniken.

Atmung

Die Atmung ist ein wesentlicher Bestandteil, um sich selbst zu beruhigen. Im NLP Training bekommen Sie die richtige Atmung beigebracht, doch eigentlich ist das alles auch völlig selbstständig schnell und einfach erlernbar. Fangen Sie nicht erst im Flugzeug an Ihre Atmung zu kontrollieren oder zu lernen, wie Sie richtig atmen. Üben Sie das zu Hause im Alltag und in jeder Situation, die sich auch nur ansatzweise in Stress versetzt oder anspannt.

In erster Linie gilt es gleichmäßig und langsam zu atmen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung und atmen Sie tief ein und aus. Langsam. Schnell Schnappatmung hilft Ihnen rein gar nicht weiter. Ob nun Bauch- oder Brustatmung das richtige ist hängt von der Person ab, die Ihnen etwas über die richtige Atmung erzählt. Jeder sagt was anderes. Insofern machen Sie nichts falsch, wenn Sie eine Mischung aus Bauch- und Brustatmung machen. Sich darauf zu konzentrieren hilft Ihnen zusätzlich auch noch langsam und tief ein- und auszuatmen.

Herzlichen Glückwunsch, das war es auch schon. Sie werden merken, dass Sie sich völlig automatisch ruhiger fühlen, wenn Sie richtig atmen.

Positive Wortwahl

"Hoffentlich stürzt das Flugzeug nicht ab." oder "Der Flug wird super."

Was klingt für Sie besser, um Ihre Angst zu kontrollieren? Ganz sicher der zweite Satz. Achten Sie also auf Ihre eigene Wortwahl. Negative Worte und Assoziationen sorgen automatisch dafür, dass Sie innerlich anspannen. Teilen Sie das auch Ihrem Umfeld mit. Es hilft Ihnen wenig, wenn Sie mit jemandem verreisen, der gleich beim Einstieg ins Flugzeug bemerkt, dass die Maschine "ja schon ganz schön alt ist."

Bei Ihrem Flug sollte es nicht um "Absturz", "Sicherheitsmängel", "Alter", etc. gehen. Verdrängen Sie rigoros negative Worte und nutzen Sie positive. Bemerken Sie diese positiven Dinge auch. Freuen Sie sich, dass Sie in einem Flugzeug sitzen in dem es einen Fernseher gibt. Freuen Sie sich, dass das Flugzeug von außen so schön bemalt ist. Freuen Sie sich, dass die Stewardessen Sie anlächeln beim Einstieg. All dies in positive Worte zu fassen hilft Ihnen ein klein wenig mehr Ihre Angst zu kontrollieren.

Luftlöcher gibt es nicht

Viele Menschen sprechen davon, dass ein Flugzeug, wenn es in der Luft ist und wackelt und ruckelt in ein Luftloch geflogen ist. Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass es tatsächlich einen Raum mitten in der Natur gibt in dem keine Luft vorhanden ist. Was ist dann dort vorhanden? Ein Vakuum kann es nicht sein, da dieses abgeschlossen sein müsste. Insofern können Sie erst einmal beruhigt feststellen, dass es keine Luftlöcher gibt.

Doch was verursacht dann das Ruckeln und Wackeln oben in der Luft? Winde. Laufen Sie einmal bewusst durch Ihren Alltag und bemerken Sie, wie oft es kleine Winde gibt, die Sie merken. Geht der Wind deutlich spürbar und fahren Sie Auto, dann werden Sie im Nu feststellen, dass Ihr Auto ganz schön wackeln kann. Führen Sie sich also vor Augen, dass Luft, auch wenn Sie sie nicht sehen können, ganz schöne Kräfte entwickeln kann. Ein Wirbelsturm ist nichts anderes als...Luft.

Auch auf 12 Kilometern Höhe gibt es Winde, die durch unterschiedliche Kalt- und Warmluft verursacht wird. Diese unterschiedlichen Lufttemperaturen werden durch Wasser, Land und Gebirge weiter beeinflusst. Treffen unterschiedliche Luftfronten aufeinander, so entstehen Winde. Diese Winde führen dazu, dass Ihr Flugzeug wackelt. Wenn Sie sich nun überlegen wie stark Wind sein muss, um Ihr Auto ins Wanken und tatsächlich zum Umfallen zu bringen, dann werden Sie merken, dass er bei einem Flugzeug unzählige Male stärker sein muss, um dieses tatsächlich zu gefährden.

Sie können sich bei jedem Wackler im Flieger immer wieder vor Augen führen, dass Sie schon durch einen Tornado fliegen müssten, um Ihr Flugzeug zum Absturz zu bringen. Und kein Pilot der Welt würde das je tun.

Klopfen gegen Flugangst

Klopfen geht auf Akupunktur zurück und bedeutet, dass Sie bestimmte Punkte an Ihrem Körper mit Ihrer Hand klopfen, um dadurch einen Energiefluss anzuregen oder zu ändern. Klopfen geht auf die energetische Psychologie zurück, die sich mit eben diesen Energieflüssen beschäftigt. Sie erlernen bei einem entsprechenden Coach welche Punkte Sie klopfen müssen, um sich dadurch in einen wesentlich entspannteren Zustand zu versetzen. Ob diese Methode tatsächlich funktioniert kann ich selbst nicht beantworten, da ich sie nicht ausprobiert habe.

Worauf freuen Sie sich?

Diese Methode entstammt dem NLP Training und ist sehr effektiv, wenn es darum geht den Flug als solchen zu akzeptieren und nicht seine gesamte Aufmerksamkeit nur auf dieses eine Thema zu lenken. Schließlich sollen Sie sich auf Ihren Urlaub freuen und nicht vor der Reise dorthin Angst haben. Führen Sie sich also vor Augen worauf Sie sich freuen. Ist es die Entspannung an Strand, die Sie endlich erfahren dürfen, wenn Sie angekommen sind? Oder freuen Sie sich darauf einen bestimmten Ort zu besuchen, den Sie schon immer mal besuchen wollten? Schreiben Sie sich auf worauf Sie sich freuen. Und dann sprechen Sie es sich laut vor.

Ich freue mich darauf XYZ zu besuchen. Ich freue mich darauf am Strand zu liegen. Ich freue mich darauf....

Visualisieren Sie sich das, worauf Sie sich freuen. Entwickeln Sie ein Bild im Kopf. Je häufiger Sie sich Zeit nehmen darüber nachzudenken, umso mehr Bilder Ihres Urlaubs haben Sie im Kopf. Diese Bilder können Sie ganz einfach abrufen, wenn Sie in einer Stresssituation im Flugzeug sind. Und schon lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die schönen Seiten Ihres Urlaubs.

ralfbiebeler, am 02.09.2012
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Bildquelle:
Eigenwerk (Wo es am Gardasee am schönsten ist – Ziele an der Gardasena)
Amazon Poster (Sardinien Urlaub - mit der Fähre zur zweitgrößten Mittelmeerinsel)

Autor seit 5 Jahren
52 Seiten
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