Die erste Regel für eine bessere Kommunikation: Fassen Sie zusammen was ihr Gegenüber gesagt hat

Das erste von unseren vier Werkzeugen lautet "Formulieren". Anfangs sitzen Sara und Tom zusammen und tauschen sich aus. Doch plötzlich sagt Tom: "Wir sollten mal darüber reden, unser Erspartes nicht nur in Aktien anzulegen. Ein Kollege hat sich jetzt eine Immobilie gekauft." Sara denkt kurz nach und sagt dann: "Du möchtest, dass wir unsere Geldanlagen anders strukturieren?"

 

Das erste Werkzeug für eine bessere Kommunikation lautet, dass Sie das zusammenzufassen was ihr Gegenüber gesagt hat. Indem Sie dies tun signalisieren Sie Ihrem Gesprächspartner vor allen Dingen, dass Sie erkannt haben, dass das Gespräch, das bisher eher im Stil von einem Smalltalk verlief, nun auf einer höheren Ebene verlaufen soll.

 

Auf der anderen Seite signalisieren Sie durch diese Methode aber auch, dass Sie dem anderen zuhören und bereit sind für diese höhere Ebene und ermutigen ihn weiterzureden. 

Die zweite Regel für eine bessere Kommunikation: Stellen Sie Fragen, um zu sehen, ob der andere Sie auch verstanden hat

 

Die zweite Regel bezüglich unseres Themas lautet "Fragen stellen". Am besten eignen sich hierfür die sogenannten "W-Fragen". Hierbei handelt es sich um sieben Fragen, die alle mit dem Buchstaben "W" beginnen. Sicherlich haben Sie schon mal von dieser Fragetechnik gehört, trotzdem sollen die sieben Fragewörter hier nochmal der Vollständigkeit halber aufgelistet werden. Sie lauten: Wer? - Was? - Wann? - Wo? - Warum? - Wie? - Wozu?

 

Auf unser Praxisbeispiel übertragen könnte Tom zum Beispiel Fragen: "Was denkst du darüber?" Diese Frage erfüllt einen doppelten Zweck: Erstens fragt er ob Sara ihn verstanden hat. Aber er öffnet auch die Tür für ein ernsthaftes Gespräch. Berechtigterweise werden die "W-Fragen" oft auch als "Türöffner" bezeichnet. 

Die dritte Regel für eine bessere Kommunikation: Geben Sie ein konkretes Beispiel für das, worüber Sie reden.

Betrachten wir nun die dritte Regel für eine bessere Kommunikation. Diese lautet, dass Sie das, worüber Sie Reden, immer an einem konkreten Beispiel festmachen sollten.

 

Dies hat Tom in unserem Praxisbeispiel bereits getan. Er möchte drüber reden die Geldanlagen anders zu strukturieren. Das Thema ist also klar umrissen. Vielleicht fragen Sie, warum dies wichtig ist. Die Antwort auf diese Frage lautet, dass auf diesen Weg Missverständnisse ausgeschlossen werden. Missverständnisse sind die Häufigsten Ursachen dafür, dass Ihr Partner Sie nicht versteht. Darum scheitert Kommunikation oft an eben dieser Stelle. Das Thema wird nur schwammig oder schlimmstenfalls überhaupt nicht definiert.

 

Kein Wunder dass Kommunikation dann scheitert, schließlich weiß Ihr Gesprächspartner ja gar nicht worum es eigentlich geht. Auf diese Weise sind Missverständnisse, Streit Stress und sogar seelische Verletzungen vorprogrammiert - denn an diesem Punkt müssen wir ehrlich sein - nichts verletzt uns so sehr wie das Gefühl nicht verstanden zu werden. Um dies zu vermeiden ist es so wichtig, dass das Thema, worum es eigentlich geht von Anfang an klar umrissen wird.

 

Es kann nicht oft genug gesagt werden: Wenn Sie das nicht tun, kann Kommunikation nicht gelingen. Auch sollten Sie bedanken, dass ein konkret umrissenes Thema Sie vor den eben aufgelisteten Verletzungen schützt. Praktisch bedeutet dies, dass diese sich vermeiden lassen, wenn Sie den Mut haben das Thema von Anfang an klar zu umreißen.

 

Der Volksmund sagt, dass ein Bild besser ist als tausend Worte. Darum lassen Sie mich nun ein Bild gebrauchen um diese Sache noch einmal zu erklären. Wenn Sie ein Haus bauen, wird zuerst das Fundament gelegt. Dies ist für die Stabilität des zukünftigen Gebäudes maßgeblich. Wenn hier nicht gründlich gearbeitet wird, ist großer Schaden vorprogrammiert.

 

Sicherlich haben Sie bereits gemerkt, worauf ich mich diesem Bild hinaus will. Ein klar umrissenes Thema ist wie ein stabiles Fundament für eine erfolgreiche Kommunikation.

Die vierte Regel für eine bessere Kommunikation: Lassen Sie das eigentliche Thema nicht aus den Augen.

Die vierte und letzte Regel für eine bessere Kommunikation lautet, dass Sie das eigentliche Thema nicht aus den Augen lassen sollten.

 

Um dem Fundament – um bei dem eben genannten Bild zu bleiben – noch mehr Stabilität zu verleihen, müssen Sie darauf achten, dass weder Sie noch Ihr Gesprächspartner/ Ihre Gesprächspartnerin vom Thema abschweifen.

 

Auch an diesem Punkt kommt es oft zu Missverständnissen. Diese können Sie vermeiden, wenn Sie aufmerksam sind und den Gesprächsverlauf verfolgen. Sobald Sie merken, dass die Kommunikation vom eigentlichen Thema abschweift, müssen Sie aktiv werden und das Gespräch wieder zum eigentlichen Thema zurückführen.

 

Ich habe bereits geschrieben, dass echte Kommunikation harte Arbeit ist. Aber eben diese harte Arbeit zahlt sich letztendlich aus. Sicherlich fragen Sie jetzt: Wie? Meine Antwort lautet: Indem Sie merken, dass Ihre Beziehungen zu Ihrem Partner, zu Ihren Freunden oder Arbeitskollegen – schlicht und einfach zu den Menschen denen Sie im Alltag begegnen – sich vertiefen.

 

Probieren Sie es selber aus und fangen Sie an, die hier aufgezeigten vier Punkte in den Gesprächen mit Ihren Mitmenschen umzusetzen und lassen Sie sich von den Resultaten überraschen.

Autor seit 3 Jahren
8 Seiten
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