Dort droben – ist es sicherer

Griechenland wird gern die Wiege der abendländischen Kultur genannt. Gleichzeitig ist es ein beliebtes Reiseziel.
Für die Bedeutung des Eigennamens der Akropolis erwartet den Leser gleich eine Überraschung. Das Bauwerk heißt nicht in der Übersetzung "der Tempel auf dem Berg" oder ähnlich, sondern – die Oberstadt. Solche Bezeichnungen kennt man etwa aus Wien für die dortigen Bezirke.
Aber warum heißt die Akropolis so?

Unsichere Zeiten. Unsere Vorfahren haben sich gern bekriegt. Also habe sie eines Tages damit begonnen, Burgen zu bauen und diese auf Anhöhen anzulegen. Die erste Akropolis war demnach auch kein Tempelbezirk, sondern eine Wehranlage.

Auf dem Bild dieses antiken Künstlers sieht man die dicken Mauern und die Wehrtürme ganz deutlich.

Die Akropolis - ein ehemaliger Wehrbau

Die Akropolis - ein ehemaliger Wehrbau (Bild: Jo-B/ pixabay.com)

Dann kommt gleich die zweite Überraschung. Die Akropolis gibt es gleich in der Mehrzahl, oder in der Vielzahl. Jede antike griechische Stadt hatte eine solche Wehranlage angelegt (*). Griechische Burgen, soweit das Auge reicht. Nur ist die Akropolis in Athen die berühmteste Ausführung.

Bei uns nennt man eine solche Anlage auch eine Zitadelle. Die Festung Ehrenbreitstein am Mosel Eck ist vielen Reisenden wohlbekannt. Allerdings haben die Deutschen diese Festung nicht zu einer Tempelanlage umfunktioniert.

In der Nahaufnahme kann man Ähnlichkeiten im Aufbau der Wehranlagen von Ehrenbreitstein und der Athener Burg entdecken.

eine deutsche "Akropolis"

eine deutsche "Akropolis" (Bild: falco/ pixabay.com)

Ausschnitt aus dem Bild oben (Bild: falco/ pixabay.com)

Fakten schaffen

Der Berg, auf dem die Akropolis steht, ist mehr als 150 Meter hoch. Wer als Sportler die 100-Meter Strecke aus eigener Erfahrung kennt, der weiß, was das heißt. Für die potenziellen Eroberer bedeutete der Aufstieg also einen kräftezehrenden Weg vor dem eigentlichen Kampf mit den Verteidigern.

Die exponierte Lage hat den Verteidigern nicht immer geholfen. Athen wurde im Laufe seiner Geschichte mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Schließlich war das griechische Reich auf der Höhe seine Entwicklung so mächtig, und sicher, dass der Burgfried mit Tempeln bebaut wurde.

Oben auf dem Hügel befand sich einst auch eine Pinakothek. Was bedeutet der Ausdruck? Kunstmuseum.

Pulverfass

Die große Kultur hat den Griechen auf die Dauer leider nicht geholfen. Die Römer eroberten das Land und sie bauten ihre eigenen Tempel auf dem Akropolis Hügel hinzu.

Später Eroberer waren die Osmanen und – die Venezier. Venedig war im Mittelalter eine Großmacht im Mittelmeer und hat entsprechende Kriege mit seinen Nachbarn geführt.

Um das Jahr 1700 wurde Athen mit Kanonen beschossen, und die Akropolis wurde schwer beschädigt. Eine Pulverkammer explodierte und zerstörte zahlreiche prachtvolle Ornamente. Bis dahin blieb das Bauwerk in seiner ursprünglichen Pracht, mit römischen und osmanischen Erweiterungen, weitgehend unversehrt (*):

Ein Reisender sieht heutzutage eine Tempelruine. Er kann sich kaum vorstellen, welch überaus prächtigen Anblick die gesamte Anlage einst geboten hatte.
Die Engländer hatten dann später noch zahlreiche Skulpturen Elemente abgerissen und nach London verschifft. Heute bemüht man sich das Gebäude zu restaurieren.

Was bleibt? Staunen, vielleicht. Über dieses und jenes.

(Bild: schreibspass bei Pagewizz.com)

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