Tabu und Tabulosigkeit

Über den Tod spricht man nicht. Das ist ein Tabu Thema. Obwohl jeder weiß, dass er eines Tages "dran" ist.
Einige Personen und Institutionen müssen sich dennoch, berufsmäßig oder von Amts wegen, mit diesem ungeliebten Thema beschäftigen. Versicherungen stellen Sterbetafeln auf. Ärzte sind mit diesem Thema konfrontiert. Behörden stellen Totenscheine aus. Totengräber tragen den Sarg. Es gibt also doch eine wesentliche Anzahl von Menschen, die den Tod täglich zum Thema haben.

Das Knaller-Ergebnis

Es hat mit Sex zu tun. Nach Ansicht verschiedener Biologen tritt der Tod eines Individuums bevorzugt ein, nachdem es sich fortgepflanzt hat (*). Schock – das sitzt.
Die Wissenschaftler vom Leben (Bio-logen) setzen eine übergeordnete Institution ein, die Evolution. Sie bestimmt durch uns unbekannte Gesetze, dass ein Lebewesen nur zwei Kernfunktionen hat:
1 selbst zu überleben
2 sich fortzupflanzen.

Danach kann das ältere Wesen sterben.

(Bild: jakobking85)

Natürlich erhebt sich nach solchen Behauptungen ein Sturm der Entrüstung im Menschengeschlecht. Wo bleiben die hehren Gedanken vom Reich Gottes und von der Wiedergeburt? Weltbild und Religion - das ist ein anderes Thema, und es wird an dieser Stelle nicht beleuchtet.

Well prepared?

Kann der Mensch sich vorbereiten? Etwa in dem Sinn: das ist alles nicht so schlimm mit dem Sterben. Geht es in der nächsten "Runde" weiter. Oder ist es oben, im Himmel, viel schöner als auf dieser Erde? Palmen, ewiger Sonnenschein, Milch und Honig? Was ist mit den Menschen dort oben, die an Laktose-Intoleranz leiden?

In Tibet gibt es auch kluge Menschen. Das merkt man, wenn man in einem Buch des Herrn Dalai Lama liest. In Tibet gibt es auch mutige Menschen. Einige Autoren haben seit Jahrhunderten mit dem Tod direkt auseinandergesetzt. Man liest von einem "Tibetisches Totenbuch", das den Tod aktiv zu Thema hat. Worum geht es?
Es geht um Texte zur Selbsterkenntnis. Nur - wer versteht schon tibetische Texte außerhalb von Tibet?

(Bild: 705847)

Der amtliche Tod

Den gibt es nicht, jedenfalls scheinbar in Deutschland nicht. Man staunt.
Nun ist der Durchschnittsbürger in der Regel kein Rechtsgelehrter und schon kein Spezialist auf diesem Gebiet. Also muss der interessierte Autor auf die Aussagen einer Sekundärquelle wie Wikipedia vertrauen (*).

Wenn man die dortigen Ausführungen richtig versteht, dann tritt der Tod mit dem Ausfall mehrerer Hirnfunktionen ein(*).
Und wieder staunt der Mann von der Straße. Liegt das Leben nicht im Herzen begründet?. Verlöscht das Dasein nicht mit dem letzten Herzschlag, dem ein letzter Atemzug folgt? Anscheinend nicht. Das Gehirn zeigt den Exitus von dieser Welt an.

Kriegt der Sterbende also den letzten Herzschlag noch mit? Wenn das Gehirn nach dem Herzstillstand noch arbeitet, dann könnte der Mensch theoretisch noch denken: "Jetzt ist es aus".

Der Zeitpunkt des Todes

Mehrere Anzeichen sollen den Todeszeitpunkt anzeigen (*). Die Leichenstarre wird als ein entscheidendes Kriterium genannt, dann gibt es noch Leichenflecken als Indiz und eine sogenannte Körperkerntemperatur. Im Zusammenhang mit der Leichenliegezeit wird auch Insektenbefall als Todeszeichen genannt (*).

Loslassen?

Die Leichenstarre beginnt offenbar etwa ein bis zwei Stunden nach dem Eintritt des Todes. Dabei erstarrt die Muskulatur (*). Zahlreiche medizinisch-biologische Vorgänge treten in diesem Bereich ein. Es beginnt bei den Augenlidern, dehnt sich auf die Kaumuskeln aus und setzt sich dann kopfabwärts fort (*).
Gibt es auch Menschen, die "das alles nicht so verkrampft sehen"? Findet man also Leichname ohne Totenstarre? Ein Übergang ins Totenreich in gelöster Haltung und mit einem Lächeln auf den Lippen, geht das? 

Das Thema hat noch offene Punkte. Aber der Mensch, der sich damit beschäftigt, hat in der Regel auch noch einige Zeit vor sich …

(Bild: AdinaVoicu)

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