Die Marine fischte heuer 95 Pakete Kokain aus dem Meer von Mexiko. Das sind rund zwei Tonnen Kokain. Wenig später gelangten 1,5 Tonnen Kokain in einem Flugzeug an Soldaten. Auch in Mexiko. Gut so! Wieder ein paar Tonnen weniger, die an die Promis der Filmszene gehen, könnte man denken. Und tatsächlich, es sind eine ganze Reihe an Prominenten, die sich immer wieder beim Konsum des Rauschmittels erwischen lassen: Mattew Perry, bekannt aus der beliebten Serie "Friends" landete in den Schlagzeilen der Kronen Zeitung, als er seine schwangere Exfreundin losschickte, um für ihn eine Menge des "Weiß" zu besorgen. In der Liste der Berichterstattung findet sich auch der Name der kürzlich verstorbenen argentinischen Fussballerlegende Diego Armando Maradonna (Die Hand Gottes!), der immer wieder gegen die Drogensucht ankämpfte. Man könnte natürlich schon auf den Gedanken kommen, Drogen und Drogensucht ist ein Phänomen, das nicht in unseren Breiten stattfindet. Doch es reichen die Zweige der Drogenmafia auch bis in unsere Wohnzimmer. Da war zunächst "Ibiza", das mit einer Enthüllung nach der anderen das Thema in die mediale Berichterstattung brachte und das über Monate. Und damit gelangte es in die heimische Innenpolitik, was den Verdacht nährt, dass es nicht nur eine Randerscheinung darstellt, denn durch die massive Menge an Drogen, die derzeit zirkuliert, ist der Zugang dazu einer ganze Menge Leute mehr als üblich gegeben.

 

Und das erfordert auch eine breitere Betrugs- und Fahnderszene. Besonders das Bundesland Kärnten lässt, neben Oberösterreich, immer wieder mit Berichten und Erfolgen aufhorchen. So wurde etwa unlängst ein Drogenring gesprengt und vier Verhaftungen getätigt, Bargeld und Waffen beschlagnahmt. Gerade in diesem Monat startete in Klagenfurt der Prozess gegen 20 Drogenhändler, der am Klagenfurter Landesgericht geführt wird. Alle Angeklagten stammen aus Afrika. Es handelt sich um Bandenkriminalität, berichten die OÖN. 

 

Kurz zuvor, im Oktober dieses Jahres, war das Bundesland Oberösterreich in den Oberösterreichischen Nachrichten: In der Gegend um den Attersee, soll es einen "schwunghaften Handel" mit Kokain gegeben haben, der über mehrere Gastro-Betriebe und Jahre hinweg stattfand. Man sucht nach dem Verteiler-Ring. Und wenn man den gefunden hat – Toi, Toi, Toi! - wird es in den Medien wieder heißen: "Harter Schlag!" gegen die Drogenszene. Oh, immer diese Gewalt in den Medienkommunikation! Dann wird es diesmal vielleicht "ein großartiger Erfolg gegen das internationale Verbrechertum" oder ein "Festtag für die Ermittler" sein.

 

 

 

Wie wirkt Kokain?

 

Neben dem antriebssteigernden Effekt, der neben Politikern sogar hartgesottene superverdienende Manager in ihren Bann zieht, stärkt Kokain zunächst die Kontaktfähigkeit und die Libido, lässt schneller denken und steigert gleichzeitig das Selbstwertgefühl. Na, da haben wir doch den Jackpot geknackt! Endlich können wir sein, wie wir immer wollten, unser Potential ausschöpfen und unser Leistungspensum ans Limit pushen. Halt: Was wir dann aber auch haben werden, sind Halluzinationen, akustische oder optische. Doch dagegen gibt es ja glücklicherweise ein Medikament. Glück gehabt, wir können weiter 'unser Koks' konsumieren. Nur, dass wir nun auch Tabletten brauchen. Das wird uns aber bald egal und auch sonst einiges. Allerdings driftet die anfängliche Hochphase immer öfter in Paranoia und Angstgefühl. Statt eine Leistungssteigerung erfahren wir nun Herzklopfen und Kurzatmigkeit, bei der kleinsten Anstrengung. Wir schwitzen mehr. Neulich, im Interview haben wir sogar unsere erweiterten Pupillen gezeigt. (Wie sollen wir das erklären? Vor laufender Kamera!) Und dann noch die depressive Phase! Die müssen wir dann erst überleben, schließlich kommt es häufiger zu Suizidgedanken während der Depression. Die Stimmungsschwankungen, die zunächst nur selten auftreten, werden bei längerem Konsum immer häufiger. Wir werden aggressiv, gereizt und entwickeln wahnhafte Gedankensysteme. Da fällt es uns dann auf Parties gar nicht mehr auf, wenn wir denselben zusammengerollten Geldschein zum Schnupfen benutzen, wie der liebe Freund! Die paar Viren! Das bisschen Gleichgültigkeit!

 

Wie steht es mit Euch? Kokain ein Thema?
Autor seit 1 Jahr
65 Seiten
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