Wie wir vor 30 Jahren unsere Jugendzeit erlebt haben - Leben ohne Handy, Computer & Co

Waren das noch Zeiten, am Ende der 70er, Beginn der 80er Jahre: Von einem Handy hatte noch nie jemand etwas gehört. Computer hatten im Familienalltag auch keinen besonderen Stellenwert, obwohl es sie bereits gegeben hat. Die Revolution rund um den Mikrochip hatte damals noch nicht stattgefunden, die technische Entwicklung war noch nicht soweit.. 
Und wie ist es dagegen heute?
 
Für Kinder und Jugendliche sind Handy- und Internetnutzung bereits Alltag. Ganz normal und selbstverständlich, wie mit der Bedienung der Waschmaschine im Bad oder dem TV-Gerät im Wohnzimmer, wird damit umgegangen. Immer mehr drängt sich dabei uns  Älteren der etwas unheimliche Gedanke auf, dass diese technischen Hilfsmittel aus dem jetzigen Leben nicht mehr wegzudenken sind, und ohne sie auch nichts mehr richtig funktioniert.
Doch das war nicht immer so, und so lange ist das noch nicht mal her...

Rückblick in die alte Zeit

Die Kids der jetzigen Generation kommunizieren mit SMS und Emails, oder sie surfen in Facebook oder anderen sozialen Netzwerken im Internet um zu quatschen oder sich mit ihren Freunden zu verabreden. Nur eine Generation vor ihnen gab es das alles noch nicht.
Freunde telefonierten häufig nicht mal miteinander, wenn sie sich gegenseitig besuchen wollten. Meist wurde das untereinander in der Schule abgesprochen,  oder man schaute nach den Hausaufgaben einfach bei denjenigen zuhause vorbei, ob er da war.

Die Eltern ließen einen meistens immer gehen, wenn man wollte. Natürlich war es klar, dass man zuhause ebenfalls Regeln einzuhalten hatte: Man musste daheim schon mal dazu helfen und auch kleine Arbeiten erledigen. Das war eigentlich ganz selbstverständlich und jeder der Schulfreunde tat das ebenfalls. Man stand an den Wochenenden und den Ferien auch im Laufe des Vormittags auf, statt bis zum Mittag im Bett zu liegen. Dann war der Tag länger, und man konnte mehr unternehmen. Für die Größeren, also den "Teenies", war damals wie heute das Ausgehen angesagt. Veranstaltungen in Discos und Tanzlokalen, sowie auch die meisten privaten Partys begannen bereits ab 20.00 Uhr. Bis 1.00 oder 2.00 Uhr morgens war man dann normalerweisel wieder zuhause.

Spiel, Sport und Spaß

Das Leben hat sich nicht in den eigenen vier Zimmerwänden vor dem Bildschirm, sondern bei schönem Wetter überwiegend draußen auf der Straße abgespielt. Nachdem die Hausaufgaben und das Lernen erledigt waren, konnte man seine Freizeit genießen. In den Ferien hatte man fast den ganzen Tag zur freien Verfügung. Man zog einfach los und spazierte durch die Straßen. Lange blieb man dabei nie alleine, irgend einen Bekannten hat man immer getroffen. Da heckte man schon mal den einen oder anderen Streich aus, zum Leidwesen der Erwachsenen.


Sehr oft betrieben die heutigen Eltern in ihrer Jugend sportliche Aktivitäten, z. B. Schwimmen, Rollschuhlaufen oder Fahrrad fahren, im Winter dagegen Rodeln und Schlittschuhlaufen.
Überhaupt wurde viel gespielt (auch als man noch jünger war). Häufig kamen dabei Bewegungs-oder Geschicklichkeitsspiele mit ganz einfachen Mitteln zum Einsatz.

"Gummihüpfen", je nach Region auch als "Gummitwist" oder "Gummihopse" bezeichnet, war seinerzeit sehr beliebt bei den Mädchen und wurde in jeder verfügbaren Minute gespielt. Das Instrument dafür war ein einfacher Hosengummi, den man oft sogar in die Schule mitnahm, damit man auch in der Pause die freie Zeit sinnvoll ausnutzen konnte. Mindestens 3 Personen brauchte man für dieses Spiel und nach oben gab es keine Personengrenze. Ein nicht unerheblicher Nachteil war jedoch, dass man umso weniger dabei selbst an die Reihe kam, je mehr Personen mitspielten. Der Begeisterung der Beteiligten hat dies aber keinen Abbruch getan. 

"Kästchen hüpfen" war ebenfalls populär: Dabei wurden Kästchen in Kreuzform mit Kreide auf den Boden gemalt, in die man auf verschiedene Arten springen musste. Mit zwei Beinen, mit einem Bein, usw.. Oft wurde auch ein Kieselstein mit verwendet, den man in ein Kästchen warf. Dieses musste dann übersprungen werden.
Die Jungs dagegen spielten sehr viel Fußball oder Murmelspiele. Fußball gehört nach wie vor mit zu den beliebtesten Sportarten in der Freizeit von Kindern und Jugendlichen - eine der wenigen Tatsachen, die sich von damals bis heute noch nicht maßgeblich geändert zu haben scheint.

Der bekannte "Zauberwürfel"Verschiedene Gesellschaftsspiele wie "Mühle", "Verliere nicht den Kopf" und "Backgammon" hatten ebenfalls Hochsaison. In den 80er Jahren kam dann noch der Zauberwürfel hinzu - ein kniffliges Geduldsspiel, das viele in seinen Bann gezogen hat.

Die damaligen Kids und Jugendlichen trafen sich meistens täglich, Nicht selten kamen da schon mal 10 bis 15 oder noch mehr Personen an einem Treffpunkt zusammen.

Bildquelle: www.pixelio.de © Harald Wanetschka / pixelio.de


Da wurden natürlich schnell Freundschaften geschlossen und aus einer so manchen Interessen-gesmeinschaft auch eine Bande gegründet.
Das Besondere daran war, dass es da im Regelfall ein sogenanntes "Bandenritual" gab – und man eine "Mutprobe" bestehen musste, die sich die anderen Mitglieder ausdachten und die streng geheim gehalten wurde. Erst nach Bestehen der Probe war man ein vollwertiges Mitglied, und erst dann wurde man auch feierlich in die Reihen der jeweiligen Bande aufgenommen..
Manchmal traten auch verschiedene Banden gegeneinander an, z. B., um sich gegenseitig einen versteckten Schatz zu klauen. Die Vorgehensweise war dabei ähnlich wie bei einer Schnitzeljagd. Spaß und und gute Laune waren fast immer garantiert, Fouls waren jedoch nicht gern gesehen und eigentlich auch nicht erlaubt.

Ganz ohne Handy, Computer & Co

Damals baute man relativ schnell einen zwischenmenschlichen Kontakt zueinander auf, vielleicht eher, als es heute der Fall ist. Man traf sich relativ oft und besprach gleich  alles direkt mit seinem Gegenüber - anstatt seine Nachricht anonym an der Tastatur seines Handys oder des Computers einzugeben. Machte man beispielsweise irgendwo einen Treffpunkt aus, wurde das im Vorfeld besprochen, wenn vonnöten mit einer fest vorgegebenen Uhrzeit. Und das hat dann (meistens) auch immer fabelhaft geklappt – ganz ohne Handy und Computer!

Autor seit 5 Jahren
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