Warum glauben wir, dass Katzen wasserscheu sind?

Dieser Glaube stammt aus früheren Zeiten, als Katzen hauptsächlich als Freigänger gehalten wurden. Katzen, die den ganzen Tag über durch die freie Natur streiften, hatten natürlich jede Menge Gelegenheiten, schlechte und unliebsame Erfahrungen mit Wasser zu machen.

Eine Katze, die an einer Böschung abrutschte und in einen Bach oder einen Teich fiel, hatte nach solch einer Erfahrung verständlicherweise wenig Lust, diese zu wiederholen. Sie hielt sich also künftig nach Möglichkeit von Wasser fern. Und da ein Katzenleben doch relativ lang ist, kam früher oder später für jede Katze der Tag, an dem sie solch eine Erfahrung machte. Meist waren es, der Natur der Dinge entsprechend, die jungen und unerfahrenen Katzen, denen solche Missgeschicke passierten. Da wundert es dann nicht, dass die Menschen bei nahezu allen erwachsenen Katzen eine scheinbar angeborene Scheu vor Wasser zu erkennen glaubten.

Heute, da wir unsere Katzen vielfach in der Wohnung halten, müssen sie solche traumatischen Erfahrungen wesentlich seltener machen. Wasser ist also kein seit frühester Kindheit an negativ besetztes Thema mehr.

 

Wie kann ich testen, ob meine Katze eine Wasserratte ist?

Machen Sie es einfach, wie ich es oben beschrieben habe: lassen Sie einfach mal ein dünnes Rinnsal aus dem Wasserhahn in der Wanne laufen, wenn ihre Katze gerade in der Nähe ist und warten Sie ab, was passiert. Sie können versuchen, sie hinzulocken, indem Sie ein beliebtes Spielzeug in die Wanne werfen oder sie setzen sie behutsam auf den Wannenrand, so dass sie aus sicherer Entfernung beobachten kann, was da vor sich geht. Keinesfalls sollten Sie Ihren armen Stubentiger allerdings packen und direkt unter den laufenden Wasserhahn halten. Das ist Tierquälerei und führt mit absoluter Sicherheit zu einer wasserscheuen Katze, was das genaue Gegenteil von dem ist, was Sie eigentlich erreichen wollten.

Meine Katze scheint Wasser zu mögen. Und was jetzt - Ein Zimmerbrunnen wäre ideal

Katzen schlafen zwar bis zu zwei Drittel des Tages, doch in der restlichen Zeit wollen sie beschäftigt sein. Gerade in der Wohnung sind die Beschäftigungsmöglichkeiten allerdings begrenzt. Sie können nun entweder jede Woche neue Spielzeuge kaufen und diese regelmäßig austauschen, oder Sie machen sich den natürlichen Spieltrieb Ihres Tieres zunutze.

Der natürliche Spieltrieb von Katzen entlädt sich allzu oft an Möbeln, Tapeten oder anderen Einrichtungsgegenständen, die uns lieb und teuer sind. Sie sollten mal unsere Tapeten zu Hause sehen. Gerade unsere Katze (wir haben auch noch einen Kater), war ein richtiger Tapetenfan, bevor sie das Spiel mit dem Wasser für sich entdeckt hat.

Heute reicht es ihr, wenn sie sich zwei Mal täglich in der Wanne vergnügen kann. Als nächsten Schritt überlegen wir, einen kleinen Zimmerbrunnen anzuschaffen. Dadurch wäre sie dann nicht mehr auf meine Bereitschaft angewiesen, das Wasser einzuschalten und einige Minuten dabei zu bleiben, um das Wasser anschließend wieder abzustellen.

Ich bin sicher, dass auch Ihre Katze viel Spaß am nassen Element haben würde. Versuchen Sie es einfach mal!

Rene_Junge, am 26.08.2012
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